warum manche nicht einmal einen Blog-Buchstaben wert sind

12.02.2010 / 54 Kommentare

ich kann es nicht mehr zählen. Nicht mehr zählen, die vielen Gesprächen mit befreundeten Bloggern, die gefrustet sind. Das läßt sich genauso auf Gespräche mit denen übertragen, die irgendwo im Netz auf Foren, in Social Networks oder aber auf Twitter unterwegs sind. Gestern erst habe ich erneut so ein Gespräch mit jemanden geführt, der wegen Nichts heruntergeputzt wurde.

Worüber ich rede? Über die vielen Pussies da draußen, die im Netz über andere herziehen, im echten Leben aber darauf angesprochen nicht einmal in der Lage dazu sind, dazu zu stehen, was sie gesagt haben. “Ich habe es nicht so gemeint” und lächeln einen an. Feiglinge, die im RL auf nett machen, im Job die Stiefel der anderen lecken, im Netz aber die Sau rauslassen, als wäre es eine Kompensation ihres Zwangs, mitmenschlich im RL-Umfeld sein zu müssen.

Es fing in meinem Umfeld schon früh an damit, diese Erfahrungen zu sammeln. Immer dann, wo es thematisch kritischer wurde, ging es rund. Ob es um Blogger ging, die politisch ihre Meinung vertreten, wirtschaftliche Motive verfolgten oder einfach über irgendwas schrieben. Man liest sich die Kommentare durch und zuckt zusammen. Man liest Beiträge auf anderen Blogs und zuckt erneut zusammen. Übermäßig hart, einseitig, als gäbe es nur Schwarz und Weiß im Leben. Perfektion wird verlangt, alles andere ist nicht existent. Heute lese ich Twitter, Facebook, Foren. Immer und überall das gleiche Schema. Das Gesicht der Gosse zeigt sich ständig. Kleine Pussies, die meinen, es viel besser zu wissen, als wären sie Übermenschen. Vor persönlichen Beleidigungen im Netz keinen Halt machen. Im echten Leben selbst sind sie kleine Leuchten, viele Dinge falsch angegangen, fehlbar wie jeder andere auch sind und waren, welch Ironie. Und die vielen Lemminge, die den Spackos gerne folgen, sind nicht anders. Nur schlimmer. Sie steigen ins Geblöcke mit ein, labern den Dünnpfiff gedankenlos nach, halten sich an ihren Eiern und schaukeln sich gegenseitig hoch.

Mittlerweile kann ich die Blogger nicht mehr zählen, die völlig fertig mit ihren Nerven waren. Ihr persönliches Umfeld war nicht selten geprägt von familiären und beruflich angespannten Situationen. Kein Wunder, dass man dann in dem Moment schwach wird, wenn man im Netz auch noch auf die Fresse bekommt. Man versteht es nicht, warum man dermaßen angegangen wird, als hätte man Kinder gefressen. Es scheint ganz so, als würde es im Web immer ein Stück brutaler als im RL zugehen, wie eine Einladung, die Maske der Menschlichkeit runterreißen zu dürfen. Als würden im Netz andere Anforderungen gelten, wie das Leben da draußen auszusehen hat. Kein Grau, nur Schwarz-Weiß. Machen sich die Spackos da draußen den Kopf? Nein, sie kommen nicht einmal auf die Idee, sich in die mögliche Situation des Betroffenen zu versetzen, manchen ist es schlichtweg egal. Egal? Egal, was sie sagen, was sie senden, was der andere fühlt!

Obgleich ich über all die Jahre eine dicke Haut entwickelt habe, natürlich durch eigene Erfahrungen geprägt, die einem aufzeigen, wie bodenlos mangelnde Mitmenschlichkeit sein kann, bin ich jedes Mal aufs Neue betroffen, wenn ich das persönlich mitgeteilt bekomme oder im Netz lese. Sind es die Pussies wert, sich von ihnen runterziehen zu lassen? Welche Frage. Stehst du ihnen im echten Leben persönlich gegenüber, weichen sie deinen Augen aus, machen einen auf “na, war nicht so gemeint”, winden sich Würmern gleich, kein Wunder, wenn man kein Rückgrat hat. Welchen Wert haben diese falschen Fünfziger, was soll ich darauf geben? Das Blöde ist, dass ich dann auch noch Mitleid empfinde, wie Menschen sich ihrer Schwäche ergeben, sich gehen lassen, weil sie schwach sind. Im Grunde wollen sie im Netz glänzen, sich bestätigt fühlen in der Lemming-Menge, Anerkennung miternten. So sehr ich diese Pussies ablehne, so sehr zeigen sie ein nur zu menschliches Gesicht.

Ich kann es nur so formulieren: Solange man betroffen ist und fühlt, nicht abstumpft, wird man nie zu denen gehören, die weder Mitgefühl, Rücksicht noch Mitmenschlickeit zeigen. Ihr könnt mit erhobenen Haupt durch das Leben schreiten. Mehr als das kann ich nicht mitgeben, da ein Mehr nicht möglich ist. Die Narben kann ich nicht nehmen, warum auch, da Ihr Menschen seid, die fühlen. Was ist daran schlecht? Nichts. Eben.

Google Buzz: Anwendungsszenario für Intranet-Kommunikation

11.02.2010 / 9 Kommentare

betrachten wir Google Buzz im Hinblick auf die Integration mit dem Maildienst genauer und beziehen das Gebilde auf bisherige Kommunikationssysteme in Unternehmen. Vorab: Ich denke, dass an Google Buzz angelehnte Systeme die Gruppenkommunikation inhouse erheblich befördern können.

Die zwei dominierenden Kommunikationssysteme in modernen Unternehmen sind:

1. Mailing – hier dominieren MS Exchange und Lotus Notes den Markt
Mailsysteme, wie sie uns heute bekannt sind, wurden zunehmend in den frühen 90er Jahren installiert

2. Instant Messaging – auch hier dominieren Lösungen von Microsoft und IBM
Instant Messaging wurde spürbar zunehmend ab Mitte der 90er Jahre in den Unternehmen eingesetzt und mit den Mailsystemen integriert. So bietet Lotus Notes einen Presence-Service im Mailbasket an, um dem Empfänger anzuzeigen, ob der Absender online via IM verfügbar wäre. Ich möchte betonen, dass die Integration beider Systeme ein entscheidendes Merkmal ist! Was nicht unwichtig für den weiteren Gedankengang ist.

Weitere Kommunikationssysteme, wie z.B. Blogs, Twitter ähnliche Tools, Foren oder gar Social Networks haben sich noch nicht als Standards etabliert, verbreiten sich aber auch nicht in dem Tempo wie Mailing und IM zu ihren frühen Anfangszeiten.

Kommen wir nun zu Googles Lösung. Was ließe sich damit anfangen? Man kann es ohne Weiteres als eine erneute Erweiterung der dominierenden Mail-Lösung betrachten. IM hat Mailing erweitert. An Google Buzz angelehnte Systeme könnte dies nochmals gelingen!

Google hatte erst kürzlich Google Wave als Protokoll veröffentlich, hier ist es noch viel zu früh, um Ableitungen treffen zu können, ob es sich in Intranets als ergänzendes Kommunikationssystem etablieren wird.

Anders sieht es bei Google Buzz aus. Es ist ein Dienst, der schon alleine aufgrund seiner Nähe zum Mailing klare Anwendungsszenarien aufzeigt. Google Buzz erweitert die Möglichkeiten bisheriger Instant Messaging Systeme um eine Socializing Komponente. Anders gesagt, es erweitert die Kommunikation auf Basis von IM um eine neuartigere Gruppenkommunikationskomponente, die es in sich hat.

Schauen wir uns ein Szenario an, das heute schon als klassisch zu bezeichnen ist:
Mitarbeiter A liest eine Mail von B und hat Fragen. Er sieht, dass Mitarbeiter B online ist und nimmt via IM Kontakt mit ihm auf. Es ergibt sich, dass man Mitarbeiter C und D hinzuziehen muss. Auch das ist heute via IM Systemen kein großes Thema. Sollte es sich allerdings um ein Problem handeln, das nicht klar umrissen ist, kann es sehr effizient sein, stattdessen einen public chat Kanal aufzumachen. Bedingung: Es bedarf erstens eines Follower-Systems und zweitens einem daraus abzuleitenden Buzz-System, das die neuen Gespräche nach oben spült, um eine vernetzte Kommunikation zu fördern. So können sich Mitarbeiter bei Bedarf einklinken, wo sie dazu vorher – in der besteheden Systemlandschaft- keine Chance hatten, wenn sie der Initiator nicht aktiv von sich aus hinzuziehen würde. Exakt dies bietet GBuzz. Das relativ einfach unter Zuhilfenahme der bestehenden Adressbücher und IM-Systeme anzuflantschen wäre, ohne ein eigenes Komplettsystem bauen zu müssen.

