Handliche Festplatte zum Mitnehmen: Intenso Memory 2 Move Pro

publiziert am 22.02.20160 Kommentare

Intenso Memory 2 Move Pro
Das ist das Schnuckelchen von Intenso, das ich nun seit mehreren Wochen teste (hatte Intenso um ein Testgerät gebeten). Es bietet mir 1 TB Festplattenplatz, der meine Tablet-Speicherkapazität von 64 GB fett erweitert. Abgesehen von wenigen Schwachpunkten bin ich mit der mobilen Platte super zufrieden!

Schnelle Übertragungsgeschwindigkeit
Der Anschluss der Intenso-Platte ist denkbar einfach: USB 3.0 Kabel andocken und fertig. Schon kann ich meine Daten hin- und herschaufeln. Der Übertragungs-Speed ist absolut zufriedenstellend. Technisch gesehen kommt die Platte auf eine maximale Leserate von 85,00 MB/s und die maximale Schreibrate von 75,00 MB/s ist auch nicht viel schlechter. Hier macht sich aber einer der Schwachpunkte bemerkbar, den man leider nicht einstellen kann: Nach rund 30 Sekunden geht die Platte in den Sleep-Modus, wenn man nicht auf sie zugreift. Es dauert einige Augenblicke, bis sie wieder aufwacht. Nix Wildes, aber man merkt es. Hier sollte Intenso an der Technik feilen, denn über den USB-Anschluss wird die Platte mit Strom versorgt. Es besteht demnach keine Notwendigkeit, sie so schnell in den Schlaf zu schicken. Warum sie das überhaupt macht?

WLAN-Modus und Smartphone-App
Nun, die Platte ist wie gesagt eine mobile Platte und kommt daher mit einem Akku daher, der cirka 6 Stunden hält. An das Kapazitätslimit kam ich aber noch nicht. Was an der anderen Übertragungsmöglichkeit liegt: Wer mag kann die Platte als WLAN-Brücke konfigurieren. Sie wird mit dem Router über ein eigenes Konfigurationsmenue im Browser verbunden (Eingabe der SSID und Router-Passwort). Da der WLAN-Connect nicht so schnell wie der USB-Anschluss ist, habe ich diese Übertragungsmöglichkeit von Tablet zur Intenso seltener genutzt. Zumal das Interface der lokalen Webseite bei Weitem nicht so nützlich wie das Andocken und abrufen via dem Dateimanager ist. Immerhin, es ist ein Notnagel und bietet aber auch einen Vorteil: Wer die Daten mit einem Dritten schnell teilen möchte, macht das dann natürlich über den WLAN-Connect, indem der Dritte Zugriff auf die Daten bekommt (bis zu 5 Geräte parallel machbar). Ein weiterer Vorteil ist natürlich zugleich die Möglichkeit, via Smartphone-App Memory 2 Move Pro (für iphones und Androidika) die Daten von und zum Smartphone zu schaufeln. Die App ist defintiv besser gemacht als die bereits erwähnte Ansteuerung via Web-Oberfläche.

SD-Kartenleser
Ein ganz dicker Pluspunkt ist mir der SD-Kartenleser: SD-Karte aus der Kamera raus, ab in ein seitliches Einschubfach der Platte, den Power-Button zweimal kurz drücken und schon wird auf der Platte eine Kopie in einem neuen Laufwerksordner erstellt, ohne dass man manuell etwas machen müsste. Das funzt in der Praxis prima, da die Laufwerks-LED die Übertragungsaktivität anzeigt, bis die Daten komplett rübergeschaufelt sind. Ich hatte nur ein einziges mal ein Problem, dass die SD-Karte nicht erkannt wurde. In 99% aller Fälle lief es glatt. Das automatische Erstellen eines Ordners bzw. des Ordner-Namens wird über die Vergabe des heutigen Datums erstellt. Überschreiben bestehender Daten ist nicht. Ein Hinweis am Rande: Die Daten auf der SD-Karte werden nur kopiert, nicht gelöscht. Hier könnte Intenso sich noch etwas überlegen, ob man nach Kopieren ohne Löschen oder Kopieren mit anschließendem Löschen unterscheiden kann.

Sonstiges
Was kann man noch zur Platte sagen? Sie ist handlich, wiegt 280 g, das Gehäuse ist zwar nur aus Kunststoff, was aber stabil genug ist. Mein Rucksack ist kein freundlicher Ort für Hardware, die Intenso hat das bis dato ohne Murren und Macken oder größere Kratzer gut überstanden. Sie ist zudem NAS-ready, sprich ihr könnt sie für Streaming-Zwecke nutzen. Da die Platte ein eigenes WLAN besitzt, das eine ordentliche Sendeleistung bietet (bis zu 40 m), könnt ihr sie optional als Repeater nutzen, wenn euer Tablet/Handy/Notebook oder das eures Kumpels Probleme hat, Signale zu empfangen.

Fazit
Ich habe es bereits oben gesagt, ich bin mit der Platte abgesehen von wenigen Schwachpunkten top zufrieden und möchte sie im täglichen Einsatz auf mobilen Pfaden nicht mehr missen. Der Preis der 1 TB Platte bewegt sich um die 100 Euro. Wer nur 500 GB braucht und auf einen SD-Kartenleser verzichten mag, muss dann nur noch rund 75 Euro für das gleiche Modell mit sparsamerer Ausstattung hinlegen.

Zum Abschluss erkläre in Bewegtbild die Platte. Da seht ihr das Stückchen dann genauer:

Wie ich zu Siezen lerne: Mein neues Projekt für die Computerbild

publiziert am 01.12.201511 Kommentare

Robert Basic

Wenn ich es zusammenzählen müßte, dann habe ich in über 17.000 Blog-Artikeln meine Leser kein einziges Mal gesiezt. Ab heute ist das anders: Ich habe als Blogger drei Verticals namens eKitchen, eGarden und eVivam übernommen, um News und Produktetests zu pushen. Die Verticals gehören zu Computerbild.de.

Alle drei Verticals drehen sich um neue Lebens- und Wohnwelten, die zunehmend von moderner Technik geprägt sind. Vom Roborasenmäher bis hin zum Thermomixer. Und wir stehen erst am Beginn der vernetzten Welt, wo alle Geräte innerhalb einer Lebensgeneration miteinander verbunden sein werden. eVivam steht für Gesundheitsthemen, eGarden und eKitchen sind selbstredend. Das „e“ soll verdeutlichen, dass es um den Schwerpunkt Technik geht und nicht um den x-ten Aufguss für schöner gärtnern, kochen und gesunden. Die drei Verticals gibt es seit rund einem Jahr, ich starte demnach nicht bei Null.

