MonsterWerbung von O2
köstlicher Tweet von Stefan Osswald:
No. 1: Bei o2 gibt es jetzt ein “Monsterkommando” – wer denkt sich eigentlich solchen Quatsch aus? (eine Werbeseite von O2, die Tarifempfehlungen abgibt)
No 2: Wenn ich meinen o2 Tarif in den Monstertarif-Rechner eingebe, sagt mir der, ich hätte ein Flatrate-Monster und soll zu o2 wechseln. #fail
Monstermäßig versenkt :))
Fünf Jahre T3N: Die Gründer im Interview
Gestern (27.08.) feierte T3N ihr fünfjähriges Bestehen in ihren seit April neu bezogenen Räumlichkeiten in Hannover. Was einst als Diplomarbeit startete, ist heute ein Verlag mit einer Printauflage von 20.000 Heften, einer Webseite mit 1 Mio Seitenaufrufen pro Monat, 10 festen Mitarbeitern und zeichnet sich nach wie vor durch begeisterte Gründer aus, bestehend aus Andreas Lenz (Marketing/Vertrieb), Jan Christe (Redaktion) und Martin Brüggemann (IT).
Für mich ist das quartalsweise erscheinende T3N-Magazin das beste IT-Magazin in Deutschland, das schon längst die c’t inhaltlich abgehängt hat. Die Webseite, ein für T3N wichtiger Bestandteil des Verlags, gefällt mir nach dem Relaunch auch wesentlich besser.
Gestern ergriff ich die Gelegenheit und konnte Andreas Lenz und Jan Christe vor die Kamera holen. Ich habe sie zur Vergangenheit, zum Jetzt und zur Zukunft von T3N befragt. Enjoy:
Ich danke für das Gespräch und wünsche Euch weitere, fünf erfolgreiche Jahre!!! Btw, wer die Gründer live kennenlernen möchte, kann am 20.09. zum Webmontag Hannover kommen. Sie werden nach Absprache mit Nicole (die den Webmontag organisiert) einen Vortrag über T3N halten.
Daimler AG und Blogger Relations
Nicole und ich waren zusammen auf dem Smart Workshop in Essen im Juli 2010 eingeladen. Über das Event und weitere Blogpostings von anderen geladenen Bloggern könnt Ihr Euch separat informieren. Während des Events habe ich Tobias Müller kennengelernt, dessen offizieller Titel bzw. Orgazuordnung bei der Daimler AG wie folgt lautet “Global Communications Mercedes-Benz Cars Head of Lifestyle & Brand Communications“.
Natürlich habe ich mich für die Hintergründe interessiert, warum Daimler Blogger einlädt, wie es zu der Öffnung kam, welche Ziele man damit verfolgt, was es Daimler bringt. Also habe ich Tobias via Mail einige Fragen gestellt und er kam mit der Idee, die Antworten per Video festzuhalten. Nachdem ich bereits gute Erfahrungen mit dem Format eines Videointerviews mit Matthias Kröner (Vorstand der Fidor AG) gemacht hatte, willigte ich umgehend ein.
Eine gewisse Sache, über die Ihr im Video sicherlich stolpern dürftet, verrate ich Euch vorab: Tobias spricht von “Blogs”, meint aber “Blogger”. Es sei ihm sicher nachgesehen, da es für ihn das erste Mal ist, dass er ein Videointerview für einen Blogger macht. Der Versprecher macht ihn nur sympathischer imho.
Nach der ganzen Story mit Porsche wirkt der Auftritt von Tobias erfrischend, was den offenen Umgang mit Bloggern und dem Autokonzern No. 1 angeht. Liebe VW/Porsche/Audi-Mitarbeiter, gebt gut Acht, was Euch die Nummer 1 voraus hat (noch?):
Danke für die Antworten und die Aufbereitung per Video, Tobias!!
siehe auch:
- Video-Interview mit Laura Price/Honda über Social Media Kampagnen
- Wenn Daimler webbish redet
- Porsche: Antworten des Unternehmenspressechefs zu Blogger Relations
Porsche III: Antwort des Leiters der Unternehmenspresse
Porsche hat nun doch auf meine Fragen geantwortet (per Mail, siehe Ausgangsartikel mit meiner Mail an Porsche):
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1. Hat das Haus Porsche bereits Richtlinien aufgestellt, die den Interessen der Blogger entgegenkommen?
