Digg.com Alpha und die Sache mit den Informationsflüssen
letzte Woche hatte ich mir Digg Alpha angemeldet (new.digg.com) und heute den Zugang bekommen. Digg? Eine US Seite, auf der User ihre Newsquellen kommentieren, verlinken und bewerten. Populäre News werden somit herausgefiltert. Die neue Version führt das Follower-Prinzip ein. Ich kopiere den Absatz aus der Mail von Digg:
Here are three things you can do to kick-start your Digg v4 alpha experience.
Find and follow your friends, influencers, and news sources you trust! Once you follow these Digg users, we’ll build a custom news homepage for you called “My News.” My News will display news stories to you as dugg by your friends.
Get more followers! Aside from digging great content, one of the best ways to attract new followers is to update your profile. Add a photo and link to your blog, Twitter account, or Facebook profile.
Explore the “My News” and “Top News” pages. My News is the custom news page we build for you based on the people you follow, Top News is the global zeitgeist showing you the most popular stories on Digg.
Digg bietet beim Erstellen des ersten Follower-Netzwerks ein Auslesen der Kontakte aus Facebook, Twitter und Google Contacts an. Es zeigt sich recht deutlich, welche Bedeutung diese drei “Web-Adressbücher” erlangt haben. Kaum eine moderne Webseite mit sozialen Featuren, die ohne Connect zu den drei Genannten auskommt. Und Digg ist nicht gerade eine unbedeutende Seite in den USA.
Ein zweiter Faktor wird ebenso nicht minder immer bedeutender: Das Follower-Prinzip von Twitter breitet sich aus, die Vorteile asymmetrischer Beziehungsnetzwerke im Sinne eines besseren Informationsflusses liegen auf der Hand. Alle drei – Facebook, Twitter und Google – versuchen, sich als Informationszentrale zu etablieren, in der alle wesentlichen Informationen eigener und fremder Aktivitäten zusammenlaufen. Facebook hat im Moment aufgrund der Architektur seiner Timeline die besten Voraussetzungen geschaffen.
Der Mensch macht sich damit Stück für Stück Werkzeuge zu eigen, die es ihm ermöglichen, Informationen immer effizienter und zügiger aus dem Netz heraus zu filtern und zu verteilen. Je mehr Seitenanbieter dazu übergehen, Schnittstellen für Informationen und User zu schaffen, diese zu verbessern und auszubauen, desto besser wird der Informationsfluss.
Die Zeiten der Informationssilos neigen sich dem Ende zu und es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, bis es hierzu Standards gibt. Standards, die definieren, welche Informationen wie in das Netz zu übergeben sind, welche Informationstypen es dabei gibt und wie standardisierte Rechtessysteme aussehen, damit der User seinen eigenen Informationsfluss auf jeder Seite gleichartig steuern und kontrollieren kann.
Ich bin mir sicher, dass hieraus eine erneute Innovationswelle entstehen wird, auf deren Basis wir neuartige Dienste entstehen sehen werden. Die wesentlich intelligenter und für den User einfacher Informationsstränge zusammenfassen. Heute ist das nach wie vor eine etwas sperrige und mühsame Geschichte. Beispiel? Facebook versucht sich schon etwas länger daran, “Top News” individuell zusammenzustellen. So wirklich gut klappt das nicht.
Tom Alby über Suchmaschinen: Google versus Facebook und Twitter
Tom Alby schätze ich, seitdem ich ihn kenne. Er ist ein ausgewiesener Suchmaschinenxperte und Autor mehrerer Bücher.
Was lag näher als ihn rund um die in letzter Zeit häufiger gestellte Frage “wird Facebook/Twitter/social search Google ersetzen” um seine Sicht der Dinge zu bitten. Here we go:
1. Hi Tom, stell Dich kurz unseren Lesern vor
Ich arbeite seit 1999 im Suchmaschinenbereich, zunächst auf Seite der Suchmaschinen (Lycos, Hotbot, Fireball, Ask.com), nun auf Agenturseite bei uniquedigital. Hier kümmer ich mich um Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinen-Advertising und Conversion Optimierung. Nebenbei bin ich als freier Autor und als Lehrbeauftragter an zwei Hochschulen tätig.
2. Kannst Du erklären, warum trotz Kenntnis der zentralen Google-Suchmechaniken, der Aufbau einer alternativen Suchmaschine Unmengen an Kapital verschlingt und warum Google womöglich einen uneinholbaren Vorsprung hat?
Im klassischen Information Retrieval (das ist sozusagen die Mutter der Suchmaschinen) spricht man von zwei Faktoren, Recall und Precision.
Stellt man eine Suchanfrage, so erwartet man, dass dafür alle existierenden relevanten Suchergebnisse angezeigt werden, das ist der Recall. Die Voraussetzung dafür ist, dass auch wirklich alle existierenden Seiten zu dem Thema erfasst (gecrawled) wurden, und das ist zum Beispiel das Problem von Bing. Bing hat nicht so viele Seiten im Index wie Google, und dementsprechend kann auch nicht gewährleistet werden, dass wirklich alle relevanten Ergebnisse angezeigt werden.