Klar reizt mich diese Aufgabe, ich will es wissen, pushen und mit einem guten Blogger-Schuss an Emotionalität anreichern. Normale Blog-Projekte reizen mich nicht mehr. Auch wenn es überheblich klingen mag, aber nach 13 Jahren Bloggerei kann ich mir nichts mehr beibringen, was ich nicht schon gesehen und teilweise ausprobiert hätte. Ausprobiert, ja, da waren durchaus einige Sachen dabei. Manche ging zu gut, manche nicht. Dabei fällt mir u.a. die Story ein, wie ich für kurze Zeit mit dem „Porno“-Begriff bei Google auf der ersten Trefferseite thronte. Dabei hatte ich nur kurz aufzeigen wollen, dass YouTube nicht mehr die einzige Web 2.0-Videoplattform war (der Artikel war wirklich nur supersoft: ohne die P-Plattformen zu verlinken). Tja, mein Blog brach schlichtweg zusammen, so groß war der Andrang. Meine verzweifelten Bitten an Google wurden manuell oder maschinell erhört, mich bitte bitte da wieder rauszuholen. Nach zwei bis drei Tagen war dann wieder etwas Ruhe eingekehrt. Bis zum Verkauf des Blogs hatte der Beitrag mehrere Millionen Aufrufe verzeichnet. Sprich, nicht alles kann man planen und voraussehen.

Auch bei dieser Aufgabe wird es so sein. Die ersten Tage und Wochen werde ich mich zunächst einrocken (ohne b), ein Gefühl für die Leser und deren Interessen entwickeln, mit dem etwas anderen CMS umgehen lernen (es ist natürlich nicht so brutal easy wie WordPress), Redaktionspläne zurechtlegen, Content-Stränge aus dem Stein meiseln, Muster erkennen, Social Media Channels befeuern, Kreisläufe schließen, das Tempo langsam aber stetig steigern. Zudem kann ich auf die Erfahrungen und Ressourcen des Axel Springer Konzerns und seiner Mitarbeiter zurückgreifen. Wisst Ihr, wie geil es ist, wenn man auf Getty Images mit einer Flatrate zugreifen kann?

Wie nun die einzelnen Zahnräder – derer es einige sind – ineinander greifen, das gilt es zunächst einzujustieren. Ich war bisher in all den Gesprächen positiv überrascht, dass sich Journalisten auf mich als Blogger einlassen. Machen wir uns nichts vor, ich bin kein Journalist noch schreibe ich journalistisch. Das war auch nie mein Ziel. Es ist schlichtweg ein anderer Musikstil, wenn man so will. Zunächst hatte ich durchaus Bammel, dass sie meine Art zu denken, nicht verstehen werden. Das hat sich aber mittlerweile gelegt.

Wer Bock drauf hat, kann sich das Werden gerne reinziehen. Die Links dazu habt ihr oben bekommen. Die „About Me“-Seiten stehen schon mal (eKitchen, eVivam), die „Hallo Welt“-Vorstellungsartikel auch (eKitchen, eGarden, eVivam).

Auf Facebook findet Ihr die unter folgenden Adressen:
eKitchen FB
eGarden FB
eVivam FB

Die folgenden Tage starte ich dann mit den ersten Artikeln. Erstmal etwas piano, dann werde ich die Taktzahl gnadenlos anziehen. Einmal am Tag etwas zu publizieren ist und war nix, wenn man es ernst meint. Ihr werdet also erstmal nicht erschlagen:)

Tjo, und das mit dem Du-Sie? Eigentlich ist das Thema so alt wie Bart. Hier fahren wir eine Mischlösung: Auf eVivam (da auch am Sport nah gebaut) wird geduzt, auf eKitchen und eGarden gesiezt. Auf allen Social Media Kanälen geduzt. Das dürfte wohl im redaktionellen Medienumfeld durchaus bekannt sein, wenn ich andere Medienseiten sehe. Ob ich die Sie-Waage gegen die 17.000 Du-Blog-Artikel etwas aufwiegen kann? Gibt Wilderes als das. Erstmal einrocken.

Als ich nach Deutschland kam, wo warst Du, um mir zu helfen?

publiziert am 16.07.20158 Kommentare

Dieses Video kursiert momentan im Netz und sorgt für Missstimmung unter einigen Betrachtern, urteilt selbst:

Als Migranten- und Ausländerkind der Gastarbeiterzeit fühle ich mich teilweise persönlich betroffen von diesem Einzelschicksal. Und musste an meine Zeit zurückdenken. Deutschland rief, viele Gastarbeiter und deren Familien kamen. 1970 war ich gerade einmal drei Jahre alt und im November 70 hatte ich meinen vierten Geburtstag. Klar ist es nicht so, dass man wahnsinnig viel bewusst von seiner Umwelt wahrnimmt. Ich kann mich lediglich an meine Kindergartenzeit erinnern. Ohne die Sprache zu verstehen und ohne, dass mir jemand eine sprachliche Spezialbehandlung zukommen ließ, habe ich mir das Wesenliche selbst beigebracht: Deutsch, so banal es klingt. Nach rund einem halben Jahr Einbahnzuhören plapperte ich auf deutsch los. Wäre es schneller gegangen, wenn mir, meinem älteren Bruder und meinen Eltern jemand aus der Nachbarschaft geholfen hätte? Sich besser zurechtzufinden? Auf Amtswegen? Schulisch? Bei der Arbeit? Ich kann mich nicht daran erinnern, dass abgesehen von den üblichen Behördenwegen ein Privatmensch auf uns zugegangen wäre. Wir fanden uns zurecht. Es war auch niemand explizit schlecht zu uns, außer dass hin und wieder das typische Lustig-Machen über die radebrechende Sprache meiner Eltern und meines Bruders.

Mein innerer Deal mit Deutschland reifte in den jungen Jahren heran, die Chance zu nutzen. Die uns geboten wurde, eine neue Lebensexistenz in einem fremden Land aufzubauen. Und wo möglich, das dem Staat und dessen Bürgern zurückzugeben. Mit profaner Leistung, Wohlverhalten außerhalb krimineller Wege, Unterstützung Hilfsbedürftiger. Was auch immer hilfsbedürftig nun in meinen Augen war. Hausaufgaben abschreiben lassen? Kein Problem. In Klausuren mithelfen? Kein Problem, wenn auch etwas kitzelig. Im Studium ausändischen Studenten helfen, die knapp bei Kasse waren? Kein Problem, auch wenn man selbst knapp bei Kasse war (im Gegensatz zum Griechenlandproblem war es unwichtig, dass man das Geld nie wiedersah). Später im Beruf kein Arsch zu Kollegen zu sein? Kein Problem. Als Blogger Dritten Wege aufzeigen, wie man sein eigenes Blog besser voranbringt? Kein Problem. Den Deal sehe ich bis heute für mich. Ich bekam eine Chance, in einem unfassbar wohlhabenderen Land mit weitaus höherenen Standards in nahezu allen Bereichen zu leben. Und vergaß nie, sich dessen zu besinnen.

