warum manche nicht einmal einen Blog-Buchstaben wert sind
ich kann es nicht mehr zählen. Nicht mehr zählen, die vielen Gesprächen mit befreundeten Bloggern, die gefrustet sind. Das läßt sich genauso auf Gespräche mit denen übertragen, die irgendwo im Netz auf Foren, in Social Networks oder aber auf Twitter unterwegs sind. Gestern erst habe ich erneut so ein Gespräch mit jemanden geführt, der wegen Nichts heruntergeputzt wurde.
Worüber ich rede? Über die vielen Pussies da draußen, die im Netz über andere herziehen, im echten Leben aber darauf angesprochen nicht einmal in der Lage dazu sind, dazu zu stehen, was sie gesagt haben. “Ich habe es nicht so gemeint” und lächeln einen an. Feiglinge, die im RL auf nett machen, im Job die Stiefel der anderen lecken, im Netz aber die Sau rauslassen, als wäre es eine Kompensation ihres Zwangs, mitmenschlich im RL-Umfeld sein zu müssen.
Es fing in meinem Umfeld schon früh an damit, diese Erfahrungen zu sammeln. Immer dann, wo es thematisch kritischer wurde, ging es rund. Ob es um Blogger ging, die politisch ihre Meinung vertreten, wirtschaftliche Motive verfolgten oder einfach über irgendwas schrieben. Man liest sich die Kommentare durch und zuckt zusammen. Man liest Beiträge auf anderen Blogs und zuckt erneut zusammen. Übermäßig hart, einseitig, als gäbe es nur Schwarz und Weiß im Leben. Perfektion wird verlangt, alles andere ist nicht existent. Heute lese ich Twitter, Facebook, Foren. Immer und überall das gleiche Schema. Das Gesicht der Gosse zeigt sich ständig. Kleine Pussies, die meinen, es viel besser zu wissen, als wären sie Übermenschen. Vor persönlichen Beleidigungen im Netz keinen Halt machen. Im echten Leben selbst sind sie kleine Leuchten, viele Dinge falsch angegangen, fehlbar wie jeder andere auch sind und waren, welch Ironie. Und die vielen Lemminge, die den Spackos gerne folgen, sind nicht anders. Nur schlimmer. Sie steigen ins Geblöcke mit ein, labern den Dünnpfiff gedankenlos nach, halten sich an ihren Eiern und schaukeln sich gegenseitig hoch.
Mittlerweile kann ich die Blogger nicht mehr zählen, die völlig fertig mit ihren Nerven waren. Ihr persönliches Umfeld war nicht selten geprägt von familiären und beruflich angespannten Situationen. Kein Wunder, dass man dann in dem Moment schwach wird, wenn man im Netz auch noch auf die Fresse bekommt. Man versteht es nicht, warum man dermaßen angegangen wird, als hätte man Kinder gefressen. Es scheint ganz so, als würde es im Web immer ein Stück brutaler als im RL zugehen, wie eine Einladung, die Maske der Menschlichkeit runterreißen zu dürfen. Als würden im Netz andere Anforderungen gelten, wie das Leben da draußen auszusehen hat. Kein Grau, nur Schwarz-Weiß. Machen sich die Spackos da draußen den Kopf? Nein, sie kommen nicht einmal auf die Idee, sich in die mögliche Situation des Betroffenen zu versetzen, manchen ist es schlichtweg egal. Egal? Egal, was sie sagen, was sie senden, was der andere fühlt!
