wie das MyDealz-Blog den Dell Onlineshop in die Knie gezwungen hat und warum es das mit Abstand meistbesuchte Blog Deutschlands ist

14.08.2010 / 50 Kommentare

Fabian Spielberger betreibt mit MyDealz seit mehreren Jahren das meines Wissens nach mit Abstand meistbesuchte Blog in Deutschland (laut Blogoscoop 7 Mio Seitenaufrufe in den letzten 30 Tagen). Unermüdlich schreibt er über Discount-Angebote aller Arten.

Interessanterweise pickt sich die Presse regelmäßig andere Vorzeigeblogger heraus. Mich wundert das, denn es ist nicht einfach nur ein Blog, das extrem gut besucht wird. Das Ding rennt auch und wegen der vielen Leser, die sich einbringen. Und es rennt vor allen Dingen, weil Fabian unermüdlich seit Jahr und Tag viele Stunden in sein Blog an Schweiß, Zeit und Mühen investiert hat, ohne auch nur einen längeren Urlaub genommen zu haben. Gut, Fabian ist dabei mit Sicherheit nicht arm geworden, aber ich habe darauf verzichtet, ihn danach explizit zu fragen. Nur soviel: Bloggen lohnt sich, wenn man fleißig ist, einen langen Atem hat und kein Thema hat, dass nur wenige Leser von vornherein erreicht. Zeit also, Fabians Leistung zu würdigen und ihn über ein Interview vorzustellen. Er selbst bezeichnet sich als “Vollblut-Nerd, Videospiel-Junkie und Movie-Buff”.
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1. Fabian, stelle Dich bitte kurz den Lesern vor:
Hi Robert, hi Roberts Leser,
ich bin Fabian Spielberger, 27 Jahre, habe blaue Augen und bin … Spaß bei Seite. Ich bin in Berlin aufgewachsen, habe mich für mein Nanostrukturtechnik Studium für 5 ½ Jahre nach Würzburg verkrümelt und habe währenddessen auch bereits myDealZ gestartet.

Ich bin aber nach meinem Abschluss direkt wieder in die Heimatstadt zurückgezogen. Seitdem ich 13 bin, bin ich täglich im Internet. Je günstiger es wurde, desto mehr Zeit habe ich in den virtuellen Gefilden verbracht. Durch myDealZ bin ich letztendlich auch nicht nur konsumierend, sondern auch wieder schaffend „aufs Internet gekommen“. Ich nutzte vor einigen Jahren die Möglichkeit, ins kalte Wasser zu springen und mich selbständig zu machen. Ich bin Vollblut-Nerd, Videospiel-Junkie und Movie-Buff. Ich liebe einfach alles, was auch nur im weitesten Sinne etwas mit Elektronik zu tun hat.

2. Wie kam es dazu, dass Du mit MyDealz angefangen hast und warum?
Um meine Elektroniksucht zu finanzieren, war ich schon immer auf der Jagd nach Schnäppchen. So kam es, dass ich versucht hatte, neue Gadgets in der Regel günstig zu kaufen und kurze Zeit später möglichst ohne Verlust wieder an den Mann zu bringen, um wieder was Neues ins Haus zu schaffen.

Vor 3 ½ Jahren dachte ich mir, dass ich die guten Schnäppchen und vor allem aufwendigen Schnäppchen (Handyverträge, Girokonten, etc.) doch einfach für meine Freunde in Blog-Form festhalte, damit ich es nicht immer wieder aufs Neue erklären muss. Anfangs habe ich es vielleicht 3 Freunden erzählt und nach nur wenigen Wochen waren es schon mehrere hundert User pro Tag (zu der Zeit war das durchaus noch als Erfolg anzusehen).

Mit wachsenden User-Zahlen macht das ganze natürlich immer mehr Spaß, denn so werden nicht nur die Diskussionen immer umfangreicher und interessanter, sondern es werden auch mehr Tipps eingesendet. Die Kommentare sind mindestens genauso wichtig wie der Artikel selber, denn gemeinsam findet man weitere Tricks, Fehler und kann so das Maximum rausholen.

