Ein weiterer Aspekt neben der ominösen Startseite, der Blogger zuviel Aufmerksamkeit schenken: Die Non-Returning Visitors. Anders gesagt: Die allermeisten Leser sehen über ein Jahr betrachtet Dein Blog einmal und nie wieder. Das ist schade. Wenn der Fokus alleine auf die Befriedigung der Leserbedürfnisse ausgerichtet ist, nicht aber auf die der Verlorenen. Was ich damit meine?

Dazu ein einfaches Rechenbeispiel:
Dein Blog habe eine stolze Stammleserquote von 50%.
10.000 Leser jeden Monat.
5.000 kommen regelmäßig wieder. Top!
5.000 kommen nie wieder.
Das macht im Jahr? 5.000 Stammleser. Und 60.000 Verlorene.
Ist das nun ein erfolgreiches Blog oder ein nicht erfolgreiches Blog? Optimiere ich nun für die Stammleser oder für diejenigen, wo es „eh nichts“ bringt? Es ist klar erkennbar, wenn man nur um wenige Prozentpunkte die Quote der Flüchtenden leicht senkt, wie sich das auf die überproportionale Zunahme des gesamten Besuchervolumens auswirken würde. Macht es denn überhaupt Sinn, etwas dahingehend zu tun, wenn Hopfen und Malz verloren ist?

Wie kommt man an die Flüchtenden heran?
Es gibt 100 Gründe, warum ein Leser nicht wiederkommt. Einige Gründe findet man in der Ecke „nicht ausreichend Gründe geliefert, wiederzukommen“. Meistens liegt es daran, dass der Leser keinen Bock hat, eine Seite zum Dauerabo zu machen. Er hat schon genug um die Ohren im Netz und sein Zeitkontingent nun einmal aufgeteilt. Das Blog passt ihm nicht. Das Design gefällt nicht. Die Inhalte nicht. Und und und und. Es gibt weitaus mehr Gründe ein Blog nicht wiederzulesen. Wozu dagegen anstinken? Wozu was verkaufen, was eh nicht passen wird, im Gegenteil, womöglich sogar noch nervt? Da muss Dein Blog schon sehr geil sein, um zum Stammleser zu werden. Fragt mal herum in Eurem Umfeld, wieviele Seiten ein User pro Tag überhaupt regelmäßig aufruft. Ich habe schon so häufig gehört und in Studien gelesen, dass es nicht mehr als eine handvoll Domains sind. Uffz! Und dagegen soll Euer Blog anstinken?

Gebt dem Leser was er nicht mag
Es gibt eine Möglichkeit, dieser „Verweigerungshaltung“ entgegenzukommen, unendliche viele Blogs in den engen Zirkel der wenigen Seiten aufzunehmen, die der gestresste Zeitgenosse regelmäßig ansteuert. Das Erste ist hinzunehmen, dass der Leser nicht genervt werden mag. Er will eben nicht wiederkommen. Gut. Ok. Es sei ihm gegönnt. Aus 99 von 100 Gründen werde ich nicht den einen positiven Grund zur Wiederkehr finden und ansprechen können. Wenn es um das Blog geht! Das Zweite ist, seinem Konsumverhalten besser entgegenzukommen. Statt ihn mit Brachialmethoden auf das Blog zu zwingen, kommt ihm doch entgegen. Was zieht mehr als ihr selbst? Zwischenmenschliches ist immer ein guter Hauptgrund in Verbindung zu bleiben. Menschen können besser mit Menschen denn mit Inhalten eines Blogs. Mit einem Blog gehe ich keine Beziehung ein. Mit einem Menschen schon. Lasst also mal kurz das Blog bei Seite. Womöglich ist es nicht „Euer Blog“ und die ach so tollen Inhalte. Womöglich seid es Ihr selbst? Wo also kann ich dem Flüchtenden eine Chance geben in persönlichen Kontakt zu bleiben? Wo hält er sich gerne auf? Wo halten sich 30 Mio deutschprachige Nutzer regelmäßig auf (wie hoch ist die Zahl der Social Media Nutzer in D? 70% 80%)?? Wo geht es um Menschen? Bingo? Bingo!

Und nun denkt darüber nach, wo Ihr welche Social Media Buttons einsetzt: Im Artikel? Ok. Am Ende? So machen es alle. Die meisten. Ok. Schön. Und der Flüchtende soll nun etwas liken und sharen, wo er am Abhauen ist? Was ist denn das für ein Quatsch? Natürlich wird er weder liken noch sharen. Aber womöglich will er Euch „liken“? Und, wo ist der Knopf, dem Ihr ihm unter die Nase reibt? Wie, es sind nur olle „sharing“-Artikelbuttons, aber keine Menschen-Knöpfe?

Wo ist also Euer „Personen Social Media Button“ => Wo kann sich der Leser mit Euch in Verbindung setzen? Eventuell will er hin und wieder mit Euch auf Facebook, Twitter oder Xing, LinkedIn oder Google+ kuscheln? Jo mei, dann bietet ihm die Möglichkeit doch an.

Stellt Euch am Ende des Artikels vor. Wie seht Ihr aus? Wie heißt Ihr? Wo finde ich mehr von Dir im Netz? Warum ist es spannend, sich mit Dir auf FB zu vernetzen? Schreibst Du denn hin und wieder auch dort, vielleicht zu anderen Themen und witzigeren Themen, etwas auf Deine spannende, Dir persönliche Art? Wieso steht das nirgends auf 99% aller Blogs so? Du => Da => Spaß haben => gemeinsam! Punkt!

Der Clou ist, dem Flüchtenden nicht das Blog zu verkaufen. Sondern eine persönliche Verbindung in den sozialen Netzen anzubieten. Du bist das Blog! Und nicht umgekehrt.

Blog-Stammleserfischen in sozialen Netzen
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Flüchtender für Dich interessiert, wenn Du Dich interessant machst? Wie hoch ist die Chance, dass er Dich sympathisch findet? Wenn es nur 1% wäre, dann hast Du in den sozialen Netzen pro Monat von den o.g. 5.000 Blog-Flüchtlingen 50 neue Kontakte. Macht pro Jahr 600 neue Kontakte. Klingt nicht viel? Ein jeder dieser Kontakte wird in seiner Timleine früher oder später einen Deiner Verweise auf Deinen Blog-Artikel vorfinden. Womöglich wird er nicht Dein Blog besuchen. Macht auch nichts. Aber Du hast 600 neue Kontaktchancen, dass sie genau dort Deine Blog-Verweise liken, faven, sharen, kommentieren. Und bezogen auf die 2nd degree Netze (deren Freunde) ist das goldig und Gold wert! Wenn auf FB jeder Kontakt selbst 150 Kontakte hat, macht das… rechne selbst.

Und das alles nur, weil man nicht auf das eigene Blog, sondern auf sich abhebt? Menschen lieben Menschen. Menschen hassen Menschen. Ja, natürlich! Seitdem ich auf Buzzriders.com am Artikelende nur ganz grob bisserl was eingebaut habe, mehren sich die Kontaktanfragen spürbar. Und ich erzähle da wenig von mir, ebenso sind die Buttons eigentlich nicht wirklich beschriftet, ohne Aufforderung. Auch das wird optimiert. Mittels welchem WordPress-Plugin: Custom About Author
personelles



Zugriffe auf Artikel: · read: 11677 · today: 3
(Startseiten- und RSS-Zugriffe werden nicht gezählt)

Markieren für die persönliche Google Suche:


Auf Facebook mitteilen: