Ich beziehe mich bei dem Begriff „Like“ auf das berühmt-berüchtigte Facebook-Like. Und hatte mir die Frage gestellt, ob denn so ein Like auf Facebook überhaupt auffällt, wenn es um Produkte geht. Genauer gesagt hatte ich eine Umfrage gestartet und folgende Frage gestellt: Hat Dich schon mal ein Like in Facebook auf ein Produkt aufmerksam gemacht oder gar zum Kauf animiert?

Was kam dabei bisher heraus?
Like Umfrage
Es sind 42 Stimmen abgegeben worden.
57% = 24 Personen sagen „Nein“
38% = 16 Personen sagen „Ja“
5% = 2 Personen sagen „Weiß ich nicht“
Bei den Befragten handelt es sich angesichts meines Netzwerks eher um „Internet Heavy User“. Selbstverständlich ist das keine super duper repräsentative Umfrage, aber mir gibt es ein grobes Gefühl, ob ein Produkt-Like überhaupt wahrgenommen wird.

Mich persönlich hat die hohe „Ja“-Quote durchaus überrascht. Ich hätte mit rund 10% gerechnet, nicht aber mit einer Quote von 4:10. Warum mich das überrascht hat?

Man muss sich bewusst machen, wo ein Like auf Facebook überhaupt auftaucht:
1. in der News-Timeline „Top News“ und „Most Recent“ (Netzwerkreport über Aktivitäten und Postings der Freunde)
2. in der persönlichen Timeline eines Users, wenn man dessen Profil besucht.
Sprich, es handelt sich um eine Unmenge an Informationen, die dort abgebildet werden. Ein Produkt-Like fällt da kaum auf, dachte ich.

Kurzer Ausflug in die Like-Anzeige auf Facebook
Bedenkt dabei, dass Likes wie folgt angezeigt werden, was die Netzwerkwirkung angeht: „X Freunde haben Produkt A geliked, weitere Z Menschen haben das Produkt A geliked“. Übersetzt: Ich sehe nur die expliziten Likes meiner Kontakte, nicht aber, welche Personen außerhalb meines Netzwerks das Like genutzt haben, nur deren Anzahl. Es ist zu vermuten, dass die Anzeige der Freundes-Likes viel stärker wirkt als die Anzahl der Likes von „Fremden“. Aber in welchem Verhältnis? 100:1? 10:1? Wiegen 10 Likes von Freunden so viel wie 100 Likes von Fremden? Nehmt diese Überlegung mit, wenn es um die folgenden Ableitungen geht.

Für was spricht das Ergebnis?
Das viel gerühmte und immer dichter werdende Informationsnetzwerk führt dazu, dass sich Menschen untereinander auf Produkte aufmerksam machen. Aber auch, dass sie umgekehrt gedacht willig und bereit sind, Produkten ein Like zu vergeben. Hier liegt meine Annahme zu Grunde, dass Heavy User Verhaltensweisen aufzeigen, die in die Masse diffundieren werden. Heißt, selbst wenn heute nicht die Mehrheit das Like nutzt, wird das Imitationsverhalten zu einer Verbreitung führen. Dazu tragen viele externe Seiten bei, die Like-Buttons in ihren Angeboten einbauen (News-Seiten, aber auch Shoppingseiten, ebenso Blogger und andere)

Wenn man es weiterdenkt und natürlich genauere bzw. umfassender Untersuchungen betreibt, könnte man wohl zu der Überzeugung kommen, dass
– Shopbetreiber ohne einen Like-Button nicht mehr auskommen
– Produktanbieter sollten auf Facebook oder aber im Shop Übersichten schaffen, welche Produkte am meisten geliked werden
– Pfiffige Drittanbieter könnten eigene Onlineangebote schaffen, die die Produktwelt in Facebook nach Likes scannen und übersichtlich darstellen (Affiliate lässt grüßen).

Wie wichtig ist dabei die Unterscheidung der Likes von Freunden und Fremden? Muss man mehrere Sortier-Optionen anbieten?

Was wäre noch denkbar?
Ein Like sagt natürlich noch lange nix aus, ob ein Interessent von Wahrnehmung auf Kauf umschaltet. Hier bietet sich die Idee an, über ein „Habe ich“ nachzudenken. Ein Signal aus meinem Freundeskreis, dass man das Produkt XYZ besitzt, wirkt auf mich viel stärker als ein bloßes „Like“. Da Facebook diese Option von Haus aus nicht anbietet, könnte womöglich ein externer Dienstleister eine derartige Infrastruktur aufbauen, die man Produkt-/Shop-Inhabern anbietet. Ohne eine eigene Sonder-App in Facebook ginge das nicht? Bin mir unsicher. Eine eigene App auf Facebook wäre kein Must Have, wenn man das Angebot entsprechend als Service online aufbaut. Kein leichtes Spiel, so oder so, dennoch nicht ohne Reiz.

Weitere Zusatzhinweise zum Thema Produkte und Like
Auf Facebook gab es dazu eine interessante Diskussion. Ein Auszug daraus:

Sebastian Gerhard:

Der Zwang, nur positive Rückmeldung hier vergeben zu dürfen sorgt bei mir für völlige Ignoranz bei Produkten und weitestgehend bei Seiten. Ich nutze „Liken“ nur bei Meinungsäusserungen von Freunden, um Zustimmung zu signalisieren, oder als abgeschwächte Form des Beifalls, z.B. für etwas witziges oder eine interessante Sichtweise. Auf Kommerzieller Ebene halte ich vom like-System gar nichts, ich könnte es erst ernst nehmen, wenn mir die Möglichkeit gegeben wird, auch mein Missbekunden entsprechend ausdrücken zu können. Bin gespannt, was beim Poll rauskommt.

Michael Schubert:

@Sebastian: Sicherlich würde so ein System mehr Informationsgehalt haben, wenn man auch die „Gegenstimmen“ sehen würde. Da gebe ich dir vollkommen recht. Leider gibt es diese Möglichkeit aber „noch“ nicht, daher behalte ich mir das Recht und die Freiheit vor, den [Gefällt mir]-Button NICHT zu drücken sollte mir das Produkt, die Aussage oder das Getränk nicht gefallen

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