Nach etwa einem Jahr habe ich gemerkt, dass myDealZ ein Monster wird und ich genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Und wenn man dann

  • die Server von Dell durch einen Super-Deal in die Knie zwingt, es innerhalb von 15 Minuten 500 Kommentare auf einen Artikel einregnet
  • einem die Support-Mitarbeiter von verschiedenen Hostern erzählen wollen, dass es sich nicht um normale Zugriffe handeln kann, sondern um einen DDOS-Angriff handeln muss, es aber ungewöhnlich ist, dass alle Angriffe von normalen deutschen ISPs kommen
  • einem Schadensersatzklagen von großen Handelsunternehmen ins Haus flattern oder
  • man von der Freundin eines Lesers eine Email bekommt, dass sie vermutet, dass er myDealZ mehr liebt als sie und ich ihr/ihm das größte Geschenk machen könnte, wenn ich sein Foto auf die Homepage stellen würde,

dann freu ich mich, alles so gemacht zu haben, wie ich es gemacht habe. Genug abgeschweift und zur nächsten Frage ?

3. Hättest Du gedacht, dass es so ein Erfolgschlager wird und weißt Du überhaupt, warum es so dermaßen abgegangen ist?
Nein und nein. Es war auch nie so gedacht, auch wenn ich mich natürlich riesig freue, dass die Idee auf so großen Anklang stößt. First-Mover, die richtige „Art und Weise“ und der richtige Zeitpunkt waren aber wohl die ausschlaggebenden Faktoren.

4. Hat schon ein Handels- oder Verlagsunternehmen probiert, Dir das Blog abzukaufen?
Jein. Es gab schon mehrmals Interesse von verschiedenen Unternehmen. Gerade in der Anfangszeit war das für mich natürlich etwas ganz besonderes, aber glücklicherweise war ich nicht naiv genug, um mich von VCs/Unternehmen verarschen zu lassen und habe die Angebote ausgeschlagen. Wenn man so sieht, wie es in anderen funded companies läuft, kann man wohl auch als Atheist sagen „GOTT SEI DANK!“.

5. Du hast immens viele Kommentare, kommst Du noch hinterher oder arbeiten mehrere Leute für Dich mittlerweile, um Dir die Arbeitslast abzunehmen?
Auch wenn das häufig vermutet wird, lese ich noch jede Email (~500-1000 pro Tag) und versuche auch jeden einzelnen Kommentar (~600-800 pro Tag – Tendenz stark steigend) zu lesen.

Oft wird auch in den Kommentaren über mein Schlafverhalten gescherzt, aber glücklicherweise komme ich noch mit wenig Schlaf recht gut zu Rande.

Dank UMTS kann man inzwischen ja auch jede freie Minuten zum Surfen nutzen und das tue ich auch. 7 Tage die Woche, 13-15 Stunden pro Tag. Urlaub habe ich – seitdem ich myDealZ gestartet habe – nicht mehr gemacht und war zwischendurch vielleicht vier oder fünf Wochenenden auf kleineren Kurzreisen, aber natürlich immer vernetzt ;) Teilweise wird einem es schon zuviel, vor allem wenn gerade Schulferien sind und die Flamer Überhand nehmen, aber da muss man nun mal durch.

6. Wie wird es weitergehen mit MyDealz, wirst Du noch in 10 Jahren über günstige Molbilfunktarife, Gutscheinaktionen und Restposten schreiben?
Schwer zu sagen. Wenn meine User mit mir wachsen, ja. Natürlich habe ich ein wenig Angst, dass ich irgendwann an der Zielgruppe (der durchschnittl. myDealZ User ist 26 Jahre, männlich und arbeitet Vollzeit) vorbeischieße, aber ich versuche, mich mental jung zu halten.

Ich habe mir neben myDealZ inzwischen auch noch einige andere Standbeine aufgebaut und in wenigen Tagen geht mit qipu (@robert falls Du es Dir angucken willst www.qipu.de – Einladungscode: willkommenbeiqipu) auch die nächste richtig fette Rakete an den Start. Allerdings versuche ich dort nicht zu sehr operativ einzusteigen, um weiterhin Leib und Seele in myDealZ stecken.

7. Möchtest Du den anderen Discount-Bloggern etwas mit auf den Weg geben?
Auch wenns schwer fällt: Always innovate, never imitate ;)
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Fabian, ich danke Dir für das Gespräch !!!