Das war mein Deal als Migrant und diesen Deal fordere ich von jedem Ausländer ein, der egal unter welchen Umständen sich als Gast würdig zu erweisen hat. Ein so gut es geht anständiges Leben zu führen, die anderen Migranten vor uns und nach uns nicht zu beschämen, deren Chancen auf Einwanderung und Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung nicht durch Ausnutzung sozialer Systeme und schon gar nicht durch kriminelle Wege zu verschlechtern. Wir müssen mit guten Beispielen vorangehen, jeder einzelne von uns, um den deutschen Bürgern zu zeigen, dass wir ein Teil ihrer Kultur und Gemeinschaft sein wollen, dafür unseren Teil beitragen. Und wir sind verpflichtet, den anderen Migranten, die neu hinzukommen, Wege aufzuzeigen, wie sie sich zurechtfinden können. Um einen positiven Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Wir sind zu mehr verpflichtet als die Deutschen es uns gegenüber sind. Das ist keine päpstliche Haltung, man muss weder heilig noch Jesus sein. Der schöne Nebeneffekt ist: Wir machen es Politikern einfach, positiv gestimmte Entscheidungen zu treffen, wenn die Gesellschaft uns Migranten gegenüber positiv gestimmt ist.

Kommen wir zurück zu dem Video da oben. Wenn es denn so ist, dass der deutsche Mitbürger mehr für Einwanderung und Migranten tun will, reicht es nicht aus, Merkels Verhalten zu kritisieren. Kritisieren ist einfach. Bequem. Viel interessanter ist doch die Frage, die man sich selbst stellen kann: Welchen Deal gehe ich mit mir und den neuen, potentiellen Mitbürgen ein? Wo helfe ich mit, wo ich etwas beitragen kann? Helfe ich fremdsprachigen Familien auf Amtswegen beim Ausfüllen der Formulare? Helfe ich Kindern so, dass sie schneller deutsch lernen und in der Schule besser werden? Ist es finanziell knapp und trage ich finanziell etwas dazu bei, dass sie sich etwas besseres Essen leisten können, indem ich sie zum Essen einlade oder Essen ins Flüchtlingsheim bringe? Braucht es Kochbesteck? Bessere Kleidung? Matratzen? Im Flüchtlingsheim in Usingen – wo meine Ex-Frau mithilft – leben zahlreiche Menschen unterschiedlichster Nationen. Usingen liegt im Taunus und zählt knapp unter 15.000 Einwohner. Zahlreiche sind mit großem Wohlstand gesegnet. Und es helfen gerade einmal vier Ehrenamtliche aus. Vier. Zwei davon aufgrund ihres Berufs nur sporadisch, zwei häufiger. Alltagshilfe? Ist im Grunde einfach. Ich habe es schon aufgezählt. Das kann auch die Orga eines Kinoabends sein. So einfach ist das. Vier Ehrenamtliche. Von 15.000 Einwohnern. 0,03%. Wenn demnach die gleiche, echte Mithilfequote privater Bürger auf Facebook womöglich der Betroffenheitsquote diametral entgegensteht? Was ist dann die Kritik wert? Die sich darin äußert, dass man nicht mehr als betroffen kritisiert? Ist das bezeichnend? Schöner wäre zu fragen, wo ist dein Deal? Was tust Du, um mit gutem Beispiel voranzugehen, die Lebenssituation von Migranten zu verbessern? Hilft womöglich Dritten zu erkennen, wo sie mit anpacken können, um die Quote von 0,03% auf Bürgerebene anzuheben.

HDPLUS sucht einen Praktikanten

publiziert am 14.07.20150 Kommentare

_MG_8548_neuKlingt nach einer gewöhnlichen Meldung. Allerdings sollte man sich das genauer unter die Lupe nehmen.

Gesucht wird jemand, der für drei Monate bei der Firma HDPLUS Videos in Ultra-HD Format produzieren soll, die anschließend im eigenen UHD-Demo-Kanal gesendet werden sollen.

Die Aufgabe wird wie folgt definiert: Reisen. Filmen. Schneiden.

Das ist duchaus weit entfernt von gefürchteten Praktika-Stellen, wo außer Abhängen leider nicht viel herumkommt. Lernen und Einblicke sind dann oft Fehlanzeige. Was ich persönlich stets schade finde, wenn man jungen Menschen die Chance nicht gibt, sich ein genaueres Bild vom möglichen Job zu machen.  Keine Ahnung ob es daran liegt, dass Praktikanten als billige Lohnsklaven betrachtet werden, ob Mitarbeiter zu faul snd, sich vernünftig um diese zu kümmern.

Da bleibt einem selbst nur das aktive Nachfragen und Einfordern, auch wenn es unter Umständen Kollegen innerlich nervt. Die haben einen Job, du nicht. Eben. Also kümmere dich selbst drum, etwas zu lernen, wenn die Kollegen dich ausschließlich mit doofen Sortier-Aufgaben betreuen! Sonst ist die Zeit verschwendet.

In diesem Sinne: Die Firma solltet ihr euch genauer anschauen. Dahinter steht der Satellitenbetreiber SES, denen auch Astra gehört. Das dürfte mit Sicherheit ein Name sein. Aktuell werden ca. 3 Millionen Haushalte mit HD+ versorgt. Ich stelle mir einen Haufen Technik und interessante Prozesse vor, um das alles vernünftig über die Bühne zu kriegen. Wer auch nur den Hauch eines Interesses an Medien und Technik hat, für den sollte das ein gefundenes Fressen und Fundus an Einblicken bieten. Auf meine Nachfrage hin, wie es mit der Bezahlung aussieht: Ordentlich! Sehr ordentlich. Aber das erfahrt ihr schon selbst:)

Das Video der Firma dazu, um ihren Superpraktikanten zu finden:

Auf deren Seite könnt ihr die notwendigen Informationen finden, um euch zu bewerben. Ich drücke die Daumen und würde mich darüber freuen, wenn es geklappt hat! Nicht vergessen: Warte nicht, was man dir Nettes zeigen könnte. Bleib aktiv am Ball.

