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Informationsflüsse: 2000 versus 2010

17.07.2010 / 11 Kommentare

wie dramatisch sich die Informationsflüsse übers Netz verändert haben, sieht man erst, wenn man das (Web-)Jahr 2000 und 2010 miteinander vergleicht.

Anno 2000 war ich u.a. auf einem Forum für Ultima Online Fans unterwegs (neben anderen Foren), eine eigene Webseite hatte ich nicht, privat nutzte ich als Mailerdienst Web.de und Gmx.de, beruflich das Mailsystem meines Unternehmens. Somit bestand mein Informationssystem aus Mailing, Foren und dem Ansurfen statischer Webseiten, nicht selten über Google und Yahoo. Einen Großteil der Informationen habe ich mir selbst beschafft, geringere Anteile wurden über Mailhinweise Dritter generiert.

Heute, 2010? Foren und Maildienste gehören nach wie vor zu meinem Informations-Universum, obgleich der Besuch von Foren stark zurückgegangen ist. Was aber kam hinzu, was hat sich geändert? Dazu eine Liste, die das recht klar werden lässt, wie es zuvor im Jahr 2000 aussah:

- Blog: 367 Postings, 4.050 Kommentare, 2.800 RSS Reader, zwischen 200-1.000 Leser pro Tag (mit Basic Thinking, MEX und dem WoW Blog zusammen sind/waren es grob geschätzt 15.000 Postings, 150.000 Kommentare, 30.000 RSS Abonnenten und 100-20.000 Leser pro Tag) . Blog-Posts werden auf Twitter, Facebook und Google Buzz verlinkt. Einige dieser Postings werden auf Twitter, Facebook und Google Buzz von Dritten weitergetragen wie auch kommentiert (siehe Beispielsartikel dazu).

- RSS: Via Bloglines und Google Reader scanne ich rund 100 RSS Quellen (meistens Blogs). In jüngster Zeit immer seltener.

- Twitter: +15.000 Tweets, ca. 6.300 Mentions (Replies und Retweets) in 6 Monaten, 5.639 Follower, 346 Followings. Ich erhalte täglich aus meinem persönlichen Netzwerk Informationen zugetragen, verteile selbst weiter.

- Facebook: 1.481 Kontakte, die Anzahl der Likes, Shares und Comments von mir an Dritte und umgekehrt kann ich leider nirgends entnehmen.

- Google Buzz: 464 Followers, 264 Followings, wie bei Facebook eine nicht zu entnehmende Anzahl Comments, Shares und Likes.

- Google Mailkontakte: +3.450

- Xing: 1.065 Kontakte, eine ungezählte Anzahl von Mails, Einladungen und Forenbeiträgen.

- Foursquare/Gowalla/Friendticker: Insgesamt 416 + 94 + 35 = 545 Kontakte und Anzahl Checkins nähert sich bald der Zahl 1.000, umgekehrt wohl weit über 10.000 Checkin-Meldungen durch Kontakte.

- Friendfeed: 250 Abos und 1.085 Abonnenten.

Vergleich auf der Ebene Kontakte
2000: Anzahl expliziter Kontakte knapp bei 500 (nur auf Basis Mailing und Bekanntschaften aus Foren)
2010: Anzahl expliziter Kontakte knapp unter 20.000 (doppelte Kontakte nicht mehr zählbar)

Was heißt das?
Gegenüber dem Jahr 2000 hat sich Dank dem Vormarsch von XML, der Zunahme von Datenschnittstellen und Datenbrowsern (ein RSS Reader ist ein solcher) und dem Aufbau persönlicher Netzwerktools (Facebook verbindet Menschen, statt nur Adressbücher zu verwalten) mein Informations-Universum eklatant verändert.

