Dieses Jahr habe ich einige Autotests hinter mir. Kein Wunder, haben doch die Autohersteller 2012 auch Blogger unter ihre kommunikativen Fittiche genommen. Was waren aber nun meine persönlichen Highlights? Was war mein Favorit überhaupt, was war das schönste Auto, was war die größte Enttäuschung, was hat die Sinne am meisten angesprochen und was war Luxus pur?

Das Highlight des Jahres
Also, mein Favorit des Jahres. Von all den Fahrzeugen, die ich erfahren konnte? Ein Porsche? Ein Mercedes? Ein Jaguar? Ein Audi? Ein BMW? Ein Ford? Ein Opel? Ein VW? Ein Skoda? Honda? Mitsubishi? Jedes Auto hatte seine eigenen Vorzüge. Aber einer hatte es mir am meisten angetan. Weitab vom Schuss der Monster-PS und Monster-Luxuspreise. Der wahrlich keine Schönheit ist. Ich nenne ihn meinen „süßen Elefanten“. Den Citroen Berlino Multispace.
Citroen Berlingo vorne
Das mit Abstand praktischte, gemütlichste und geräumigste Auto in der Familienklasse. Der Kofferraum ist einfach nur gigantisch! Auf einer Fahrzeuglänge von knapp unter 4,40m bekommt man fast schon einen halben Elefanten unter. Eintausenddreihundertundfünfzig Liter. 1.350!
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Und wenn man die Sitze umklappt? Dann darf auch ein Wasserbett rein! Dreitausendliter! Luxus pur! Aber dafür sitzen doch sicherlich die Insassen dann knapp und eng? Nope. Von wegen!

Du hast einen unheimlich bequemen Einstieg. Und findest vorne wie auch hinten Platz pur. Dazu trägt auch das hohe Dach nebst Dachfenstern bei, dass es sich geräumig anfühlt.
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Mit Kindern hinten und dann parken? Weiah! Obacht, Türschäden sind vorprogrammiert. Hier nicht. Die Seitenschiebetüren sind einfach nur genial!
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Was das Fahren angeht? Es ist keine Rennmaschine, aber man muss auch nicht Bammel haben, ob man die Kasseler Berge hochkommt. Der 1.6 Liter Diesel zieht und zieht und zieht. Bis 130 bzw. 140 bleibt es im Innenraum geräuscharm. Bei 160 darf man dann langsam den brummeligen Diesel leicht beklagen. Und das Cockpit?
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Was soll damit sein? Klar und übersichtlich. Das Navigerät inkl. Radio und Multimediasystem ist kinderleicht zu bedienen. Die Gangschaltung ist mehr als einfach zu erreichen, da sie leicht nach oben versetzt wurde, leichtes LKW Feeling kommt da schon auf. Die Übersicht ist grandios. Man sitzt im Schlachtkreuzer und überblickt alles nach vorne. Zur Seite und nach hinten hin kommen keine bösen Überraschungen auf. Der Innenraum ist nicht Luxus pur, aber auch nix Armseeliges. Es fühlt sich passend an. Meine Kinder haben sich im Berlingo super wohl gefühlt. Platz war genug. Die Tischchen hinten haben ihr Übriges dazu beigetragen. Die Sitze sind bequem und man steigt auch nach langer Fahrt erholt aus dem Wagen.
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Rundum, ein überaus praktisches Fahrzeug. Wer keinen Wert auf Statusquatsch legt, Platz braucht, Familie hat und das alles für einen Vollausstattungspreis (!) von 24.000 Euro für fair erachtet, zuschlagen! Das unterschreibe ich dreimal! Familienpapas und -mamas: Kauft das Ding! Und nicht wundern: Berlingo-Fahrer blinken sich gegenseitig zu ;)
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Das Schönste, das Luxuriöseste, das Sinnlichste und das Enttäuschendste des Jahres 2012?

Das schönste Auto war für mich der Mercedes CLS. Es gab keins, was auch nur annähernd so elegant daherkam! Selbst bei grauen Wetter schaut das Auto immer noch fantastisch aus.
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Das luxuriöseste Auto und das im Gesamten alle meine Spaß-Sinne und mein Stilgefühl anspricht, wurde eigens für mich entworfen. Es ist der Mercedes SL. Mein Traumauto!
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Das Auto, dass den Sinngenuss maximal ansprach – dafür andere Sinne nicht – war die Mercedes C-Klasse. Allerdings in einer ganz besonderen Spezialversion. Der 6.3 Liter Motor von AMG brummelt und brammelt so sonorig und bassig tief, dass es ein purer Genuss sowohl beim Dahinschleichen als auch beim Beschleunigen ist. Ein Genuss für meine Ohren. Es ist weniger die Endgeschwindigkeit irgendwo knapp bei 280/290, die lässt mich komischerweise kalt. Es fährt sich genauso wie mit 100 oder 200 was den gefühlten Puls angeht. Wobei es einmal extrem brenzlig wurde auf der Autobahn. Tachonadel bei 290, alles leer auf der Autobahn, außer einem Auto weit vorne. Der Fahrer zuckte so merkwürdig nach links auf meine Fahrspur. Ok, ist aber gleich wieder zurück. Entwarnung. Denkste! Ich war schon kurz vor dem Überholen, da zuckte der ausgerechnet in diesem Moment schon wieder nach links, so dass diesmal auch die linken Räder über den Fahrstreifen fuhren. Obwohl keiner vor ihm war. Tja. Bremsen ging nicht mehr, ob man mit 250 oder 290 reinrauscht, macht da nichts mehr aus leider. Nach rechts war es aber zu spät zum Ausweichen. Also auf dem Gas bleiben und durch, bevor der Wagen ganz rüberkommt. Das war keine Sache von ewigen Sekunden, sondern von wenigen Zehnteln. Es war gut gegangen, um Zentimeter. Ich 290. Er gefühlte 100. Der Fahrer erschrak natürlich und zuckelte wieder brav auf seine Fahrspur, war demnach safe. War wohl eingeschlafen? Er hatte Glück. Ich hatte Glück. Aber eine traurige Sache bleibt mir in Erinnerung: Der 6.3 L Motor von AMG war der letzte seiner Sauger-Art und mit dem Hubraumvolumen. Aus die Maus mit diesem Schallgenuss.
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Die Enntäuschung pur war der Porsche 911. Viele finden ihn toll. Zum Anschauen ok. Mag sein. Ja. Aber? Das Fahren damit ist Panne pur, für mich. Der Motor klingt mir zu weibisch, die „Posertaste“ (sitzt in der Mittelkonsole), die die Auspuffklappen speziell so öffnet, dass es schon bei 30 nur so herumkreischt, war mir extrem peinlich. Die ganze Zeit ist der Wagen dabei Dir aufdringlich sagen zu wollen, was der doch für ne Granate ist. Wie auch der ganze Wagen für Poser pur geschaffen ist. Kenne genug Porsche-Fans und die Korrelation zwischen Posertum und diesem Wagen ist markant hoch. Nein. Das Auto ist nicht für mich geschaffen. Angeberei im Straßenverkehr ist nicht mein Ding. Das war auch ähnlich beim Mercedes AMG oben. Im Grunde vom Designpaket her zusammen mit den Spoilern und bulligen Auftreten ein Prololo-Auto.
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