Im Rahmen des Bloggergates ging es um den Verkauf von Links. In dem Fall zusätzlich um einen nicht offen deklarierten Verkauf. Betrachten wir an dieser Stelle die Mechanik dahinter und welches Risiko Blogger auf sich nehmen.

Wozu braucht Google Links?
Zunächst einmal Google: Die Suchmaschine profitiert bei der Filterung von Informationen durch Links. Die wir alle irgendwo im Netz setzen. Google betrachtet nicht nur die Link gebende Seite, sondern auch die Stichworte, die genutzt werden. Wenn alle im Netz mit dem Begriff „Blogger“ auf eine Seite verweisen, wird diese Seite sehr weit oben bei einer entsprechenden Sucheingabe „Blogger“ gelistet sein. Dass Google weitere Kriterien benutzt, um Webseiten in den Suchergebnissen zu positionieren, ist klar. Links gehören seit jeher zum wichtigsten Kriterium schlechthin.

Google verdient damit ein Heidengeld, spült zugleich teilweise sehr hohe Besuchermassen auf Webseiten. In Deutschland ist Google die mit Abstand dominierende Suchmaschine. Natürlich versuchen zahlreiche Webseitenbetreiber in den Top 10 der Suchergebnisse zu erscheinen. Wir alle haben sicher schon mal etwas von „Versicherungen“ gehört. Ein heiß umkämpftes Stichwort. Wer hier ganz oben steht, verdient sich eine goldene Nase.

Jedes Suchwort weist demnach einen bestimmten Wert auf. Manche Suchwörter sind heiß umkämpft, andere wiederum kaum. Allgemein gesprochen, der Markt entscheidet, wie wertvoll eine hohe Positionierung bei Google ist. Tendentiell umfasst das besonders die Branchen, die online ein gutes Geschäft machen.

Was ist Googles Ziel?
Google hat dabei die Zufriedenheit seiner Kunden im Auge. Sie wollen das Vertrauen erhalten, relevante Ergebnisse liefern. Nur ein Klick weiter wartet die abgeschlagene Konkurrenz. Sie werden alles dran setzen, um Manipulationen der Suchergebnisse zu vermeiden. Alles das, was Googles Kreise stört und die Kundenzufriedenheit bedrohen könnte, wird seitens Google Reaktionen nach sich ziehen.

Hierzu gehört natürlich der Handel mit Links, um mit einem künstlichen Linkaufbau bei Google nach oben zu kommen. Das Resultat ist eine bröckelnde Kundenzufriedenheit, unzufriedene Kunden schaden Googles Geschäften. Was tut Google dagegen?

Was macht Google gegen Linkverkäufer?
Google wird den Webseitenbetreiber, der Links gegen Bares platziert, abstrafen. Wie? Das kann über eine Reduktion des Page Ranks erfolgen, ohne dass sich dessen Listung in den Suchergebnissen verändert. Das hat zur Folge, dass die Webseite bei einem Page Rank von 0 für Linkhändler wertlos wird. Google kann zudem die Listung der Webseite in den Suchergebnissen weit nach hinten rutschen lassen. Das kommt für den Webseitenbetreiber teuer zu stehen: Er wird weniger Besucher begrüßen dürfen. Je höher die Besucherstromanteile via Google sind, geht der Traffic umso stärker nach unten. Google kann auch die Seite komplett aus dem Suchindex nehmen, der Besucherstrom via Google ist dann gleich Null.

Wie entdeckt Google Bezahllinks?
Google filtert Webseiten nach auffälligen Mustern. Mal weniger mal besser entdeckt es dabei auch Bezahllinks. Die Googles AGBs widersprechen. Alternativ können User Google Webseiten melden, die Links verkaufen und platzieren. Das passiert weiß Gott nicht selten, Webseitenbetreiber beäugen gerne ihre Konkurrenz. Übrigens, das ist auch zugleich der Grund, warum Linkhändler nicht gerne darüber reden. Je öffentlicher das wird, umso eher kommt Mama Google und wird passend reagieren.

Wie hoch ist das Risiko, zahlt sich das aus?
Das Risiko ist spürbar, Prozentzahlen kann ich keine kalkulieren. Angesichts der recht bescheidenen Einkommensmöglichkeiten für die meisten Blogger ist es das im Grund genommen nicht wert. Wer aber das Risiko dergestalt einschätzt, dass ihm die Google-Besucher nicht wichtig sind, kann das Risiko eben gehen. Eine Abstrafung seitens Google kann man dann verschmerzen. Ohne dass die anderen Einnahmen darunter leiden, die meistens auf Traffic basieren. Linkverkauf hat für viele Blogger einen Charme, da er eben Traffic unabhängig ist. Blogs mit einem geringen Besuchsaufkommen und einem Page Rank ab 3 können recht einfach Einnahmen von rund 100 Euro / Monat generieren. Das wäre so über Bannerschaltungen schlichtweg nicht möglich (so z.B. Google AdSense). Mit Bannern schaffen viele gerade einmal 10 Euro und weniger. 100 Euro mit Links? Das hört sich toll an. Zunächst ja, aber man sollte dann auch nicht flennen, wenn Mama Google einem auf die Finger haut.

Wo ist die Moral?
Nun habe ich mich nicht über diese Frage bisher ausgelassen. Es ist ein wirtschaftliches Gefüge, das keine Moral kennt, nur das Geschäft. Google, Linkhändler, Linkverkäufer. Aber das schadet doch den Kunden von Google? Die ärgern sich über die verschmutzten Ergebnisse? Klar. Kunden, die unzufrieden sind, meckern dann natürlich nicht nur über Google, sondern gerne auch über den Verursacher. Den SEO, das beauftragende Unternehmen, den Webseitenbetreiber. Hier kommt dann eben die Moral aus dem Eigennutz des Kunden ins Spiel. Der Kunde will gute Ergebnisse, der Linkverkäufer „volle“ Taschen. Linkhändler und Unternehmen ebenso. Das beißt sich natürlich. Auch das muss der Linkverkäufer mit sich ausmachen. Er kann sich als winzigen, unerheblichen Teil eines großen Verschmutzungsgefüges betrachten oder eher als wichtigen Teil eines Gefüges lauter Einzelinteressen, nämlich seiner eigenen Interessen. Je nachdem wird man die moralische Frage für sich beantworten.

Meine Empfehlung
Legt man Wert auf einen dauerhaften Aufbau seines Blogs, ist das auf der einen Seite ein mühsames Vorankommen. Andererseits wird man kaum gegen Mama Google anstinken können, wenn man dabei auch auf Linkverkauf setzt. Früher oder später wird der Krug zerbrechen. Ist Dir Google für Dein Blog wichtig, respektierst Du mehr die Interessen von Googles Kunden, dann würde ich die Finger vom Linkverkauf lassen. Es macht sich langfristig bezahlt.

Ist das einem alles nicht so wichtig, ob Google reagiert oder nicht, jo mei, dann ist es halt eben so und nicht anders. Mach Dein Ding, jammer nicht, wenn Google zuschlägt. Und, wenn Du es schon mit dem Linkverkauf machst, dann deklariere wenigstens die Links als bezahlte Werbung. Das schadet dann wenigstens nicht dem Ruf der Blogs zu mauscheln. Ahso, das mit dem Eigeninteresse, aber das sagte ich ja bereits.


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