Nein. Blogger werden gleich wie alle journalistisch tätigen Kollegen behandelt.
2. Je nach Richtlinien-Normierung, warum erlaubt man nicht Bloggern per se Zugang zur Journalisten-Datenbank?
Zugang zu unserer Pressedatenbank erhalten alle Journalisten – also auch Blogger.
3. Oder erlaubt man lieber selektiv Bloggern Zugang? Welche Kriterien sind das?
Wir vergeben den Zugang grundsätzlich nicht selektiv.
4. Sollte man Bloggern prinzipiell keinen Zugang gewähren, was ist der Grund dafür?
Voraussetzung für den Zugang zur Pressedatenbank ist wie gesagt eine journalistische Tätigkeit – die liegt bei Bloggern in der Regel vor.
5. Welche Haltung hegt das Haus Porsche gegenüber Bloggern im Allgemeinen?
Wir nehmen Blogger sehr ernst, da sich zunehmend unsere Zielgruppen mit diesem Medium beschäftigen und Blogs auch verstärkt von anderen Medien als Quelle herangezogen werden.
(Dirk Erat / Leiter Unternehmenspresse der Porsche AG)
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Danke sehr für die Antworten.
Aufgrund meiner Informationen ergibt sich allerdings noch ein Widerspruch, was den Zugang zum virtuellen Pressebereich angeht. Mich haben Auto-Blogger angeschrieben, dass sie keinen Zugang bekommen haben, mangels Akkreditierung bzw. Presseausweis. Sie haben explizit darum gebeten, namentlich nicht genannt zu werden!! Man kann sich denken, warum (erstaunlich). Ausnahme: Nicole Y. Männl hatte Anfang August um einen Zugang gebeten und wurde um einen Nachweis ihrer journalistischen Tätigkeit aufgefordert Sie schrieb darauf hin Porsche per Mail mit einer Beschreibung ihrer sich um das Thema Autos/Hybrid-/E-Autos bloggenden Tätigkeit an. Bis heute hat sie keine Antwort erhalten. Dieses Muster entspricht anderen Erfahrungsberichten.
Was wir beobachten können, ist ein leicht abstellbarer Mangel an Blogger Relations beim Hause Porsche, das sich nicht explizit an die Stakeholder außerhalb der journalistisch tätigen Gruppen wendet, obgleich Bereitschaft und Bewusstsein besteht. Hier zeigen Social Media Newsrooms erheblich einladendere best practices auf.
Unterm Strich heißt es?
Porsche achtet die Interessen der Blogger aus o.g. schlüssigen Gründen, die einige Aussagen von Lesern (via Kommentar) klar konterkarieren. Das Netz kann man nicht ignorieren.
Schönes Ergebnis unter dem Strich, v.a.D. für mich als Blogger über die vernetzte Art und Weise exemplarisch mit einem Unternehmen zu kommunizieren. Fidor hält hierbei nach wie vor die Referenzmarke inne.
Update:
- Nicole und ich haben von Porsche Zugang zur Pressedatenbank erhalten
- Nicole hat den Zugang zur PR-DB von VW innerhalb von 4 (!) Stunden erhalten
Porsche mit den besten Blog-Emissionen: Zero.Null
Der “Test” ist soweit abgeschlossen. Porsche reagiert weder per Mail noch auf den Blog-Eintrag, was meine Anfrage angeht, wie man zu Bloggern steht. Ich könnte zwar nochmals telefonisch nachhaken, ein Video mit dramatisierenden Musikklängen drehen, aber wozu? Der Mutterkonzern VW ist über den Vorgang informiert (laut Twitter-Nachricht), man habe noch keine Guidelines im Umgang mit Bloggern auf die Beine gestellt. Das wird sich sowieso ändern.