Das merkt man als Benutzer relativ schnell, wenn man nach seinem eigenen Namen sucht, was die meisten Benutzer tun, wenn sie eine neue Suchmaschine ausprobieren: Man weiß, welche Ergebnisse es geben sollte, und wenn da nicht alles vorhanden ist, was man kennt, dann verliert man das Vertrauen, dass die Suchmaschine es für andere Bereiche besser tun könnte.
Warum crawlt man nicht einfach das ganze Netz? Es gibt sehr viel Schrott im Netz, mehr als wirklich nützliche Seiten, gleichzeitig möchte eine Suchmaschine nicht nur einen möglichst umfassenden und auch “frischen” Index haben.
Die Ressourcen zum Crawlen sind allerdings begrenzt, sei es Zeit, sei es Bandbreite, seien es Festplatten. Bei meinem eigenen Crawler ist das Problem zum Beispiel, dass ich die Seiten schneller aus dem Netz holen als auf Festplatte schreiben kann, trotz Festplatten-RAID.
Hinzu kommt, dass man zum Teil erst merkt, dass man Mist gecrawled hat, wenn die Ressourcen schon verschenkt wurden, zum Beispiel, wenn der Crawler in die 89237. Wikipedia-Kopie gerannt ist, die mit AdSense-Werbung gepflastert wurde. Um dies zu verhindern, werden bereits vor dem Crawl Verfahren angewandt, die bestimmen, welche Links mit hoher Priorität verfolgt werden und welche nicht. Für diese Verfahren werden allerdings viele Informationen benötigt, zum Beispiel eine Historie von Domains, aber auch Wissen über die Backlinks sowie ein Qualitätsmaß für die Inhalte, die ansonsten auf der Domain liegen. Es kostet viel Zeit, dieses Wissen aufzubauen und eine intelligente Crawler-Steuerung aufzubauen.
Hier hat Google einen immensen Vorsprung: Es werden viele wichtige Seiten sehr oft und tief gecrawlt, neue Seiten werden schnell gecrawlt, wenn Google ihnen aufgrund der Verfahrenen einen Vertrauensvorschuss gibt. Natürlich crawlt Google auch noch viel Mist, aber in viele Sachen rennt Google nicht mehr planlos rein, sondern nutzt die dadurch gesparte Crawling-Ressourcen für wichtigere Seiten. Es wird aber eine Unmenge an Maschinen benötigt, um eine ausreichende Menge zu crawlen und diese Menge auch noch “frisch” zu halten.
Der zweite Faktor, Precision, dreht sich um die Genauigkeit der Treffer in den Suchergebnissen, wieviele davon sind relevant? Auch hier hat Google einen immensen Vorsprung, denn durch die Benutzung der Suchmaschine wird diese besser. Natürlich misst Google, wie häufig ein Suchergebnis angeklickt wird, und auch andere Faktoren wie die Absprungrate von einer Seite könnte Google einbeziehen. Aufgrund der vielen Nutzer, die Google jeden Tag ansteuern, kann Google außerdem jederzeit viele Tests mit kleinen Nutzergruppen durchführen, die zum Teil nicht mal etwas davon mitbekommen, und so das Produkt ständig verbessern.
3. Was hälst Du von den Annahmen und Berichten aus der jüngsten Zeit, dass sowohl Twitter wie auch Facebook an der Googleschen Suchdominanz kratzen? Kann es sein, dass menschliche realtime-Gespräche das Suchverständnis zu einer social search machen und damit Google auf Dauer das Nachsehen hat?
Nein, Facebook & Co werden zumindest in dieser Hinsicht überschätzt. Es gibt genug Bereiche, bei denen wir zuerst bei Google suchen und nicht jemanden bei Facebook befragen würden, zum einen, weil es niemanden etwas angeht (z.B. bei Krankheitssymptomen), zum andern weil man nicht warten möchte, bis der Spezialist im Freundeskreis online ist, wenn man überhaupt einen im Freundeskreis hat. Ich werde auch nicht auf Facebook nach Geschenken für meine Freundin suchen, schließlich soll sie es nicht mitbekommen :-)
Sicherlich ist es dennoch so, dass wir der Empfehlung eines Freundes vertrauen, der gute Erfahrungen gemacht hat mit einem Produkt oder einer Dienstleistung, und es ist einfacher, einer solchen Empfehlung zu folgen als sich selber der überfordernden Vielfalt an Suchergebnissen auszusetzen. Google wird deswegen aber nicht signifikant Traffic an Facebook abgeben, denn es ist IMHO kein entweder/oder, sondern ein sowohl als auch. Viele Suchen sind recherche-orientiert, d.h. wir versuchen über ein Thema möglichst viel herauszufinden, und da wird Facebook ein Teil von sein.