Weitere Infos zum MyDealz-Blog ergeben sich aus dem Interview auf Deutsche Startups. Ihr seht im Video Peter Posztos (Guut.de Gründer), der zusammen mit Fabian “6Minutes” gegründet hat, das u.a. MyDealz professionell vermarktet (Peter ist mittlerweile nicht mehr mit an Bord). Peter und Fabian habe ich vor zwei Jahren getroffen und festgestellt, dass beide durchweg sympathische Typen sind und es war mir eine Freude, sich mit denen zu unterhalten.

warum mir dieses Social Media Gelaber auf den Sack geht

12.08.2010 / 61 Kommentare

überall liest man heute Social Media da, Social Media bla. Social Media sei “Gespräche”, “Kuscheln”, “Labern”, “Markenfetisch” und was weiß ich was .. erst Zuhören, dann Reden, authentisch sein, offen sein und alle weitere Jesus-Eigenschaften, oh lieber Gott.

Jeder Depp weiß, dass man vor dem Zuhören über das Zuhören das Sprechen lernt, dazu brauche ich keine depperte Social Media Verkaufspräsentationen.

Jeder weiß, dass man authentisch gar nicht sein kann, oder soll man sagen, was man wirklich denkt? Ernsthaft? Hey, wir haben ein Produkt, das nicht besser als die anderen ist, aber kauft es? Das erwartet auch kein Mensch.

Offen? Was heißt offen? Was heißt reden? Soll ich mich von allen +3.000.000 Gewerbebetrieben auf Facebook vollquatschen lassen?

Dieser ganze Schrott, der unter Social Media verkloppt wird, den Kunden schon begierig nachfragen, ob man “Social Media könne”, selbst die setzen dem Quatsch auf.

Dabei vergessen die meisten, die Hausaufgaben zu machen, bevor man Kuschelliegen auf Facebook für Kunden baut, um die größte Marken-Swingerparty aller Zeiten zu veranstalten. Die größte Herausforderung ist mehr als banal und doch vergessen: Wie stelle ich die Informationen so präzise wie nur möglich zusammen, damit der Kunde sie mit Lust und Laune und mit wenig Zeitkonsum wahrnehmen kann? Und was mittlerweile noch viel wichtiger wird: Wie sorge ich dafür, dass die Informationen weitergetragen werden können? Indem ich Kunden zumute, den Text zu kopieren und an Kumpels oder Kollegen weiterzuleiten? Ach, Bookmarken und dann weiterleiten? Ich kenne Unternehmens-Websites mit über 200 Links bereits auf der Startseite. Knusper knusper social media geknusper, da hat der alte Zopf lange Haare bekommen, weil jede Abteilung unbedingt auf die Startseite wollte. Irrsinn, purer Irrsinn. Und dann dieses Monster mit Social Media noch weiter verkomplizieren? Geht nach Hause!

Alles, was dazu beiträgt, überhaupt den Informationsfluss zu strukturieren und zu fördern, trägt erst dann dazu bei, dass ich mir nun auch Gedanken machen kann, wie ich auf die social porn Kuschelliege kann. Oder mir gar nicht erst die Frage stellen muss, ob Social Media Kuscheln 24/7 nötig ist oder nicht.

Heute ist es ein digitales Unding, dass man sich als Kunde zu erheblichen Zeitkosten informieren muss. Was soll diese Zumutung? Finde mir die 20 neuesten Handys, die man draußen finden kann. Und zwar so, dass ich weiß, was neu ist, was sie können und was nicht. Ich habe das mit Netzprofis gemacht, die haben locker an die 2 Stunden benötigt. Und es wird angesichts immer kürzerer Produktzyklen immer schwerer für Unternehmen, überhaupt noch Kunden zu vernünftigen Kosten zu erreichen. Ganz so, als hätten die “Social Media habe ich auch im Paket”-Agenturen ebenso wie die Unternehmen selbst da draußen vergessen, was überhaupt das Netz im Grunde darstellt. Informationen von A nach B tragen. Da muss man keine Social Media Theorien diskutieren oder darüber quatschen, was Social Media eigentlich soll, außer dass es cool ist.

Arbeitet zunächst am Grundproblem der Informationsflüsse, dann gerne auch an Kuschel-Strategien.

Der Denkfehler eines Olaf Kolbrücks

12.08.2010 / 10 Kommentare

im Artikel “Das Missverständnis Social Media” beschreibt Olaf, worauf es im Grunde ankommt:

Märkte sind Gespräche? Der Zeitungsverkäufer würde vermutlich schmunzeln. Er will vor allem die Zeitung verkaufen. Märkte sind Handelsräume, es sind Plätze an den Waren angeboten, verkauft und gekauft werden. Das ist der Kern des Marktes – Tauschgeschäfte. Dabei kann man reden, Gespräche führen. Sie machen einen rein ökonomischen Vorgang lediglich ein wenig – darf man es sagen, auch wenn es etwas platt klingt – menschlicher.