Bei diesem Artikel handelt es sich um ein sogenanntes “sponsored posting”. Der Artikel wurde von mir ohne redaktionellen Vorgaben verfasst. HDPLUS leistet dafür ein Honorar ähnlich einer Werbeanzeige. Und Premiere: Es ist mein erstes Posting dieser Art, weil ich Bock auf das Mittrommeln habe. Mir sagt die Praktikantenstelle zu, ich hätte mir damals so etwas in der Art gewünscht.

Rücksichtnahme

publiziert am 22.06.20151 Kommentar

Am Wochenende führte ich ein langes Gespräch mit einem Freund, unter anderem zum Thema gegenseitige Rücksichtnahme. Inwieweit nimmt man Rücksicht auf Dritte und stellt seine Bedürfnisse und Eigenarten sprich sein Ego zurück? Ist das eine besser als das andere und wie viel von Rücknahme und Egoausbreitung ist gut? Tja. Natürlich haben wir keine gemeinsame Antwort gefunden, da jeder für sich durch sein Wesen und Erfahrungen geprägt ist. Was dem einen zuviel ist, ist dem anderen zu wenig.

Um das zu verdeutlichen, zwei Erlebnisse aus meiner jungen Welt, als ich noch formbarer war denn heute. Das kann ein jeder wunderbar für sich ummünzen. Es gibt kein „das ist richtig“ – „das ist falsch“.

Schulzeit
to be socialIrgendwann entdeckte ich, dass Mathe nicht so schwer ist, wenn man seinen Geist dem trocken anmutenden Lernmaterial gegenüber öffnet. Da unsere Gehirn ein wunderbares Instrument ist, das zu Höchstleistungen auffährt sobald man sich positiv einstellt, verknüpfte sich hier die Formalsprache zu einem Ganzen. Resultat: Meine Noten in Klausuren stiegen schlagartig an. Dumm nur (und hier schon die Wertung damit), dass ich auf einmal die Bestnote in der Tasche hatte, während der Lehrer die Klasse rundmachte, weil die Arbeit wiederholt werden musste. Zudem sprach mich die Klassenbeste an, etwas eigenartig, dass ich wohl nun zur Elite gehören würde. Es war meine Ex auch noch. Tage später: Während wir die Wiederholungsklausur schrieben, war ich rund 15 Minuten vor Abgabe fertig. Packte die Zettel zusammen, nahm meine Tasche und übergab die Arbeit dem Lehrer. Und verließ den Klassenraum. Ich dachte mir nichts dabei, denn wozu im Klassenraum herumhocken, anstatt die Frischluft zu genießen, die Ruhe vor dem Pausenandrang? Das war nicht besonders klug von mir, denn erneut sackte ich mit Abstand die beste Note ein. Das Rumoren in der Klasse war durchaus spürbar. Einige fanden meine arrogante Art sich zu verziehen, nicht besonders toll. Denn ich hätte damit die Klasse bloßgestellt. Nach einigem Überlegen – und dem wachsenden Bewusstsein, dass die eigene Leistung auf Dritte Auswirkungen hat – reduzierte ich mich. Im Grunde war es einfach: Ich war nicht scharf auf Bestnoten, ich brauchte auch kein super-duper Abi. Die Klassenbeste konnte auch in Mathe wieder die Klassenbeste sein. Ich war ein gefügiger Teil der Klassengemeinschaft. Das wiederholte sich übrigens in Leistungskursen auf recht ähnliche Art. Von 15 Punkten bin ich irgendwo auf soziale 10-12 heruntergesegelt. Tat mir das weh, nicht mehr zu glänzen im Sinne der potentiellen Leistung? Nein, ich hatte nicht das Gefühl, mich zurückzunehmen und dabei darunter zu leiden. Meinen Notenlevel konnte ich recht gut planen, so dass ich mein Leistungsziel prima und ohne allzu große Lernprobleme packen konnte. Es war mir ein simpler Kompromiss, mehr nicht. Selbstverständlich kann man das auch anders sehen. Es war eben meine Sicht und meine Art, auf soziales Gefüge inklusive gewisser Eigenheiten zu reagieren. Für mich war es inneres Agieren,übrigens.

Arbeitswelt
In Irgendeiner Sparkasse. Irgendein Aushilfsjob. Während meiner Tätigkeit schaffte ich in der gleichen Zeit die doppelte bis dreifache Menge. Als wer? Rund ein halbes Dutzend Halbtagsmuttis, die sich Hoffnungen auf eine Festeinstellung machten. Irgendwann stand die versammelte Mutti-Mannschaft vor meinem Schreibtisch – sonst war niemand im Büro anwesend – und erklärte mir in deutlichen Worten, wie scheiße das ist, was ich mache. Erneut: Ich würde sie bloßstellen. Das Muster war mir durchaus geläufig. Inklusive dem Anschwärzen, dass ich doch schummeln müsste. Die Chefin kam nämlich auch irgendwann angerannt, überprüfte tagelang meine erledigten Arbeiten und fand keine Fehler. Die Muttis hatten halt erzählt, ich würde schludern. Verständlich. Der Mensch neigt in seinem Egoantrieb nicht dazu, fair zu agieren. Noch äußert er sich einem gegenüber wahrheitsgemäß, wählt eher Konstrukte, um seine eigenen Ziele zu erreichen (Einflußnahme, jedes Argument ist recht). Schwamm drüber, wir sind Menschen, die sich im Miteinander manchmal auch extrem schwer tun. Man kann es aber sehr wohl berücksichtigen, warum und wie Menschen sich äußern. Ob sie eine vordergründige Wahrheit bieten und eine hintergründige Wahrheit bewusst oder auch unbewusst verbergen, oder ob beides synchron ist, bevor man sein Handeln ausrichtet. Hier war es simpel: Ging es denen um einen echten Fixjob, ging es mir nur um den Nebenverdienst als Aushilfe während meines Studiums. Da das Projekt sowieso nur auf ein halbes Jahr angelegt war, konnte ich mich ohne Weiteres zurückschrauben. Die Muttis waren wieder happy, die Chefin musste nicht mehr rätseln, wieso ich soviel wie zwei, drei Hilfskräfte leiste. In der Schule war es übrigens durchaus vorgekommen, dass mich Leistungskinder bei Lehrern mieszumachen versuchten, ich würde spicken, schummeln, sogar „vor_lesen“ was an Stoff drankäme (als sei Wissbegier etwas Übles).