Obgleich ich über all die Jahre eine dicke Haut entwickelt habe, natürlich durch eigene Erfahrungen geprägt, die einem aufzeigen, wie bodenlos mangelnde Mitmenschlichkeit sein kann, bin ich jedes Mal aufs Neue betroffen, wenn ich das persönlich mitgeteilt bekomme oder im Netz lese. Sind es die Pussies wert, sich von ihnen runterziehen zu lassen? Welche Frage. Stehst du ihnen im echten Leben persönlich gegenüber, weichen sie deinen Augen aus, machen einen auf “na, war nicht so gemeint”, winden sich Würmern gleich, kein Wunder, wenn man kein Rückgrat hat. Welchen Wert haben diese falschen Fünfziger, was soll ich darauf geben? Das Blöde ist, dass ich dann auch noch Mitleid empfinde, wie Menschen sich ihrer Schwäche ergeben, sich gehen lassen, weil sie schwach sind. Im Grunde wollen sie im Netz glänzen, sich bestätigt fühlen in der Lemming-Menge, Anerkennung miternten. So sehr ich diese Pussies ablehne, so sehr zeigen sie ein nur zu menschliches Gesicht.
Ich kann es nur so formulieren: Solange man betroffen ist und fühlt, nicht abstumpft, wird man nie zu denen gehören, die weder Mitgefühl, Rücksicht noch Mitmenschlickeit zeigen. Ihr könnt mit erhobenen Haupt durch das Leben schreiten. Mehr als das kann ich nicht mitgeben, da ein Mehr nicht möglich ist. Die Narben kann ich nicht nehmen, warum auch, da Ihr Menschen seid, die fühlen. Was ist daran schlecht? Nichts. Eben.
Warum II
zum Artikel “Warum” habe ich zwei Kommentare herausgefischt, die ich hier gerne separat aufzeigen möchte. Als Erwiderung zu den beknackten und sich immer wiederholenden Kritiken an Blogs, die manche auch noch glauben und sich danach ausrichten. Der eine Kommentar ist von einem Blogger, der privat bloggt und eine klasse Analogie wählt, um die Vielfältigkeit aufzuzeigen. Der andere Kommentar von einer Bloggerin, die auf ihrer Unternehmensseite bloggt. In der Tat ein “Kommerzblog”, was nicht weniger spannend und weniger menschlich ist, weil es ein Mensch ist, der dahinter steht. So wie jedem Blog, ausnahmslos!
Kommentar von Jo JMatic (sein Blog), eine wunderschöne Fußball-Analogie:
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Ich sach mal:
Das Geschreibe im Netz, an Plätzen, die man Blog nennen kann (wenn man will), is’ wie Fussball:
Das Spiel ist manchmal genial, öfter mal “Aua”, aber hoffentlich immer mit Herz gespielt, egal ob 1. Liga oder Kreisklasse, egal ob 70 000 am Rande brüllen, oder nur zwei Dutzend am Spielfeldrand alles besser wissen.
Die Interviews mit den Stars sind manchmal genauso so “Auaaua”, wie ihre Flanken es ab und an sind. Und Leute, in der Kreisklasse hab’ ich schon Pässe von Mitdreissigern gesehen … Wow! Hammer!
Es gibt Fussball-Experten, da rollen sich mir die Fussnägel hoch, wenn sie den Mund aufmachen. Es gibt aber auch so Momente, da wird ein Expertensatz augenblicklich zur ewigen Floskel.
Was tun Fan und Spieler nach’m Spiel? Denken wieder an’s nächste Spiel, während sie ihr Bierchen schlürfen.
Es gibt Spiele die hat man nach dem Abpfiff schon fast vergessen, und es gibt welche, die bleiben unvergessen.
Muss man Fussball mögen? Nein. Braucht man Fussball unbedingt? Nein. Ja. Rettet er die Welt? nein. Ja. Warum spielen Leute Fussball und andere schauen ihnen zu? Weil es ihn gibt. Fertig.
Ich kicke zumeist auf der Wiese. 2 gegen 2. Die Tore sind unsere T-Shirts und es schauen höchstens ein paar Leute zu, die vorbei kommen, und die Frauen, die uns abholen, später. Na und. Macht einfach nur Spass.