Was bleibt, ist mein Erstaunen, wie beharrlich der größte Autokonzern Deutschlands und die Schmiede mit den schnellsten Autos bis dato auf dem kommunikativen Bremspedal standen und stehen. Ich dachte immer, Autobauer haben das Reaktions-Gen fest in die Unternehmensseele integriert, da es sich um ein intensives Wettbewerbsumfeld handelt. Autos bauen, Autos bewerben und Autos verkaufen umfasst mehr als einen Haufen Ingenieure, Maschinenbauer, Designer, Marketiers, Controller und Verkäufer. Es geht um die Frage, wie man 50 Millionen deutschen Internetnutzern begegnen möchte, die einen Klick vom Konzern entfernt sind und sich auf alle erdenklichen Weisen informieren wie auch in Verbindung setzen könnten und wollten. Es geht um über 1 Milliarde Internetnutzer weltweit, die einen Klick vom Autobauer entfernt sind. Just one click.
Die Antwort kann nicht sein, dass man BloggerInnen teils bis zu 4 Wochen warten lässt und mit dem Standard-Bla ablehnt, man möge doch den Presseausweis und Arbeitsproben vorweisen. Wer eine derartige Haltung aus dem 20. Jahrhundert bereits bei einer so simplen Geschichte an den Tag legt, muss sich in der Tat fragen lassen, ob man im Wettbewerb des 21. Jahrhunderts auf Dauer bestehen kann. Wer nicht einmal mit Bloggern umgehen kann, wie soll er sich auf die Frage vorbereiten, wie man sich mit dem ständig ändernden Kommunikationsumfeld des Internets mitbewegen und innovieren soll? Just one click away.
Update
Das Haus Porsche hat geantwortet, man achtet und bedient die Interessen der Blogger, ist sich zugleich ihrer Bedeutung im Klaren.
Innovationsfirma Porsche lahmt
ich habe am 12. August Porsches Presseabteilung per Mail um ein Statement gebeten (nach einer kurzen tel. Abstimmung, um die Mailadressen herauszufinden = ich habe 2 Personen angemailt):
Ich bin als Blogger seit Jahren aktiv und ich habe nun am Rande erfahren, dass es als nicht akkreditierter Journalist und ohne Presseausweis für Blogger anscheinend keine Möglichkeiten geben soll, an PR-Infomaterialen zu kommen. Das hat mich erstaunt, halte ich doch Porsche für ein innovatives Unternehmen, nicht nur im Bau der besten Sportwagen weltweit. Das führt mich natürlich zu Fragen an das Haus Porsche. Es würde mich freuen, wenn Sie diese beantworten möchten. Ich werde auf meinem Blog http://www.robertbasic.de über die Reaktion bzw. Antworten des Hauses Porsche gerne berichten.
Die Fragen wären wie folgt:
1. Hat das Haus Porsche bereits Richtlinien aufgestellt, die den Interessen der Blogger entgegenkommen?
2. Je nach Richtlinien-Normierung, warum erlaubt man nicht Bloggern per se Zugang zur Journalisten-Datenbank?
3. Oder erlaubt man lieber selektiv Bloggern Zugang? Welche Kriterien sind das?
4. Sollte man Bloggern prinzipiell keinen Zugang gewähren, was ist der Grund dafür?
5. Welche Haltung hegt das Haus Porsche gegenüber Bloggern im Allgemeinen?
Da ich bis zum 20. August darauf keine Reaktion erhalten hatte, bat ich nochmals per Mail um eine Antwort. Bis heute kam immer noch nichts rein, nicht einmal ein Piep. Meine heutige Mail lautet:
Nach meinen erfolglosen Versuchen schließe ich daraus, dass Sie kein Interesse an einer Kommunikation mit mir haben oder wie soll ich die Nichtbeachtung meiner wiederholten Anfragen bewerten? Eine kurze Zwischenmeldung wäre sicherlich das Mindestmaß an Kommunikationshöflichkeit gewesen, wenn Ihre Zeit zu knapp ist, auf meine Fragen einzugehen. Ich entschuldige mich für meine Kontaktaufnahme und ziehe die Fragen damit zurück. Über das Resultat meiner Bemühungen werde ich Sie via Blogposting informieren.