Zusammengefasst: Es ist unabdingbar, dieses System ins bestehende Mail- und IM Set zu implementieren. Ebenso ist es notwendig, Chinese Walls zu beachten, was aber schon von Haus aus die bestehenden Kommunikationssysteme und vorliegenden Rechteszenarien (wer darf was lesen) mit sich bringen. Doch gerade im Bereich Rechte stößt man mit dem GBuzz System auf zunächst scheinbar komplexere Probleme:

Das Follower-Gebilde (wer lauscht wem) von GBuzz leitet sich beim Start aus der Interaktionshäufigkeit der Mitarbeiter via Mailing ab. Insofern wäre es nicht unbedingt allzu schwer, einen Kickstart hinzubekommen, ohne großen Projektmarketing-Bemühungen. Man könnte es fast schon als Instant Forum Lösung verkaufen, die die Welten Mailing und IM miteinander verbindet. Und als herausragendes Merkmal eine Gruppenkommunikation innerhalb des Hauses extrem gut fördert. Ohne, dass man einem Overflow erliegen muss, da jeder Mitarbeiter auf Basis seines Followersystems den vernetzten Informationsstrom selbst steuern kann (GBuzz-Funktionen dahinter: “Anzahl Follower”, “Muting”, “Commenting”, “Like”). Jetzt kommen wir zu dem Rechteproblem: Angesichts der vernetzten Kommunikation ist es notwendig zu berücksichtigen, wem bestimmte Informationen nicht mehr angezeigt werden. So könnte ein Vertriebsmitarbeiter einen Informationsstrom anstoßen, der Mitarbeiter anderer Bereiche erreicht, die diese Information nicht lesen dürften, doch auf Basis der Followersystematik diese bekommen würden. Die Lösung ist aber nicht wirklich schwer: Man zieht Mauern über Gruppenzuordnungen hoch. Problem gelöst! Neues Problem geschaffen: Beim Anstoßen eines “Buzzes” muss der Mitarbeiter von vornherein die Gruppen ausschließen, die diese Information nicht sehen dürfen! Lösbar, aber nicht ganz problemfrei. Was aber alle Systeme mit sich bringen, die von Haus aus eher offener gestaltet sind, weniger bidirektional.

Ich wünsche den vielen Systemanbietern und inhouse Zuständigen viel Spaß beim Ausbaldowern, ich denke, es lohnt sich!

Facebook Office in D aufgemacht

11.02.2010 / 1 Kommentar

Kopie der PR-Meldung:
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Facebook COO Sheryl Sandberg eröffnet deutsches Büro

Das Unternehmen ernennt F. Scott Woods zum Commercial Director Germany und zählt 7,5 Millionen aktive Nutzer in Deutschland

Hamburg, 11. Februar 2010 – Bei ihrem ersten Besuch in Deutschland, im Auftrag von Facebook, eröffnet Chief Operating Officer Sheryl Sandberg heute in Hamburg offiziell die deutsche Niederlassung des Unternehmens. Mittlerweile nutzen 7,5 Millionen Menschen in Deutschland Facebook aktiv und mit der Eröffnung des neuen Vertriebsbüros unterstreicht das Unternehmen seine Absicht, Deutschland als eines der einflussreichsten Länder Europas intensiver zu betreuen.

Neben der Stärkung seiner Präsenz in Europa ernennt Facebook außerdem F. Scott Woods zum Commercial Director Germany. Woods leitet und baut das Team auf, das die lokale, kompetente Beratung und direkte Betreuung deutscher Marken, Agenturen und Unternehmen leisten wird.

Inmitten des rasanten Wachstums auf 7,5 Millionen aktive Nutzer in Deutschland nutzt Facebook die Dynamik des hiesigen Marktes, die durch die Interaktion von Marken und Unternehmen mit Kunden oder Fans auf Facebook entsteht. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Marken wie BMW, Axe, Coca-Cola und Nike und baut derzeit ein stabiles Netzwerk mit Werbepartnern innerhalb von Europa auf.

