Zum Artikel „Was ist aus den Blogs geworden“ gab es einige Reaktionen auf anderen Blogs, die ich hier gerne zusammenstellen möchte, denn natürlich gilt nicht nur meine Sicht bzw. Gedanken, sondern genau das Gegenteil ist spannend, was nämlich andere denken. Das gilt es aufzuzeigen und zu verlinken!

Vornweg: Meine These war, dass der Hype um Blogs vorbei ist, die Medien nicht mehr mit der gleichen Häufigkeit über das Phänomen Blogs berichten. Und habe auf diesem Gedanken einer abflauenden Medienpräsenz versucht zu betrachten, wie sich die Blogosphäre hierzulande weiter entwickelt hat, nachdem die mediale Trommlerei (wenn auch häufig negativ) vorbei ist. Kurz als Aufhänger die Punkte zusammengefasst, um die anderen Blog-Meinungen besser zu verstehen:

1. Für mich steht außer Frage, dass sich Blogs als technisch einfache und flexible CMS (=“content managment systeme“) im Netz dauerhaft etabliert haben und eine superbe Alternative zu Webseiten darstellen, die auf herkömmliche Art und Weise zusammengestückelt werden. Das Produktionsmittel „Publizieren im Netz“ wurde Dank der Blog-Technik ein Stück weit standardisiert, vereinfacht und ist nun weitaus kostengünstiger zu beschaffen. Dies alleine ist für sich ein Pfund, mit dem Blogs auf Dauer attraktiv bleiben.

2. Blogs werden nicht selten als vernetzten Strukturen (Inhalte- und Personennetze) verstanden und auch so betrieben. So stellt die Summe der Blogs mehr da als die Einzelsumme (die Wirkung von 50 Bloggern, die ein Thema zugleich aufgreifen, ist weitaus höher, wenn sie es vernetzt tun denn ein jeder für sich selbst ohne Bezugnahme auf den anderen). Das alleine schon zeigt auf, dass Blogs als System in der Lage sind, Menschen über verschiedenste Möglichkeiten miteinander in Verbindung zu setzen. Und nicht nur bloße, günstige Produktionsmittel sind.

3. Blogs stehen am Anfang ihrer Zukunft, nicht am Ende. Der mediale Hype hat geholfen, Blogs als solche überhaupt erst bekannter zu machen, auch wenn viele meinen, da draußen wüssten viele nicht, dass es Blogs gibt. Natürlich geht es dabei um die Minituarisierung von Produktionsmitteln, wie seit jeher in unserer Geschichte (Fortbewegungs-, Kommunikations- und Energiemittel). Zunehmend werden wir als digitale Person wahrgenommen, neben unserer realen Person. Die Menschen werden sich fragen, wo man denn die eine Person gesamtheitlich zentral sehen und wahrnehmen kann. Ich halte Blogs dafür am geeignetsten, meine Meinung;)

3. Unternehmensblogs haben sich höchstens auf Ebene der Kleinen-Mittleren Unternehmen einigermaßen etabliert, der Anteil der bloggenden Unternehmen (von ca. 3 Mio in D) ist nach wie vor verschwindend gering. Auf Ebene der Topunternehmen herrscht erschreckende Fantasielosigkeit.

4. Blogs haben nur zu einem geringen Teil und sporadisch eine Gegenöffentlichkeit zu den etablierten Medien geschaffen. Das liegt vaD an den beschränkten Ressourcen einer Einzelperson, die ab einer gewissen Wahrnehmungsgröße des Blogs sowohl die Frequenz, Aufwendungen allg. und Qualität steigern müsste, der Sprung über diese magische Grenze (unternehmerisches Denken und Risikobereitschaft) fällt jedoch vielen Bloggern extrem schwer bzw. man sieht keine Veranlassung dazu.

5. Insbesondere bekanntere Blogs haben einen Mangel an Unterstützung gegenüber unbekannteren Blogs aufgezeigt, diese zu fördern, regelmäßig zu vernetzen und auf interessante Blogs hinzuweisen.

6. Im Zuge der zunehmenden Vernetzung und dem Aufbau zentraler „social recommendation“-Tools wie Twitter und Facebook haben Blogs von sich aus eine höhere Chance, wahrgenommen zu werden.

Nun zu den Reaktionen auf den Blogs:
– Palloo Petrov meint zum Hype übertragen auf Second Life (das ich im Artikel als Beispiel genannt hatte), dass es den Hype überlebt hat und sich munter weiter entwickelt. Sprich, Hypes sind kein Indikator, ob eine Idee überleben kann.