Ich weiß nicht, ob Porsches Presseabteilung überlastet ist oder aber kein Interesse an einer Kommunikation mit “just a blogger” hat. Es scheint sich aber zu bestätigen, was ich mit Verwunderung vernommen hatte. Und in den sieben Jahren Bloggerei wäre Porsche damit die erste Firma überhaupt, die Blogger blockiert. Eine persönliche Premiere. Für mich wäre das in der Tat in doppelter Hinsicht ein höchst erstaunliches Ergebnis. Denn, nicht nur, dass es die erste Firma ist, die einen Blogger ignoriert, darüber hinaus ist Porsche keine Klitsche, sondern in meinen Augen ein professionell geführtes Unternehmen. Ein Unternehmen, das nicht in der Lage ist, mit neuen Stakeholdern zu kommunizieren, zeigt eine Schwäche auf, die nicht gerade unwichtig ist.
Ich nutze übrigens dieses Blogposting auch dazu, um Porsche über diesen Weg anzutesten, wie sie jetzt reagieren, wenn man sie etwas öffentlich anpiekst und winkt.
Updates:
- Christian Leu kommentiert auf Facebook: Ich habe auch schon mehrmals E-Mails an die Schweizer Porsche Niederlassung geschrieben und man wird schlicht und einfach ignoriert.
- Habe Info von einem Autoblogger erhalten, dass er zu allen Autofirmen-Pressedatenbanken Zugang habe, nur nicht zu den Firmen unter der Konzernmarke VW (VW, Audi, Porsche), dort erwarte man einen gültigen Presseausweis
Verlinkungsdichte deutscher Top-Blogs weiter im Sinkflug
seit Auswertung der Incoming Blog-Links der 100 deutschen Top-Blogs (Deutsche Blogcharts) ist ein absoluter Negativrekord erreicht. Die Summe der incoming links von anderen Blogs (Blog-zu-Blog Links) auf die 100 Top-Blogs beträgt in der Summe 16.677. Höchststand war grob um das Jahr 2008 (41.510 Links Stand Januar 2008) herum. Heißt? Die Blogger verlinken schon längst nicht mehr von Blog-zu-Blog. Neue Services wie Twitter und Facebook lenken die Aufmerksamkeitsströme an zentraler Stelle, Blogs haben Ihre Funktion als schnelle Informationsverteiler damit endgültig ad acta gelegt.
So schaut die Chart dazu aus (Januar des jeweiligen Jahres als Bezugspunkt, außer dem letzten Datenpunkt = August 2010)

Die einzelnen Werte:
Jan 2006 = 26.636
Jan 2007 = 36.306
Jan 2008 = 41.510
Jan 2009 = 26.662
Jan 2010 = 18.708
Aug 2010 = 16.677
Blogs bedeutungslos?
Um dieser Frage gleich vorzubeugen: Heißt das im Umkehrschluss, dass Blogs bedeutungslos sind, da sie ihre ehemalige Funktion der Informationsverteilung verloren haben? Diesen Umkehrschluss kann man so nicht ziehen, denn Blogs sind Informationsverteiler per se. Sie haben lediglich ihre Funktion als schnelles Informationsverteilungsmedium an Facebook und Twitter abgegeben. Betonung liegt auf “schnell”.
Bloggen ist heute einfacher denn je, was die reine Informationsverteilung angeht. Die Informationen werden über die neuen Informationsverteiler besser denn je ins Netz getragen.