Ich glaube außerdem, dass Facebook vielen Foren Traffic nehmen könnte, denn bei vielen Themen schaut man sich die Diskussionen in Foren an, um die Meinungen anderer einzuholen, was nun vermehrt auf Facebook stattfindet. Allerdings ist es nicht so, dass man in seinem Freundeskreis einen Experten für alles hat, so dass auch Foren weiterhin ihre Daseinsberechtigung haben werden.
Ich glaube aber auch, dass Facebook hier auch auf einer anderen Ebene überschätzt wird: Nicht alle Benutzer geben wirklich spannende und wertvolle Informationen preis, wie auch in den Foren und bei Wikipedia gibt es eine kleine Gruppe, die viele neue Informationen bereitstellt, einige, die das dann weiter verbreiten und dann eine Vielzahl, die nicht über das Foto ihres Mittagessens oder das Beobachten anderer hinauskommen. Um es in der Sprache des Information Retrievals zu halten: Es gibt nicht ausreichend Recall für jedes Informationsbedürfnis.
4. Was denkst Du, in welche Richtung “Suche” technologisch marschiert? Wird alles so bleiben, wie es ist?
Suche wird immer mehr “ambient” werden, sie wird Teil vieler Geräte und Anwendungen werden, und sie wird nicht immer so aussehen wie Google. Das ist keine Überraschung. Spannend wird eher die Frage, wie diese Interfaces aussehen werden.
Apple hat 1987 die Vision eines Knowledge Navigators in einem Kurzfilm formuliert (siehe
http://www.youtube.com/watch?v=3WdS4TscWH8, aber Vannevar Bushs Memex von 1945 war hier sicherlich Vorbild), und wir sind immer noch meilenweit entfernt davon.
Momentan müssen die Benutzer die Kompetenz besitzen, gute von schlechten Informationen zu unterscheiden, und da sehe ich bei meinen Studenten, dass diese Kompetenz (noch) nicht vermittelt wird, wenn sie in die Uni kommen. Eine Schnittstelle, die Suchanfragen nicht nur per Spracherkennung versteht (das gibt es schon), sondern auch wie in diesem Beispiel sprachlich geäußerte Zusammenhänge erfassen und die Antworten darauf abstellen kann, ist noch reine Vision, da werden auch das semantische Web und Wolfram Alpha in den nächsten 5 Jahren keine Abhilfe schaffen. Allerdings wird es auch mit einem solchen Interface das Problem geben, dass nicht jede Suchanfrage eindeutig beantwortet werden kann, denn welche ist denn zum Beispiel die beste Digitalkamera bis 500 Euro?
Eine spannende Frage würde bei so einem Interface natürlich auch sein, wie damit Geld verdient werden kann, wenn es keine Sponsored Links mehr gibt :-) Man stelle sich vor, der Professor in dem Video würde jedes Mal erst eine Werbung sehen müssen, bevor er die gewünschten Informationen erhält.
Ich wünsche mir außerdem mehr Vernetzung von Informationen, mein Navi soll mir nicht nur sagen, wo die günstigste Tankstelle in der Nähe ist, sondern ob es sich auch lohnt, einen kleinen Umweg für eine günstigere Tankstelle zu machen, und ob ich es bei meinem Fahrstil überhaupt dahin schaffe. Die Informationen sind alle irgendwo vorhanden, vernetzt sind sie nicht.
Tom, herzlichen Dank für Beantwortung meiner Fragen!!
An dieser Stelle ein passender Zusatzhinweis zum obigen Interview: Auf Stern.de findet Ihr einen Artikel über Amit Singhal, einen der wichtigsten Google-Mitarbeiter im Bereich Google Suche. Der Artikel bietet einen Einblick in die technologischen Herausforderungen von Suchanbietern. Ein weiterer, passender Link: Internet-Nutzer suchen Alternativen zu Google (via GBuzz).
Burning-Nettime
mir kommt es schon vor, als wäre es irgendwann im letzten Jahrzehnt passiert, als ich am 18.12.09 angekündigt hatte, meinen Twitter-Account loszuwerden. Das löste im Twitter-Dorf helle Aufruhr aus, mehrere tausend Tweet-Reaktionen, dazu einige Reaktionen in den Blogs und Medien. Als reale Person stand ich am Spielfeldrand und bewunderte das römisch anmutende “panem et circenses“-Treiben. So viel sportliches Kommentieren um einen Twitter-Account? Ein Teil meiner Person, das sich des Eulenspiegel-Gens erfreut, musste angesichts der Ausrufe der Auguren schmunzeln. Er – der RobGreen – würde all seine Follower verlieren. Wohlwissend, wie kurzzeitig Reaktionen im Netz auflodern und wieder verbrennen. Ich nenne das für mich “Burning-Nettime”. Bis heute tragen es mir einige Personen nach, welche, die mich kennen, welche, die mich nicht kennen. Letztlich ok, um mein Image habe ich mich bis dato wenig gekümmert, kümmere mich bis heute kaum darum. Immer schon zum Leidwesen meines Vaters, der meinte, ich solle doch mal endlich an die Leute da draußen denken (er meinte natürlich nicht das Netz damals, das interessiert ihn bis heute zero).