Braucht irgendwer diesen, meinen Kommentar zum Thema “Bloggen” mit der grenzwertigen Fussball-Metapher unter diesem sehr launigen und authentisch wirkenden Artikel? Nein. … aber ich hab’s getan, weil er da ist – der Artikel. Ich hab’ gelesen und geschrieben, weil’s Schbass gemacht hat.
Bloggen ist ein einfaches Spiel.
Nach dem Kommentar ist vor dem Artikel.
Ich habe fertig.
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Und der Kommentar von Kirstin Walther (ihr Blog):
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Gut gebrüllt, Löwe! :-)
Vielleicht sollte man das Wort Bloggen gedanklich mal mit Kommunizieren ersetzen, denn nichts anderes ist es meiner Meinung nach. Ja und MENSCHEN kommunizieren – niemand sonst in diesem Medium. Es sind nur andere Kanäle, die es erleichtern und die mehr andere Menschen erreichen.
Und so vielfältig wie Menschen, sind deren Blogs. So wichtig und so unwichtig, so allgemein und so speziell, so sympathisch und so unsympathisch. Die einen bloggen, weil sie gern kommunizieren, gern mit neuen/gleichgesinnten Menschen im Gespräch sind. Andere machen es vielleicht, um ein paar Cent nebenher zu verdienen. Wie es beliebt und wie die Schreiber eben sind!
Und die Leute, die ihre Zeit damit verbringen wollen, zu bewerten wie und warum andere auf diesem Weg kommunizieren… Ja, mein Gott. Sollen sie halt, wenn sie nix besseres zu tun haben. Solche treffen wir auch im echten Leben und ignorieren sie womöglich, wenn wir merken, daß da nicht viel dahinter ist, außer oberflächlichem, höchst wichtigem Gerede.
Es geht hier NUR um die Menschen dahinter – völlig klar! Das lerne ich auch. Früher dachte ich immer, ich müßte als Unternehmerin ausschließlich an Umsatz und Umsatzrendite gekoppelte Gründe für Bloggen, Twittern usw. haben. Das haben mir einige schlaue Menschen immer wieder eintrichtern wollen. Heute weiß ich, daß ich in erster Linie Spaß habe, mit anderen im Dialog zu stehen – egal über welchen Kanal.
Und wer hätte es gedacht: Ich habe Spaß, es fühlt sich gut an und deswegen ist es mir wichtig und das allergeilste ist: Es sorgt komischerweise erst recht für mehr Umsatz und mehr Bekanntheit der Firma und wird so langsam zu meiner Devise: Mehr verkaufen durch weniger verkaufen! ;-)
Sicher funktioniert auch der herkömmliche Weg, aber der macht eben nicht so viel Freude – jedenfalls mir nicht.
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Auf ihrem Blog hat sie das im Artikel “Dialog macht Spaß und bringt weiter!” bereits schon einmal ausgedrückt. Und nein, ich hinterfrage nicht mehr, warum dieses Blog eines “kleinen Mittelständlers aus dem Osten” alle Blog-Bemühungen der deutschen Großunternehmen in den Schatten stellt:)
Warum
Warum nur jammern sich manche den Wolf, dass Blogs nix bringen, nicht wirklich einen Platz neben der ARD, der BILD und dem Deutschlandfunk gefunden haben? Fuck this!
Eines der ausgelutschtesten Argumente ist, dass man mit Blogs keine Kohle machen könne. Was als Beweis herangezogen wird, dass Blogs mächtig bedeutungslos seien. Das höre ich meistens von denen, die es selbst nicht bringen und nicht wissen wie. Kein Wunder. Von nix kommt halt nix. Komischerweise kenne ich auch die, die es bringen, die es wissen und damit ihre Kohle machen. Was soll das Argument auch schon beweisen? Nix! Es gibt eben welche, die damit Kohle schaufeln können und machen, es gibt welche, die es wollen, aber nicht können und nicht mal in der Lage sind, sich schlau zu machen. Wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist das Wasser schuld, alles klar. Und es gibt noch viel mehr, denen es im Grunde völlig am Boppes vorbeigeht.
