Thema 1: Deutsche Blogcharts
Thema 2: Twittercharts
Thema 3: Internetstartups
Thema 4: Frauen nach vorne in die erste Reihe

Nachdem wir Blogs, Twitter und Startups betrachtet haben, wie es sich mit dem Anteil und Präsenz der Frauen in der Fresspyramide „oben“ verhält, wollte ich eigentlich ein Fazit schreiben. Doch wie der Zufall will, bin ich über einen Link von Stefan Wolpers auf Facebook auf den Artikel „VC Confession: I Have Doubts Once I Think Of Women Founders Having Kids And Being Distracted From Work“ aufmerksam gemacht worden. Der Artikel selbst ist spannend zu lesen, aber viel spannender ist der TED-Vortrag von Sheryl Sandberg (COO Facebook, hatte ich just im vorherigen Artikel erwähnt), der sich im Artikel als Video wiederfindet. Topic: „Why we have too few women leaders„.

Sie bringt es eh zehnmal besser als ich auf den Punkte, spricht wichtige Dinge an, die es in sich haben. Also schreibt sie sozusagen für mich mein Fazit:

Und noch ein Video, das mir Stefan Ukena empfohlen hat, auch aus der TED-Talk Reihe. Johanna Blakley: „Social media and the end of gender“. Johanna ist Deputy Director beim Norman Lear Center („a media-focused think tank at the University of Southern California“). Auch dieser Vortrag ist gerade aus weiblicher Sicht ein Hoffnungsschimmer, kein – wenn man das aus meiner Artikelreihe ableiten könnte – Fakt, dass Frauen im Web angeblich nix zu melden haben.

Ich reihe mich nun, nachdem die beiden das Fazit gezogen haben, schön brav in die zweite Reihe ein und ziehe mein männliches Fazit. Es kann gut sein, dass ich bei der Betrachtung zu sehr „nach oben“ geschaut habe. Eben männlich, wenn man das so sagen kann. Zugleich habe ich mich gefragt, ob mich als Mann das von Frau unterscheidet. Das ausgeprägte Wettbewerbsdenken, von Kindesbeinen an darauf getrimmt. Wundert es mich männlich gedacht, dass Frauen in Toppositionen in der Wirtschaft, in Toplisten über Blogs und Twitter, als Gründerinnen von Internetstartups eben nicht repräsentativ entsprechend zu 50% wiederzufinden sind? In Teilen wundert es mich, aber nur, weil ich keine echte Erklärung finden konnte, nicht an allen Stellen. Eventuell suche ich die Erklärung an falschen Stellen, da ich eben nicht weiblich denken kann. Sheryl sagt mir, dass Frauen nicht lange genug den „Arm oben halten“, zu sehr ihre Fähigkeiten immer wieder unterschätzen, während Mann seine Fähigkeiten eher überschätzt, den Arm lange genug oben hält, weniger Rücksicht auf andere nimmt. Betrachtet man es in diesem Sinne top-down gedacht und Frauen in der Breite noch nicht wirklich mit Männern mithalten können, was die Fähigkeiten dazu angeht, ebenso top zu sein, dann wäre es eine männliche Erklärung. Die an die Frauen gerichtete Message aus meiner Sicht wäre einfach „ich, Frau“. In den vielen Gesprächen mitzu dem gesamten Themenkomplex – ganz großen Dank dafür – fiel mir immer wieder auf, dass sich „Frau“ gerne in einer Rolle sieht, wenn wir uns über Frauen unterhalten haben, wieso etwas so oder so zu sehen ist. In einer Rolle, der man nicht gerecht werden kann, solange man sich größtenteils durch das Umfeld bestimmen lässt. Wie wirke ich, wie komme ich rüber, bin ich die und der? Das mutet stärker ausgeprägt denn bei Männern an. Solange man nicht mehr auf sich selbst denn auf das Fremdbild achtet, kommt man aus der eigenen Rolle nicht raus. Es stimmt mit dem überein, was Sheryl gesagt hat: Bei Gehaltsgesprächen definiert sich die Frau durch Externes, nicht aber durch die eigenen Fähigkeiten. Das konnte ich damals ebenso feststellen, wenn mir Frauen gegenüber saßen. Immer und stets begründete man ein Mehr an Gehalt mit anderen, aber nicht mit seinen eigenen Fähigkeiten. Mehr „ich“, weniger „die anderen“. Und wenn es dabei dann heißt, es ist eine Emanze, Mannfrau, what ever, scheiß egal.

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