die Frage taucht immer wieder bei Bloggern auf. Es hilft vielleicht, wenn man das in Ruhe aufbröselt und die einzelnen Besucherquellen näher betrachtet. Auch unter entscheidungsorientierten Aspekten. Wenn man versteht, woher die Besucher kommen, versteht man eventuell im Folgeschritt auch, was man als Blogger tun kann. Ein Hinweis am Rande: Ich habe eine Umfrage per Facebook Questions gestartet. Schaut mal vorbei. Kann aber gut sein, dass Ihr das nicht einsehen könnt, wenn Ihr Questions noch nicht freigeschaltet habt.

0. Besuchtertypen:
Es gibt wiederkehrende Besucher, es gibt einmalige Besucher und es gibt sporadisch wiederkehrende Besucher. Halten wir das für später fest.

– Wiederkehrende Besucher kann man als Stammleser betrachten. Die Dein Blog kennen und schätzen, Deine Inhalte regelmäßig wahrnehmen. Womöglich haben sie Dein Blog per RSS abonniert.

– Einmalige Besucher sind auf Dein Blog gestoßen, haben den Inhalt kurz wahrgenommen und verschwinden in den Untiefen des Webs wieder. Sie haben sich in der Regel weder Deinen Blog-Namen behalten noch werden sie sich an den Inhalt Wochen später erinnern.

– Sporadisch wiederkehrende Besucher stoßen über verschiedene Quellen, in der Regel über Twitter und Social Networks, auf Dein Blog. Sie nehmen zwar Dein Blog wahr, namentlich, doch kann man sie nicht als Stammleser bezeichnen.

Wie gesagt, halten wir diese Unterscheidung für das Weitere fest. Kommen wir nun zu den Besucherquellen.

1. Quelle: Google
Diese Suchmaschine dominiert den deutschen Markt mit Abstand. Blogs bekommen über diese Suchmaschine bis zu 90% und mehr an Traffic gegenüber anderen Suchmaschinen (Yahoo, Bing, Ask). Man kann auch sagen, dass Google mit die wichtigste Quelle für neue Besucher ist. Es ist daher nicht doof, diese Quelle näher zu betrachten. Besucher, die über Google kommen, sind größtenteils als durchlaufende Posten zu betrachten. Oben haben wir von „Einmaligen Besuchern“ gesprochen.

Wie ist das zu verstehen? Jedes Blog verzeichnet einen gewissen Besucheranteil über Suchmaschinen. Manche Blogs kommen auf eine Quote von 10%, andere sogar auf +90%. Anders gesagt: Von 100 Besuchern kommen 10-90 Besucher über Google. Diese Besucher stoßen auf Dein Blog zum ersten Mal. Mein Blog bekommt rund 30% seines Traffics von Google. Ein Spieleblog, das ich zum Thema World of Warcraft betrieb, kam auf rund 85%. WoW war ein heißes Thema, vielfach im Netz gesucht. Wie [löse] ich [etwas] im [Spiel], war die Frage der Google-Besucher. Basic Thinking kam auf 40%-45%, da es in 12.000 Artikeln nicht selten um technische Konsumententhemen ging.

Steigt Dein Besucherstrom damit von Monat zu Monat um diesen Suchmaschinenanteil? Nein! Wenn 90 von 100 Besuchern im Vormonat über Google kamen, werden den Folgemonat eben nicht 90+90 Besucher über Google auf Dein Blog kommen, so dass Du dann 190 Besucher hast (100+90). Warum nicht? Ein sehr geringer Bruchteil der Google-Besucher konvertiert zu wiederkehrenden bzw. wenigstens zu sporadischen Besuchern. Resultat = Dein Besucherstrom über Google bleibt mittelfristig (3-6 Monate) ungefähr gleich, wenn Du keine weiteren Artikel veröffentlichen würdest, alles gleich bleibt. Allerdings, Besucher ist Besucher. Man kann die Besucherzahlen über Google steigen, ebenso dafür Sorge tragen, dass die Besucher zu Lesern konvertieren, mindestens aber mithelfen, auf das Blog hinzuweisen. Dafür kann man drei simple Maßnahmen treffen.

Google: Was kann man tun?
1. Um den Besucheranteil über Google zu erhöhen, kann man zunächst darauf achten, wie man die Artikelüberschriften setzt. Es schadet nicht zu überlegen, wie wohl der Google-User tickt, wonach er sucht und was er dabei eintippt. Liest Euch am besten dazu den T3N-Artikel durch: „Die besten Tipps für erfolgreiche Überschriften„. Das ist die simpelste Methode, Google-User besser zu bedienen.

Abseits der zahlreichen SEO-Arien, die man darüber hinaus vornehmen kann, um das Blog Google-freundlicher zu gestalten. Ich selbst benutze das WordPress-Plugin „All in one SEO Pack„, da ich aber kein SEO bin und nicht sonderlich auf Google achte, vermag ich nicht zu sagen, ob es hilft. WordPress als Blog-System ist von Haus aus schon Google-freundlich gestrickt. Ich kann Euch nur sagen, dass die Überschrift eines Blog-Artikels für Google zentrale Bedeutung hat.