Im Rahmen ihres Aufenthalts sagte COO Sheryl Sandberg: „Wir haben in den letzten Monaten in Deutschland ein dynamisches Wachstum gesehen. Die deutschen Nutzer erschaffen eine enorme Vielfalt von Inhalten und nutzen Facebook kreativ und intensiv um sich mit Menschen, Marken und Themen zu verknüpfen, die ihnen am Herzen liegen. Immer mehr deutsche Marken und Unternehmen erkennen den Wert eines echten Dialogs – um mit Facebook ihre Fans kennenzulernen und neue zu gewinnen.“

„Wir glauben, dass Deutschland mit seinem starken Nutzerwachstum und der erfahrenen digitalen Marketing-Community eine entscheidende Rolle in unserer globalen Sales-Strategie spielen wird“, sagt F. Scott Woods, Commercial Director Facebook Germany. „Mit dem deutschen Büro wird Facebook die deutschen Kunden umfassend betreuen können und sie dabei unterstützen, wirkungsvolle Kampagnen für ihr Geschäft zu entwickeln und durchzuführen. Auf Facebook verknüpfen sich mehr als 400 Millionen Menschen weltweit mit ihren Freunden, dies bietet Werbetreibenden eine attraktive Verbindung aus Reichweite und Interaktion.“

Das Sales-Team von Facebook arbeitet mit den größten Vermarktern und Marken der Welt. Mehr als 80 der 100 größten Werbetreibenden in den USA nutzen Facebook für ihre Kampagnen. Derzeit hat das Sales-Team Büros in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien.
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Google Buzz

11.02.2010 / 4 Kommentare

ich meine jetzt weniger die Anfangsphase, sondern ob es die breite Nutzerschaft annehmen wird auf Dauer? Obgleich Google Buzz mitten im GMail Client integriert wurde (ein vorzüglicher Schachzug bei angeblich 170 Mio Nutzern), muss es sich mit anderen, etablierten Kommunikationsmedien vergleichen lassen. Da liegt auch der Knackpunkt eben. Es differenziert sich nicht zu Genüge aus als eigenständiges Produkt.

Ich denke daher, die meisten Nutzer werden weiterhin auf ihre Mail- und Instant Messaging Clients setzen, um den Großteil ihrer Kommunikation wie gehabt abzuwickeln (neben der Kommunikation auf Social Networks). Und ein kleinerer Bruchteil wird hin und wieder GBuzz nutzen. Bezweifle, dass es eine Mehrheit langfristig erobert. Was ja auch völlig ok ist, so wird jedem ein Stück weit etwas mehr Flexibilität geboten (wenn man GMail-Inhaber ist).

Anders sieht es bei der mobilen Gbuzz-Nutzung aus: Es ist selbstverständlich ein extrem früher Markt, so nutzen in D Dienste wie Foursquare lediglich wenige, frühe Mitmacher. Hier kann man wohl kaum von einer Massenadaption im mittelfristigen Zeitraum von 2 Jahren ausgehen. Vieles wird davon abhängen, welche Geräte die deutschen Mobilfunktnutzer in den nächsten zwei Jahren beziehen, wie sich die Datenpreise entwickeln und welche kommenden Tools durchschlagen. Dennoch sind diese Dienste unschätzbar, man kann frühe Ableitungen treffen, was Nutzer damit tun, wenn sie mobile Updates tätigen können, statt es sich theoretisch zu überlegen.

Ich persönlich kann mit GBuzz zur Zeit nicht sonderlich viel anfangen, aber das hängt letztlich davon ab, ob ein relevanter Teil meiner Kommunikationspartner GBuzz regelmäßig nutzen wird.

Aus Sicht von Buzzriders freut es mich mehrfach:
1. Google stärkt den Gesamtmarkt und damit das Gesamtumfeld für lokal ausgerichtete Dienste (Integration von GBuzz in GMaps)
2. Google trägt mit dazu bei, User an Nutzungsmöglichkeiten über Status-Updates zu gewöhnen, auch im mobilen Umfeld (Status-Updates werden ein Bestandteil von Buzzriders sein, kommunikative Updates wie auch berichtende Aktivitäten “User hat [xyz] gemacht”)
3. Die passende API von Google ist ein Glücksgriff, so verkürzt es doch entwicklungstechnisch den Weg, lokale Informationen physisch zu lokalisieren und ggbfl. auf einer Karte abzubilden (siehe ein simples Anwendungsbeispiel ausgehend vom Gedanken, dass Lokationen integraler Bestandteil von Buzzriders sind, ebenso wie User-Profile)
4. Der Name Google Buzz erinnert an Buzzriders (im deutschen Weblande) und verstärkt damit die passive “Markenreferenzierung”. Auf die Hilfe habe ich wirklich nicht gehofft:) Es gab Fragen Richtung Markenprobleme. Die Namen sind allerdings soweit auseinander, da sehe ich kein Problem darin. Und wenn, wärs halt Pech, meine damit aber Glück.