In vielen Teilen kann ich ihm Recht geben. Allerdings gibt es ein neues Element in der Digitalen, dass so im Analogen nicht in der Dramatik zu Tage tritt: Ein “Gespräch” ist im Digitalen auch als Präsenz einer Marke, einer Dienstleistung, eines Produktes zu verstehen. Wer morgen im Digitalen keine Präsenz zeigt bzw. Erwähnung genießt, wird mit stetiger Zunahme der kommunikativen Bedeutung des Internets und zugleich abnehmender Bedeutung klassischer Kommunikationskanäle drastisch abfallen. Was nicht existiert, kann nicht verkauft werden. Das lässt sich bereits heute am Verhalten intensiver Netz-User beobachten: Die meisten Informationen erhält man via Netz. Was im Netz nicht ist, existiert nicht. Was im Analogen ist, existiert. Wo nicht darüber gesprochen wird (Vertrieb, Support, Marketing, PR) ebensowenig, das gilt im Analogen ebenso. Im Digitalen genauso. Je weniger man sich aber im Analogen informiert (TV, Radio, Zeitungskonsum) umso stärker wirkt der digitale Raum.

Insofern hat Olaf zwar in der Ausgestaltung des heutigen Lebens recht, wie man sich informiert und was Gespräche analog bedeuten, zunehmend wird gerade das “digitalisierte Gespräch” (im Übrigen kann das auch eine strukturierte Hotelbewertung, eine getwitterte Beschwerde, eine gepostetes Musikvideo auf FB sein, what ever) immer wichtiger. In einer vernetzteren Welt tragen sich diese Informationen immer leichter weiter, werden immer besser verstanden und ausgewertet. Tja, Gespräche sind blabla? Nope. Wer das glaubt, muss nix verkaufen.

Remo Uherek, Chef von Trigami, zum Maleware-Vorfall

10.08.2010 / 10 Kommentare

Trigami vermittelt an Unternehmen Blogger, die für deren Produkte Rezensionen verfassen. Am vorletzten Wochenende geschah das Malheur und sowohl Trigami wie auch die involvierten Blogs waren via Browser nicht mehr zu erreichen (als Malware gefährdete Seite gemeldet). Laut Trigami fiel der AdServer von Trigami einem Hacker-Angriff zum Opfer. Zwischen Vorfall und Klärung des Ganzen wogten zahlreiche Meldungen und Meinungen im Netz hin und her. Zeit, Remo – den Gründer von Trigami – dazu zu befragen.

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1. Remo, stell Dich kurz unseren Lesern vor
Mein Name ist Remo Uherek und ich bin der Mitgründer und gemeinsam mit Alain Aubert Geschäftsführer der Trigami AG, einer führenden Spezialagentur für Blog-Marketing, SEO & SEM. Unser Blogger-Netzwerk umfasst inzwischen mehr als 12.000 Blogger und seit 2007 haben wir mehr als 300 Kampagnen durchgeführt. Der grösste Kundennutzen besteht in der Nachhaltigkeit und dem Google-Effekt. Seit Anfang 2010 bieten wir komplementäre und stark Performance-getriebene SEO und SEM Dienstleistungen an.

2. Konntet Ihr mittlerweile die Quelle des Angriff eingrenzen bzw. identifizieren?
Es wurde ein kleines Sicherheitsleck im AdServer ausgenutzt, um Schadcode über einige unserer Banner (vorwiegend Affiliate-Banner von Trigami) auszuliefern. Gemäss Angaben unserer Techniker hat der Schadcode ein iFrame integriert um eine niederländische Website in schnellem Tempo neu zu laden – ob der Angriff auch tatsächlich aus den Niederlanden kam ist uns nicht bekannt.

3. Denkst Du, dass Trigami einen Imageschaden aufgrund der von vielen Usern kritisierten “späten Reaktion” Eurerseits davongetragen hat?

