Spin.deSpin.de ist ein Service, den man ohne Weiteres als Social Network bezeichnen kann. Nur, mit dem Unterschied zu den bekannten Größen im deutschen Netz (Facebook, VZ-Netze, Wer Kennt Wen), dass es nie gebuzzed wurde, in der Presse so gut wie keine Berichte zu finden sind. Dennoch existiert es. Seit 1996.

Laut eigenen Angaben (Mediadaten) kommt die Seite auf 750 Mio Seitenaufrufe pro Monat, 16 Mio Visits und man will rund 1 Mio aktive Nutzer haben. Mehr als die Hälfte der User sind unter 24 Jahre alt.

Warum ist Spin.de über die Jahre auf 1 Mio aktive Nutzer angewachsen? Wie hält sich eine Plattform über eine so lange Zeit? Und das ganz ohne medialen Buzz. Gerade im Zusammenhang mit Social Networks hört man immer wieder, das alles sei eine temporäre Erscheinung, die eher über kurz als über lang als „Hype vorbei“ sein wird. Mitunter mutet das mediale Flattern natürlich etwas übertrieben an, doch das heißt nicht im Umkehrschluss, dass dies den User überhaupt interessiert, was da hochgeschrieben wird.

Über die Jahre hinweg hat die Firma (mit heute 40 Mitarbeitern) das gesamte Produktangebot stetig gepflegt und erweitert wie auch komplett neue Module eingebaut. Beispiel: Die Einführung von Blogs. Eigentlich macht die Firma das, was jede Firma macht: Sein Leistungsangebot anpassen, mit der Zeit gehen. Schaut Euch am besten dazu die Beschreibung in der Wikipedia an.

Was auffällt? Die eigenwillig anmutende Verifikation einer Person:

Seit Sommer 2010 kann sich ein Benutzer auf freiwilliger Basis einer Profilprüfung unterziehen, um sich seine Echtheit bestätigen zu lassen. Hierzu kann der Benutzer ein eingescanntes oder abfotografiertes Ausweisdokument sowie ein Selbstportrait hochladen, auf dem die Person einen Zettel mit einer bestimmten Zahlenkombination hochhält. Ist auf dem Lichtbild des Ausweisdokuments und dem zweiten Portrait offensichtlich dieselbe Person abgebildet, so erhält der Benutzer den Status „geprüfter Nutzer“. Die eventuelle Freischaltung erfolgt durch die Administratoren der Community. Das Ausweisdokument wird direkt nach der Prüfung gelöscht und das Portrait nicht öffentlich im Profil angezeigt.

Nicht nur in der Produktentwicklung hat die Firma Fortschritte gemacht, auch hat man einen prima Vertriebshebel gefunden, der den Mangel an Presseberichterstattung wettmacht. Man hat mit regionalen Radiosendern kooperiert und entsprechende Subcommunities aufgebaut. So hat man beispielsweise für den bekanntesten Privatsender Hessens – Hit Radio FFH – die Seite http://ffh.spin.de/ für deren Hörer auf die Beine gestellt: „Unsere Online-Community für Hessen – Freunde kennenlernen, Chat, Online-Spiele und mehr“. Im Moment (Samstag, 13:30 Uhr) sind knapp 20.000 User online.

Wie verdient nun Spin.de Geld? Die Einnahmequellen basieren auf vier Quellen:
1. Bezahlte Mitgliedschaften mit erweiterten Möglichkeiten
2. Werbung und
3. Verkauf virtueller Geschenke
4. Aufbau, Betrieb und Vermarktung von Social-Networks

O-Ton des Gründers laut Presse-Profil:
„Communities sind ein langfristiges Geschäft. Das Vertrauen der Nutzer muss man sich jeden Tag neu verdienen. In der Entwicklung braucht man viel Gespür für soziale Effekte und darf nie stehen bleiben. Das ist genau unser Ding und davon profitieren unsere Nutzer, unsere Partner und unsere Werbekunden”, so Schmid. SPiN schreibt als unabhängiges, inhabergeführtes Unternehmen seit Jahren schwarze Zahlen.“

Ergo?
Angebote wie Spin.de brauchen nicht unbedingt den medialen Buzz wie andere Seiten, um vernünftig und dauerhaft zu wirtschaften. Ebensowenig kann man nun nach 15 Jahren sagen, dass im Internet Angebote 1 Tages-Fliegen sein müssen. Ganz klar sticht die Fähigkeit zur Anpassung der Produktpakete und die Bereitschaft, Einnahmemöglichkeiten zu justieren heraus.

Wollt Ihr Details zu den Produkten von Spin haben?
Die erklärt Euch Frank Rösch: Spin – Mehr als nur ein Netzwerk!