Viel spannender sind aber die Zahlen, Zahlen mag ich:) Schauen wir mal auf die Grafik, die die Follower-Entwicklung von September 09 bis Juli 10 aufzeigt. Wie wir sehen, köchelt die Followerzahl kurz nach der Ankündigung Mitte Dezember um ca. 4% von rund 5.000 auf rund 4.800 Follower herunter. Dieser Prozess hält bis Ende Januar 10 zum lowest level an. Danach geht es wieder hoch, im Mai hatte ich den Count von 5.000 wieder erreicht. Komischerweise geht es letzte Zeit ziemlich ruckartig nach oben, keine Ahnung warum, ob z.B. immer mehr deutschsprachige User zu Twitter dazustoßen. Würde man die Chart von September 09 – Dezember 09 als Trend zu Grunde legen und bis heute projizieren, landet man bei ca. 6.000 Followern statt den heute faktisch vorliegenden ~5.500.

Sprich, abertausende negativer Tweets und einige hundert Blog/Kommentare haben keine mittelfristigen Auswirkungen auf die Follower-Zahl in Twitter. Da ich kein Anthropologe bin, vermag ich nicht zu sagen, welche Faktoren damit wirklich und grundlegend zusammenhängen. Gab es re-follower, handelt es sich rein um neue Follower, etc.? Was ich nur weiß ist, dass die Burning-Nettime ziemlich kurzfristig ist. Daraus könnte man Ableitungen auf die Nokia-Schließung des Bochum-Werkes oder aber sogar anderer PR-Fälle treffen. Nokia, Bochum? Google it :)
die Wahl des Bundespräsidenten auf Twitter
heute habe ich mir nach dem Vorbild der Twitter-Reportagen zur WM die Wahl vorgeknöpft und hatte mächtig Spaß, dieses brisante Ereignis zu begleiten. Brisant wurde es erst im Verlauf, da klar wurde, dass sich mit jedem weiteren Wahlgang die Medien gegenseitig hochschaukeln werden. Selbstverständlich ist der Ausgang der Wahl vorher schon angesichts der Kandidaten und Stimmanteile klar gewesen. Aber die Wendungen und Irrungen haben den Pfeffer reingebracht.
Ich muss persönlich für mich festhalten, dass dieses Wahlverfahren tatsächlich Laune macht, sich mit Politik zu beschäftigen, den Aussagen der Politiker genau zuzuhören und Stimmungen einzufangen. Aber auch die Wirkungsweise der Medien, in ihrem Streben nach dem letzten Quentchen Information und der Dramatisierung derselben, sich anzuschauen. Und der besondere Kick ergibt sich durch die gemeinsame Verarbeitung der vielen Eindrücke, in dem Fall über Twitter (so Zb über den hochroten Gysi “bisschen spät” .. quaakkk, quaaak, quaaak). Ihr könnt Euch das am besten anschauen, wenn Ihr nach den Hashtags #bpw und #bv10 auf Twitter sucht.
Was auch sehr klasse zu sehen war: Vorab wurde schon gemunkelt, ob Vorabinformationen durch einen der Wahlmänner und -frauen zum Wahlausgang über Twitter rausposaunt werden. Insofern bestand hier ein gewisse Erwartungshaltung. Es wurden Gerüchte gestreut, allen voran ist der Titanic der beste Coup gelungen. Was nicht heißt, dass es zu einem Drama wurde, sondern recht low level im Netz verfüttert wurde. Kann sein, dass man nun auf den Medien – so zB der FAZ – und den Netzbewohnern herumreiten wird, diese Gerüchte zu verbreiten. Auch ich habe selbstverständlich mehrere Gerüchte aufgenommen. Warum aber ist das letztlich ein irrelevanter Interpretationsspaß? Jeder weiß, dass die Wahlergebnisse von Lammert öffentlich gemacht werden, alles andere ist Spekulatius, die nach meinen Beobachtungen kaum jemand für besonders wichtig genommen hat. Sagen wir es mal so: Es ist unsere La Ola. Wer mehr drin sieht, sieht zuviel :) Die häufig genannte, fehlende Verifizierung von Informationen durch Netzbewohner und deren Weiterreichung wird immer wieder gerne genannt. Bei diesem Filterungsspiel vergisst man schnell, dass das Netz derartige Informationen meistens sehr schnell bereinigt. Das kann natürlich zu Ungunsten der leidtragenden Person ausgehen, wenn eine entsprechende Konstellation vorliegt. Hier lernen wir aber dauerhaft, an den richtigen Stellen mehr Vorsicht walten zu lassen. Heute war es mehr oder minder völlig egal.
