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Interview mit Faktor 3 zu ihrem neuen Kunden Microsoft

09.07.2010 / 5 Kommentare

Microsoft Deutschland hat erst kürzlich bekannt gegeben, dass man von nun mit einer neuen PR-Agentur zusammen arbeiten wird: Faktor 3. Da Microsoft eines der führenden und taktangebenden IT-Unternehmen in D ist, ist das natürlich ein Riesending für Faktor 3. Andererseits spannend zu hinterfragen, wie es mit der “Social Media”-Aktivität aussieht. MS ist dahingehend sehr rege – natürlich insbesonders im Heimatland USA – und gegenüber deutschen Großunternehmen ein ganzes Stück weit voraus, was die Öffnung gegenüber diesen Möglichkeiten angeht.

Anbei das Interview, erhofft Euch zu Beginn dieses Geschäfts keine Tiefeneinblicke, die werde ich mit der Zeit näher beleuchten, wenn sich beide Unternehmen aufeinander eingespielt haben und erste Ergebnisse vorweisen. Interessant war übrigens das Reply auf meine Mail-Anfrage. Es kam über einen Tweet von Heiko Lammers rein. Neue Welt, lobe ich mir.
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1. Microsoft hat Euch den Auftrag. Könnt Ihr kurz beschreiben, was diese Aufgabe inhaltlich bedeutet?

Volker Martens, Vorstand FAKTOR 3:
FAKTOR 3 übernimmt als Kommunikationsagentur ab sofort für Microsoft Deutschland die PR-Kommunikation der Corporate-, Consumer- und Business-Themen.

2. Welche Rolle spielt für Euch dabei Social Media, war und ist das ein Faktor in Euren Augen, Microsoft auch dahingehend zu unterstützen?

Volker Martens:
Social Media spielt in der gesamten Kommunikation von und für Microsoft Deutschland eine immer wichtigere Rolle – und daher werden wir als FAKTOR 3 Microsoft selbstverständlich auch in allen Social Media Themen strategisch und kreativ unterstützen.

3. War das auch ein Faktor für Microsoft, Euch zu wählen?

Volker Martens:
Social Media ist ein sehr wichtiges Kommunikationsthema, in dem Microsoft sowohl auf internationaler aber auch auf nationaler Ebene bereits seit langem aktiv unterwegs ist. Im Rahmen der Neuausschreibung haben wir versucht, Microsoft Deutschland neue Anregungen und Ideen zum Ausbau dieses Engagements zu präsentieren. Diese sind vom Microsoft Team sehr positiv aufgenommen worden – insofern war dies auch ein Argument für die Auswahl von FAKTOR 3.

4. Seht Ihr einen zunehmenden Bedarf für Unternehmen, der wachsenden Rolle des Internets und damit möglicherweise einhergehenden Umstellungsanforderungen im Bereich PR gerecht zu werden?

Volker Martens:
Aktuell zu Microsoft Deutschland kann ich wirklich nur sagen, dass dort dieser Wandel fest verankert und auch schon gelebter Alltag ist. Grundsätzlich sehen wir einen Wechsel in der Kommunikation vom klassischen Sender-Empfänger Modell zu einer „Adaptive Communication“, bei der ein permanenter Austausch mit der gesamten Öffentlichkeit statt findet.

5. Wo seid Ihr (FAKTOR 3) in dem Bereich Social Media selbst unterwegs, als Agentur Faktor 3?

Volker Martens:
Action speaks louder than words – schau Dich um, was vor allem unsere Kunden im Web und im Social Media machen – zum Beispiel pizza.de, Fanta oder Dräger.
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Nach Eingang der Antworten habe ich nochmals nachgehakt und gefragt, wo und wie intensiv Faktor 3 selbst im modernen Web unterwegs ist, außer dem Twitter-Account von Heiko und einer Facebook-Page von FAKTOR 3 habe ich nichts finden können auf die Schnelle. Schauen wir mal, ob dazu eine genauere Antwort reinkommt.