Anders herum: Wenn jemand der Meinung ist, mit Blogs ließe sich keine Kohle machen, dann macht es vor, labert nicht, zeigt es den anderen, wie es geht. Bloßes Herummjammern ist billlig und was für Loser. Und von diesen Losern kenne ich genügend Blogger, die mir auch schon die Ohren vollgeheult haben. Sich aber an Tipps aufgeilen, wenn es mal klappt, davon nix aber preisgeben wollen, ja nix verraten wollen. Was ist das für ein Bullshit?
Dann gibt es welche, die meinen, die Blogs wären per se allesamt langweilig. Sie würden keine “originären” Inhalte produzieren, nur abschreiben. So what? Was soll das schon bedeuten, wenn man dieser Meinung ist? Nix. Das heißt nicht mal ansatzweise im Umkehrschluss, dass Blogs keine Bedeutung haben, allesamt blöd sind. Wer nix findet, hat eben Pech gehabt. Wer zu blöd ist, originäre Inhalte zu finden, soll einen Volkshochschulkurs “wie nutze ich Google” belegen. Vor diesen Meinungen gehen weder die Blogs unter noch macht es sie schlechter. Wenn ich das schon höre: “Die Blogs in Deutschland sind alle so langweilig!”. Nicht selten aus dem Munde eines bloggenden Journalisten dazu. Welch eine grandiose “da-wo-die-Sonne-nicht-hinscheint”-Haltung. Kommen aus ihren Redaktionsstübchen, im Vergleich zu Bloggern vollgestopft mit Informationsapparatschicks und personellen Ressourcen. Wow! Schaffen es nicht einmal, ihren eigenen Apparat am Schwimmen zu halten, lästern aber über Blogger!
Und wer lästert, wie doof die Blog-Inhalte seien, zeigt nicht ein bisschen Respekt vor der Leistung derer, die sich hinsetzen und die Mühe machen, etwas zu Wort zu bringen. Nicht einmal ein Wort darüber verlierend. Wie selbstbezogen sind solche Aussagen? Machen sich nicht einmal ansatzweise die Mühe vorzustellen, was ein Blogger tut, wie er es tut, warum er es tut. Quatschen stattdessen und oben drauf einen voll, was man alles besser machen könnte. Und auf diese Menschen soll ich was geben, die null Empathie geatmet haben und mit ihren Aussagen einfach so die Bemühungen der Blogger hinwegfegen wollen? Geschissen drauf!
Und am liebsten sind mir die Pappnasen, die was von “Blogs haben wenig Lesern” sülzen. Auch das gilt als Beweis, dass es Blogs zu nix weiter bringen außer Festplatten zu verschmutzen. Keine Ahnung, aus welcher Mathematiker-Schule diese Typen entlassen wurden. Es gibt einen Haufen Blogs, die tausende von Menschen täglich erreichen. Ist ja nicht so, dass dies für Einzelpersonen vor 40 Jahren was Übliches gewesen sei. Heute ist das fast schon ein Klacks. Ebenso gibt es einen Haufen Blogs mit viel weniger als tausenden von Lesern. Na und? Was soll das schon heißen? Für was ist dies ein Beleg? Hallo? Aufwachen! Klar kann man sich mit Googles Page Views vergleichen oder den mit Millionenbudgets betriebenen Monstern wie Spon und Bild.de. Ebenso gut kann man das Einkommen eines Einzelnen mit dem eines Konzerns vergleichen, nur, auf diese bescheuerte Idee kommt kein Normalo!
Nicht zu vergessen, das aller blödeste Argument: “Blogs bewegen nix!”. Hallo? Welche Bewegung ist gemeint? Dass die Bild Wahlen mitbestimmen kann? Die ARD einen Kanzler macht? Die Gesellschaft von Pro-Konsum auf Anti-Konsum umschwenkt? Nichts dergleichen bewegen diese Großmuffti-Medien. Und das will man von Bloggern einfordern? Einem wie mir, der in Usingen sitzt? Ja, passt schon, jeden Tag wird ein Voltaire und Kant in Usingen geboren, ist ja normal sowas. Danke, sitzen bleiben. Wer große Bewegung fordert, soll joggen gehen.