Sprich? Es ist eine hochindividuelle Entscheidung, ob man sich gegenüber Dritten zurücknehmen möchte oder nicht. Ob man sich soweit zurücknimmt, bis man in die tiefrote Zone außerhalb des eigenen Comfort-Levels hineingerät? Je nachdem, wie wichtig einem die Sache ist. Ob im Beruf, unter Freunden, in Beziehungen. Ich denke, der Spruch „der Klügere gibt nach“ birgt durchaus Wahrheit. Ich habe mich nie sonderlich für klug oder gar klüger gehalten. Dennoch war ich der Überzeugung, dass ein wenig mehr Rücksichtnahme als das eigene Ego allen gut tut. Auch wenn es einem selbst etwas weniger gut tut. Nennen wir es durchaus freiwillige Einschränkung. Der Mehrgewinn für den Dritten kann als Gesamtgewinn im Miteinander empfunden werden. Für mich ohne Weiteres ein gutes Resultat, zugleich manchmal auch sehr anstrengend, da soziales Miteinander ein Höchstmaß an Herausforderung bietet denn gewöhnliche Arbeits-, Freundes- oder Beziehungsangelegenheiten (nennen wir es profane Erledigung von Aufgaben/Freizeit). Wozu muss man denn überall ohne Rücksicht auf Verluste glänzen? Top-Leistung bringen? Immer und stets sein eigenes Ego zum obersten Primat machen? Wem der Wert soziales Miteinander nicht sonderlich wichtig ist, wird entsprechend egoistischer handeln. Ich sage nicht, dass man sich dabei völlig außer Acht lassen soll. Aber Kraft der eigenen Ratio, des Wertesystems und seiner gesamten Bauart ist man durchaus in der Lage zu überlegen, wie weit man sich zurückschrauben kann. Das gelingt manchmal, manchmal über lange Sicht dann doch nicht so gut, wie man dachte. Auch das gehört dazu. Ebenso die Frage, die sich manch einer stellt, ob Rücksichtnahme auf Dauer die richtige Strategie im gewählten Ausmaß ist? Habe nicht selten Menschen erlebt, die von einer exzessiven Richtung in die komplett andere, exzessive Richtung umgeschwenkt sind. Was wohl eher eine Frage ist, ob man sich selbst kennt und mit sich im Reinen ist. Aber wie so immer, die Bereitschaft, seine Entscheidungen zu korrigieren, hängt vom eigenen Reflektionsvermögen ab. Das ist ein Lernen, was nie ausgelernt ist:)

Welche Message habe ich?
Keine! Es ist weder eine Lehre noch eine Vorgabe. Es ist ein Astausch von Gedanken:)

Das obige to be social ist von Rose Morelli, Lizenztyp CC BY-ND 2.0

Mein erster Lappen

publiziert am 24.03.20155 Kommentare

1985 hielt ich ihn zwischen den Fingern. Den Lappen! Den grauen Lappen, denn das war damals seine Farbe. Nicht so ein beliebiges Plastikteilchen wie heute! Meine erste Fahrerlaubnis! Obwohl ich eigentlich kein Auto benötigte, wohnte ich doch schließlich mitten in der frankfurter City.

Und was war das für ein blöder Prüfungstag! Er – der Prüfer – war eine ganz miese Nummer. Im Kommando- und Schreiton ließ er an dem Tag alle fünf Anwärter durchfallen. Davon eine junge Frau, die schon zum dritten Mal die Prüfung ablegen musste. Sie stieg in Tränen aufgelöst aus dem Auto. Durchgefallen! Damit war sie die fünfte des Tages voller Warterei. Ich kam als letzter Proband an die Reihe. Fünf Leichen hinter mir erlebt, nun sollte ich also dran glauben?

GUTEN TAG!“ erschallte es von hinten, laut und unwirsch. Seine Stimme klang mehr wie die Mischung aus einem übel gelaunten Säufer nach durchzechter Nacht und dem einer Krähe, die es einfach nicht besser kann. Sein zarter Versuch des Mutmachens „WOLLEN WIR DOCH MAL SEHEN, OB SIE ES WENIGSTENS SCHAFFEN, DIE DEPPEN ZUVOR WAREN NICHT DAZU IN DER LAGE!“ klang nicht sehr aufbauend. Mein Fahrlehrer täschelte beruhigend meinen Oberschenkel und seine Augen versuchten ein „Arschbacken zusammenkneifen, das wird schon“ anzudeuten. War das der Fahrlehrer, der nach wenigen Fahrstunden resignierend meinte, ich möge vielleicht Automatik probieren?

Wir tuckerten in einem Golf 2 Diesel (ekliges rot) durch die Straßen Frankfurts, die bereits seit 14 Jahren meine Heimatstadt war. Meine Stadt. Meine Westentasche. Der kann mich mal. Ich will den Lappen! Und tatsächlich, er krächzte und schrie nur halb so laut und halb so wild wie es mir die Probanden mit schmerzverzerrten Gesichtern zuvor schilderten. Ein Funken Gnade? Ein Funken Benchmark, wenigstens einen vor der Schippe des Lappentods springen zu lassen?

1 Minute, alles gut, … 27 Minuten, 28 Minuten, …. 43 Minuten, 44.. Rückfahrt, nur noch wenige hundert Meter. Ich stehe an einer großen Kreuzung, zwei Linksabbiegerspuren. Die dann in drei Spuren übergehen. Tja, der Prüfer krächzt bei Grün los „PASSEN SIE JA AUF, ICH WILL HEIL NACH HAUSE KOMMEN!„. Ich komme mittig heraus… „MÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖP“ erschallt es rechts von uns. Ein gigantischer Betonmischer befindet sich bereits gefühlte Zentimeter im Fondsbereich des Prüfers. Leider war ich an dem Tag zu nett, um den Wagen leicht nach rechts zu steuern, damit der Prüfer mit nassen Unterhöschen breitbeinig nach Hause dackelt und krächzt. Meine Blicke kreuzten sich mit seinem im Innenspiegel: „FAHREN SIE SOFORT RECHTS HERAN!!!„. Ich wurde frech „DAS GEHT LAUT STRASSENVERKEHRSORDNUNG NICHT, ABER ICH KANN GERNE JETZT HALTEN UND SIE WERFEN SICH VOR DEN BETONMISCHER!„. Totenstille. Der Fahrlehrer ließ mich zum Endpunkt fahren. Ich stieg super wütend aus, der Prüfer blaffte „DAS WAR WOHL NIX“…ich so: „NA, PROVISION KASSIEREN?“. Er stampfte von dannen, mir tat die verpasste Chance mit den Unterhosen leid.