Die nächsten beiden Interviews werde ich nach einiger Zeit erneut mit Faktor 3 führen und vorher mit der Microsoft Deutschland Geschäftsleitung. Speziell werde ich auf das Thema Unterschiede in den Social Media Kommunikationsmaßnahmen zwischen der Consumer- und Business-Welt eingehen. Warum nicht klassische PR beleuchten? Ich finde das langweilig. Warum dann aber so auf SM herumreiten und warum Microsoft? Was die Großen vorturnen, hat Signalwirkung auf die gesamte Branche, ganz einfach. Und das Thema – Faktor 3 nennt es Adaptive Communication – Kommunikation mit allen Stakeholdern via Netz steckt noch immer in den Kinderschuhen.

no-Social-Media-Gelaber Workshop bei der Firma Evers

05.05.2010 / 4 Kommentare

Ich hatte mich vor einigen Wochen mit André Schmitz von der Firma Evers bzgl. ihrer Social Media Aktivtäten unterhalten. Die Firma ist recht frisch dabei und während der Gespräche kam uns die Idee, warum wir nicht andere Firmen ebenso mit einbeziehen sollten. Wozu so intensiv über “Wenn und Aber” und “Pro und Contra” unterhalten, was Evers im Netz über die klassische Webseite hinaus tun könnte, es gibt weitere Firmen da draußen, die ähnliche Tasks vor Augen haben und in Teilen schon angegangen sind. Zusammen mit Nicole – mit der ich zusammen Kunden in diesem Bereich berate – haben wir die Idee ausgebaut und verfeinert, einen knackigen Workshop für alle anzubieten. Praxis pur, Verzicht auf Theoriegefasel.

Ergo:
Nicole und ich veranstalten am 26./27.05. einen Praxisworkshop bei der Firma Evers in Oberhausen. Im Rahmen dieses Workshops gehen wir von den Problemstellungen der Firma Evers im Bereich Social Media aus und werden zusammen mit den Teilnehmern des Workshops Lösungen erarbeiten. Unter anderem werden Felix Ahlers (Frostablog), Kirstin Walter (Saftblog), Jan Tißler (T3N, Upload Magazin) und Alexander Kahl (Alex-Kahl.de, der ein Video zum Workshop machen wird) an Bord sein, um den Erfahrungsaustausch zu intensivieren.

Auf unserem W2N-Blog findet Ihr ein Interview mit der Firma Evers und einen weiteren Artikel mit Background-Infos zum Praxis-Workshop. Wenn Ihr Leute kennt, für die der Workshop spannend wäre, meldet Euch bei Nicole oder mir.

der SM-Alltag

25.02.2010 / 15 Kommentare

die Webavantgarde hat mittlerweile eine Reihe von Lieblingswerkzeugen, um sich zu treffen und auszutauschen. Ich würde gerne diese Spielplätze vorstellen und was man dort üblicherweise so macht:

1. Twitter
- eigene, öffentliche Tweets schreiben
- Direct Messages senden / beantworten
- fremde Tweets der Follower lesen
- ggbfl. re-tweeten, sprich weiterleiten an die eigenen Follower
- neuen User zuhören (“followen”)
- User, die einem selbst zuhören abklopfen, ob es Spammer sind (“blocken” / als “Spam melden”)

2. Bloggen
- neue Quellen auftun
- ggbfl. in RSS Reader packen
- eigene Artikel schreiben
- fremde Blog-Artikel lesen
- Spam-Kommentare entfernen
- als fälschlich identifizierte Spam-Kommentare freigeben
- Kommentare lesen
- Kommentare beantworten
- Trackbacks und Pingbacks (Zitatverweise fremder Blogs im Kommentarbereich) folgen
- Mails beantworten
- Abmahnungen abwehren

3. Facebooken
- Freundschaftsanfragen beantworten
- neue Freundschaftsanfragen stellen
- Freundschaftsanfragen ignorieren
- Einladungen zu Events bestätigen, ablehnen oder ignorieren
- Einladungen zu einer Page oder Gruppe bestätigen oder ignorieren
- Updates von Fan Pages lesen
- Status Updates Dritter kommentieren oder “liken”
- eigene Status Updates posten
- Einladungen zu Facebook-Spielen bestätigen oder ignorieren
- private Nachrichten schreiben
- private Nachrichten lesen
- Hühner versorgen (Farmville)
- Leute umbringen (Mafia Wars)
- Buddies zum Geburtstag gratulieren (über die Anzeige der Geburtstagsliste;)

4. Xing
- Kontaktanfragen bestätigen oder negieren, überlegen, warum es keinen ignore-Button gibt
- eigene Kontaktanfragen erstellen
- Status manuell Updaten
- Profilfelder anpassen, um Status Updates zu generieren
- Einaldungen zu Forengruppen bestätigen oder löschen
- In Foren neue Beiträge posten
- In Foren neue Beiträge Dritter lesen
- Forenbeiträge kommentieren
- Beweisen, dass man der bessere Experte ist
- Fremde Profile im ausgeloggten Zustand besuchen, wieder einloggen danach
- Einladungen zu Terminen bestätigen, ablehnen oder “vielleichten”