Im Großen und Ganzen gehen mir diese Kritiker richtig auf den Sack. Nicht, weil sie so schlau sind, sondern so richtig dämlich sind und jedes Maß für Relationen verloren haben. Das Maß für das Alltägliche, was unser Mensch-Sein ausmacht und damit exakt das, was Bloggen im Grunde ausmacht. Will ich tatsächlich einen Blogger kritisieren, der seine Leser mal zum Lachen, mal zum Weinen, mal zum Nachdenken, mal zum Kritisieren bringt? Mal einen Job vermittelt, dort eine Wissenslücke füllt, da eine verlorene Seele auf den Weg zurück bringt? Sich die Mühe macht, Gedanken zu Wort zu bringen? Licht ins Dunkel? Ich habe es ebenso wie alle anderen Blogger gemacht, nur und weil wir bloggen. Wer will mir das absprechen? Wer will das den anderen absprechen? Ein Kritiker? Es geht nicht um höher, weiter, schneller, sondern um menschlicher, näher, tiefer. Wer das nicht sieht, hat jegliches Maß verloren. Wir reden von Menschen, nicht von “Bloggern” als ein ominöses “Es”. Ich habe einen Namen, ich heiße Robert Basic und bin Blogger. Und wenn Dir das nicht passt, suck yourself!
Iran und Blogs
ein Video, das eher kurz und knapp auf die Blogger in Iran eingeht:
IRAN: A Nation Of Bloggers from ayrakus on Vimeo.
Schwer zu sagen, was Wunschdenken und was Realität ist. Dazu weiß ich zu wenig über den Iran und die Bloggerszene.
via Text & Blog
ein kleine Story








Und, Story erraten? Nicht?
Bilder von Unconventional Airsoft
OK, Joke bei Seite. Was bedeutet das? Nichts letzlich, die Kopplung Bahn + Überwachung + Medienpräsenz + David (Netzpolitik) = Sondersituation ohne Projektionsmöglichkeit auf sowieso kommende, weitere Fälle, wenn ein Unternehmen einen Blogger in einem vage zu bestimmenden Rechtsfall, der in Richtung “Meinungsfreiheit” deutet, erneut abmahnen wird. Ich garantiere: No Brouhaha, business as usual wird passieren. Wenn ich mir die Meinungen einiger Blogger kontra einer möglichen Bildung einer Interessensvertretung durchlese, wird man noch einiges an Arbeit leisten müssen, die Zweifler zu überzeugen. Auch an der Reaktion vom Schockwellenreiter merkt man an, dass bestimmte Begriffe Denkautomatismen auslösen und eine Konkretisierung des “Bloggervebandes” (da, schon wieder das Wort:) notwendig ist. Interessanterweise denkt er wie ich eher an eine EFF-Formation. Am besten schafft man das durch Tatsachen. Die EFF wurde auch nicht dadurch gebildet, dass man es allen Recht gemacht hat und 10 Jahre lang herumdiskutiert hatte.
Warum manche Leser richtig scheiße sind
ja, richtig gelesen. Eine Firma würde zB nie offen zugestehen, dass sie manche ihrer Kunden total beschissen findet. Sonst würde sich jeder Kunde angesprochen fühlen. Ich bin aber keine Firma, ich bin Robert und zugleich einer von vielen Bloggern. Schnappen wir uns also die Blogs und die lieben Leser, auch RSS Leser. Und stellen eine These auf, die andere Seiten ausblendet. Heben wir auf den Leser als Egoisten ab.
