ja, richtig gelesen. Eine Firma würde zB nie offen zugestehen, dass sie manche ihrer Kunden total beschissen findet. Sonst würde sich jeder Kunde angesprochen fühlen. Ich bin aber keine Firma, ich bin Robert und zugleich einer von vielen Bloggern. Schnappen wir uns also die Blogs und die lieben Leser, auch RSS Leser. Und stellen eine These auf, die andere Seiten ausblendet. Heben wir auf den Leser als Egoisten ab.

Was passiert? Der Blogger reißt sich nicht selten Arme und Beine aus, was bekommt er dafür? In 90-99% aller Fälle Schweigen. Selbst dann, wenn dessen Vater stirbt, besitzt nur ein winziger Bruchteil den menschlichen Anstand, aus ihrem konsumierenden RSS-Dasein und Direktleser-Dasein gekrochen zu kommen, um zu kondolieren und um dem Blogger seinen Beistand auszudrücken. Auch dann, wenn er einen Fehler begeht, erntet er auf einmal beredte Kritik von den bis dato Schweigenden, die dann daherkommen und Treue wie auch Loyalität für das Viele, was ihnen der Blogger bis dato gegeben hat, mit den Füßen treten. Ich könnte noch viele weitere Beispiele aufzählen, um das zu konkretisieren. Aber diese Kundenmentalität, alles mundgerecht geliefert zu bekommen und amüsiert und informiert zu werden, ohne auch nur den Hauch von Etwas zurückzugeben, geht mir auf den Senkel. Wer nicht einmal in seinem Leserdasein Danke sagen kann, ist ein armseeliges Egomenschlein. Man vergisst, dass ein Mensch bloggt, nicht das Blog bloggt.

Und diese Haltung hat bei mir zumindestens dazu geführt, dass ich die Leser noch weiter auf mentalen Abstand halte und nur noch auf sehr wenige Leser höre. Ich betrachte Leser nicht mehr per se ex ante als Freunde, sondern als Fremde, die es häufig nicht verdienen, „gedient“ zu werden. Konkret heißt das, dass man sein Ding fährt und diese unsichtbare Lesermenge nicht mehr berücksichtigt beim Verfassen eines Beitrags. Obs dann zu wenig mundgerecht oder zu viel oder zu wenig ist, who cares? They dont care for me, so i dont care.

Als bloggender Mensch muss man schon ziemlich gesund sein, um sich das Bloggen anzutun. Was für die zahlreichen Privatblogs draußen gilt. Bei Kommerzblog gelten andere Regeln, aber davon reden wir nicht.


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