Btw, ein witziges Learning am Rande: Wenn ein Dienst wie GBuzz den Nutzern anbietet, ihre Inhalte von anderen Seiten wie zB Twitter in den Buzz-Stream zu übernehmen, ist das zwar gut gemeint, kann aber auch nachteilig wirken. Siehe dazu den treffenden Beitrag von Ragnar.

Anders neu denken

11.02.2010 / 2 Kommentare

kennt Ihr das, wenn Ihr an etwas knobelt und denkt, aber nicht wirklich auf eine gefühlt zufrieden stellende Lösung kommt? Die “jetzigen” Lösungen seht ihr vor Euren Augen, man kennt sie, aber sie gehören der Vergangenheit an. Nicht der Zukunft. Es bedarf einer neuen Lösung, die gänzlich anders als die alten Lösungen ist. Grundproblem: Ihr wisst, dass man es lösen kann, doch das eigene Denken ist im Jetzt und als Summe der Erfahrungen aus der Vergangenheit gefangen. Ihr wisst, dass man es anders denken muss, neu denken muss. Und genau das ist der Knackpunkt. Wie anders und neu denken, ohne sein Ich zu verlassen, in dem man so gefangen ist?

Was mir dabei hilft, sind Gespräche mit Dritten, die genau das tun: Anders denken! Aber nicht unbedingt neu, was die Lösungsfindung angeht. Dennoch führt dieses andere Denken zu neuen Pfaden, dem Beginn des neuen Denkens. Ein Wortfetzen führt zu einer neuen Assoziation und langsam festigt sich das Gebilde. Dieses “Gebilde” vergleiche ich gerne mit Musik. Musik ist eine faszinierende Form von Harmonie. Harmonie, die im Einklang mit der Umwelt steht, die uns umgibt und diese wiedergibt. Wenn die neue Lösung eine Form von Harmonie in sich trägt, die sich richtig anfühlt und harmonisch “klingt” (harmonisch mit dem aufkommenden Zeitgeist), dann passt es. Man hat es.

Mein Musiklehrer hatte mir beigebracht, dass Musik den Zeitgeist widerspiegelt. Und gerade Künstler mit Ihrer für Nichtmusiker unverständlichen Art, die Realität zu verarbeiten und in Musik zu verpacken, sind am ehesten in der Lage, den Zeitgeist widerzuspiegeln. Neben malenden Künstler oder auch schreibenden Künstlern. Ganz so, als würde sich in ihnen auf wundersame Art und Weise ein Strom an Eindrücken kulminieren, dem Ausdruck verliehen wird, über eine neuartige Harmonie an Tönen, Bildern und Worten, um das Jetzt besser greifen und damit besser zu verstehen.

So bewundere ich Kraftwerk, die es verstanden haben, die Beziehung von Mensch und Maschine in Musik zu verpacken. Mit eigenen, elektronischen Instrumenten, die der Musik ihren eigentümlichen Charakter verliehen haben. Beispielsweise im Stück “Roboter”:

Heute war so ein Tag, eine Lösung zu finden, die neu und anders gedacht ist, dennoch dem jetzigen und künftig stärker werdenden Zeitgeist entspricht. Hoffe ich. Und eins steht fest: Es ist unglaublich schwer, abseits seiner eigenen Denkbahnen zu denken. Uffzz… wüßte ich einen Weg, es strukturiert zu wiederholen, wäre ich happy.

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Fragen kostet was

10.02.2010 / 8 Kommentare

ich habe die letzten Tage und Wochen mehrfach Gespräche mit Bloggern geführt, die ihre gesetzten Ziele nicht erreicht hatten. In den meisten Fällen war es so, dass man das Blog-Projekt aufgegeben hat oder kurz davor steht. Gründe wie Frust und Demotivation stehen am Ende einer langen Blog-Phase, als Ergebnis der unerreichten Ziele. Die Kraft zu einer Neustrukturierung des bestehenden Blogs -also auf etwas, das man bereits mühsam aufgebaut hat- existiert nicht mehr.