5. Google Buzz
- Neuen Kontakte zurückfolgen
- Neue Buzzes lesen
- Eigene Buzzes posten
- Buzzes kommentieren
- Updates kontrollieren
- tolle Fotos verlinken
- verzweifelt intelligente Buzzes überlegend
- über Sinn von Buzz argumentieren “wird es morgen leben”

Prokastrinieren nenn ich was anderes:) Diese Tätigkeiten sind eindeutig unterschätzt. Hausfrauen haben ein schlechtes Image angesichts ihres Arbeitsaufwands. SM Hausfrauen sind noch schlimmer dran, wie man sieht.

zittern jetzt alle Social Media Berater?

19.02.2010 / 50 Kommentare

amüsiert habe ich den Beitrag vom Don Alphonso in der FAZ gelesen, aber auch seinen Nachtisch-Beitrag auf seinem Blog “Blogbar“. Wenn man beide Beiträge auf die Kernaussagen eindampft, geht es um Folgendes:

1. SM Berater setzen auf einen bloßen, bedeutungslosen Hype, den sie den Firmen verkaufen (á la “Bloggen ist cool, weil Bloggen cool ist”)

2. SM Berater haben es selbst nicht auf dem Kasten, wie können sie dann etwas vorbraten, von dem sie keine Ahnung haben

3. der SM Kuchen ist kein Wirtschaftszweig, sondern ein Wirtschaftskrümel, für den Firmen kaum Budget bereit stellen, damit sei per se die Bedeutungslosigkeit der SM Berater bewiesen

4. Wirklich reden -im Sinne eines wie auch immer gearteten Gesetzes- wollen die Unternehmen im Rahmen von Social Media mit den Kunden nicht, das Gespräch ist lediglich ein unwichtiges Vorspiel zur eigentlichen Kauf-Mich-Botschaft. Sie senden nach wie vor einbahnstraßig, daran wird sich nix ändern. SM Beratung sei auch daher reine Makulatur.

Kann ich das unterschreiben? Nö, die Argumente sind langweilig und lahm, da sie grundsätzlich keine Erkenntnisse bieten. Man kann sie auch noch so laut herausschreien, das macht sie nicht interessanter. Die Schreibe selbst ist klasse, aber das ist ja nur die Verpackung, für Verpackungen interessiere ich mich allerdings nur sehr eingeschränkt.

Tatsache ist, dass wir in allen Bereichen seit jeher lernende Wesen sind, die durch einen immer wiederkehrenden Kreislauf herumprobieren, lernen und verbessern. Die ersten Autos waren nach heutigen Maßstäben Schrott. Damals mögen die ersten Nutzer begeistert gewesen sein. Die heutigen Autos werden in 50 Jahren als ein Haufen technischer Schrott gelten. Die ersten Tageszeitungen waren Müll, die ersten Computer waren Müll, die ersten Blogs waren Müll, usw usf etcpp. Don Alphonso hat ebenso wenig einen blassen Schimmer wie alle anderen auch, wo es hingeht, wie wir etwas wann wo und warum nutzen werden. Das zum grundsätzlichen Prinzip von Trial-Error. Wer nicht ausprobiert, bleibt stehen. Wir können per se den menschlichen Antrieb, ständig Neues zu erforschen, in Zweifel ziehen, dann müssten wir aber unsere Natur ändern, das geht aber nicht.

Wenn man demnach Social Media als etwas Neues definieren möchte, stellt man schnell fest, dass es einerseits etwas sehr Diffuses ist. Andererseits stellt man fest, dass es weltweit einen Haufen Versuche gibt, aber keiner den Stein des Weisen gefunden hat, systematisch in diesem Bereich vorzustoßen. Wir testen, lernen, verbessern. An manchen Stellen sind wir schon wesentlich weiter, an vielen Stellen noch nicht besonders weit gekommen. Und kommt wesentlich unaufgeregter daher, als man denkt.