Wir sind zwar ein Internetunternehmen, arbeiten aber wie andere Werbeagenturen ganz traditionell zu Bürozeiten von Montag bis Freitag. Eine systematische Wochenend- oder Nacht-Überwachung gab es bisher nicht. Dies war sicherlich auch das Hautpproblem, denn just an diesem Wochenende waren zahlreiche Mitarbeiter (wie auch die beiden Geschäftsführer) im verdienten Offline-Urlaub. D.h. wir haben tatsächlich erst Montag Morgen von dem Problem erfahren und haben dann auch sehr schnell gehandelt und die Sache bereinigt. Das Problem war natürlich für viele Blogger und auch für uns sehr ärgerlich, und wir planen als Folge dessen eine systematische Wochenend-Überwachung einzuführen, um solche Extremfälle in Zukunft schneller bearbeiten zu können. Man muss aber ganz klar betonen, dass solche Probleme bisher sehr seltene Einzelfälle waren. Wir sind seit fast 4 Jahren im Geschäft und dies war das erste grössere Sicherheitsproblem, welches wir hatten.

Inwiefern dieses Problem einen Imageschaden verursacht hat, können wir nicht beurteilen.

4. Findest Du die Kritiken fair?
Dass von uns am Wochenende ein kurzes Statement erwartet wurde, ist sicherlich nachvollziehbar. Wir haben daraus gelernt und unseren Prozess der Problem-Erkennung und -Eskalation weiter verbessert und ans Team kommuniziert. Weiter wurde eingeleitet, dass es an Wochenenden eine verantwortliche Person gibt, die zumindest einmal pro Tag sicherstellt, dass es keine gröberen Probleme gibt. Wie jedes andere Unternehmen machen auch wir Fehler und lernen daraus.

5. Wie stellt Ihr in Zukunft sicher, dass Ihr reagibler seid?
Die Reaktionszeit war nicht das einzige Problem. Es sind noch weitere Dinge schief gelaufen, die zu einer Verkettung unglücklicher Umstände geführt haben. Neben der bereits erwähnten fehlenden systematischen Wochenend-Überwachung hätten wir dem AdServer und dem Statistikskript jeweils eigene Domains, und keine Subdomains zuweisen sollen. Damit hätte die Kettenreaktion aufgehalten werden können und die Blogger wären nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. Diese Kettenreaktion war für die Blogger natürlich besonders ärgerlich und dies tut uns auch sehr Leid!
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Ich danke Dir für das Gespräch, Remo !

das Netzwerk der Ruhe und Entspanntheit: FamilyLy

10.08.2010 / 5 Kommentare

Johannes Oppermann kennt Ihr vielleicht nicht, aber möglicherweise einen der besten Offline-Writer für WordPress namens “BlogDesk“? Er hat mich erst kürzlich angemailt und mir folgendes geschrieben:

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Hallo Robert,

schon vor 5 Jahren, in deinem ersten Artikel über BlogDesk, hast du von dem ‘Skandal’ gesprochen, dass der BlogDesk-Entwickler kein eigenes Blog hat – und er hat sich nicht gebessert :-) Im Gegenteil, jetzt will er auch noch anderen dabei helfen, unter sich bleiben zu können.

Auf FamilyLy habe ich in den letzten Monaten eine Plattform entwickelt, auf der sich Familien (und vergleichbare Kleingruppen) ganz einfach (kinder- und seniorengerecht) und unter Ausschluss der Öffentlichkeit (hoch lebe die Privatsphäre!) digital austauschen können. Seit letzter Woche ist der Dienst public.

Das wird die ‘digital natives’ auf den ersten Blick kaum interessieren. Auf den zweiten Blick aber gibt es in fast allen Familien auch ‘computer illiterates’ – vom Erstklässler bis zur Greisin. Deren Aufnahme in den digitalen Familienkreis liegt mir am Herzen. Genauso wie der kompromisslose Schutz der Privatsphäre. Und für einen ‘digital Nachgeborenen’ wie dich sollte sich der Blick allemal lohnen :-)
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Das war mir Anlass genug, auf seine neue Lösung hinzuweisen, ein Netzwerk weitab der Aufgeregtheit und Shiny Neety Features und Monsterpresse. Macht es mir umgehend sympathisch. Und ihm einige Fragen zu stellen ist ncht nur diesem Grund geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass fünf Jahre eine lange Zeit sind und es mich nach einer so langen Zeit sehr freut, was Neues von Johannes zu hören.

