Grundthema: Wie wirken Blogs auf neue Besucher, woran erkennen sie, dass ein Blog kompetent und profund Themen aufbereitet? Erstaunlicherweise kann Werbung helfen, einen positiven Eindruck zu vermitteln.

Werbung auf Blogs ist ein merkwürdiges Ding. Es kann auf der einen Seite sehr nervig sein, so zum Beispiel monströse Layerwerbung von 1&1, wo man den Off-Schalter verzweifelt sucht. Allerorten blinkende Banner, miese Qualität. Störende Banner mitten im Content, allen voran Google AdSense. Kaufen sie Bankprodukte, Versicherungsprodukte, mieten sie einen PKW. Wir kennen das alles. Das sind kaum förderliche Indikatoren für neue Leser, ob ein Blogger etwas auf dem Kasten hat.

Anders sieht es jedoch aus, wenn der Blogger Banner seriös platziert, eben nicht aufdringlich und zudem für seriöse Firmen mit einem gewissen Bekanntheitsgrad geworben wird. Es ist für mich ein Unterschied, ob ein Autoblogger doofe Mietwagenvergleichs-Banner aus Affiliate-Programmen bewirbt – die er selbst aus einem riesigen Pool an Affiliate-Partnern via Zanox rausgepickt hat – oder auf seinem Blog renommierte Hersteller von außen erkennbar direkt werben. So komisch es sich auch anhören mag, aber es ist eine Art von Gütesiegel. Wie gesagt, das wirkt nur dann positiv, wenn es der Blogger zu vermitteln versteht, dass diese Banner nicht beliebig für jeden Blogger zu haben sind.

Sprich, es gilt nicht nur, Werbeplätze an Firmen zu verkaufen, sondern auch dem Leser klar zu machen, warum die Werbung für das Blog spricht.

Hat ein Blog keine Werbung, muss ich als neuer Leser auf herkömmliche Signalmuster zurückgreifen, um es einzusortieren. Layout, About Me (Expertise), Inhalt, Nutzwert, Alter, weitere Signale.

Klar ist, dass ein ausgeprägtes Watchdog – das stets das Grundböse in Unternehmen vermutet – diese Möglichkeit mit Werbung Kompetenz auszustrahlen, verwehrt ist. Es kann höchstens mit Leser-Testimonials trommeln á la „es hat uns vor dem Deibel bewahrt“. Oder mit der Zahl der Abmahnungen und erfolgreichen Gerichtsverhandlungen wedeln. Zugleich kann es mit Werbefreiheit werben, um sich bewusst unabhängig darzustellen (Guttenberg-Effekt).

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