1. Was ich früher selbst ansteuern und ausfiltern musste, hat sich heute komplett gedreht. Ich werde informiert, verschaffe mir nur noch einen geringen Anteil von Informationen selbst (Recherche ausgenommen).
2. Dabei ist es nicht mehr so wichtig, ob ich mich hauptsächlich auf einer bestimmten Seite aufhalte, Informationen werden zwischen den Seiten mehr denn je ausgetauscht (Blog -> Friendfeed -> Twitter/Facebook / Like einer Webseite -> Anzeige auf Facebook -> Share zu meinen Kontakten -> Übernahme auf Twitter -> Weiterleitung auf GBuzz).
3. Informationen werden schneller denn je an mich herangetragen, umgekehrt kann ich Informationen viel schneller als vor 10 Jahren verbreiten. Insbesondere das persönliche Netzwerk aus rund 20.000 Kontakten gewährleistet einen hocheffizienten, im Vergleich zum Jahr 2000 hochpersonalisierten Informationsstrom.

Wem das zu abstrakt ist, möge sich eben dieses Beispiel aufzeigen lassen, wie Infos von A nach B nach C im Jahr 2010 fließen.

Summa summarum
Die Software unterstützte Beförderung und Zunahme expliziter Kontakte in den vergangenen 10 Jahren – sprich, das Personennetzwerk – und die immens höhere Datendurchlässigkeit sind die wesentlichen Faktoren dieser neuen Dimension des Informationsflusses. Dabei muss man berücksichtigen, dass Dienste wie Rivva (um mal ein kleines Beispiel zu nennen) und Google erst am Beginn ihrer Möglichkeiten stehen, da sich die Daten- und Personenwelt dank voranschreitender Mensch-Maschinen Interfaces und Softwareroutinen immer besser gestaltet. Wir schauen lumpige 10 Jahre zurück und wieder ins heute, schauen wir aus dieser Erfahrung 10 Jahre weiter, wird die Dramatik ersichtlich.

wie war das früher, so ohne Internet?

04.10.2009 / 22 Kommentare

Wenn man gedanklich das gesamte Internet abschaltet und sich vorstellt, es gäbe weder Chat, Mail, Blogs, Facebooks, Foren, IRC, nichts mehr, wie konnten die Menschen damals ohne das Netz und dessen Kommunikationstechniken überleben? Nun gut, es ist keine Überlebensfrage im unmittelbaren Sinne, dennoch werden sich die Menschen zunehmend fragen, was für komische Faltkarten aus Papier verwendet wurden, um sich zu orientieren. Wie man wohl Treffen vereinbart hat? Wie lange man gebraucht hat, um sich über das Tagesgeschehen vor Ort und global zu informieren? Wieso man in Läden ging, um einzukaufen? Wo hat man sich über die Vor- und Nachteile eines Produkts bzw. Qualität einer Firma erkundigt? Viele Kulturtechniken werden museumsreif erscheinen. Und man wird zunehmend Schwierigkeiten haben zu verstehen, warum das Wirtschafts- und Lebenstempo gefühlt zugenommen hat (es ist eben nicht nur der zunehmenden Mobilität von Menschen geschuldet, sondern und vaD dem informationstechnischen Austausch).

Ich bin gespannt, es müsste doch jetzt schon erste Webseiten geben, die aufzeigen, wie der Mensch ohne Internet gelebt hat und was dazu gehört hat. Kennt jemand welche? Oder fallen Euch erstaunliche Vergleiche ein, wie es früher war, was damals heute kaum denkbar ist?

Warum ich das so spannend finde? Einerseits macht man sich viele Dinge nicht bewusst, wie wichtig manches war und andererseits zeigt der Kontrast auf, wo und in welche Lebensbereiche das Internet vorgedrungen ist und welche Bedeutung es zunehmend gewinnt, aber auch welche Kulturtraditionen im alltäglichen Leben es verändert hat. Halten wir dies nicht fest, werden wir vergessen, wie es war und nachfolgende Generationen werden sich bestimmter Mechanismen nicht mehr klar. Das alleine den Geschichtsforschern zu überlassen ist zu wenig.

Siehe ähnliche Gedanken im 0xEFBBBF’s Blog “Die Freiheit und Zukunft des Internets“. Und Robert Lender verbringt seinen Tag, ohne dieses komische Internet.

Politische Systeme im Wandel?

16.05.2009 / 1 Kommentar

entdecke eine spannende Doku beim Nerdcore, die auf das Thema eingeht, ob und wie womöglich das Internet den Menschen neue Formen der politischen Zusammenarbeit ermöglicht:

Us Now from Banyak Films on Vimeo.

