Wozu braucht ein Blogger Mediadaten und findet man im Netz Beispiele? Was sind überhaupt Mediadaten und wozu dienen sie?

Hierzu die Wikipedia-Definition:

Zusätzlich zum konkreten praktischen Nutzen, wie etwa der Bekanntgabe von Schlussterminen, sollen die Mediadaten auch als Anreiz und Entscheidungshilfe für Werbungtreibende und Werbungsmittler (Werbe- und Mediaagenturen) dienen, um in den jeweiligen Zeitungen oder Zeitschriften Anzeigen bzw. Annoncen zu schalten. Zusätzlich lässt sich anhand der Themenpläne recherchieren, welcher thematische Bezug in den kommenden Ausgaben eines Printmediums geplant ist. (Auf dieser Grundlage können beispielsweise freie Journalisten einzelnen Verlagen ihre Artikel anbieten.) Im Zeitalter des Internets werden Mediadaten auch zunehmend für Internet-Seiten veröffentlicht. Sie enthalten dann unter anderem Informationen über Seitenaufrufe und Nutzerprofile.

mediadatenDamit haben wir auch schon die Antwort, ob ein Blogger Mediadaten anbieten sollte: Ja! Immer? Nein?

Themenausblick: Ob der Blogger einen Überblick über seine künftigen Themen selbst hat, ist nicht immer gegeben. Tatsächlich schreiben Blogger oftmals mehr zufallsgesteuert. Doch wenn man weiß, ob man Messen, Events und Konferenzen besuchen wird, hat man in der Tat eine grobe Ahnung, worüber man in mehreren Monaten schreiben wird. Dazu muss man keine Kristallkugel zu Rate ziehen und sich auch nicht stundenlang den Kopf zerbrechen. Bezeichnen wir es als „Ankündigungsbloggen„. Ihr bietet dem Leser damit eine Vorschau auf kommende Themen. Was nicht ganz unwichtig ist. Wenn Ihr das nun mit einem Newsletter koppelt, kann sich der Leser informieren lassen, sobald sein Thema veröffentlicht wurde. Im anderen Fall, wenn es keine Vorschau gibt (im Fachspeak: Redaktionsfahrplan)? Kann der Leser nur das erblicken, was ihm an aktuellen Blogpostings präsentiert wird. Es kann sein, dass ihm das nicht genügt und er für immer von dannen schwebt. Verpasste Chance! Wie gesagt: Man sollte als Blogger abwägen, ob man überhaupt einen Themenfahrplan aufstellen kann und ob man sich auch daran halten wird. Die Mühe kann sich lohnen. Wenn man allerdings keine Absichten hegt, sein Blog zu optimieren, braucht man auch keinen Fahrplan. Geschenkte Mühe. Tatsache ist und bleibt aber: Ich kenne bis dato kein Blog, das mit einem Themenfahrplan via veröffentlichter Mediadaten arbeitet. Das ist eines der ganz großen Mankos gegenüber den klassischen Medien, die damit schon immer sehr gut getrommelt haben und wir Blogger davon nichts lernen wollten. Weil zu viel Mühe, eh…

Leser und Mediadaten im Sinne eines Fahrplans: Nicht alle Leser wissen, was Mediadaten sind. Demnach Obacht bei der Begriffswahl. Es wird nicht ausreichen, einen Navigationspunkt „Mediadaten“ zu erstellen. Überlegt Euch, wo Ihr dem Leser klar macht, wo eine Vorschau zu kommenden Arikeln zu finden ist. Das kann eine präsente Informationsbox mit den Themenstichpunkten sein und vor allen Dingen einem „Call to Action“-Button = „informiere mich, wenn es soweit ist“. Am Rande sei noch ein kleiner Kniff nicht unerwähnt. Natürlich zwingt man sich mit der Preisgabe eines Themenfahrplans und dem Angebot, Leser terminlich zu informieren, strukturiert und weniger zufallsgetrieben zu bloggen. Man macht sich den Leser sozusagen zum „Blog Watcher“.