Wenige Wochen später, der noch heute so in Verwendung ist:
fuehrerschein1

fuehrerschein2

Heute würde ich diesem [xyz] ein Foto davon auf seine Timeline jagen. Aber wir hatten ja nix. Außer BTX.

Willst Du auch etwas über Deinen ersten Lappen schreiben? Dann gehe bitte zum „Ostwestfalen im Rheinland„:  Blogparade: Mein erster Führerschein. Da erfährst Du, wie Du an der Blogparade teilnehmen kannst (kost nix, einfach sabbeln) und was das sein soll (das da oben eben). Siehe auch Jens Beitrag auf Rad.ab oder Jans Beitrag auf Fredericken.

Der User: Villarriba oder Villabajo

publiziert am 23.03.20150 Kommentare

In dem Spot schrubbten nach einem Dorffest die Einwohner der beiden Orte ihre großen Paellapfannen um die Wette sauber. Während sich die Bewohner von Villabajo mit der Entfernung der Fettrückstände sehr schwer taten, waren die Bewohner von Villarriba schon nach kurzer Zeit mit ihrer Arbeit fertig und konnten wieder feiern. Dem Zuschauer wurde suggeriert, dies liege an der neuen Fettlöseformel von Fairy Ultra (Wikipedia)

So diskutieren sich Matthias Schrader und Sascha Pallenberg den Wolf, wie unmündig doch der Leser sei. Der eine ist für Curved.de verantwortlich, der andere für Mobilegeeks. Beide sind Inhalteproduzenten rund um technische Themen. Der eine zu 100% finanziert von E-Plus, der andere zu 100% werbefinanziert von diversen Sponsoren. Mobilegeeks wirft Curved vor, nicht deutlich genug auf die Finanzierung der Inhalte-Plattform hinzuweisen. Und würde damit den Leser hintergehen. Bäm! Mobilegeeks würde das viel deutlicher kennzeichnen, dass man von Werbepartnern finanziell abhängig ist. Bäm!

ZombieWährenddessen ist der Zug schon längst abgefahren. Bäm! Seit Jahren. Bäm! Und sie diskutieren immer noch? Die Diskussion, wie deutlich Werbehinweise und Goodie-Disclosures sein müssen („Hersteller hat Gerät X gesponst, Reise und Unterkunft im 5-Sterne Hotelschuppen bezahlt„), wurden nicht nur seit über 10 Jahren auf Blogs in abertausenden Artikeln geführt (ich glaube, ich habe locker 1.000 Artikel dazu auf Basic Thinking und robertbasic.de rund um dieses Thema verbraten). Sie wurden und werden rund um die klassischen Medien geführt, auf YouTube („iehhhh, du hast den Lippenstift geschenkt bekommen und nix gesagt?„), auf Instagram, auf Snapchat, auf XYZ. Jeder Publisher, der in Teilen oder zur Gänze werbefinanziert ist, muss sich dem stellen. Bäm?

Nur, der Leser schrubbt schon längst in Villariba mit super fettlöslischen Zeugs. BÄM! Während wir Publisher tatsächlich immer noch der Meinung sind, ihnen erzählen zu müssen, was Werbefinanzierung bedeutet, zuckt der Leser nur mit den Schultern „so what, das wissen wir doch schon, sind ja nicht bescheuert„. Wir sind Villabajo als Publisher. Hegen und pflegen wir ernsthaft die Meinung, dass ein Artikel auf Curved oder Mobilegeeks Menschen zu Konsumzombies macht? Zu beeinflussten Wesen ohne eigene, intellektuelle Leistung? Wir marschieren sofort in den Laden und kaufen uns wie bescheuert Ware, die wir gar nicht wollen noch brauchen? Weil wir Curved und Mobilegeeks und was weiß ich was lesen? Oh, come on, das ist etwas übertrieben! In aller Liebe zur eigenen Medienmacht, Leser zu Zombies zu machen. Wie wärs mit etwas mehr Bescheidenheit ob der eigenen Medienmacht und dem Zutrauen in die Mündigkeit des Lesers? Der über zillionen von Kanälen verfügt, um sich eine Meinung zu bilden, existiert die Meinungshoheit eines Mediums alleine schon lange nicht mehr, wenn es sie denn je gegeben hat (was ja gerne der ARD und der BILD nachgesagt wird).Ich finde es etwas Panne dem Leser nicht zuzutrauen, mündig zu konsumieren, sowohl beim Lesen aber auch dem Bestücken der persönlichen Befriedigungsphäre über den Einkauf weltlicher Gegenstände.

Liebe Leser, lasst Euch nicht weiter kirre machen, schaltet die Birne weiterhin ein, lest und bildet Euch weiterhin Eure Meinungen. Egal was Euch die Publisher weismachen wollen, was ihr angeblich wissen müsst oder nicht verstehen könnt. Die Publisherszene ist fast ausnahmslos werbefinanziert, speziell im Netz, der Zug ist längst abgefahren. Bekannte YouTuber halten ihre Produkte nicht umsonst vor Eure Nasen,  bekanntere Instagramer ebenso wenig wie Snapchatter. Die Finanzierungsabhängigkeit ist gegeben und das wisst Ihr alles schon sehr lange. Ob nun ein Hinweis deppert fett groß in 48px steht oder klein und versteckt.

Bild von Jamesrdoe, Lizenztyp CC By-ND 2.0

Disclaimer Disclosure
Dieser Beitrag ist ein werbefinanziertes Posting meiner wenig verbliebenen Gehirnzellen, die nur einen Zweck verfolgen: Den Leser zur Mündigkeit zu verführen. Beware the interests:) Sämtliche Energieleistungskosten sind von der ATP GmbH und der neuronalen Synapsen AG getragen worden.

Google höhlt den Traffic-Vertrag aus

publiziert am 11.03.20150 Kommentare

Mutter Google hatte bisher mit uns Lieferanten einen guten Deal: Ihr lasst uns eure Inhalte durchsuchen und sortieren, wir verschaffen euch dafür die richtigen Besucher. Diese Erosion des Deals findet seit längerer Zeit statt, nachdem Google den Suchenden immer mehr eigene Informationen ausliefert und anzeigt. Ich denke nicht, dass ich Beispiele liefern muss, welche Suchanfragen das sind, zu bekannt ist die Suche und deren Möglichkeiten. So neu ist diese Entwicklung wirklich nicht. Hotel- und Flugseiten wissen darüber ihr Leid zu klagen.

Nun hat sich jemand die Mühe gemacht, näher hinzuschauen, um die Erosion zu quantifizieren:

Stone Temple hat der Suchmaschine in einem groß angelegten Test nun 850.000 Anfragen gestellt und diese automatisiert ausgewertet. In ganzen 19,5 Prozent der Fragen hat Google die Suchergebnisse mit eigenen Fakten unterlegt und so wohl zumeist den Besuch einer externen Webseite überflüssig gemacht

Das werden wohl die meisten Webmaster mit Argwohn beäugen, ob die Zahlen für alle möglichen Suchmöglichkeiten gelten oder nicht. Es ist anzuzweifeln, dass die Webmaster – also wir alle, die Webseiten betreiben – den Google Suchmaschinen-Bot aussperren, um Googles Lebenssaft zu entziehen (der große Umsatzkuchen basiert immer noch auf dem Suchgeschäft mit angeschlossenen Werbeplakaten) und damit das Unternehmen dem Insolvenzverwalter zu übergeben. Es dürfte jedoch dem Image des Unternehmens nicht gerade förderlich sein. Und unterhöhlt damit Googles strategische Möglichkeiten etwas, neue Produkte an den User zu bringen. Tragisch wird das nicht sein, denn die wenigsten Menschen betreiben eine Webseite in welcher Form auch immer. Aber wir Webmaster tragen nun einmal unseren multiplikatorischen Mehranteil dazu bei, ob wir Google cool oder uncool finden.

Noch ein Google-Keks gefällig?
Google Cookie

Bild von Chris Wetherell, Lizenztyp: CC BY 2.0.

Was haben wir vom Netz?

publiziert am 09.03.20151 Kommentar

Ich habe mir erst jüngst die Frage gestellt, was wir eigentlich von den Errungenschaften des Netzes haben? Und dachte, es spontan mit einem klaren „Ja, irre viel“ beantworten zu können. Dann ging es natürlich mit dem Grübeln los, woran sich das denn wirklich festmachen ließe.

Lachen – Trauer = Die Formel?

freude_trauer
Wenn wir Menschen erfinden (nicht uns, es…), sollte man doch annehmen können, dass wir unser Leben damit irgendwie einfacher, angenehmer, glücklicher, freier, lebendiger, bequemer oder variabler gestalten können. Irgendeinen Nutzen versprechen uns doch die Erfinder immer. Schnelleres Glück, kürzere Wege zur Liebe, einfacher mit Freunden Kontakt halten, was auch immer. Auch als Blogger habe ich mich gefragt, ob denn unser Geschreibsel denen da draußen etwas bringt? So wie jeder, der sich mit den Errungenschaften des Netzes aktiv beschäftigt. Nicht nur die Erfinder und Macher selbst.

Wenn Glück ein Indikator ist, so sollte Lachen ein Bestandteil dessen sein. Das ließe sich doch in der einfacheren Verbreitung von witzigen Katzen-, Fun- und Witzbildchen festmachen lassen. Facebook ist zwar nicht das Internet, aber alleine dort werden tagtäglich Millionen von Bildchen geteilt, geliked, hochgeladen (ich glaube mich an die Zahl 2 Milliarden Bilder-Interaktionen zu erinnern). Ok. Wir teilen also kurz- oder langfristig glücklichmachende Bildchen. Cool! Dann müssen wir nur die Glücksmomente zusammenzählen und schon haben wir das Ergebnis: Irre viel hat es uns was gebracht! Das Dumme? Erregnis ist ein zweischneidiges Schwert: Ebenso kann man die traurig machenden Unglücksbilder sowie all die kleinen und großen Problemstories zusammenzählen, die auf Facebook herumschwirren. Wenn wir eines aus der News-Landschaft wissen, dann die Tatsache, dass sich bad stories besser verbreiten. Demnach müssten der Trauer-Saldo irgendwie ungleich größer als der Glücks-Saldo sein. Shit!

Human Ticketing

Wir erfinden etwas und nutzen dies und das, nur um uns unglücklicher zu machen? Nur um Informationen zu verbreiten, wie schlimm die Welt ist und was für Probleme allerorts herrschen? Wie dämlich ist das denn? Dämlich vielleicht nicht, denn aus einem Gemeinschaftsgefühl heraus die Lage besser zu überblicken, wo wir noch zu werkeln haben, das hat doch etwas von einer Problembörse? Wo Probleme Werte bekommen, gehandelt und medial gehyped werden. Und Investitionen in diese Problemwerte werden natürlich umgesetzt? Sind die Errungenschaften des Netzes so etwas wie ein erweitertes Ticketing System der EDV? Human Tickets mit low prio für Drittweltprobleme. Mittlere Prio für die Ukrainer. Highest Prio für Apple Watch Akkulaufzeitenprobleme.

It’s information-world baby

Was wir faktisch sagen können: Betrachten wir die Zunahme der Austauschmöglichkeiten (Chat, Mailing, Foren, Blogs, Social Networks, Suchmaschinen, Newssites, …) und die Zunahme der Web-User ebenso die Zunahme der Bandbreiten, haben sich sowohl Informationsmenge aber auch Informationsdurchsatz in den letzten zehn Jahren erheblich vergrößert. Wir können uns einfacher über jedes beliebige Sonderthema austauschen. Wir finden zugleich mehr Menschen, die sich über ein beliebiges Sonderthema austauschen. Ob auch die Qualität der Informationen zugenommen hat? Wenn auch nur 1% der Informationsmenge exzellent ist – damals wie heute -, hatten wir vor zehn Jahren ein Vielfaches weniger davon, in Mengeneinheiten gesprochen. Heute 100 superbe Kinderwageninfos (von 10.000), damals 10 (von 1.000). Heute 10.000 Do-it-yourself Vorschläge (von 1.000.000), damals 1.000 (von 100.000). Logikansatz grob verstanden? Mehr Informationen, bessere Informationen. versus Auffindbarkeit der Mehrmenge an Infos, guten wie auch schlechten, ebenso dem Problem, gute Informationen überhaupt erkennen zu können (wenn der Bildungsstand gleichbelieben ist, dann hat sich die Erkennungsrate nicht verändert, nur das Such- und Erkennungsproblem verschärft, insofern die Maschinen nicht besser geworden sind beim Filtern).

Der lachende Dritte, das Alien

Das wiederum gereicht zu glücklicheren Muttis, die besser wissen können, obs denn ein Tragetuch sein soll. Allergikern hilft es, sich gesünder zu ernähren. Singles, wie sie denn ihren Zustand wunschgemäß einfacher und schneller verbessern. Unternehmen beim Designen ihrer Produkte und Services. Theoretisch. Praktisch? Ist und bleibt das Nadelör Mensch. Mit unseren begrenzten Kapazitäten und der zunehmenden Auslagerung menschlicher Fähigkeiten bzw. Erweiterung derselbigen, können wir weiterhin auf die Karte „Mehr Errungenschaften im Netz“ setzen. Wir tun es sowieso, wie Getriebene. Ob das Nadelör Mensch dadurch sein Leben damit irgendwie einfacher, angenehmer, glücklicher, freier, lebendiger, bequemer oder variabler gestalten kann, ist mir nicht so offensichtlich, wie ich es zu Beginn meiner Spontanfrage zu klären gedachte. Auch wenn es wie ein guter Scherz für Aliens klingen muss, sich ein Ticketing System aufzubauen, ohne zu wissen, warum und wozu eigentlich. Wir marschieren ohne im Grunde zu wissen, warum wir es tun. Klingt irgendwie komisch und ulkig. Ich mein, wenn ich mir die von den Glücklichmachern aka Smartphonies bildschirmbeleuchteten Gesichter anschaue, wenn sie gemeinsam am Tisch sitzen und die stillen Momente mit alternativen Lautstärkestrom des ewig wachen Netzes befüllen, wird es uns an einem nicht mangeln: Das gegenseitige Zuhören wird dann ins Ticketingsystem ausgelagert, um ja keine Probleme zu vergessen. Zuhören gelöst, Langweiliges – aus zwischenmenschlichen Gesprächen – wird dann glücklicherweise weggefiltert. Entlastung für etwas anderes. Für eine bessere Grumpy-Cat-World?

*Bild von Tim Reckmann, Lizenztyp CC BY-NC 2.0

Böhmische Dörfer und das Urheberrecht

publiziert am 29.01.20157 Kommentare

Da daußen schwirrt ein komischer Kauz herum, dessen Namen ich zuvor nicht gehört hatte. Er hatte das Pech, ein urheberrechtlich geschütztes Bild (mehr oder minder ist jedes Bild urheberrechtlich geschützt, solange die Erben das Erbrecht nicht in Anspruch nahmen) auf Twitter zu posten. Mit dem witzigen Verweis:

Ich habe das besagte Foto im August 2014 über die Google Bildersuche (Suchbegriff „Rostock-Lichtenhagen“, viertes Bild) gefunden. Das Bild enthält keinen Copyright-Vermerk und ist auch ansonsten nicht als urheberrechtlich geschützt gekennzeichnet. Über meinen Account @janboehm habe ich das Bild getwittert, ohne sonstigen Text und unter Angabe des Fotocredits, den ich dem Dateinamen des Bildes entnommen habe (lichtenhagen_martin_langer.jpg). Nein, ich habe den Fotografen „martin_langer“ nicht vorher gefragt, ob ich das Bild twittern darf. Ja, ich befand mich in der (offenbar falschen) Annahme, dass der Fotograf dieses zeitgeschichtliche Fotodokument (möglicherweise unter Angabe des Fotocredits) zur honorarfreien Verwendung außerhalb professioneller Presse freigegeben habe.

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rob1Man muss dazusagen, dass der Keks 150k Follower auf Twitter hat und durchaus als wie auch immer gearteter Medienschaffender zu bezeichnen ist (irgendein Moderator in spe im ZDF Neo Magazin Royal). Insofern ist es witzig zu lesen, wie das ein angeblicher Vollprofi in bester Newbie-Manier verargumentiert. Ok, er jammert, weil er bei einer Art von Klauen erwischt wurde. Jo mei, pipi-in-Hose-und-Daumen-im-Mund-erwischt. Passierte jedem von uns im Leben.

Er macht eine Nummer draus, was ein Vollprofi nun einmal eben tun würde. Der zwar keinen Blassen vom Urheberrecht, aber durchaus ein Gespür für die Massen-PR hat. Er bejammert das Unrecht, das ihm angetan worden sei (Lehrgeldsumme knapp 1.000 Euro). Das Unrecht, das anderen geschehen sei, die das besagte Bild auch posten würden, weil sie abgemahnt worden seien. Gerechtigkeitssinn wecken. Klappt meistens. Und das Unrecht des vollgespissten Nazis zu seiner Wehklage ergänzt (der damals auf dem Bild um die Welt ging), wie ein Fotograf doch unfairerweise Geld mit dem Leid Dritter verdient (das Argument dient zur Hemmschwellensenkung der Gefolgschaft des Profis aber auch zur Reduktion menschlicher Größe des Fotografen, aka absichtlicher Freigabe zum Abschuss):

Aber, das würde ich mir wünschen, Herr Langer [so heißt der Fotograf und Urheber des besagten Bildes], erst wenn irgendwann die normalen Internetprivatnutzer von unserer Meinungsverschiedenheit etwas haben – nämlich eine praktikable Rechtsnorm – erst dann hätten sie 1992 das Persönlichkeitsrecht des betrunkenen, unglücklich „bierbefleckten“ und vor allem offenbar nicht mit einem ähnlich engagierten Rechtsbeistand wie dem Ihren ausgestatteten Harald Ewert († 2006) nicht vollends umsonst verletzt. Oder gab es das Persönlichkeitsrecht wie wir es heute kennen 1992 noch nicht? Fragen Sie doch mal Ihren Abmahnanwalt. Oder blättert der gerade noch bei „Rechtsmissbrauch“?

Der Clou, als würden die obigen Hebel nicht reichen und der Einkaufswagen nicht schon voll genug sein: Er möchte sich zum inoffiziellen Sprecher des Urheberrechts aufschwingen, unbedingt zur Diskussion beitragen, wie das Urheberrecht novelliert werden müsste. Ohne einen Blassen davon zu haben, wie weit wir alle schon im Alltagsgebrauch praktikablere Verfahren und Pfade belatscht haben. Der Noob, der die Sandale schwingt. Tatsächlich greifen das User auf. Cool:) Wen wundert es? Er hat sich im Aldi-Regal bedient, billige PR eingekauft.

Letztlich geht es dem Keks um PR, die mir wertlos ist. Morgen wird es eine Krebsstiftung sein, übermorgen der Antrag, Rote Ampeln in Pink anzustreichen, weil das viel freundlicher wirkt. Als Blogger kenne ich dieses banale Spiel, wie man kleine Internetmassen simpel bewegen kann. Schön zu sehen, dass es funktioniert:) Verstehen und Bespielen können es nur die Wenigsten. Der da gehört zu einer kleinen Elite.

Lieber Fotograf Martin Langer, Du bist lediglich ein Bauer im Schachspiel. Warte bisserl ab und Dein Name ist wieder vergessen. Der Sturm legt sich schneller als gedacht, das Wasserglas ist sehr klein.