Mein Urteil daraus?
Die Auswertung der Deutschen Blogcharts durch Jens Schröder ist völlig veraltet und wertlos geworden, ungeachtet meines Respekts vor seiner Arbeit. Die Auswertung der Links muss um incoming Links aus Twitter und Facebook erweitert werden. Das sind die beiden wichtigsten, zentralen Knotenpunkte im deutschen Informationsnetz geworden, was die Informationsverteilung auf User-Ebene angeht. Weitere Interpretationen aus meiner letzten Betrachtung (inkl. der User-Kommentare) sind nicht mehr nötig.
Updates
Thilo Specht verweist an dieser Stelle auf BackType. Dieser Service erlaubt bereits eine Auswertung der Twitter-Mentions bezogen auf eine Blog-Adresse, Beispiel. So spuckt BackType knapp 1.400 Tweets seit Mai 2010 aus, die auf mein Blog verweisen. Würde man lediglich die Blog-zu-Blog Links des letzten halben Jahres betrachten, kommt man auf knapp +100 unique Verweise. Ganz schöner Unterschied, der das Problem der Deutschen Blogcharts deutlich aufzeigt.
Moderne Auswertungen – Beispiele
Anbei ein Screenie aus Backtype, das eine Momentaufnahme dieses Artikels zeigt: X Kommentare, Y Tweets, Z Facebook Shares+Likes

Ein weiteres Beispiel, das die Schwäche reiner Blog-Link Auswertungen aufzeigt, dann bin ich auch roger mit der “Beweisführung”. Habe vor einigen Tagen geschrieben, warum mir das Social Media Gelaber auf den Sack geht. Dieser Artikel hat laut Backtype:
- 72 Tweets (mentions)
- 49 User-Kommentare auf dem Blog
- 42 Reaktionen auf FB (Shares + Likes + Comments)
- 1 Trackback von einem anderen Blog
=
Nur dieser 1 Trackback wäre in den Deutschen Blogcharts erfasst worden, der Rest bliebe außen vor. Gulp…
Auswertungen von Blog-zu-Blog Links sind old school
Wie gesagt, Blogs leben schon längst nicht mehr nur von blog-zu-blog Links, Auswertungen auf dieser Basis sind völlig veraltet, was die gesamte Sphäre eines Blogs angeht, schon gar nicht eine “Chart” so zu nennen ist.
Weitere Artikel zum Verständnis der Blogs, die sich in einem weitaus vernetzteren Umfeld bewegen denn vor 3 Jahren:
- Alles fließt, Inhalteverteilung im deutschen Netz
- Wie funktioniert modernes Blog-Networking
- Wie kann man sein Blog “quantifizieren”?
- Informationsflüsse: 2000 versus 2010
Update 2
1. Habe Jens / DBC per angefragt, ob er die Chartmethodik anpassen wird. Mal schauen, ob und was er sagt = siehe Punkt 3.
2. Siehe Artikel von PixlPop: Blogs, Links, Charts und die sozialen Netzwerke
3. Kommentar von Jens Schröder: Er wird das Deutsche Blogcharts-System erweitern
Internet Banking hat nichts mit Social Banking zu tun?
Im Artikel auf der Seite “Die Bank” geht es um “social banking”.
Zitat:
Die Finanzkrise hat Kunden zum Nachdenken darüber gebracht, was Banken mit ihren Einlagen eigentlich anstellen. Entsprechend geht es nicht immer um banktechnische Innovationen, stets aber um Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe.
Im Web-2.0-Kosmos übernimmt der Kunde die Regie, und durch die Interaktivität entsteht ein sozialer Raum von räumlich separierten Teilnehmern
Stichworte wie digitale Kommunikation fallen unmittelbar zusammen mit Transparenz und Offenheit, argumentiert aus den Eindrücken der Finanzkrise. Das ist gut und richtig. Doch, trifft es wirklich den Kern dessen, in welche Richtung Banken im Netz expandieren müssen bzw. überhaupt weitere Schritte nebst dem längst etablierten Online Banking gehen sollten?
