Nachdem wir in „Blog Businessplan Teil 1 – Vorbereitungen“ auf den ungefähren Inhalt und Nutzen eines Businessplans eingegangen sind, steigen wir mit unserer Protagonistin „Gerda“ in ihr geplantes Blog ein.

Zunächst zu Gerda selbst: Sie ist um die 30, lebt zusammen mit ihrem Mann – nennen wir ihn Peter – in Berlin, der Vollzeit angestellt ist, sie arbeitet halbtags bei einer Bank im Innendienst. Mehr müssen wir ob Gerdas Lebensumständen zunächst nicht wissen.

Was hat Gerda vor? Sie geht seit einiger Zeit mit dem Gedanken schwanger, ein Blog rund um das Thema Haushalt zu starten. Warum? Weil sie sich für das Thema brennend interessiert. Gerda ist ein sehr häuslicher Mensch, der Familie und Haus immens wichtig sind. Wenn man so will, ist alles rund um den Haushalt ihr Hobby. Wann immer sie kann, liest sie im Netz über Einrichtungsideen, Hauswirtschaft, Rezeptideen, Familie und Wohnen, aber auch aufgrund ihrer Tätigkeit in einer Bank zeigt sie großes Interesse an Finanzfragen (nicht nur Versicherungen, auch Fragen rund um Miet/Eigentumskosten beschäftigen sie). So ist sie in vielen Foren unterwegs, tauscht sich zudem auf Facebook und MeinVZ aus und hat einige Blogs auf ihrem Schirm, die sich mit ihren Lieblingsthemen beschäftigen.

Mit der Zeit hat sie sich aufgrund ihres Interesses eine recht breite Expertise angeeignet. Über ein eigenes Blog möchte sie gerne ihr umfassendes Wissen anderen zur Verfügung stellen, zudem glaubt sie, dass sie aufgrund ihres Organisations- und Planungstalents die Themen mindestens genauso gut herüberbringen kann wie bisherige Fachseiten.

Aber einfach so mit dem Blog loslegen mag sie nicht. Gerda ist durch und durch ein Planungsmensch, der vorher plant, dann ausführt, nicht umgekehrt. Das hat sie bisher so in ihrem Leben gehalten (wir wollen nicht Peter befragen, wie sie ihn wohl ausgesucht hat), das möchte sie mit ihrem Blog genauso angehen. Sie hat bisher zahlreiche Blogs gelesen und weiß, wie komplex das Betreiben eines Blogs werden kann, wenn man es ordentlich angeht. Zahlreiche Fragen wollen sortiert und beantwortet werden, es muss eine Struktur her. Aus diesem Grunde greift sie auf die Idee eines Businessplans zurück (kein Wunder, kennt sie doch Geschäftspläne aus ihrem Bank-Alltag), der genau das macht: Komplexe Sachverhalte ordentlich strukturieren.

Sie weiß sehr wohl, dass ein Plan lediglich mögliche Szenarien beschreibt. Die Realität sieht meistens anders aus. So beschließt sie, den Plan so aufzubauen, dass sie das, was sie als angehende Bloggerin erfahren und erlernen wird, bereits im Vorfeld berücksichtigt. An den Stellen, wo sie auf keine eigenen oder fremden Erfahrungen zurückgreifen kann, wird sie phasenweise Testszenarien aufbauen. Sie wird die Tests genauer definieren, die Ergebnisse festhalten und daraus resultierende Entscheidungen ableiten. Darauf folgt auch, dass der Businessplan Phasen enthalten wird. Denn alles auf einmal testen und (!) erlernen geht schließlich nicht. Die Phasen entsprechen demnach einem noch festzulegenden Aufbauplan des Blogs. Sie beschließt, einen Planungshorizont von zunächst rund 1 Jahr festzulegen und den gesamten Zeitraum in fünf Phasen zu unterteilen.

Phase 1: 1 Monat vor Start des Blogs
Phase 2: 1 Monat nach Start des Blogs
Phase 3: 3 Monate nach Start des Blogs
Phase 4: 6 Monate nach Start des Blogs
Phase 5: 12 Monate nach Start des Blogs

Die Phasendauer nimmt zu. Dies entspricht Gerdas Annahme, wie sie ihre Lernkurve einschätzt. Lernkurve? Bezogen auf das Bloggen heißt das: In welchem Tempo kann sie das Bloggen meistern? Gerda schätzt sich so ein, dass sie zunächst recht schnell die Grundlagen lernen wird, mit der Zeit jedoch weitere Learnings mit mehr Aufwand verbunden sind. Da Gerda für das erste Jahr die investierte Zeit in das Blog ungefähr gleich aufteilen möchte, werden die Lernphasen demzufolge länger. Wir halten fest: Gerda ist schlau genug, um zu wissen, dass noch kein Blogmeister vom Himmel gefallen ist. Nur wer bewusst lernt und ausprobiert, wird schneller besser als andere, die einfach „nur machen“. Daher steht Jahr 1 unter dem Vorzeichen des Lernens, was sich entsprechend im Businessplan widerspiegeln wird.

Jede Phase entspricht nicht nur dem Lernkuverneffekt, sondern wird auch unterschiedliche Maßnahmen in den Fokus stellen. Was sind das für Maßnahmen, wie sehen die Phasen konkret aus?

Auf die Konkretisierung der Phasen kommen wir im nächsten Artikel zu sprechen. Zudem starten wir mit der Befüllung der sogenannten „Executive Summary„, die beschreibt, wie und warum das Blog glänzen soll. Zugleich legt Gerda damit die wichtigsten Eckpunkte fest, um nicht plan- und ziellos zu bloggen. Noch wichtiger: Gerda möchte ungerne einen Plan ins Blaue schmieden. Sie ahnt, dass der Rahmen in der Executive Summary an vielen Stellen die möglichen Entscheidungswege vorgeben wird. Nicht nur bei der Themenauswahl (immens wichtig!), sondern auch bei Fragen des Zeitaufwands und beim Marketing. Wie aber soll man von Beginn an einen derart engen Rahmen vorgeben, ohne alles im Vorfeld zu wissen, worauf es ankommt? Für Gerda ist das kein Henne-Ei Problem. Die Executive Summary wird zunächst grob entworfen, die weiteren Teile des Businessplans werden Stück für Stück befüllt, stets sich an der Summary orientierend und zum Abschluss wird Gerda die Summary neu schreiben. Sie betrachtet es wie einen Soll-Ist-Regelkreis. Übersetzt heißt das nichts anderes, als vom Groben ins Feine vorzugehen. Die Summary gibt eine Orientierungsrichtung vor. Die einzelnen Abschnitte des Plans verfeinern die Summary immer weiter. Bis man zum Schluss die Summary auf Basis der Einzelpläne als Ergebnis des Gesamtprozesses erneuern kann.

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