Relevanz: Der Leser weiß nicht unbedingt, auf welcher Seite er gerade ist. Ist die Seite denn wichtig? Hat die Seite etwas zu melden? Ist die Seite ein wichtiger Meinungsmacher? Sind viele Leser zufrieden mit dem Angebot? All das sind Aspekte die mit Relevanz und Trust zu tun haben. Ich kann das größte Blog der Welt haben, doch wenn der Leser das nicht unter die Nase gerieben bekommt, wird er das nicht erkennen und bleiben. Auch dazu können Mediadaten gut sein. Ihr könnt demnach aufzeigen, ob das Blog gerne und oft gelesen wird, ob das Blog schon mal prämiert wurde, ob das Blog in irgendwelchen Charts oben steht, ob das Blog von Medien zitiert wurde, ob ihr schon mal Interviews gegeben habt.

Werbekunden: Solltet Ihr Werbeplätze auf Euren Blogs anbieten, wäre es ratsam, Zahlen parat zu haben. Um einem möglichen Werbekunden die Entscheidungsfindung zu erleichtern. Stellt Euch vor, Ihr müsstet jedesmal aufs Neue einen Mediaplan erstellen. Dazu habt Ihr ebensowenig Lust wie der Werbekunde aufs Warten hat. Was aber sollte enthalten sein?

Standards: Es gibt in der Tat Standardformate, allerdings aus der Zeitschriftenlandschaft. Die umfassen natürlich mehr als ein handelsübliches Blog abdecken kann. Muss es auch nicht. Dennoch kann Euch so eine Standardvorlage zwecks Orientierung von Nutzen sein, schaut mal drüber: AMF-Standard für Mediadaten Fachmedien (.pdf) und die dazugehörige Webseite.

Ratsam wären welche Angaben? Die klassische Reichweite werdet Ihr nicht nach AGOF messen können. Denn das kostet ein hübschen Sümmchen, um sich von AGOF tracken zu lassen. Und es frisst kostenseitig Eure Werbeeinnahmen auf. AGOF ist allerdings der Standard, um in der Werbeindustrie vertrauenswürdige Daten zu liefern. Und wenn man eben nicht in AGOF dabei ist? Halb so wild. Einerseits spielt AGOF eine große Rolle bei den riesigen Seiten in Deutschland, worunter Euer Blog nicht fallen wird, wenn es darum geht millionenschwere Werbekampagnen zu streuen:) Andererseits? Es gibt nicht nur die großen, fetten Werbekampganen. Es gibt viele Wege, an Werbekunden zu kommen. Eine Orientierung mit „Ersatzdaten“ ist für den Werbekunden natürlich nützlich, um ersten Kontakt aufzunehmen. Ihr könnt daher Daten wie Besucherzahlen und Seitenaufrufe (die maßgeblichen Größen) Google Analytics entnehmen. Wer allerdings Eure genauen Lesergruppen – denn das wäre ideal zu wissen- sind, bekommt Ihr damit nicht heraus. Ihr müsstet dazu eine Umfrage erstellen. Das Ergebnis kann entsprechend wie beim Werbeblogger dann wie folgt aussehen. Selbstverständlich wären Angaben zu Anzeigenformaten und Preisen eine weitere, nützliche Angabe. Denkt bitte daran, Eure Social Media Daten einzubauen. Oftmals hat das Blog selbst eine begrenzte Reichweite, selbst in der Nische. Allerdings vergisst man dabei sehr schnell Kanäle wie Twitter (Follower), Facebook (persönliches Profil, Gruppen, Pages), YouTube (Abos und Views), GooglePlus (Profil, Gruppen, Circler), RSS Abozahlen, durchschnittliche Shares, Likes und Favs auf die Blogpostings.

Beispiele?
Da es wie gesagt keine Standards für Mediadaten von Bloggern gibt, anbei einige Lösungsbeispiele aus der Praxis, die einen Blick wert sind

– Berufebilder.de mit einem fast schon erzählerischen Mediadatenüberblick, der auch auf die Social Media Daten eingeht
– die besagten Werbeblogger, die auch Charts enthalten, um die Relevanz des Blogs zu vermitteln
MyBeautyBlog und Makeup Beauty enthalten denkbar knappe Mediadaten, aber immer noch besser als nüscht
– das bekannteste Lifestyleblog Whudat arbeitet ebenso mit Charts zwecks Relevanz, aber auch Artikelfrequenz und Social Media Reichweiten
Turi2 bietet sozusagen die Referenzklasse der Mediadaten für Blogger (.pdf) an
– Electrive.net hat in der turi2-Schule gelernt und bietet ein ähnliches Mediadatenmuster an
– Stadt Bremerhaven lässt sich von AGOF tracken
MobileGeeks zeigt nebst einigen Mediadaten auch sehr schön auf, wie und warum das Blog relevant ist


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