So braucht mir ein Don Alphonso nix vom Krieg zu erzählen, was man mit einem technischen Vertreter aus der Gattung Social Media – Blogs – nicht anstellen kann und dass Unternehmen=Kunden davon nichts haben. Sie haben einen Nutzen, Punkt. Glaubensfrage? Von mir aus, doch juckt mich das wenig, wenn andere nicht wissen, wie es geht und in Glaubensfragen abdriften müssen. Kein Hexenwerk, keine rocket science. Es ist “lediglich” Arbeit én Detail, zu 90% Handwerk, der Rest ist bisserl Zauberei und Neues. Beispiel? Eins der popeligsten Kostenrechnungen ist dabei der Vergleich zwischen inhouse Bloggen und Kosten für SEO und externalisierter SEO-Leistungen. Selbst wenn man einen Blog-Schreiber internalisiert, statt auf bestehende, interne Ressourcen zurückzugreifen, ist es unter dem Strich berechenbar, was effektiver und günstiger ist. Mal SEO wie seit jeher, mal Bloggen, mal ein Mix. Alternativkostenrechnungen sind seit anno domini nix Neues, dafür brauche ich keinen Social Media Philosophiekurs zu belegen, in irgendwelchen Gesetzesbüchern von Social Media zu wühlen oder einen Don Alphonso zu lesen, was nicht geht angeblich. Wie, Bloggen als Kosteneinsparung statt als Revolution in der unternehmerischen Kommunikation? Es ist eine unaufgeregte Betrachtung, ein Aspekt, was man mit Blogs recht einfach anstellen kann. Kosten einsparen. Ausprobieren, lernen, umsetzen, verbessern. Thats all. Und, wo ist das Problem? Gar keins, es ist ein simpler Vorgang. Nur darüber lässt sich schlecht herumschreien und palavern. Ist das denn noch Social Media dann? Was kümmert mich das, wie etwas einsortiert werden will?

Warum tun sich dann die Unternehmen so schwer mit all dem angeblich wunderbar, einfach zu verwendendem Social Media Dingenskirchen? Steht oben, in Unternehmen sitzen Menschen. Welch ein Wunder. Menschen lernen und sind per nicht schlau genug, Neues von Beginn an effektiv zu nutzen. Auch kein Wunder. Manche Organisationen lernen schneller, manche langsamer, manche gar nicht. Normal, seit jeher, auch nix Neues. Manche entdecken und schaffen sich einen Nutzen, verschieben Ressourcen peu á peu, manche kriegen es nicht heraus und verfahren mit ihren Ressourcen auf die gewohnte Art, was auch nicht viel schlechter ist. So kommen dann auch die ollen Sprüche zu Stande wie “Unternehmen haben auch bereits vor Social Media existiert, sie brauchen es also scheinbar nicht”. Ja und, was ist das denn für ein bescheuertes Argument? Vor Einführung der Autos sind Kuriere mit Pferden durch die Gegend geeiert und haben sich den Boppes wundgeritten. Man hat so oder so die Message überreicht. Werden demnach Unternehmen übermorgen nicht mehr existieren, weil sie Social Media nicht nutzen? Woher soll ich das denn wissen? Viele Wege führen nach Rom. Per se einen von vornherein auszuschließen, ist dumm.

Sind nun SM Berater per se doof und haben nix auf dem Kasten? Übliche Antwort: Das kommt darauf an, wer wie gut ist. Erweiterte Antwort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Berater ist. Für eines ist er meistens immer gut: Er verkürzt die Zeit, Unternehmen etwas Neues aufzuzeigen, was Bares wert ist. Was die Unternehmen damit inhouse anstellen, hängt von den Machern intern ab, wie lernfähig und gut diese sind. Daran ändert weder ein DonA noch ein SM Berater nix. Also schon wieder Kosten? Sorry, dass Betriebswirtschaft so langweilig ist:)

Für eins war Don Alphonsos Beitrag für mich persönlich gut: Er ist anregend, knackig geschrieben und hat im besten Sinne amüsiert.

Social Media hier, Social Media da, Social Media everyhwere

09.02.2009 / 11 Kommentare

mit einem gewissen Timelag gehört es wohl nun zum guten Ton, dass jede PR- und Marketingagentur landauf landab, aber auch SEOs “Social Media” im Angebotsportfolio haben. Was auch immer das sein mag, erklärt das Erklärbärvideo der berühmten Erklärbären von Commoncraft


via karinjanner.twitter

Passend dazu ein Interview mit Nico Lumma, der nun bei einer PR-Agentur arbeitet und sich um dieses Thema kümmert: Nico Lumma im Interview zu Social Media (Massenpublikum Blog).

An und für sich, mal abgesehen vom Buzzword, handelt es sich um das Ausnutzen von technischen Instrumentarien, um mit Kunden reden zu können. Heute schon gesocialmedialed worden? :))