2. Google-Besucher kann man freundlich um Mithilfe bitten. Es ist das berühmte -aber von Bloggern selten genutzte – „wenn Dir dieser Artikel gefallen hat…“-Hinweis. Im Hinweis steht neben der Bitte zur Mithilfe die Aktionsmöglichkeit. Welche das sind? Mail und „share on Twitter+ Facebook“. Den Mail-Button sollte man nicht unterschätzen. Ebenso wenig den expliziten Hilfehinweis. Nur der „like-„Button und „share on twitter“ allein ist wichtig, aber nicht hilfreich genug. Das Gleiche gilt für wiederkehrende und sporadische Besucher auch. Die Affinität zur Mithilfe hängt einerseits vom Wert des Inhalts ab, aber auch vom Besuchertypus. Tendentiell wird der Besuchertypus affiner sein, der Dein Blog eher kennt. Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass Google-Einmalbesucher nicht hilfsbereit sind. Hilfe ist stets als Eigenhilfe zu verstehen. Sie – die Besucher – helfen Dir nicht, sondern sie helfen ihrem Umfeld aus sozialen Gründen der eigenen Anerkennung und der in ihnen ruhenden Hilfsbereitschaft per se, um Dritte auf Deinen Inhalt zu verweisen.

Beide Maßnahmen – der Hilfehinweis und die bessere Artikelüberschrift – tragen dazu bei, dass Dein Blog da draußen an Wahrnehmung gewinnt. Damit auch unter dem Strich an Zulauf. Es gibt eine dritte Maßnahme, die man einfach nur verstehen, aber nichts weiter groß dran drehen muss.

3. Artikelmenge erhöhen:
Ein Blog, das gerade erst gestartet hat, verhält sich hinsichtlich Google selbstverständlich anders als ein Blog, das schon zwei Jahre auf dem Buckel hat. Die Menge der Artikel ist hierbei als Summe der Chancen zu verstehen, dass Dir Google neue Besucher liefert. Ich bezeichne es gerne auch als Landeplätze. Tausend Landeplätze bieten größere Aussichten auf Google-Besucher denn zehn Landeplätze. Wer kontinuierlich Artikel schreibt, bei den Überschriften auch an Google-Besucher denkt, die Hilfehinweise sichtbar platziert, wird mit der Zeit zwar nicht unbedingt den Anteil der Besucher über Suchmaschinen steigern (vom Gesamtbesucherstrom), dafür aber die Menge an Google-Besuchern erhöhen. Wer zu Beginn gerade mal 10 Google-Besucher pro Woche hatte, wird nach einem Jahr auf 100 pro Woche kommen. Nicht jeder Artikel trifft den Google-Nerv, nicht jeder Artikel wird von Google recht weit oben in den Trefferlisten einsortiert (auf die Frage bin ich bewusst nicht eingegangen), aber mit der Zeit summiert sich das über die Artikelmenge recht hübsch auf.

4. Konvertierung
Google-Besucher kann man ohne Weiteres als Einmalbesucher bezeichnen. Die Chance, dass die wiederkommen, ist recht gering. Dennoch kann man auch hier mit recht simplen Maßnahmen die Chance erhöhen. Wie? Es ist eine Summe von kleinsten Maßnahmen! Platziert sichtbar den Themenschwerpunkt Eures Blogs. Beschreibt Euch als Experte zu dem Thema. Liefert ein Bild mit. Platziert sichtbare Backlinks zu Eurem Twitter- und vor allen Dingen Facebook-Profil bzw. zu Eurer Facebook-Blog-Page. Die Summe trägt dazu bei, dass ein Google-Besucher zum sporadischen bzw. wiederkehrenden Besucher konvertiert. Bietet Ihr dem Besucher keine dieser Maßnahmen bleibt die Chance gleich mies.

5. Macht Google Sinn?
Halten wir soweit fest: Google-Besuchern kommt man mit einer besseren Artikelüberschrift entgegen, mit der steigenden Artikelmenge und den Hilfehinweisen. Obacht: Ich hatte es bereits angedeutet, wer jedoch mit seinem Blog keine Google affinen Themen belegt und es Google schwer macht, die Inhalte überhaupt irgendwie einzusortieren, wird an Google keinen Spaß haben. Wenn Ihr wissen wollt, ob Euer Blog überhaupt einen gewissen Google-Faktor in sich birgt, sucht im Netz nach „Internetstudie“. So werdet Ihr auf die ARD/ZDF Internetstudie stoßen oder andere. In diesen Studien wird Euch aufgelistet, wonach Menschen gerne suchen, was sie gerne im Netz machen. Deckt das Euer Blog in Teilaspekten ab? Ebenso könnt Ihr das Google Webmaster Tools aufrufen, das liefert Euch Einblicke, wonach die User suchen und wann sie dabei auf Euer Blog gehen. Und drittens, Ihr könnt Google Insights verwenden, um sich über die Suchvolumina zu Euren Themen klar zu werden.

Soweit der erste Teil des Artikels. Kommt Ihr damit bis dahin klar? Im nächsten Artikel werde ich auf die Besucherquelle 2 eingehen.

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