Alles fließt: Inhalteverteilung im deutschen Netz
Grundlage ist die folgende Grafik: The Social Media Effect. Sie versucht schematisch aufzuzeigen, wie im heutigen US-Web User Inhalte verbreiten. Wichtigste Verteilermedien im Sinne von Besucherströmen sind hierbei in loser Reihenfolge:
Digg.com, StumbleUpon.com, Reddit, die Blogosphäre, Facebook, Twitter, Google, AOL und Yahoo. Foren würde ich unbedingt dazu nehmen, warum sie in der Grafik ausgelassen wurden, ist mir ein Rätsel.
Im Vergleich dazu spielen in Deutschland nicht alle Verteilerdienste die gleiche Rolle. So sind Digg.com, Reddit, AOL, StumbleUpon und auch Yahoo (als Suchmaschine) nahezu bedeutungslos. Ergo “verbleiben” uns folgende Dienste: Google, Twitter, Foren, Facebook und die Blogosphäre. Spezielle Schwergewichte, die auf bestimmte Inhaltearten verweisen, sind hierbei außen vor gelassen. Ebenso in der US-Grafik. Daher die angepasste Grafik, bitte das Forum dazudenken. Die rot umrandeten Bereiche stellen die Dienste dar, die bei uns keine oder fast keine Rolle spielen:

Schauen wir uns die angenommene Flußrichtung der deutschen Inhalte zwischen diesen Diensten an. Ich gehe hierbei nicht auf die inneren Flussströme ein (in Twitter: Retweet / in Facebook: Like & Share von Facebook-Inhalten). Bitte denkt dran, dass ich hierbei von meinen Erfahrungen ausgehe und stark abstrahiere.
Rot = Häufiges Erwähnungsaufkommen
Grün = Mittleres Erwähnungsaufkommen
Grau = Schwaches Erwähnungsaufkommen

Beispiel, zwecks Lesart:
Blogs werden auf Facebook und Twitter sehr häufig erwähnt, dahingegen werden Tweets und Facebook-Einträge bei Weitem nicht so häufig auf Blogs genannt.
Der Austausch zwischen Blogs und Foren ist marginal.
Der Austausch zwischen Twitter und Facebook begrenzt sich bei Kennern (oftmals mittels Friendfeed) in der Regel auf das Verweisen eigener Inhalte auf der jeweils anderen Plattform.
Noch marginaler zwischen Foren und Twitter/Facebook, daher habe ich auf Verbindungspfeile zwischen Foren und Twitter/Facebook komplett verzichtet.
Meine Beurteilung (als Blogger): Bloggen ist gut und richtig in einer stark vernetzten Welt. Ich spreche wie gesagt nicht davon, dass auf Facebook, Twitter oder meinetwegen auf YouTube ein Inhalteproduzent nicht innerhalb der Plattform vernetzt ist, sondern ich spreche die Fluß- und Vernetzungsrichtungen zwischen den Plattformen an.
Klarer Hinweis:
1. Es handelt sich bei der obigen Darstellung um meine Erfahrungswelt, was die Stärke der Flussrichtungen angeht
2. Die Flussrichtungen könnte man mindestens ebenso gut unter dem Aspekt “Besucheraufkommen” analysieren, doch hierzu bräuchte ich Euren Erfahrungsschatz zusätzlich, um das einigermaßen tendentiell abzuschätzen
Twitter steigt in das Lokations-Spiel ein
Twitter hatte es lange angekündigt, so wie Facebook auch, und hat nun die Möglichkeit der ortsbasierenden Twitterei eröffnet (via Heise):
Starting today, you can tag Tweets with specific places, including all World Cup stadiums in South Africa, and create new Twitter Places. You can also click a Twitter Place within a Tweet to see recent Tweets from a particular location

Damit steigt Twitter in den modernen, geobasierenden Servicebereich, in dem sich bereits frühe Spieler wie Foursquare und Gowalla tummeln, aber auch ein Google sein Schnittchen machen will. Nicht zu vergessen sind zwei deutsche Anbieter: Friendticker und Daily Places. All diesen Diensten ist gemeinsam, dass sie großen Wert auf die Erfassung von Inhalten von unterwegs legen. Dementsprechend findet man passende Apps im iPhone Store und Android Market.
Somit fehlt jetzt nur noch Facebook, von denen man erwartet hatte, dass sie ihre Lösung auf ihrer erst kürzlich stattgefundenen Konferenz präsentieren würden, es aber aus mir unbekannten Gründen nicht getan hatten. Facebook traue ich den größten Erfolg zu, da sie über ein soziales Netz verfügen, das einerseits vor Ort dicht genug ist (in manchen Ländern sind die Nutzungsanteile von Facebook immens hoch, so ist mehr als die Hälfte der österreichischen Netzbevölkerung in Facebook) und andererseits erst darüber ortsbasierenden Inhalten einen gefühlten Kontext geben. Es wird wohl kaum ausbleiben, dass sich Yahoo und Microsoft weiterhin nur am Spielfeldrand tummeln.