Zwei Sachen dazu:
1. Es ist vollauf verständlich, dass man sich nicht traut zu fragen, warum es schief läuft. Bis es nicht mehr geht. Etwas, das ich dennoch empfehlen möchte, auch wenn es hart ist: Fragt öffentlich, warum es nicht läuft. Früh, nicht zu spät. Erklärt die Umstände, warum es nicht läuft, was Eure Ziele eigentlich waren. Ich bin mir 100% sicher, dass sich draußen Menschen als Mitdenker finden lassen, die einen anderen Blick mitbringen. Der ungemein helfen kann. Klar, auf der einen Seite steht die Angst zugeben zu müssen, dass man fehlbar ist. An Ansehen verliert. Ich persönlich glaube das Gegenteil: Wer zugibt, fehlbar zu sein, etwas nicht wie geplant erreicht zu haben, der gewinnt mehr Größe als derjenige, der bis zum bitteren Ende schweigt. Die Idioten, die sich lustig machen könnten, sind es nicht wert, bedacht zu werden.

2. Stellt Euer Konzept, was Ihr mit dem Blog anstellen wollt, gleich zu Beginn vor. Mir war in den Gesprächen aufgefallen, dass sich eine Art “Muster von Denkfehlern” eingeschlichen hatte, der bereits zum Start des Blogs vorlag. Denkfehler, die bestimmte Parameter nicht richtig einschätzen. Die aber wesentlich zur Zielerreichung waren. Sorry, dass ich hier so wischiwaschi bleiben muss. Wie bereits erwähnt, wir sind nicht unfehlbar, zugleich sind wir im höchsten Maße flexibel, um aus Fehlern zu lernen. Je früher wir daher Dritte einbinden, umso eher können wir Denkfehler korrigieren. Auch hier birgt die Fragerei, ob man es richtig plant, hohe Kosten: Man hat einerseits Angst, zuviel mitzuteilen, im Sinne von Konkurrenz. Auf der anderen Seite muss man erneut zugeben, dass man nicht wirklich den vollen Durchblick hat. Auch hier gilt: Groß ist, wer die Größe hat, zu fragen.

Ob es nun hilft, einen Denkanstoß mit auf den Weg zu geben? Ich weiß nicht. Ich glaube, wir tendieren dazu, es bis zum bitteren Ende mit uns selbst auszufechten. Der gesellschaftliche Kult um das goldene Kalb der Erfolgreichen ist zu stark, wie mir scheint.

Dennoch, wie kann man es recht geschickt lösen, bevor das Kind in den Brunnen fällt bzw ohne fragen zu müssen, ob man grundsätzlich richtig liegt?
1. Beispiel: Robert Stögmann interviewt regelmäßig Blogger und eine seiner wiederkehrenden Fragen ist dabei die Frage, was er verbessern könnte!

2. Beispiel: Ich habe auf Basic Thinking regelmäßig (rund alle 3-6 Monate) direkt und unmittelbar meine Leser um offenes Feedback gebeten, was ich richtig schlecht und was ich richtig gut gemacht habe.

Coca-Cola: Why we change it

09.02.2010 / 5 Kommentare

ich habe Coca-Cola gefragt, warum man nun die Änderungen am Newsroom (siehe Artikel) vorgenommen hat. Aus einem klassischen Pressebereich eine modernere, zeitgemäßere Anlaufstelle geschaffen hat. Das ist die Antwort im Namen von Coca-Cola, nicht von Coca-Cola selbst, sondern interessanterweise von der PR Agentur “OMA® Public Relations GmbH

Meine Frage:
“Was hat zur Änderung geführt und warum?”

Antwort:
“Der neue Media Newsroom ist Teil der Kommunikationsstrategie der Coca-Cola GmbH zur Kommunikation im Web 2.0. Mit dieser wollen wir unsere Kommunikation mit Bloggern, Social Media Gatekeepern und den Verbrauchern innovativ und konsequent ausbauen und dabei die vielfältigen Chancen, die die neuen Social Media Plattformen bieten, nutzen.

Der Media Newsroom gibt einen vollständigen Überblick über alle Websites, Blogs, Social Media Profile und sonstige Informationen des Hauses auf Marken- und Unternehmensebene. Coca-Cola führt inzwischen zahlreiche Marketing-Aktivitäten im Internet durch, um seine Verbraucher auf einem Kanal zu erreichen, der dem heutigen Mediennutzungsverhalten und der Kernzielgruppe der 12- bis 30-Jährigen entspricht. Der Media Newsroom ist ein konsequenter Schritt und stellt ein Informationsangebot über sämtliche Web 2.0 Aktivitäten von Coca-Cola dar.