1. Beruht die Lösung auf komplett eigener Software oder ist das auf Basis von WordPress 3.0?
Serverseitig basiert das auf WP, clientseitig (die Familyly-App) auf BlogDesk.

2. Hast Du an der GUI – wenn es WP 3 ist – so gedreht, dass es noch leichter wird gerade für Non DigitalPros?
Ja, das Backend von WP wurde von mir bereits stark reduziert, und dieser Prozess ist noch lange nicht am Ende. Viel wichtiger ist aber die Familyly-App, denn die ermöglicht es auch absoluten Neulingen, am Board teilzunehmen. Vergiss nicht: was für uns so selbstverständlich ist, ist weiterhin für viele eine unüberwindbare Hürde.

Die App ist im Grunde eine Verbindung aus zwei Programmen: Browser (zum Lesen) und BlogDesk (zum Schreiben), beides auf ein Minimum reduziert. Im Extremfall reicht es, den Rechner ein- und am Ende wieder auszuschalten.

Die App gibt es bisher nur für Windows, hoffentlich aber bald auch für Mac, iPhone und vor allem iPad.

3. Mir gefällt der “komische” Weg über das Bestellen per Mail nicht. Welchen Grund gibt es, dass man nicht gleich loslegen kann?
Muss man seine Bestellung nicht bei fast allen Diensten über eine gültige E-Mail-Adresse bestätigen? Bei Familyly erfolgt das im ersten Schritt, nicht erst am Ende. Das ist eine von vielen kleinen Maßnahmen gegen Spam & Co.

Ich weiß, die Schnelligkeit der Anmeldung ist für die verwöhnte ‘digitale Elite’ ein wichtiges Thema. Aber nicht so sehr für die Zielgruppe von Familyly. Für die ist es zB. wichtiger, dass das einer in der Familie übernehmen kann und die anderen sich um nichts kümmern müssen. Ebenso wichtig: außer dem Familien-Admin braucht niemand eine eigene E-Mail-Adresse (die gerade Kinder und Senioren häufig noch nicht haben).

iphone Games: Glass Tower 2, 10 Pin Shuffle, Leap Sheep

10.08.2010 / 1 Kommentar

nette Games für zwischendurch, die ich gerne spiele. Allen voran Glass Tower 2 und 10 Pin Shuffle.

Glass Tower 2 birgt ein simples Spielprizip: Entferne alle blauen Quadrate, die roten dürfen nicht links und rechts vom unteren Spielfeldrand herausfallen. In der freien Variante findet man 15 Level, in der kostenpflichtigen sind es… genug:)

10 Pin Shuffle spiele ich am häufigsten. Es handelt sich um eine Art Bowling in verschiedenen Varianten. Entweder tritt man gegen den Computer an oder andere Spieler (auch via Netz möglich, klar). Die Varianten sind: Bowling, Bowling Poker und die dritte Variante könnte man mit einer Art Boccia vergleichen. Die ist besonders gegen den starken Computergegner knackig.


Und zum Abschluss ein simples Action-Spielchen: Schafe über einen Zaun springen lassen. Leap Sheep

Fliplife- Namensfindung

10.08.2010 / 19 Kommentare

ich hatte es nur am Rande verfolgt, dass United Prototype einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte, um den Namen für ihr kommendes Social Game ausfindig zu machen.

1. Die Ausschreibung inkl. Winner-Package
2. United Protoype gewährt Einblick in die Namensfindungs-Prozesse
3. United Prototype gibt bekannt (“20 Wochen, über 10.000 Vorschläge, 4,5 Mio. Bannerschaltungen und viele Meinungen später“), dass der Name “FlipLife” lautet (gefällt mir), aber statt aus dem externen Ideengeberkreis innerhalb des Teams ausfindig gemacht wurde:
Die Idee zu Fliplife kam aus den Reihen des Teams. Obwohl wir uns letztendlich also doch für eine eigene Namensidee entschieden haben, möchten wir den vielen Teilnehmern unseres Namenswettbewerbs großen Dank aussprechen und euch ganz herzlich für die vielen Einsendungen danken. Wir verlosen deshalb unter allen Ideengebern ein Apple iPad als Dankeschön für die Teilnahme
Das war der zentrale Auslöser der nachfolgenden Enttäuschung bei den Einreichenden.