Momentan hat Google Buzz imho die beste GUI, was das mobile Erfassen von lokations-basierenden Inhalten angeht. Es erkennt eine vorgegeben Lokation (erste Markierung, in dieem Screen noch keine erfasst) und bietet dem User weitere Lokationen an, die Google um die erkannte Adresse herum erkennt (zweite Markierung, Dropdown). Man kann jederzeit ein Foto anhängen (aufnehmen/Galerie). Und entscheiden, ob man den Eintrag öffentlich publizieren möchte oder nur bestimmten Personen.

Content-Sharing: Spam oder Care?
Content-Sharing? Was verstehe ich darunter? Die neue Form, Inhalte an einer Stelle im Netz zu generieren und diese dann wo immer es geht auf anderen Seiten mittels Linkverweis zu platzieren. Beispiel: Dank modernen Techniken wie Friendfeed kann ich einen Blog-Beitrag erstellen, diesen dann via Friendfeed auf Twitter und Facebook automatisiert übertragen.
Vorteile des Content-Sharings
Auf der einen Seite kann es extrem gut helfen, seine primäre Inhaltsquelle – so es ein Blog sein mag – bekannter zu machen und neue Besucher zu gewinnen. Viele haben es schon bemerkt, dass Twitter dem eigenen Blog superb auf die Sprünge helfen kann und mittlerweile Google als bisherigen No.1-Versorger von Besuchern eingeholt und manchmal auch überholt hat. Das gleiche passiert nun auch mit Facebook als einen weiteren Quell von Besuchern.
Nachteile des Content-Sharings
Auf der anderen Seite kann man auch die Nachteile sehen: Maschinell-automatisiert Inhalte auf Facebook und Twitter zu generieren, mit einem inkludierten Backlink zur Inhaltsquelle kann gewissermaßen lieblos erscheinen und manchmal wird es auch als spammig bezeichnet. Man konnte diese Art von Diskussionen erst neulich bei der Einführung von Google Buzz beobachten. Das System bietet von sich aus an, Inhalte aus eigenen Webseiten in Buzz zu pipen. Es führte dazu, dass man Personen wieder entfollowt hat, weil sie das taten. Obgleich manche der Entfollower selbst ihre Inhalte auf diese Art und Weise in Facebook und Twitter einspeisen. Auf diesen Widerspruch mag ich nicht eingehen, möchte es nur erwähnt haben, ohne aber das als moralisch wertend verstanden haben zu wollen.
Pro/Contra
Einerseits geht es also um Bequemlichkeit & Zeitersparnis & Wahrnehmung, andererseits um die Frage, ob man die Inhalte lieber nicht händisch einpflegen sollte, wenn man sie schon völlig zurecht auf anderen Seiten verlinkt, statt es auf eine gewisse Art spammig zu erledigen. Alle Plattformen haben ihre eigene Kultur wie auch Subkulturen, je nach Netzwerk, das man sich dort aufgebaut hat. Dementsprechend können automatisierte Inhalteverbreiter nicht wirklich auf Dauer helfen, indem man alles über einen Kamm schert. Siehe dazu gerade den just eingegangenen Kommentar von Kirstin, der den Knackpunkt ganz deutlich macht.
Mittelwege?
Ich empfinde als geeignetste Form folgenden Weg:
1. Manuelles Verlinken mit einem angepassten Kommentar, warum man den (Blog-)Inhalt verlinkt hat. Angepasst an die Plattform! Twitter limitiert es auf 140 Zeichen und hat ein eigenes Sprachsystem aufgebaut, das sich insbesondere durch Hashtags und knackige Aussagen auszeichnet. Wenn man es gut machen will, sollte man sich danach richten. Facebook erlaubt etwas mehr Raum (ich glaube 500 oder 1000 Zeichen als Limit?), bietet ein eigenes Link-System über die Funktion des Status-Updates an, zudem kann man sich passende Thumbnails aussuchen, die im Facebook-Eintrag dann angezeigt werden. Dort spielen Hashtags keine große Rolle, erstaunlich btw. Ich denke, dass man auf diese Art die beste Form des Respekts wahrt, die man den Lesern entgegenbringen kann, wenn sie schon einem ihre Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Nach dem Motto: “Ich mache mir auch die Mühe, Euch entgegenzukommen”.
Und es kostet nicht mal viel Zeit: Mittels bit.ly habe ich mir das Bookmarklet bitly sidebar installiert. Mit dessen Hilfe rufe ich den Blog-Artikel auf, in der Box kann ich nicht nur die URL kürzen, sondern auch den mitgegeben Text anpassen. Statt einfach nur die Überschrift des Blog-Artikels zu nehmen. Mittels bit.ly kann ich die Inhalte dann auf Facebook und Twitter separat einspeisen. Geht ratzfatz!

2. Auf Replies/Kommentare reagieren ist Pflicht. Wenn man schon maschinell die Inhalte einspeist, sollte man wenigstens auf Reaktionen eingehen, nicht jedoch diese völlig ignorieren. Das gilt natürlich ebenso, wenn man manuell vorgeht.