Zusätzlich bietet er mit Multimedia Newsreleases und Social Media Releases ein Angebot, das auch Blogger und andere Social Media User anspricht und auf das sie aktiv zugreifen können. Dabei bleibt das Angebot für Journalisten durch bewährte Informationen und Pressemitteilungen bestehen.“

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Warum II

09.02.2010 / 3 Kommentare

zum Artikel “Warum” habe ich zwei Kommentare herausgefischt, die ich hier gerne separat aufzeigen möchte. Als Erwiderung zu den beknackten und sich immer wiederholenden Kritiken an Blogs, die manche auch noch glauben und sich danach ausrichten. Der eine Kommentar ist von einem Blogger, der privat bloggt und eine klasse Analogie wählt, um die Vielfältigkeit aufzuzeigen. Der andere Kommentar von einer Bloggerin, die auf ihrer Unternehmensseite bloggt. In der Tat ein “Kommerzblog”, was nicht weniger spannend und weniger menschlich ist, weil es ein Mensch ist, der dahinter steht. So wie jedem Blog, ausnahmslos!

Kommentar von Jo JMatic (sein Blog), eine wunderschöne Fußball-Analogie:
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Ich sach mal:

Das Geschreibe im Netz, an Plätzen, die man Blog nennen kann (wenn man will), is’ wie Fussball:

Das Spiel ist manchmal genial, öfter mal “Aua”, aber hoffentlich immer mit Herz gespielt, egal ob 1. Liga oder Kreisklasse, egal ob 70 000 am Rande brüllen, oder nur zwei Dutzend am Spielfeldrand alles besser wissen.

Die Interviews mit den Stars sind manchmal genauso so “Auaaua”, wie ihre Flanken es ab und an sind. Und Leute, in der Kreisklasse hab’ ich schon Pässe von Mitdreissigern gesehen … Wow! Hammer!

Es gibt Fussball-Experten, da rollen sich mir die Fussnägel hoch, wenn sie den Mund aufmachen. Es gibt aber auch so Momente, da wird ein Expertensatz augenblicklich zur ewigen Floskel.

Was tun Fan und Spieler nach’m Spiel? Denken wieder an’s nächste Spiel, während sie ihr Bierchen schlürfen.

Es gibt Spiele die hat man nach dem Abpfiff schon fast vergessen, und es gibt welche, die bleiben unvergessen.

Muss man Fussball mögen? Nein. Braucht man Fussball unbedingt? Nein. Ja. Rettet er die Welt? nein. Ja. Warum spielen Leute Fussball und andere schauen ihnen zu? Weil es ihn gibt. Fertig.

Ich kicke zumeist auf der Wiese. 2 gegen 2. Die Tore sind unsere T-Shirts und es schauen höchstens ein paar Leute zu, die vorbei kommen, und die Frauen, die uns abholen, später. Na und. Macht einfach nur Spass.

Braucht irgendwer diesen, meinen Kommentar zum Thema “Bloggen” mit der grenzwertigen Fussball-Metapher unter diesem sehr launigen und authentisch wirkenden Artikel? Nein. … aber ich hab’s getan, weil er da ist – der Artikel. Ich hab’ gelesen und geschrieben, weil’s Schbass gemacht hat.

Bloggen ist ein einfaches Spiel.

Nach dem Kommentar ist vor dem Artikel.

Ich habe fertig.
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Und der Kommentar von Kirstin Walther (ihr Blog):
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Gut gebrüllt, Löwe! :-)

Vielleicht sollte man das Wort Bloggen gedanklich mal mit Kommunizieren ersetzen, denn nichts anderes ist es meiner Meinung nach. Ja und MENSCHEN kommunizieren – niemand sonst in diesem Medium. Es sind nur andere Kanäle, die es erleichtern und die mehr andere Menschen erreichen.

Und so vielfältig wie Menschen, sind deren Blogs. So wichtig und so unwichtig, so allgemein und so speziell, so sympathisch und so unsympathisch. Die einen bloggen, weil sie gern kommunizieren, gern mit neuen/gleichgesinnten Menschen im Gespräch sind. Andere machen es vielleicht, um ein paar Cent nebenher zu verdienen. Wie es beliebt und wie die Schreiber eben sind!