Was passiert? Der Blogger reißt sich nicht selten Arme und Beine aus, was bekommt er dafür? In 90-99% aller Fälle Schweigen. Selbst dann, wenn dessen Vater stirbt, besitzt nur ein winziger Bruchteil den menschlichen Anstand, aus ihrem konsumierenden RSS-Dasein und Direktleser-Dasein gekrochen zu kommen, um zu kondolieren und um dem Blogger seinen Beistand auszudrücken. Auch dann, wenn er einen Fehler begeht, erntet er auf einmal beredte Kritik von den bis dato Schweigenden, die dann daherkommen und Treue wie auch Loyalität für das Viele, was ihnen der Blogger bis dato gegeben hat, mit den Füßen treten. Ich könnte noch viele weitere Beispiele aufzählen, um das zu konkretisieren. Aber diese Kundenmentalität, alles mundgerecht geliefert zu bekommen und amüsiert und informiert zu werden, ohne auch nur den Hauch von Etwas zurückzugeben, geht mir auf den Senkel. Wer nicht einmal in seinem Leserdasein Danke sagen kann, ist ein armseeliges Egomenschlein. Man vergisst, dass ein Mensch bloggt, nicht das Blog bloggt.
Und diese Haltung hat bei mir zumindestens dazu geführt, dass ich die Leser noch weiter auf mentalen Abstand halte und nur noch auf sehr wenige Leser höre. Ich betrachte Leser nicht mehr per se ex ante als Freunde, sondern als Fremde, die es häufig nicht verdienen, “gedient” zu werden. Konkret heißt das, dass man sein Ding fährt und diese unsichtbare Lesermenge nicht mehr berücksichtigt beim Verfassen eines Beitrags. Obs dann zu wenig mundgerecht oder zu viel oder zu wenig ist, who cares? They dont care for me, so i dont care.
Als bloggender Mensch muss man schon ziemlich gesund sein, um sich das Bloggen anzutun. Was für die zahlreichen Privatblogs draußen gilt. Bei Kommerzblog gelten andere Regeln, aber davon reden wir nicht.
Blogger-Interessensvertretung oder EFF-Ansatz?
EFF? Electronic Frontier Foundation:
ist eine im Juli 1990 von John Perry Barlow und Mitchell Kapor gegründete nichtstaatliche Organisation mit Sitz in San Francisco, die sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt. Ziel ist eine mediale Selbstbestimmung des Bürgers. Die Arbeit der EFF konzentriert sich hauptsächlich auf Nordamerika. Im Februar 2007 wurde in Brüssel ein Büro für Europa eröffnet.
Was hat die EFF mit der angedachten Gründung eines Bundesverbandes deutschsprachiger Blogger zu tun? Vom Namen her nichts, aber vom Grundansatz her viel. Geschuldet ist der neue Anlauf dem “Bahnvorfall Netzpolitik”. Auch in der Vergangenheit gab es Anläufe, sie sind aber allesamt meines Wissens versandet.
Ich begrüße auf jeden Fall diesen erneuten Anlauf. Möchte zusätzlich einwerfen, dass eine Abstrahierung von Bloggern möglicherweise der tragendere Ansatz ist, sich auf alle Netzuser zu beziehen, nicht nur Blogger ins Visier zu nehmen. Mindestens ebenso wichtig ist die “Verfassung”. Wird es die Interessenten ansprechen und erreichen? Wenn ja, werden sie es mittragen, wenn nein, wird es versanden.
So heißt es im About der EFF:
From the Internet to the iPod, technologies are transforming our society and empowering us as speakers, citizens, creators, and consumers. When our freedoms in the networked world come under attack, the Electronic Frontier Foundation (EFF) is the first line of defense. EFF broke new ground when it was founded in 1990 — well before the Internet was on most people’s radar — and continues to confront cutting-edge issues defending free speech, privacy, innovation, and consumer rights today. From the beginning, EFF has championed the public interest in every critical battle affecting digital rights.
