Ich hatte gestern ein Telefonat mit Lars Hinrichs geführt, der als Investor mit seiner Firma HackFwd u.a. in LovedBy.Pro investiert hat. Ob ich mir deren Angebot nicht anschauen könne? Konnte ich.

Grundidee von LovedBy.Pro?
Es handelt sich um einen Affiliate-Vermittler (Affiliate völlig unbekannt? Siehe Wikipedia). Unklar, was Affiliate-Vermittlung bedeutet? Lets go…

Was muss man als Seitenbetreiber tun? Einen Account bei LovedBy.Pro einrichten, Codesnippet abholen und auf der eigenen Seite einbauen. Was passiert dann?

Immer dann, wenn man in einem Posting auf einen handelbare Ware verlinkt (zB auf einen Shop, Amazon, Otto…), schaut LovedBy.Pro in der Datenbank nach, ob der entsprechende Anbieter ein Affiliate-Programm anbietet. Wenn das der Fall ist, wird der Link automatisch um die Affiliate-ID von LovedBy.Pro ergänzt. Der Blogger spart sich diesen Suchaufwand. LovedBy will laut eigener Aussage rund 10.000 Affiliate-Partner unter Vertrag haben.

Wer bekommt die Affiliate-Provision? LovedBy.Pro schüttet 75% aus, behält einen Eigenanteil in Höhe von 25%.

Wo liegt der Vorteil für den Seitenbetreiber?
Wer sich mit Affiliate-Programmen befasst, weiß wie aufwändig der Prozess sein kann. Man muss herausfinden, ob es zu dem Shop ein Affiliate-Programm gibt. Dann muss man sich dort separat anmelden (auch bei Zanox btw) und ggbfl. auf Genehmigung warten. Irgendwann bekommt man seine Affiliate-ID, die man je nach Verfahren manuell oder halb-automatisch an die Links zu dem Shopartikeln dranhängen muss. Mittlerweile existieren für populäre Plattformen wie eBay und Amazon WordPress-Plugins für Blogger, um das Verlinken inkl. Affiliate-ID etwas bequemer zu gestalten.

Ergo? LovedBy.Pro nimmt einem den Such-, Anmelde- und Verlinkungsprozess ab. Das kostet den Blogger 25% seiner eigentlichen Affiliate-Provision. Ab 30 Euro wird via PayPal ausgezahlt. Für mich ein fairer Deal.

Ein weiterer Vorteil – habe das aber nicht nachgefragt – könnte vermutlich in per se höheren Provisionsstufen liegen. Wo ein Blogger allein bestimmte Provisionsstufen mangels Umsatzvermittlung nicht erreichen kann (es kann sich btw auch um Lead-Provision handeln, nicht immer nur Sales-Provisionen), wird an dieser Stelle alles gemeinsam via LovedBy.Pro abgewickelt. Die damit auf höhere Provisionsstufen kommen und den Vorteil an den Blogger weitergeben. Allerdings weiß ich nicht, wie das die Affiliate-Partner sehen, namentlich Amazon etcpp. Meines Wissens werden diese Gruppenverfahren ausgeschlossen. Update: Oliver von LovedBy bestätigt, dass man von höheren Provisionsstufen in der Tat profitiert.

Zusätzlich bietet LovedBy.Pro eine ausführliche Analyseübersicht an. Dort kann der Blogger/Seitenbetreiber einsehen, wie oft ein Link angeklickt wurde, wie hoch der Umsatz ist, usw etcpp. Wer AdSene im Einsatz hat, weiß wie wichtig diese Statistiken sein können. Von daher klasse, dass LovedBy diese mit anbietet. Siehe Screenshot-Auszüge mittels einem Testaccount:
lovedby
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Fragen
Was ist aber mit bestehenden Affiliate-Links? LovedBy.Pro funkt da nicht dazwischen und belässt die Links so wie sie sind. Wer redaktionell-manuelle Affiliate-Links setzt, kann demnach mit LovedBy.Pro parallel fahren. Umgekehrt kann man im LovedBy.Pro-Account Domains angeben, auf die keine Affiliate-ID gesetzt werden soll. So kann man Amazon einfach davon ausnehmen (und eben manuelle Affiliate-Links setzen oder gar keine).

Was ist mit Plugins? LovedBy bietet für WordPress, Tumblr, Blogger, Typepad, Seesmic und Tweetdeck eigene Plugins an. Nebst einem Codesnippet für alle anderen Seitenbetreiber und die Möglichkeit, manuell Links zu Shops auf LovedBy umzuwandeln.

Und wer keine eigene Seite hat? Für User, die keine eigenen Seiten betreiben, bietet LovedBy eine eigene Seite an.

Wie schaut es mit Genehmigungen aus? Nicht jeder Affiliate-Partner stellt einem Blogger einen Blankoscheck aus. Man wird schlichtweg nicht zugelassen. Wie das nun LovedBy stellvertretend handhabt? Das weiß ich nicht.

Update: Siehe Antworten von LovedBy zur o.g. Frage der Provisionsstaffelung und dem Genehmigungsverfahren.

Resümee?
Für mich klingt LovedBy.Pro angesichts des Gesamtpaktes nach der bisher bequemsten Methodik, Affiliate einzusetzen. Die ganze Mühsal und Zeitaufwendungen kann man sich schenken. Das kann einem 25% weniger Affiliate wert sein. Wenn ich ein Blog mit Affiliate-Thematik betreiben würde, könnte ich mir das durchaus vorstellen. Zumal es LovedBy einem selbst überlässt, ob man bestimmte Affiliate-Domains außen vor lassen will (wo man selbst Partner ist und schon gute Erfahrungen gesammelt hat). In meinen Augen handelt es sich bei LovedBy um eines der ganz wenigen Startups, die ich in diesem Bereich für wertvoll genug erachte, um sie weiter im Auge zu behalten. Die Firma selbst ist sehr jung, man ist seit dem 02.02.2011 public.

Wer mehr über LovedBy wissen will, möge sich folgende Quellen reinziehen: Twitter, Facebook, Blog.

Screenshots und weitere Analyse
100Partnerprogramme.de hat LovedBy.Pro als Experte unter die Lupe genommen. Dort findet Ihr zahlreiche Screens und auch Aussagen bezüglich der Vor- und Nachteile von LovedBy.Pro. Zusätzlich hat Karsten Windfelder Oliver interviewt (nebst zwei weiteren Anbietern, spannend!).

Ausblick
Oliver Krohne, einer der beiden Gründer meinte, man sei an einer interessanten Erweiterung dran. Die man bisserl mit Google AdSense vergleichen kann. LovedBy wird die Blogartikel nach Produktbegriffen scannen und Affiliate-Links hinterlegen.Soweit das Grundprinzip. Viel bequemer geht es dann nicht mehr. Wie es in der Praxis funktioniert und ob die besten Affiliate-Partner rausgepickt werden (in Abhängigkeit nicht nur der Provisionsöhe, sondern auch der Stornoquote?), weiß ich natürlich nicht.

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