Social Media Newsrooms sind was?

Der Social Media Newsroom vereint die unterschiedlichsten Online-Aktivitäten einer Organisation oder eines Unternehmens auf einer übersichtlichen Website. Mit dieser Weiterentwicklung klassischer News- und Pressebereiche im Internet sollen insbesondere die Autoren von nutzergenerierten Inhalten wie Weblogs mediengerecht angesprochen werden, aber auch die Mainstream-Medien.

Es folgt dem Gedanken der besseren Zugänglichkeit, Aggregation und Weiterleitung von Informationen. Nicht gerade unwichtig im Internet. Bisherige Lösungen im Bereich SM-Newsrooms sind hierbei weder standardisiert noch sind sie ideale Träger von zusammengefassten Informationsübersichten. Aber immerhin ist es ein Ansatz.

Kurzer Schlenker zu S21: Die Protestbewegung hat zu einer interessanten Meinung geführt. Dass sich künftige Großprojekte nur noch unter einer proaktiven Einbindung aller Beteiligten, damit natürlich auch der Bürger realisieren lassen. Ein Projekt, viele Betroffene.

Wenn man das Prinzip „ein Projekt, viele Betroffene“ auf die allgemeine Politik überträgt und über das Muster Social Media Newsroom legt, kommt man auf interessante Möglichkeiten, die sich daraus eröffnen.

Annahme: Jeder politische Entscheidungsträger wird dazu verpflichtet, seine persönliche Entscheidungsfindung und Grundlagen digital verschriftlicht nach einem bestimmten Standardmuster offen zu legen. Die Begründungen werden an einer Stelle gesammelt und offen gelegt. Wenn sich demnach die Politik entscheidet, eine neue Autobahn zu bauen, sind sowohl die Entscheidungsgrundlagen wie auch Entscheidungsannahmen offen zu legen.

So könnte jeder Bürger bei Interesse auf der kommunalen, Landes bezogenen und bundesweiten Ebene Entscheidungen nachvollziehen. Und man hat demnach eine Plattform geschaffen, die den informativen Normen Zugänglichkeit, Aggregation und Weiterleitungsfähigkeit Genüge trägt. Erst dann hat man auch eine Chance geschaffen, dass sich der Bürger einen Überblick verschaffen kann, vor allen Dingen informieren kann.

Status Quo
Heutiger Stand der Dinge? Keine einzige Partei bietet meines Erachtens nach ein Sammelwerk, das diesen Anforderungen gerecht wird. Vieles ist reines Stückwerk. Hier eine Webseite mit News eines Politentscheiders, da ein Blog, dort ein Forum, drüben eine Art Social Network, aber nichts Gemeinsames. Zudem ist es auch nicht einmal gewährleistet, dass überhaupt ein Entscheidungsträger seine Entscheidungen offen legt und erklärt. Wenn er denn überhaupt publiziert. Vielleicht bin ich zu radikal, aber in meinen Augen muss jeder politische Amtsträger seine Entscheidungen erklären, öffentlich. Leider gibt es hier keine Vorgaben.

Individuell publizieren, standardisiert Einsammeln
Wer das politische Engagement von Bürgern steigern möchte, muss zwingend darüber nachdenken, wie er die Bürger besser und schneller informiert. Das Informationsmuster muss standardisiert sein, sonst sucht man sich bei jeder Anlaufstelle den Wolf und es dauert sehr lange, bis man eine Übersicht bekommen hat. Zuviele Anlaufstellen sind nichts Schlechtes noch Schlimmes. Die Funktion eines Social Media Politrooms ermöglicht es, diese Anlaufstellen anzuzapfen, ohne das der Einzelne seine Publikationsplattform aufgeben muss.

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