Soweit ich mittlerweile erfahren habe, unterlief bei der Bekanntmachung an die Einreicher per Mail ein Fehler, die Mailaddies offenzulegen. Ok, das juckt mich null jetzt. Spannender sind die Reaktionen der Einreichenden.

So far habe ich via Telefon und Mail erfahren können, dass man grundsätzlich enttäuscht sei, wozu die Kommunikation seitens United Prototpye beigetragen habe. Es läuft auf zwei Punkte hinaus
1. Das versprochene Winner-Paket möge bitte an die Einreichenden verlost/verteilt werden, genau deswegen habe man schließlich mitgemacht
2. Man erwartet eine klare Entschuldigung, statt “hin-her”-Argumenten seitens United Prototype.

Nein, ich weiß nicht, wieviel Prozent der Teilnehmer das doof oder ok finden, wie man es jetzt gelöst hat. Was ich dazu meine? Ich bin recht emotionslos. Fehler passieren, Rumgeschreie und Herumgeflenne bringt nix, das ist logisch, aber Fairness und konsequentes Handeln seitens United Prototype sind angesagt. Mal schauen, was noch passiert. Immer wieder spannend zu sehen, wie schwer die Hürden offener Kommunikation und open innovation Prozessen doch sind. Man kann Verständnis beiderseits erwarten.

digitale Beziehungslandschaften und SMS-Trennungsersatz

08.08.2010 / 13 Kommentare

Viele Menschen draußen fragen sich hin und wieder, ob das Internet überhaupt reale Auswirkungen habe. Ob all die profanen YouTube Videoschnipsel, banalen Chats und die Sammlerei von Freundschaftskontakten tatsächlich etwas bedeutet. Ich denke, es wirkt sich sehr konkret auf unser Verhalten aus. Wir beziehen es in unsere realen Handlungen und Gefühlswelt mittlerweile an zahlreichen Stellen mit ein, ganz bewusst. Realer könnte das nicht sein. Dazu einige Beispiele aus dem partnerschaftlichen Digitalbereich. Gerade dort geht es sehr emotional zu und die Menschen beweisen am laufenden Band, dass sie digitale Aktivitäten sehr ernst nehmen.

Ich habe vor kurzer Zeit zum ersten Mal am eigenen Leib verspürt, wie es ist, wenn man über Facebook den Freundschaftskontakt auflöst. Ich bekam einen Anruf und derjenige fragte mich ganz irritiert, warum seine Partnerin nicht mehr als bestehender Freundschaftskontakt angezeigt wird. “Oben würde add as friend stehen”. Ich erläuterte ihm, dass man in Facebook Kontakte still wieder kappen kann, ohne dass es der andere direkt mitbekommen würde. Im Gegensatz zu Twitter, wo es einige Apps gibt, die Unfollower melden. Beide waren nicht über den “relationship status” miteinander verbunden. Dazu gleich mehr. Derjenige war ganz aufgelöst und es klärte sich auf, man habe zuvor einen virtuellen Streit wegen Fremdkontakten auf Facebook am Telefon gehabt. Es handelte sich um das uralte Thema Eifersucht. Ergebnis war, dass diejenige wegen dieser Art -ich nenne es mal so- Stalking die Kontaktbande aufgelöst hatte. Der eine Grund war das besagte Verhindern des Nachspionierens (das bedingt natürlich genaue Privatsphären-Einstellungen, damit Dritte die Wall und weitere Infos nicht mehr einsehen können) und der zweite Grund war schlichtweg symbolisch zu sehen, nach dem Motto “ich wische dir jetzt einen aus”. Und auf eine gewisse Art sehr indirekt, daher noch viel treffender.

Schon an diesem Beispiel sehen wir, dass moderne Partnerschaften mit den Errungenschaften der Social Networks zu kämpfen haben. Wo man sich früher in Ruhe mit Dritten unterhalten und austauschen konnte, wird das heute in Teilen sichtbar und der Partner kann unter Umständen falsche Schlüsse ziehen.

Das führt dazu, dass meines Wissens manche Partner bestimmte Aktivitäten in Facebook sogar removen, um dem anderen keine “Verdachtsmomente” zu geben. Sei es ein Kommentar, eine frische Freundschaft, ein kommentiertes Bild.

