Schon lustig. Oder nachdenklich.

Manche von euch, die mir im Netz begegnen, seit und vor vielen Jahren, haben Kinder bekommen, manche eurer damals noch kleinen Kinder sind schon halb flügge. Andere wurden Tanten, Onkels, gar andere haben schon Enkel mittlerweile. Manche von euch kenne ich noch als Studenten, die später ihre ersten Jobs bekamen und heute selbst ArbeitgeberInnen sind. Manche kenne ich von Wohnort zu Wohnortwechsel, von Partner zur Scheidung zur erneuten Heirat. Manche kannte ich laut und heute still. Manche links, heute rechts und umgekehrt. Manche waren gesund und wurden krank und wieder gesund. Manche kannte ich unglücklich, heute glücklich. Klar, auch das finale, manche weilen nicht mehr als Mensch unter uns, fast vergessen. Manchen war ich näher, heute sind sie im Nebel der Online-Pfade entschwunden, wo andere dafür wieder auftauchen. Manche waren jung und heute ergraut vor Leben.

Komisch das. Dies ist das normale Leben heute? Dennoch kenne ich die allerallermeisten kaum. Sie mich nicht. Obgleich wir uns bereits ein gefühlt halbes Leben begleiten. Teilweise in sehr intimen Momenten insofern öffentlich intim sein kann. Das Leben ist es aber, sehr intim zu uns. Vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich haben wir nie ein persönliches Wort verloren bzw. gewonnen. Ist das dieses Online? Noch flüchtiger als das normale Leben.

Und auch das ist wahr, wenn ich es mir durch Kopf und Bauch gehen lasse: Manche habe ich mitgenommen in mir, die mich oder durch ihr Erlebtes verändert, geprägt oder einen winzigen Drall mitgegeben haben. Dennoch kennen wir uns kaum. Erstaunlich.

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