es ist spannend, Eindrücke von „Jung-Bloggern“ zu bekommen. Denen, wenn sie denn heute mit dem Bloggen beginnen, eine Reihe anderer Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Johannes Lenz hat mich angemailt und sich die Mühe gemacht, um auf diese Fragestellung, was denn anders ist, einzugehen. Ich finde, der Einblick lohnt sich (und es wird Zeit, meinen Artikel neu zu schreiben, wie man ein Blog aufsetzt und es bisserl nach vorne bringt). Johannes, lieben Dank!!
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Hi Rob,

ich komme ja aus einer anderen Internet-Generation als Du, aber vielleicht ist das ja auch einmal einen Gedanke wert… von jemandem, der sich jetzt in diesen Tagen erstmals vernetzt präsentiert, von Twitter kommt und via Posterous bloggt, wenn man es so bezeichnen kann:

Ich denke, dass durch Applikationen wie Posterous, Amplify oder aber auch myON-ID die ursprüngliche Blogkultur reformiert wird. Content, der ja irgendwie immer noch der King zu sein scheint… wird durch die zunehmende Vernetzung scheinbar leichter.

Damit meine ich, dass ich etwa einen Teaser nehme und dann bei den 3 genannten einfach Dein Original-Text via Copy&Paste einsetze (ich würde zitieren, andere tun dies nicht)

Damit saust der Blogger-Content noch fixer „um die Häuser“ als vielleicht noch vor 3 bis 5 Jahren. Das birgt einerseits erhebliche Chancen für die Zunft, insbesondere Strahlkraft. Andererseits nimmt es ihm vielleicht das Unique…wer weiß es.

Schließlich meine ich zu sehen, dass Menschen wie Du, @sachark @saschalobo, @codeispoetry oder @klauseck und viele andere eine zunehmende Strahlkraft entwickeln und Agendasetter sind, die es inzwischen leichter haben, von den traditionellen Medien aufgenommen zu werden als früher.

Warum: Weil das Internet einen immer festeren Bestandteil unseres Lebens und unserer Öffentlichkeit (ab-)bildet.

Zusammengenommen: Abgesehen von den ewig gestrigen Unternehmungen (Schlagwort: Abmahnungen) und dem Dauerkonflikt mit Print scheint sich mir als „Greenhorn“ die Bloggosphäre mehr und mehr zu verzahnen und auszufransen (positiv). Die Vielfalt wird größer und mit entsprechenden Applikationen die Kreativität vielleicht noch eine Spur sichtbarer für die allgemeine Öffentlichkeit.

Ein Wort noch: Wahrscheinlich wir Dich der Feuilletonist auf Jaron Larnier [Internet-Pionier, geistert durchs Feuilleton seit mehreren Wochen, etwa in der FAZ am 16.01.2010 – oder in der SZ am 24.01.2010 –] ansprechen, der vom heutigen Internet als einem „digitalen Maoismus“ spricht oder so: Davon halte ich nichts. Aber auch gar nichts.

Subjektiv merke ich, wie ich stärker darüber kommuniziere, aber dass es uns beherrscht, naja…

Vielleicht ist es doch wie früher mit dem Kicken im Garten als kleines Kind: Einmal „Lunte gerochen“, will man jeden Tag ran an den Ball und Tore schießen, Fuddeln usw. Irgendwann lässt es aber auf „Normalmaß“ nach und man kommt in den Fussballverein…:)

Liebe Grüße

Johannes
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