Auch das Kritteln einander kann man ultimativ über die Auflösung des “relationship status = in relationship with xyz” in der eigenen Timeline öffentlich machen (gerade einige VIP-Vorfälle dienen wohl als Nachahmerbeispiel). Je nachdem, wie man es interpretiert, mal ist es eine Art Schmach-Effekt, mal eine Art von Rückhalt suchen. Hier kommt es immer wieder vor, dass manch einer den Status “single” setzt und Kontakte fragen irritiert nach, was denn los sei. Antwort: “Ich war Single, habe es lediglich auf Facebook eingetragen”. Dabei wäre es von vornherein btw möglich, diese Änderung gar nicht erst anzuzeigen. Alles was man tun muss: In den Privatsphären-Einstellungen stellt man die Sichtbarkeit des relationship status auf “only me” ein. Das hat aber einen Nachteil:

Ebenso kenne ich mittlerweile einige Fälle, wenn der eine oder andere partout eben nicht den “related with xyz” eintragen möchte. Hier geht es darum, die Beziehung öffentlich zu machen. Ganz so als sei das bereits ein akzeptiertes Verhalten, zum Partner zu stehen, in dem Falle eben virtuell-öffentlich. Sieht der andere das nicht so, weil er dem keine Bedeutung beimisst, knallt es nicht selten.

Wir können das auch gerne weiterspinnen, wenn man sich trennt. Gerade in jungen Jahren wird man tendentiell eher wechselnde Beziehungen pflegen, die natürlich digital gespeichert werden. Was ist mit all den Liebesbeweisen nach der Trennung? Fotos und Videos in eigenen Alben, in Alben dritter, auf YouTube, Facebook, WKW, Blogs, Kommentaren, geknüpften und aufgelösten Beziehungsbanden (die Systeme wie Facebook sichtbar machen) und und und? Wie werden das die Bekannten einschätzen? Was wird die Nachfolger-Freundin sagen?

Weitere Effekte könnte man beliebig aufzählen, wie viele digitale Möglichkeiten es gibt, Freundschaften zu bekunden, Gruppenzugehörigkeiten über Ein/Ausschluss zu zementieren. Google Latitude? Wo warst Du (btw, gerade diese GPS-Systeme werden dazu führen, dass man beleidigt ist, wenn der Partner sich nicht regelmäßig einloggt, um dem anderen zu zeigen, dass man sich um den anderen kümmert)? Warum hast Du gesagt, Du wärst schlafen, kommentiertest aber fleißig da und dort in der Zeit? Was soll diese Umarmung auf der Party in der und der Bildergalerie? Etcpp usw usf. Es ist kompliziert geworden :))

Digtiale Neuzeit. Sie ist realer denn je. Wir lernen in unserer Rolle als Freunde und Partner partout dazu, bauen es in unser Verhalten ein, nutzen dazu die öffentlichen wie auch privaten Funktionen der Social Networks. Realer könnte das nicht sein. Das ist für mich besonders interessant, denn ich kenne die Freundschafts- und Partnerwelt vor dieser digitalen Zeit und ich lerne diese aktuelle Zeit nun kennen. Allerorten kann ich beobachten, wie sich das auf Beziehungen auswirkt. Es würde mich wundern, wenn nicht bald Bücher erscheinen, wie man auf digitialen Wegen Partnerschaften hegt, pflegt und wieder auflöst.

Sagte ich “es ist kompliziert”? Ja:)

Warum Blogs besser als ihr Ruf sind

06.08.2010 / 1 Kommentar

darum, wir bieten High Quality Content, klar:

Schönes Wochenende und danke für das Video @blog2de

Tags:

Verbessern Blogger ihre Jobchancen?

06.08.2010 / 4 Kommentare

diese Frage hatte ich via Twittpoll gestellt. Es kamen 32 Angaben zusammen.

So meint die Mehrheit, dass es sich positiv ausgewirkt hat.
53% meinen, dass es auf alle Fälle etwas gebracht hat.
16% glauben, dass es immerhin etwas gebracht hat.
9% merken nicht viel.
16% negieren positive Auswirkungen.
6% sind sich unschlüssig.

Ich kann aus meinen eigenen Erfahrungen aber auch über eine Vielzahl von Gesprächen bestätigen, dass ein
1. Gut geführtes Fachblog
2. das mit Meinungen und Inhalten Impulse setzt
3. und im Netz Anklang findet
definitiv dazu beiträgt, dass man leichter Jobs findet, sein Job-Umfeld stärkt, sich aber auch bessere Aufstiegschancen im Unternehmen sichern kann.