Blending the expertise of lawyers, policy analysts, activists, and technologists, EFF achieves significant victories on behalf of consumers and the general public. EFF fights for freedom primarily in the courts, bringing and defending lawsuits even when that means taking on the US government or large corporations. By mobilizing more than 50,000 concerned citizens through our Action Center, EFF beats back bad legislation. In addition to advising policymakers, EFF educates the press and public.
Abstraktes wurde mit Konkretem verbunden. Der EFF ist es gelungen, namhafte Mithelfer zu gewinnen, die auch rechtlich in die Bresche springen.
Alles das ist aber Makkulatur, denn Menschen machen Dinge wahr, nicht bloße Ideen. So steht oben etwas von Mitch Kapor als Mitbegründer der EFF. Sollte den jemand nicht kennen, muss man ergänzen, dass er einer der einflussreichsten und bekanntesten IT Köpfe weltweit ist, der sich ohne Weiteres in die Riege der Großkopferten wie Jobs, Gates, Schmidt einreiht. So einen werden wir womöglich auch finden können, der Dank seiner Kontakte und seiner Überzeugung mitschiebt. Macher. Es geht nicht um Kapors, sondern um Macher.
Siehe auch: Basic Thinking und Alles2Null
wie macht sich Basic Thinking?
die Frage bekomme ich so häufig gestellt, dass ich sie auch gerne hier beantworte, um mir wenigstens einige Einzelantworten zu sparen:) Vorab: Die Neuen machen sich auf Basic Thinking zu 99.99% besser als andere Newbie-Blogger.
So schreibt zB Yannick:
Schauen wir uns doch mal an, was bis jetzt geschehen ist: Ein Team wurde zusammengestellt. Größtenteils wohl Redakteure, die u.a. auch auf onlinekosten.de ihr Unwesen treiben; davon wurden bisher zwei vorgestellt. Veröffentlicht wurden bis jetzt ein paar durchschnittliche Artikel, die denke ich wenige vom Hocker gehauen haben. Es ist also nicht sehr viel passiert
Die Erwartungshaltung kann ich oW nachvollziehen. Muss aber dämpfend darauf hinweisen und daran erinnern, dass ich noch keinen Menschen kennengelernt habe, der seine Sache von Beginn so gut macht, dass er in der 1. Bundesliga mitspielen kann, eine Großbank managed, Hitsongs schreibt und großartige Dinge plötzlich erfindet. Es ist nun einmal so, dass wir als Menschen prinzipiell ziemlich lahm darin sind, neue Dinge zu erlernen.
Allerdings haben die Basic Thinker einen gewaltigen Startvorteil: Es handelt sich um Redakteure von Onlinekosten.de, die vom Schreibhandwerk leben und die nun einen Teil ihrer Ressourcen aufs Bloggen verlegen. Daher sind in meinen Augen die bisherigen Artikel nicht ohne Grund weitaus besser als von zahlreichen Newbie-Bloggern. Und nach einigen Gesprächen habe ich erneut eine Erfahrung ausgemacht, der auch bloggende Journalisten ausgesetzt sind. Das Medium Blog verändert auf eine interessante Art und Weise den Zugang zur eigenen Schreibwelt. Das bedeutet? Dass man mit der Zeit eigene Stile und Themenfelder entdecken und besetzen wird. Der Start war schon mal klasse.
Wunder? Die gibts offiziell nur in Religionen und im Fußball. Das übliche Prozedere lautet harte Arbeit und Training.
wie IBM Blogger auf Konferenzen einbindet
die meisten dürften wissen, dass ich auf der Lotussphere in Orlando war, einer traditonellen Konferenz von IBM, die sich um die Lotus-Sparte (Communication/Collaboration Software) dreht. IBM Deutschland hatte mich im Herbst 08 gefragt, ob ich nicht dazu Lust hätte, sie würden die Reisekosten übernehmen. Nach etwas Zögern, denn ich bin seit rund 2-3 Jahren aus dem Thema raus, habe ich dann zugesagt. Zum Glück. Auf das Inhaltliche werde ich auf Buzzriders eingehen. Auf das Organisatorische hinsichtlich der Blogger-Handhabung kann ich hier eingehen.
