Ich habe ein Problem. Ordentliche Blogger machen es wie ordentliche Journalisten. Wenn ein Interessenskonflikt besteht, soll man es natürlich schreiben. Worin der besteht? Im lecker Fressi Fressi, einem tollen Hotel an der Adria in Portoroz/Slowenien, einem für Daimler typisch perfekt durchorganisierten Event, den übernommenen Reisekosten? Oder gar, dass ich mich zu Hause gefühlt hatte? Als ich in Slowenien war, dem einstigen Land meiner Ahnen, als es noch einfach nur „Jugo“ hieß? Und an der Adria-Küste entlangfuhr, just als der Himmel nach dem Gewitter aufklarte und die Sonne die Adria beschien? Spricht denn dieses Video nicht Bände?

Könnte man meinen. Letztlich ist mir das alles wumpe. Das eine ist schön, doch wenn das Produkt schnöde ist, hilft das schönste Drumherum nichts. Es bleibt schnöde.

A200

Also worin zum Teufel liegt der Interessenskonflikt? Die Überschrift besagt es doch schon längst. Ich habe das A-Bärchen auf Autobahnen befahren, in einem sogenannten A-200, Dieselmotor mit Handschaltung. Irgendwas mit +100 PS, völlig ausreichend. Um? Um auf der Autobahn locker jedes Speedlimit in Slowenien theoeretisch zu überschreiten (130…) und irgendwelche Autos mühelos zu überholen. Um auf den Landstraßen gemächlich dahinzugleiten oder auch mal aus purer Laune heraus zu überholen. Selbst auf Serpentinenstrecken muss man sich nicht zu sehr anstrengen. Um in Dörfern und Städtchen den kleinen Stern in diesem Kleinst-Benz vorzuzeigen.

A200

Und was soll ich sagen? Ich habe mich einfach pudelwohl gefühlt. Mein A-Bärchen habe ich ins Herz geschlossen. Obwohl es schon fast über eine Woche her ist, denke ich an mein Bärchen.

Nicht so wie im Audi A3. Oh! Kein schlechtes Auto. Im Gegenteil! Ein perfekt designtes Auto. Unglaublich geile Anmutung, die sich perfekt zurücknimmt. Der Innenraum ist Referenzklasse. Da kann sich mein A-Bärchen eine Scheibe von abschneiden, aber das will ich gar nicht. Fahrweise, Abstimmung, Aussendesign im A3 sind ebenso Spitze. Alles vom Feinsten. Und doch fehlte mir irgendwie das Kuschelige, das heimelige Gefühl. Es war mir zu zu gut und zu kalt. Für Designpuristen ein perfektes Auto. Doch ich bin keiner. Ich mag es auch mal abseits von perfekt und geschniegelt im Auto. Es darf ruhig mal den einen oder anderen Knopf mehr haben. Es darf auch mal hin und wieder nicht so perfektabel anmuten. Auch außen, nicht nur innen. Irgendwie hat Steve Jobs den Audi A3 entworfen. Doch dem A-Benz hat jemand anders etwas mehr Sympathie und Leben verliehen.

A200

Ich weiß, es hört sich komisch an. Ich fühle es aber so. In diesem Top-Bereich geben sich die Marken nix mehr an technischen Unterschieden. Ob das Auto nun 0,1 Meter/Sekunde schneller ausbricht, ob es hinten oder vorne ausbricht, ob es sich um Mikrometer besser beschleunigt, es ist mir völlig egal.

Mein A-Bärchen hat alles, was man braucht. Größe, Qualität, Knuffigkeit, Anmutung, Verarbeitung, Motorisierung, Ansehen, Fahrverhalten. Es ist die Mischung, die mich anspricht. Und das ist auch schon mein Interessenskonflikt. Ich würde mir das Auto kaufen. Würde? Ich brauche keines. Nicht jetzt. Aber wenn, dann wäre es dieses Auto.

A200

Die neue A-Klasse mottet die alte A-Klasse für Silver Surfer ein. Und macht sich dran, jüngere, finanziell potentere Singles anzusprechen. An und für sich eine Revolution im Haus, das traditionell die Mützenfahrer mit Hutablage ansprach. Der Audi A3 und der BMW 1? Was ist damit? Es entscheiden die Geschmäcker: Wer es absolut perfekt designed haben will, möge zum Audi-Regal greifen. Wer es sportiv anmutend haben will, möge halt zum BMW-Regal greifen. Wer es dazwischen haben will, so wie ich, möge zum Sternenregal greifen. Man macht weder was falsch noch richtig, wenn man mit der anderen Alternative liebäugelt. Man macht aber was falsch, wenn man nicht weiß, worauf man mehr steht.

A200
Foto von Markus Jordan (Mercedes Benz Passion Blogger)

Handling, Ausstattung, Details, Problemzonen, Plus- und Minuspunkte? Erfahrt Ihr alles bei den Experten, den Autobloggern. Die Preisliste inklusive meiner Sonderausstattung hätte ich Euch dann doch gerne gebracht. Aber ich habe die Unterlagen 1.000 KM entfernt liegen. Reiche ich nach. Nur soviel. Ich glaube, der 200er Diesel kostet um die 28.000 Euro (Einsteigermodell bei 24k). Und mit Sonderausstattung plus 8.000. Also 36k. Ist ne Ansage. Für einen Kompakten. Wie ich schon schrieb, das Teil gibt es nicht für Sparbrötler. Bei mir gibts heute daher nur viel Gefühl und mein A-Bärchen. Punkt.

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Jan Gleitsmann zerreisst es die Shorts, vor Aufregung? Nicht ganz :)
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Und noch einige Bildchen von mir in Picasa als Diashow zusammengefrickelt



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