– Alex Kahl hat sich in bester Bloggermanier geäußert und Gedanken gemacht, kann das so in der Kürze nicht widergeben, am besten auf alle Fälle selbst lesen: Selbst der Hype hat das Bloggen unterschätzt. Was mir persönlich ins Auge fällt, ist das Bekenntnis an der Lust zum gegenseitigen Gedankenaustausch, von sich aus, intrinsisch, nicht Adwords getrieben. Etwas, das ich stets als eines der faszinierendsten Aspekte von Blogs empfunden habe.

Was Mit Autos schreibt:

Etliche Blogs konnten eine feste Leserschaft aufbauen und sind aus dem Web nicht mehr wegzudenken. Dementsprechend heißt es am Ball zu bleiben und die Dinge ihren Weg nehmen zu lassen. In ein paar Jahren wird die Blogosphäre mit Sicherheit noch existieren – nur dass sie uns dann vermutlich wieder ganz anders erscheint.

Truckonline.de resümiert:

Hype bedeutet ja eigentlich, dass Blogs in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Frage ich jedoch Freunde oder Bekannte, ob diese überhaupt wissen was ein Blog ist, ernte ich Blicke und bekomme Antworten, die von Unverständnis bis Mitleid alles ausdrücken. Soviel zur Wahrnehmung von Weblogs.

Microblog Ansichten schreibt u.a. etwas, das mir selbst an mir selbst aufgefallen ist:

Am meisten fällt mir meine geänderte Einstellung zur Arbeit der Journalisten auf. Früher hatte ich ganz allgemein mehr Hochachtung vor ihnen. Heute sehe ich eher die unprofessionelle und schlecht recherchierte Arbeit, daher kann ich auch eine wirklich gute Arbeit mehr schätzen als zuvor. Ich gehöre jetzt auch zu denen, die sich über den „Qualitätsjournalismus“ mokieren.

– Internetblogger empfiehlt:

Bloggt in den immer größer werdenden (lokalen) Nischen, die etablierte Medien aufgrund der Krise vernachlässigen, und IHR werdet sehen das IHR dann als Blogger wieder zu denen gehören werdet die davon profitieren werden…Blogsterben ? Pahhh…es geht grade erst richtig los ! IHR werdet schon seh’n

Querblog stellt fest:

Die Zahl der Leserinnen und Leser verharrt auf niedrigem Niveau. Manchmal bin ich gefrustet, mal auch froh – wenns z.B. viele Kommentare gibt. Kennzeichnet das “den” Blogger? Wahrscheinlich eher nicht. Sie, die Blogger, sind so bunt wie die Menschheit –wohl auch die Deutschen. Obwohl, bezogen auf die Blogsphäre, ist da schon ein großer Unterschied zu sehen. Ich sehe, dass insbesondere bei englischsprachigen Blogs irgendwie viel mehr Bewegung drin ist. Das liegt wohl nicht nur an den Bloggern, sondern auch an der Aufnahme dieses Angebotes vom “Rest der Welt”.

Digital Life analysiert das Gestern, Heute und morgen, mit eigenen, sehr spannenden Thesen gewürzt!

Der Hype um Blogs ist vorbei, das ist meine Meinung. Für mich sind Blogs eine Erscheinung, die das Mitmach-Web, Web 2.0, man kann es nennen wie man will, erst richtig an geschoben haben. Es ist vielmehr ein Hype gewesen, der von Blogs ausging, über Videoplattformen wie Youtube und weitere Dienste führte.Dienste, die es dem Nutzer ermöglichen, selbst am Netz aktiv teilzunehmen.

Dimido meint:

etwas spielt der Robert unfair! Nur weil er zum Gelegenheitsblogger mutiert ist, muss das Bloggen nicht schlecht, und auch der Hype vorbei, sein. Wobei, gab es überhaupt ein Hype? Rund 200.000 Blogger in Deutschland soll es geben, im Verhältnis zu 82 Mio. Einwohner? Wenn etwas Vorbei ist, dann ist es die Zeit der Drei-Sätze Blogs – dafür gibt es Twitter! Twitter ist sehr unpersönlich, aber egal, es gibt ja den Hype

Ja und nein, der Hype ist vorbei -den es auch imho gab-, was für mich damit aber nicht gemeint war, dass Bloggen schlechter geworden ist, warum auch. Und mit Twitter gebe ich Dir ein fullack:)

Kadekmedien’s Blog betrachtet das Thema aus Sicht von „Social Media“ und legt damit den Schwerpunkt seiner Betrachtung auf Unternehmenskommunikation

Spontis Blog drückt ähnlich wie Alex Kahl seine Faszination gegenüber dem intrinsisch motivierten Bloggen aus und gibt Blogs mit Zielrichtung Gelderwerb (ob nun Unternehmensblogs oder Blogs mit Ausrichtung, Werbegelder einzustreichen) wenig Chancen


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