Betrachten wir hierzu das klassische Filialbankgeschäft: Vor Ort finde ich Ansprechpartner, um meine Bankgeschäfte beratend einzuleiten und über Folgegeschäfte meinen physischen Anlaufpunkt aufsuchen zu können, wenn es notwendig sein sollte. Simple Geschäfte und die Verwaltung einfacher Finanztransaktionen wickeln die Kunden heute mehrheitlich über Online Banking ab.
Warum gehen Menschen in die Filiale? Warum telefonieren sie nicht stattdessen? Das tun sie in Teilen. Jedoch, Filialbankgeschäft basiert im wesentlichen auf dem immens wichtigen Verhältnis Kunde-Bankberater. Trotz modernster Kommunikationsmöglichkeiten sind die Banken nicht in der Lage gewesen, das Filialbankgeschäft zu schließen und die daraus resultierenden Umsatzverluste aus dem Standortrückzug adäquat über alternative Kanäle zu kompensieren. Der deutsche Kunde ist die Filiale gewohnt. Und Deutschland zählt nach wie vor zu einen der Ländern mit dem dichtesten Filialbanknetz überhaupt, obgleich viele Filialen in den letzten 15 Jahren geschlossen wurden.
Es geht im Großen und Ganzen um die Frage der “Präsenz”, einer Vertrauens stiftenden Maßnahme, deren Vorteile im sensiblen Lebensbereich des Kunden auf der Hand liegen. Bankgeschäft basiert nicht auf reinen Fakten und Daten, Vertrauen, Branding und Image sind in einem sehr dichten Wettbewerb immens wichtig und entscheiden über Kundenzugang wie auch Volumina.
Wo baut sich heute noch Präsenz auf? Auf der Kundenseite im Netz! Kunden nutzen vermehrt das Netz, um sich auf privater Ebene auszutauschen. Im Zuge der Nutzung erfahren und erlernen sie digitale Vertrauenssignale, einigen sich zunehmend auf vertrauensaufbauende Verhaltensweisen. Sie beziehen diesen Teil ihrer Aktivitäten in ihr Alltagsleben mit ein.
Auf der anderen Seite stehen wir einer Bankenlandschaft gegenüber, die nach einem jahrelangen Prozess Kosten, Filialen und Personal dramatisch abgebaut hat. Nach der Trimmung und Bereinigung stehen die Banken vor einer erneuten Herausforderung: Wie reagieren sie auf die sich ändernden Lebensweisen der Kunden, die wie soeben beschrieben das Netz zur Gestaltung ihres Alltags erlernen?
Können sich Banken der Frage der Präsenz weiterhin entziehen? Meine Antwort ist eindeutig: Wer sich als Bank diesem Präsenzdruck verweigert, wird einen Wettbewerbsnachteil auf Dauer erleiden. Sämtliche mit dem Filiallbankgeschäft einhergehenden Prozesse sind auf digitale Prozesse auszurichten. Angefangen von der “Beschilderung der Filiale”, Ansprechbarkeit des Kundenbetreuers via Netz, über jegliche Form von Beratungsleistung bis hin zu dauerhaften, vertrauensbildenden Maßnahmen.
Der Ruf nach einer virtuellen Filialbank ist zwar alt wie Bart und ging damals von einer “Virtual Reality” aus. Dennoch ist der Druck nicht kleiner geworden, sondern dramatisch angestiegen. Das, was die deutsche Bankenlandschaft dahingehend gezeigt hat, zeigt deutlich die Probleme auf, mit der Banken zu kämpfen haben. Unternehmerisch denkendes und Verantwortung tragendes Personal hat sich in den langen Jahren der Existenzkämpfe über den Personalabbau (“verliere ich meinen gut dotierten Entscheider-Job”) verflüchtigt. Nirgend sonst als im Banking haben Entscheider dazu beigetragen, dass Unternehmertum und Pioniergeist nahezu ausgemerzt wurden. Wer sich als Bank innovieren will, muss das Personal und deren Geist wiederbeleben. Leichter gesagt als getan.