Web-Aufklärungsarbeit an Schule: Für eine Präsentation Mitstreiter gesucht

27.02.2009 / 14 Kommentare

Torben Friedrich hat mich angemailt, ob ich einen kennen würde, der mit ihm zusammen für eine Schule gerne etwas mit präsentieren würde. Die Schule befindet sich in Niedersachsen und das Ganze soll am 24.03. steigen. Wenn Ihr jemanden kennt, der dafür in Frage kommt, einfach melden (hinterlasst via Kommentar im Mail-Feld Eure Mail-Adresse). Leite das dann an Torben weiter.

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Ich wollte eigentlich von dir wissen ob du jemanden an der Hand hast, der mir Hilfestellung und Ideen liefern kann, für die Aufarbeitung einer Live-Präsentation zum ungefähren Projektnamen: “myspace,SchülerVZ,icq & Co. / Das Internet vergisst nie…”

Wurde damit “ehrenamtlich” beauftragt von unserem lokalen Jugendbeirat in einer Kooperativen Gesamtschule des Fleckens Schüler/innen,Lehrer & Eltern eine Informationsveranstaltung über den Umgang mit dem Internet, Web 2.0, Cybermobbing und Datenschutz abzuhalten. Fanden die Zuständigen halt irgendwie passend zum “Safety Internet Day und klicksafe.de” bezüglich Prävention und Aufklärungsarbeit….

Schwerpunkt sollen die beliebtesten Anlaufstellen von Schüler/innen sein, wie man damit richig umgeht, ob man überhaupt seine Privatsphäre trotz Nutzung solcher Dienste schützen kann, was Onkel Google über einen alles weiß und halt wie man Missbrauch unterbinden oder nachträglich so effektiv wie möglich entfernen kann.

Also Sicherheitseinstellungen auf den Seiten, was man trotzdem nicht verhindern kann, wie einfach es Leute haben die jemanden mobben möchten und und und…

Eigentlich habe ich bereits ein grobes Grundkonzept, welches leider bisher nur mit mir als Moderator ausgearbeitet ist und halt aktiv auf Schüler, Lehrer und Eltern eingeht.

Der Schulleiter ist bereit, sich selbst als Live-Experiment zur Verfügung zu stellen. Zuerst wird Allgemein gefragt, wer was nutzt, wie oft, etc. blabla. Dann wird nach dem Direktor gegooglet, Bilder gezogen, manipuliert und ein Fakeaccount eröffnet (SchuelerVZ,SpickMich,whatever).

Danach geht es darum wie man sowas unterbinden kann, welche Sicherheitseinstellungen möglich sind, wo sie zu finden sind und wie man das Profil wieder entfernen lassen kann.

Hierauf folgen Handys, Ortung, Google Latitude, Zukunftsmusik…

Um die Objektivität zu wahren nehme ich mich als Beispiel, zeige dass man über mich eigentlich alles im Netz findet, dass ich mir jedoch darüber bewusst bin aber auch “Frühjahrsputz” betreibe. Archive.org & Waybackmachine wollte ich eigentlich nicht anreissen, evtl. aber Yasni & Co.

Was mir nun fehlt ist halt eine Person die Informationsmaterial hat, eventuelle Konzepte die in diese Richtung gehen bereits durchführte oder jemand der halt im Bereich “Datenschutz” sich auskennt und mir bei der Ausarbeitung helfen könnte oder sogar bereit wäre, als Gast mit dabei zu sein.

Eigentlich will ich weniger den typischen authoritären dududu-sagenden “Medienpädagogen” neben mir stehen haben, sondern jemanden der selber das Web nutzt, bloggt, twittert oder auf facebook zu finden ist.
Erstens kommt es authentischer rüber und Zweitens zeigt es auch, dass man keine Angst davor haben muss, solange man damit richtig umgehet oder bereit ist die dadurch resultierenden Umstände in Kauf zu nehmen.

Also, wenn du jemanden kennst, vielleicht sogar aus Niedersachsen, ich wäre dir sehr dankbar.
Natürlich ist dein eigener Senf auch gerne gewünscht!
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