Zunächste einmal ist die Location exzellent gewählt. Im Winter in Florida. Wo anders weht einem der kalte Wind um die Nase, während man tagsüber in Orlando mit einem T-Shirt herumlaufen kann. Hinzu kommt die Wahl des Hotels, des Walt Disney Ressorts in Epcot. Es ist zwar kein 5-Sterne Luxushotel, aber die Zimmer bieten ausreichend Platz, Erholungsmöglichkeiten gibts genügend und verhungern wird man auch nicht.
Wie viele Teilnehmer hatten die Konferenz besucht? Vom Hören-Sagen her sollen es an die 7.000 Personen gewesen sein. Eine Mischung aus Kunden und Business Partnern. Und Blogger? Schwer zu sagen, es müssten knapp unter 50 sein. Vorwiegend natürlich US-Blogger, die sich mit Lotus-Produkten befassen. Die meisten sind Spezialisten in Lotus Domino, weniger kennen die gesamte Produktpalette wirklich gut (Quickr, Sametime, Connections, usw).
Alle Blogger trugen auf ihrem Badge meines Wissens das Bapperl “Blogger” und “Press/Analyst”. Und hatten damit uneingeschränkten Zugang zu allen Sessions wie auch zu allen Pressekonferenzen. Ebenso konnte jeder Blogger mit den Executives Kontakt aufnehmen. Was übrigens bei Microsoft nicht immer der Fall ist. Mittlerweile ist es quasi ein Standard, dass Blogger auch das Pressezentrum mit allen Vorzügen nutzen dürfen. Darüber hinaus bekamen die Blogger wie auch die Journalisten einen vorgefertigen Terminplan für 1:1, 1:n und n:n Interviews. Das ist etwas, was zahlreiche Konferenzveranstalter so noch nicht handhaben. Meistens lädt man die Blogger ein und lässt sie “halt machen”. Was auch immer dabei heraus kommt, hängt von den Fähigkeiten des Bloggers ab. So war das natürlich ein organisatorischer Augenschmaus, mehr oder minder alles auf dem Präsentierteller geliefert zu bekommen. Man klappt sein Mappe auf, findet alle Termine und Gesprächspartner inkl. Foto und Aufgabengebiet vor. Auch war es kein Thema, sich für spätere Kontaktaufnahmen die Visitenkarte geben zu lassen. Ebenso wurde man aktiv auf Abendveranstaltungen im kleineren Kreis zum Networken und Austauschen eingeladen. So bekam man insgesamt einen guten Einblick von innen, was die Kompetenzen und Leistungsfähigkeit des IBM Personals angeht. Und die Serviceorientierung der Mitarbeiter war exzellent. Nicht einer, der einen als Blogger abschreibt oder schräg anschaut (was hinter meinem Rücken vorgeht, juckt nicht;), wenn man ihn anspricht und um Auskünfte bittet.
Nachdem ich nun einige Konferenzen besucht hatte, muss ich sagen, dass IBM hier die Referenzklasse darstellt, was die Zusammenarbeit mit Bloggern angeht. Ich werde ein Interview mit einer Mitarbeiterin der PR-Agentur Text 100 nachreichen, die für das Blogger-Programm zuständig war. Die für mich nahezu komplette Auflösung der Unterscheidung Blogger und Journalisten ist bezeichnend.
So geht meine Kritik weniger an die Veranstalter, denn an die Blogger. Die in meinen Augen oftmals mehr wie Haus- und Hofberichterstatter agiert hatten, denn einmal mehr hart zu hinterfragen, was Sache ist. Und nicht selten dankbar jede auch nur annähernd nach Scoop riechende Story umgehend in den Äther geblasen hatten.