Ich habe hierbei Einiges außen vor gelassen bei der Betrachtung, wie Banken Präsenz im Netz aufzeigen können. So habe ich nicht mit einem Wort großartige Themen wie etwa an die Netzbedürfnisse- und lebensweisen angepasste Finanzinstrumente (beim Handel mit virtuellen Gütern verschlafen Banken ein gigantischen Trend, der von Jahr zu Jahr exponentiell geradazu explodiert.. manchmal stelle ich mir Banken wie die Musikindustrie oder aber Verlagsbranche vor), die Einbindung der Kunden in die Produktkonzeption oder aber neuartige Personalanforderungsprofile ebensowenig wie 24/7 Kommunikationsstrukturen und der Neustrukturierung innerbetrieblicher Aufgabenverantwortlichkeiten gesprochen. Allesamt weitere, mit dem gesamten Gebiet der Bank-Innovation einhergehende Herausforderungen.
weibliche Blogger: Wenn man glaubt, nix zu sagen zu haben
die TAZ hat einen Artikel veröffentlicht, der sich mit weiblichen Bloggern beschäftigt: “Wie im echten Leben“. Vieles, was ich dort lese, kann ich aus eigenen Erfahrungen über zahlreiche Gespräche mit weiblichen Bloggern aus den vergangenen sieben Jahren bestätigen. Eines habe ich vor allen Dingen immer wieder gehört:
Eine Studie der Ruhruniversität Bochum zeigt, dass 75,9 Prozent der Blogs, die Frauen schreiben, reine Tagebuchblogs sind. Bei den Männern sind es dagegen nur 37,1 Prozent. Zu diesem Schluss kommt auch der empirische Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger in seiner Untersuchung “Doing Gender, kulturelles Kapital und Praktiken des Bloggens”: “Frauen fühlen sich seltener ermächtigt, öffentlich zu sprechen”, sagt er. “Das ist das Ergebnis jahrelanger kultureller Prägung.” Er nennt das den “langen Arm des Real Life”: Tatsachen von außerhalb des Netzes reproduzieren sich auch dort.
In der Art habe ich es mir bisher nicht so erklärt. Die häufigste Argumentation ging in meinen Gesprächen in die Richtung “was soll ich noch dazu sagen, wenn man auf anderen Blogs sowieso schon alles geschrieben hat?”.
Was ist Eure Erfahrung dahingehend? Denkt Ihr auch, dass weibliche Blogger aufgrund der “kulturellen Prägung” davor zurückscheuen, “öffentlich zu sprechen”? Wäre in der Tat – wie soll ich sagen – traurig, wenn dem so wäre.
“ja, gönne es ihm, aber…”
beim Sichten der Kommentare zum MyDealz-Interview kommt mir zwar nicht die Galle hoch, eher eine Art von schulterzuckender Resignation. Und damit einhergehend die Schubladen artige Frage: Ist es in D nicht möglich, Erfolg zu haben, ohne dass bis in die letzte Ecke nach dem letzten Atomteilchen Haar in der Suppe gesucht wird? Man könnte meinen, die Menschen suchen draußen nach Perfektion und wenn sie es finden, suchen sie weiter nach dem Makel. Warum? Neid? Mangelndes Ego, um jemanden einfach so Kudos zu wünschen? Weil man es selbst nicht auf dem Kasten hat? Dürfte wohl eine Mischung aus vielen Dingen sein.
Wie gesagt, ich finde es schade und werde es trotz leichter Resignation nie wirklich verstehen, dass man jemanden etwas einfach so gönnt, ohne gleich nach dem Wenn und Aber zu suchen. Sakra…
