Ein Blick 5 Jahre zurück, Dunkelblogland Deutschland. Eine kleine Bloggemeinde bloggt vor sich dahin. Twitter ist nicht mal ansatzweise im Werden. Die Presse dominiert das Verteilen öffentlicher Informationen und kümmert sich nicht um die Sorgen der Landeier. 5 Jahre später. Ein Blogger veröffentlicht ein internes Dokument der Deutschen Bahn, fast keine Socke interessiert sich dafür. Die Deutsche Bahn packt dann aber die Rechtskeule aus und fordert das Verschwinden des Dokuments. Der Blogger twittert um Hilfe, ein Retweet folgt dem anderen, die ersten Blogs springen drauf (manche Blogger twittern zugleich), die Presse bekommt natürlich aufgrund des aktuellen, gesamtheitlichen Bahn-Szenarios ebenfalls über Twitter und Blogs davon Wind, der Netzwerkkreis schließt sich. Ergebnis: Die Welle nach der Abmahnung.

Ich denke, es wird Zeit für eine steile These: Das, was den Blogs und der Presse an reibungslosen Informationsflüssen gefehlt hat, wird nun durch ein extrem schnelles Kommunikationsinstrument namens Twitter geschlossen. E sist sozusagen das Schmieröl. Das sich in sich selbst durch seine interne Vernetzungssystematik in der Kombination aus Blogs, Twitter und Presse auszeichnet. Nachrichten diffundieren zunächst über Twitter weitaus schneller, als es Blogs jemals haben leisten können. Und die Träger der Information sind noch weniger hierarisch aufgebaut als es bei Blogs der Fall ist.

Was dazu beiträgt, dass Informationen auf gleicher Ebene weitergeleitet werden, ohne dass diese im Gegensatz zu oftmals mangelnden Blogvernetzungspunkten zu schnell versanden, bevor sie die interessierten Empfänger in der Breite empfangen können. Da Twitter ein offenes System ist und zugleich nicht selten Personalunionen aus Twitter- und Blog-Usern existieren, überbrückt es Lücken im Blog- und Pressenetz (das sich eben aus Einzelpersonen zusammensetzt). Obwohl die Twitter-Nutzerdichte in D bei Weitem nicht der Blogosphäre nahekommt. Noch nicht. Der Wert des Zusammenspiels zeigt sich gerade jetzt ganz besonders deutlich.

Hm… denk….

Es zeigt -was an sich nicht neu ist- dass sich Werkzeuge ergänzen, nicht aber neutralisieren oder gegenseitig verdrängen. Was mich bisserl wurmt und zugleich ob des Warums reizt: Wo bleiben die Social Networks? Die weitaus mehr User aufweisen? Kein Connect zum Schmieröl.. hm… hm… wo sind die Einklinkpunkte? Wie sähen diese aus? Wo sind die Plugins, um die Walls der Buddies via Twitter und Blogs von außen vollzukritzeln und Gruppen mit Nachrichten zu befeuern? Facebook zeigt hierbei gute Ansätze auf, was die Integration mit externen Werkzeugen angeht.

Hm… hm.. verstehe langsam… wenn Social Networks zu Verarbeitungsfiltern externer Geschehnisse werden sollen (auch umgekehrt sendend), müssten sie sich besser in die gesamte Netzlandschaft integrieren. An das Verkehrs- Kommunikations- und Energiesystem anbinden. Was den Wert der social N-Kommunen erheblich steigern würde. Nur so blühen Gemeinden auf, dauerhaft. Und werden nicht wieder zu Geisterstädten. Ein steter Strom aus Zuwanderern und Abwanderern, menschlich und informationstechnisch. Ich habs für mich verstanden. Sorry, wenn ihr meinem lauten Denken nicht folgen konntet zum Schluss.

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