3. Wer es besonders gut machen will, kann die Reaktionen direkt an der Originärquelle mittels vorgefertigen Plugins anzeigen, die es insbesondere im Twitter-Umfeld gibt. So habe ich auf meinem Blog Tweet-Meme eingebaut, das per Klick die Twitter-Reaktionen anzeigt. Bei Facebook weiß ich nicht, was es gibt. Alternativ kann man einen draufsetzen und die Reaktionen in den Artikel manuell einpflegen, was die größte Wertschätzung schlechthin darstellt.
4. Wer nur automatisiert auf Drittseiten seine Inhalte einspeist, sich aber dort sonst nicht einbringt, wird Gefahr laufen, als Spammer eigestuft zu werden. Das ist natürlich kein Automatismus, sondern abhängig von der individuellen Person, klar.
3 Jahre Twitter: Once a big thing, soon just a thing
Twitter, das “Ding“. Das nach den internationalen Hype-Stars Friendster, Flickr, Technorati, Myspace, YouTube, Myspace und Facebook ganz oben thront. Vor exakt drei Jahren habe ich mich dort registriert und mittlerweile knapp über 14.000 Tweets herausgefeuert.
Doch so richtig warm geworden bin ich mit dem Dienst nicht. Ja, es ist ganz nett, sich darüber zu informieren und kurzen Gesprächsschnippseln zu folgen. Ja, es ist ein klasse Tool, um via Status-Updates mitzubekommen, was andere gerade treiben bzw. denken. Ja, es ist ohne Zweifel ein neues Schmieröl, Informationen rund um den Globus in rasender Schnelligkeit zu verbreiten. Es ist praktisch, ohne Frage (zu den verschiedenen Nutzungsmustern siehe diese Twitter-Studie). Letztlich reicht es mir schlichtweg nicht aus, um mich auszudrücken und mit anderen zu vernetzen. Es dürfte keine Überraschung sein, dass ich es mit Bloggen halte. Das ist das einzige “Tool”, das meinen Bedürfnissen nach intensiverem Gedankenaustausch noch am ehesten entspricht.
So bleibt Twitter für mich ein nützliches Tool, das mir eher einen rationalen Nutzen bietet, aber weniger einen emotionalen Bezug schafft. Es ist vergleichbar mit Facebook oder Xing. Nützliche Tools, emotional distanziert genutzt. Meine Buddies habe ich via Blogs gefunden, finde ich auch weiterhin darüber. Twitter-Kontakte sind mir zu flüchtig, zu wenig, um einen menschlichen Bezug zu jemandem herzustellen. Es ist höchstens ein “Anbahnungs-Werkzeug” für freundschaftliche und geschäftliche Beziehungen.
Unabhängig von allen Werkzeugen ist es mir schlichtweg egal, über welchen Kanal ich mich mit meinen echten Kontakten unterhalte, die ich persönlich kenne und schätze. Ob das heute Twitter ist, morgen Schaschlaweng und übermorgen SupiDupi. Tools kommen und gehen, Beziehungen bleiben. Diese Distanz erleichtert mir persönlich zu überlegen, abseits der technischen Begeisterung für dieses Produkt, wie es mit Twitter weiter gehen mag. Rein aus Neugier für die Entwicklungstrends des Netzes.
Solange Twitter von meinem nahen und entferntesten Kontaktnetzwerk genutzt wird, bleibe ich dort. Wenn sich das ändert, zucke ich mit der Schulter und ziehe weiter. Ich werde zurückgelehnt beobachten, welchen Zeitraum der Produktlebenszyklus von Twitter umspannt und wo dessen Ende liegt. Menschen werden relativ schnell eines neuen Werkzeugs müde. Das liegt einerseits am Werkzeug selbst, andererseits an neuen, aufkommenden Werkzeugen. Internetunternehmen zeigen ähnliche Reaktionsmuster wie RL-Unternehmen auf. Sie verstehen oft nicht, ihr Produkt zu innovieren, den Zyklus zu verlängern, sich anzupassen, mit der Zeit zu gehen. Twitter wird gehen? Das mag nicht mehr allzu lange dauern, in 5 Jahren, in 10 Jahren? Das ist nicht allzu lange. Ich bleibe bei der These, dass Twitter aufgrund seiner in höchstem Maße eingeschränkten Funktion in allen Software-Werkzeugen, die Menschen vernetzen, aufgehen wird, seine zentrale Rolle verliert. Etwas, das Facebook und andere (z.B. VZ-Netze, Wer Kennt Wen, Xing, LinkedIn) schon längst eingebaut haben und an der Schwerkraft von Twitter knabbern.
Twitter wird geschichtlich gesehen als nette Vorlage dienen, eines Tages aber längst vergessen sein. So wie del.icio.us, das mit seinen Tagging- und Sharing-Ansätzen vielen Dienste wie Flickr und YouTube als Ideenvorlage diente. Twitter hat die beiden Funktionen “einseitiges Abonnieren” im Zusammenhang mit “Status-Updates auf limitierter Informationspaketierung” populär gemacht. Beispiel: Facebook hat seinen Activity-Stream (eine großartige Funktion) um die zweite Komponente erweitert. Google hat beide Komponenten kopiert. Als eigenständiger Platzhalter für vernetzte Kurzgespräche reicht Twitters Kraft nicht aus, die bisherigen User-Scharen auf Dauer zusammen zu halten.
