Empört Euch! (französisch: Indignez-vous !) ist ein Essay des ehemaligen französischen Widerstandskämpfers und UN-Diplomaten Stéphane Hessel (* 1917). Es wurde im Oktober 2010 veröffentlicht; bis Februar 2011 wurden mehr als eine Million Exemplare verkauft. Auch in Deutschland gelangte das Buch schnell in die Bestsellerlisten. Der bei der Veröffentlichung 93-jährige Hessel verzichtete auf sein Autorenhonorar.[2] Hessel kritisiert darin vehement zahlreiche Aspekte politischer Entwicklungen der Gegenwart, insbesondere mit Bezug auf die aktuelle Finanzkrise und deren Folgen, und ruft zum politischen Widerstand auf. Mehrere soziale Protestbewegungen, etwa in Spanien, Portugal und Griechenland, berufen sich unter anderem auf seine Thesen. [Quelle]

So heißt es. Indignez-vous! Das, was dort beschrieben wird, muss auch für Blogger gelten. Für oder gegen? Beides! Ich beobachte diese Entwicklung schon seit längerer Zeit. Allen voran wird Unternehmen und Politikern gepredigt, sich nicht zu sehr gegen Blogger zu empören. Nicht zu laut zu sein. Nicht zu meckern, wenn wieder mal Einseitiges und Blödsinniges verbloggt und verteilt wurde. Aus der Angst heraus, dass man Gegenfeuer bekommen könnte. Und man führt im Berater-Speak ewig viele Beispiele an, was Dritten alles passiert ist. Angst ist aber ein schlechter Ratgeber. Und in der Tat wird abseits der Öffentlichkeit und außerhalb kritischer Bloggerräume irgendwie gerätselt, was man wohl irgendwie tun könnte. Im Stillen. Ne, sorry, das ist falsch!!

Mir ist das damals speziell und explizit aufgefallen, als ich mich über das richterliche Gehabe eines Stefan Niggemeiers aufgelehnt hatte. Da vernahm ich nicht nur eine Stimme, dass man sich nicht mehr trauen würde, gegen eine wortgewaltige Spitzfeder, einen uber-bekannten Blogger und Medienkritiker anzuschreiben. Wie das? Nur weil einer mit Hand und Fuß schreibt, weil er prämiert mit Preisen ist und als wichtig eingestuft wird? Das wäre ein worst case Szenario, wenn sich Unternehmen und Politik nicht auf gleiche Art und Weise einer lauten Gegenmeinung bedienen darf. Aus Angst, vor Gegenreaktionen.

Ich habe nicht dafür gebloggt, um etwas zu unterstützen, dass wir im Spiel um Meinungsmache und Großmedien beobachten. Keiner mit Verstand – streiche Verstand gegen Mut – lehnt sich gegen die BILD auf. Keiner lehnt sich gegen Blogger wie Stefan Niggemeiers auf? Keiner darf mir den Marsch blasen? Ich will das nicht, dass man sich nicht traut. Dann habe ich etwas falsch gemacht. Dann haben Blogger etwas falsch gemacht. Dann haben Berater und Angstmacher tüchtigst etwas falsch gemacht.

Meine Bloggerei ist eine Einladung zum Diskurs. Zum scharfen Gespräch. Zum Austauschen und Lachen. Aber nicht zum Schweigen. Alles was ich tun kann, ist einzuladen, dass Betroffene den Mund aufmachen.

Traut Euch, sagt was, schreibt dagegen an, wenn Euch etwas stinkt. Wer Euch erzählen will, dass die Gegenreaktionen ganz schlimm sind, verdient mit Angst sein Geld. Aber nicht mit Sachverstand. Es gibt so viele wie mich und uns, die einen Austausch schätzen. Was, Cola verkauft Zucker und pumpt Grundwasser leer? Was, RWE betreibt Atomkraftwerke und BASF pumpt keinen O-Saft durch die Leitungen? So what.. redet mit uns und verkriecht Euch nicht vor Bloggern, die Euch nicht mögen. Gesellschaft ist weit mehr als Blogger. Gesellschaft ist bunt. Miteinander ebenso wie Gegeneinander. Blogger sind ein Teil des Ganzen. Mehr aber auch nicht.

Indignez-vous!!!