die TAZ hat einen Artikel veröffentlicht, der sich mit weiblichen Bloggern beschäftigt: „Wie im echten Leben„. Vieles, was ich dort lese, kann ich aus eigenen Erfahrungen über zahlreiche Gespräche mit weiblichen Bloggern aus den vergangenen sieben Jahren bestätigen. Eines habe ich vor allen Dingen immer wieder gehört:

Eine Studie der Ruhruniversität Bochum zeigt, dass 75,9 Prozent der Blogs, die Frauen schreiben, reine Tagebuchblogs sind. Bei den Männern sind es dagegen nur 37,1 Prozent. Zu diesem Schluss kommt auch der empirische Kulturwissenschaftler Klaus Schönberger in seiner Untersuchung „Doing Gender, kulturelles Kapital und Praktiken des Bloggens“: „Frauen fühlen sich seltener ermächtigt, öffentlich zu sprechen“, sagt er. „Das ist das Ergebnis jahrelanger kultureller Prägung.“ Er nennt das den „langen Arm des Real Life“: Tatsachen von außerhalb des Netzes reproduzieren sich auch dort.

In der Art habe ich es mir bisher nicht so erklärt. Die häufigste Argumentation ging in meinen Gesprächen in die Richtung „was soll ich noch dazu sagen, wenn man auf anderen Blogs sowieso schon alles geschrieben hat?“.

Was ist Eure Erfahrung dahingehend? Denkt Ihr auch, dass weibliche Blogger aufgrund der „kulturellen Prägung“ davor zurückscheuen, „öffentlich zu sprechen“? Wäre in der Tat – wie soll ich sagen – traurig, wenn dem so wäre.

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