Bit.ly Stats
ich benutze für Twitter den URL-Shortener “Bit.ly“. Anbei die Stats für die letzten 30 Tage, falls es jemanden interessiert.

- zu “direct” gehören Twitter-Apps, Chat- und Mailclients, aber nicht:
- zu den “registered apps” gehört “Seesmic” und “Tweetdeck”

Ergo?
Die meisten Clicks werden außerhalb von Twitter.com generiert (da wohl via twitter apps). Was sich auch zeigt, dass das Übertragen der Tweets in Facebook nicht unbedingt für viele Clicks sorgt (meine Tweets schieße ich nicht ein, es sind die von Dritten, allerdings weiß ich nicht, wer meine bit.ly Links auf Facebook übertragen hat, daher schwierig, effektiv dazu etwas zu sagen). Bit.ly verzeichnet via Facebook lediglich 87 Clicks (1%).
Und was auch klar sein dürfte, wenn man es um die Ecke für Blogger denkt, die twittern: Mit Google allein könnte man via Blog, das noch recht jung und auch wenig bekannt ist, bei Weitem nicht diese Anzahl Besucher generieren. Gegenüber den eigenen Aktivitäten auf Twitter. Ob man nun dort viele Follower hat oder aber retweetet wird.
Ratschlag für Jungblogger: Use Twitter!
Update: zur Klickquote etwas
Am Freitag habe ich 5 bit.ly Links gepostet, diese wurden 553x angeklickt (zw. 09:00-18:00 Uhr), was bei ca. 4.800 Followern eine Klickquote von 1,16% ergibt, um genau zu sein :)
Schwarmintelligenz
anlässlich des Twitter-Verkaufs meines Accounts “@robgreen” einige persönliche Beobachtungen, die ich berichtenswert finde. Teils aus Schmunzeln heraus, teils aus meiner Art von Humor heraus.
1. “50.000″: Die Beispielsrechnung im Angebotstext wird gerne als Wunschsumme genannt, zu der ich wohl meinen Account verkaufen möchte. Wer demnach Buzz schüren will, muss irgendeine Summe nennen, am besten noch “Beispielsrechnung” in Fettbuchstaben für Um-Die-Ecke-Denker (die glauben dann erst recht, dass sich dahinter die Wunschsumme verbergen müsse:).
2. “PR Gag”: Einige meinen, ich mache das nur aus Gag, möchte gar nicht verkaufen in Wahrheit. Dazu muss man nix eigens tun, man muss nur abwarten, bis der erste das Argument bringt. Schürt auch nochmals Buzz.
3. “Der macht das nur wegen Buzz”: Manche werfen mir vor, ich wolle Buzz machen und die Leute merken das nicht. Wie man sieht, muss man das nicht einmal vorab schreiben, dass ich als Primärziel Buzz genannt habe. Die Leute checken es spätestens ohne Nachlesen:)
4. “Imageschäden”: Da ich ja angeblich “meine Follower” (leider habe ich keine schriftlichen Sklavenverträge ausgemacht, nächstes Mal:) verkaufe, ist das was ganz Schlimmes. Es sind meine Freunde, Familie, Kinder. Die ich alle auffresse:) Während Twitter für 25 Mio USD alle “Follower verkauft hat” (cooler Deal mit Google/Microsoft btw!), ist mein Handeln bedenklich. Vielleicht versteht man etwas besser, warum ich auf dieses ganze Image-Geblubber nicht mal einen Cent wert lege. Für Imagepolituren sind PRler zuständig, Basic für Buzzriders.
Im Großen und Ganzen schmunzel ich über die Sachen, denn erstens wiederholt es sich exakt (-> BT Blog) und zweitens sind wir alle nur carbon structured beings. Heißt? Ich bin nicht perfekt, die anderen auch nicht. Menschen menscheln, alles wie gehabt. Entweder glaubt man an etwas oder nicht. Ich tue es (das darf jetzt nicht evangelisch.de lesen [Insider]:)
Was aber erschreckend ist, und das meine ich nun abseits allen Unernstes oben: Wie einfach es ist, Buzz zu erzeugen. Die Muster sind dermaßen vorausberechenbar. Das kann ich mit Erschrecken feststellen, wenn ich die Parallelen zwischen dem BT Blog Verkauf und jetzt ziehe. Sind wir etwa so berechenbar? Ich persönlich tue nichts Wildes, ich verkaufe einen Twitter-Account, wow. Aber was ist mit denen, die Massen bewusst manipulieren? Ein bisschen Fernsehen hier, ein bisschen Auftritt da und schon ist man Präsident von Russland, obwohl kein Mensch einen vorher kannte. Früher dachte ich stets, Menschen sind schlauer in Gruppen. Brrr….
