kommunikaidoDie hohe Kunst der Kommunikation nennt sich Kommunikaido. Sie ist auf das Wesentliche reduziert, besinnt sich auf den Mensch, nutzt die kommunikative Kraft beider Parteien und besticht durch ihre einfache Schönheit. Wie geht Kommunikaido?

Man kann “einfach” so alles richtig machen, um sich langfristig als Unternehmen mit Bloggern einzulassen. Und zwar bereits in einer sehr frühen Phase, wenn der ChefChef noch nicht ganz überzeugt ist, was der “Unsinn” mit den Bloggern und dieses “Blogger Relations“-Zeugs soll. Setzen wir das Beispiel der Autoblogger-Gruppe fort (“Die Power von Blogger-Gruppen“) und betrachten es von der anderen Seite, wie Unternehmen davon profitieren können. Kommunikaido.

Noch nie was gemacht, Hilfe, wie ticken die?
Wer noch unsicher ist, wie Blogger ticken, macht einfach das, was er im normalen Leben auch macht: Er geht auf das unbekannte Wesen zu. Spricht es an. Einzeln oder als Gruppe. Über die Zeit hinweg wird das unbekannte Wesen sein Gebahren, seine Sprache und sein Verhalten aufzeigen. Wir nennen es beobachten über Interaktion :) Mann, das ist sowas von banal?! Doch halt, die “Wirtschaft” inkl. den ach so professionellen PR-Agenturen schlafen meistens, weil es zu riskant erscheint, weil man viel zu groß plant, weil man zu wuschelig einzelne Blogger anspricht. Statt auf Gruppen zuzugehen.

Wo bietet sich das an? Es ist mehr als einfach, technisch gesehen. Eröffne eine geschlossene Facebook-Gruppe. Als Gruppe oder aber als Gruppenmail mit mehreren Teilnehmern. Als Gruppenmail ist es einen Tick persönlicher. Warum? Weil es sich Mail nennt? Jo mei. Es nennt sich Mail. Also, nichts leichter als das. Lade Blogger ein und erkläre ihnen den Sachverhalt. Blogger sind nicht dafür bekannt, sehr schweigsam zu sein. Nein, Blogger sind keine Lurker noch stillen Liker. Wir sprechen, und zwar sehr gerne. Es ist daher einfach, etwas zu lernen.

Mit der Zeit wird der einzelne Blogger bekannt sein. Das Gesicht, sein Name, seine Themen, seine Interessen, seine Reaktionsweisen. Ebenso die Summe der einzelnen Blogger als Gruppe. Was Ihr besprechen könnt? Im Grunde alles, was Euch auf dem Herzen liegt. Ihr könnt sogar mit den Bloggern Eure internen Überzeugungsprobleme ansprechen. Ihr könnt davon ausgehen, dass es Blogger geben soll, die das auswendig kennen, zig mal erlebt und gehört haben. Die selbst Experten sind. Nutzt das! Ihr werdet womöglich überrascht sein, welch kluge Kraft in Blog-Gruppen schlummert. Vergessen, dass Blogger eine eigene Ausbildungs- und Berufshistorie haben, nicht nur Netz-Power und Netz-Kennntnisse? Dann erinnert Euch daran ;)

Konkret?
Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob Du Blogger zu eine Event einladen möchtest und könntest, weil Dir nicht klar ist, ob Blogger etwas anderes benötigen als die Presse, die man seit Jahrzehnten kennt? Wenn Du noch nie zuvor etwas mit Bloggern gemacht hast? Dann frage einfach. Frage danach, was die Blogger brauchen, sollte es ein Event geben. So geschehen bei Jaguar. Jaguar hat die Autoblogger gefragt. Einen Autoblogger gefragt, der dann die Gruppe gefragt war “Hey, da ist ein Hersteller, der fragt tatsächlich vorher, was wir wollen, cool!“. Es ist in der Tat so einfach. Und was kam bei rum? Heraus kam ein umfängliches Dokument von teils unterschiedlichen, teils gleichartigen Bedürfnissen und Interessen, zu dem zahlreiche Autoblogger beigetragen haben. Thematisch und organisatorisch. Alles Weitere wurde in einer internen Mailgruppe besprochen. In der bereits erwähnten Mailgruppe. Mit all den Autobloggern, die Interesse an Jaguar hatten und immer noch haben bzw. noch viel mehr haben, weil ihnen diese Art des Aufeinander Zugehens gefällt. Nix Newsroom, nix Broadcast, Webseiten sind geduldig. Aber sie erzeugen keine Gruppendynamik. Sie informieren gesichtslos.

Die weitere Kommunikation bis zum eigentlich Event verlief auf dieser sehr persönlichen Ebene über den Mail-Kanal in Facebook. Bis nach dem Event auch? Vorher, mittendrin, nachher. Einfach so! Kein Mega-IT Tool, keine Mega-Super-Planung. Menschlich, natürlich. Zusätzlich eröffneten sich neue Themen durch den Mailthread. Neue Needs. Neue Andockpunkte. Blogger Relations: Wer nicht spricht, der nicht gewinnt.

Ginge das denn auch, Blogger ohne Abpsrache zu einem Event einzuladen? Na klar. Meistens läuft es so! Nur, so war es wesentlich schöner und einfacher. Sich vorher zu beschnuppern. Sich vorher kennenzulernen. Und das Event noch besser hinzubekommen. Genau auf die Bedürfnisse der Autoblogger zugeschnitten. Ich bezweifle, dass das Event ohne vorherige Absprache exakt so gut auf die Beine gestellt worden wäre. Es wäre wohl journalistisch klassisch gelaufen? Anzunehmen.

Wie läuft die Kommunikation mit Jaguar weiter? Ich sagte es bereits. Alles Weitere wird über die gleiche Mailgruppe abgefackelt. Direkt, unmittelbar, persönlich. Nicht 1:1, sondern 1:n.

Das ist für mich moderne Pressearbeit. Nutze die modernen Kanäle. Bilde kleine Gruppen. Hole die Blogger da ab, wo sie sich wohlfühlen, wo sie sich verbinden, was sie täglich für ihre Kommunikationsarbeit nutzen. Frage nach. Lerne. Setze um. Schalte nicht ab danach. Bleibe am Ball. Ob in einer Mailgruppe auf FB oder in einer handelsüblichen, geschlossenen Gruppe auf FB. Oder von mir wegen auf Google+, wenn dort die Blogger allesamt versammelt sind.

Gruppe, geschlossen, persönlich, direkt, aufbauend, zugehend, lernend. Jaguar hat es prima gemacht, vorbildlich. Mit geringen Mitteln, ohne ein riesiges TamTam. Risiko? Nahezu Null!!!

Daher hat sich Jaguar das von den Autobloggern monatlich aufgesetzte Bloglight August 2012 aus meiner Sicht redlich verdient. Gratulation!

Die anderen? Zuschauen, lernen, lesen, nachmachen :)

Liebe Blogger: Ihr könnt diesen Kampfsport Kommunikaido genauso! Ladet Eure Blogger-KollegInnen ein, ladet die Firma ein. Go!

Bild von whitet73, Lizenz CC BY-NC-SA 2.0



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