im Artikel „Das Missverständnis Social Media“ beschreibt Olaf, worauf es im Grunde ankommt:

Märkte sind Gespräche? Der Zeitungsverkäufer würde vermutlich schmunzeln. Er will vor allem die Zeitung verkaufen. Märkte sind Handelsräume, es sind Plätze an den Waren angeboten, verkauft und gekauft werden. Das ist der Kern des Marktes – Tauschgeschäfte. Dabei kann man reden, Gespräche führen. Sie machen einen rein ökonomischen Vorgang lediglich ein wenig – darf man es sagen, auch wenn es etwas platt klingt – menschlicher.

In vielen Teilen kann ich ihm Recht geben. Allerdings gibt es ein neues Element in der Digitalen, dass so im Analogen nicht in der Dramatik zu Tage tritt: Ein „Gespräch“ ist im Digitalen auch als Präsenz einer Marke, einer Dienstleistung, eines Produktes zu verstehen. Wer morgen im Digitalen keine Präsenz zeigt bzw. Erwähnung genießt, wird mit stetiger Zunahme der kommunikativen Bedeutung des Internets und zugleich abnehmender Bedeutung klassischer Kommunikationskanäle drastisch abfallen. Was nicht existiert, kann nicht verkauft werden. Das lässt sich bereits heute am Verhalten intensiver Netz-User beobachten: Die meisten Informationen erhält man via Netz. Was im Netz nicht ist, existiert nicht. Was im Analogen ist, existiert. Wo nicht darüber gesprochen wird (Vertrieb, Support, Marketing, PR) ebensowenig, das gilt im Analogen ebenso. Im Digitalen genauso. Je weniger man sich aber im Analogen informiert (TV, Radio, Zeitungskonsum) umso stärker wirkt der digitale Raum.

Insofern hat Olaf zwar in der Ausgestaltung des heutigen Lebens recht, wie man sich informiert und was Gespräche analog bedeuten, zunehmend wird gerade das „digitalisierte Gespräch“ (im Übrigen kann das auch eine strukturierte Hotelbewertung, eine getwitterte Beschwerde, eine gepostetes Musikvideo auf FB sein, what ever) immer wichtiger. In einer vernetzteren Welt tragen sich diese Informationen immer leichter weiter, werden immer besser verstanden und ausgewertet. Tja, Gespräche sind blabla? Nope. Wer das glaubt, muss nix verkaufen.

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