Und die Leute, die ihre Zeit damit verbringen wollen, zu bewerten wie und warum andere auf diesem Weg kommunizieren… Ja, mein Gott. Sollen sie halt, wenn sie nix besseres zu tun haben. Solche treffen wir auch im echten Leben und ignorieren sie womöglich, wenn wir merken, daß da nicht viel dahinter ist, außer oberflächlichem, höchst wichtigem Gerede.

Es geht hier NUR um die Menschen dahinter – völlig klar! Das lerne ich auch. Früher dachte ich immer, ich müßte als Unternehmerin ausschließlich an Umsatz und Umsatzrendite gekoppelte Gründe für Bloggen, Twittern usw. haben. Das haben mir einige schlaue Menschen immer wieder eintrichtern wollen. Heute weiß ich, daß ich in erster Linie Spaß habe, mit anderen im Dialog zu stehen – egal über welchen Kanal.

Und wer hätte es gedacht: Ich habe Spaß, es fühlt sich gut an und deswegen ist es mir wichtig und das allergeilste ist: Es sorgt komischerweise erst recht für mehr Umsatz und mehr Bekanntheit der Firma und wird so langsam zu meiner Devise: Mehr verkaufen durch weniger verkaufen! ;-)

Sicher funktioniert auch der herkömmliche Weg, aber der macht eben nicht so viel Freude – jedenfalls mir nicht.
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Auf ihrem Blog hat sie das im Artikel “Dialog macht Spaß und bringt weiter!” bereits schon einmal ausgedrückt. Und nein, ich hinterfrage nicht mehr, warum dieses Blog eines “kleinen Mittelständlers aus dem Osten” alle Blog-Bemühungen der deutschen Großunternehmen in den Schatten stellt:)

Coca-Cola: Yes, we can change

09.02.2010 / 2 Kommentare

Kopie der Pressemitteilung, dürfte die neuen PRler interessieren (macht Euch eigene Gedanken dazu, keine Zeit jetzt, würde sonst gerne darauf eingehen). Habe Coca-Cola um eine Antwort gebeten, warum man diese Maßnahme vollzogen hat, hoffe auf Antwort. Anbei die PR-Meldung:
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Lieber Herr Basic,

anbei senden wir Ihnen die Pressemitteilung zum Launch des Coca-Cola Media Newsrooms. Im Anhang finden Sie außerdem Screenshots von der Startseite des Coca-Cola Media Newsrooms und dem Unternewsroom zur Kampagne “Mission Olympic”.

Link zur Pressemitteilung im Coca-Cola Media Newsroom.
Vielleicht ist dies ein interessantes Thema für Ihren Blog! Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
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Neuer Informations-Service für Journalisten, Blogger und Multiplikatoren im Internet.

Coca-Cola Media Newsroom löst den bisherigen Pressebereich von Coca-Cola ab
Gateway zu allen Websites, Blogs, Social Media Profilen und sonstige Informationen der Coca-Cola GmbH auf Marken- und Unternehmensebene.

Angebot: Pressemitteilungen, lizenzfreie Bilder, Videos und Podcasts, Themendienste, Studien, Abstracts und andere Materialien mittels RSS Feed, stehen als Download und teilweise durch Hosting auf gängigen Foto- und Videoplattformen zur Verfügung
____________

Hier alle Links zum Coca-Cola Media Newsroom im Überblick:

Coca-Cola Media Newsroom
Unternewsroom Coca-Cola
Unternewsroom Mission Olympic
Unternewsroom Expedition 206

Pressekontakt Coca-Cola:
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Eindrücke eines alten Bloggers

09.02.2010 / 11 Kommentare

ok, so alt bin mit 43 nun auch nicht, aber als Blogger nicht mehr einer, der sein Blog vor 1 Monat gestartet hat. Würde aber gerne als Altblogger eine Replik zu den Eindrücken eines neuen Bloggers geben.

Das, was Johannes schreibt, ist treffend formuliert. Die Blogger-Welt ist umfangreicher, vernetzter und verteilter geworden.

Durch… Posterous, Amplify oder aber auch myON-ID wird die ursprüngliche Blogkultur reformiert (Johannes Lenz)

Wie war das zu Opas Zeiten vor rund 5-6 Jahren? Die Ära der Social Networks hatte erst gerade begonnen und wurde von Seiten wie MySpace und Friendster dominiert. Derartige Dinge wie eine Timeline stellvertretend für das Real Time Web gab es nicht. Sprich, es gab noch kein Twitter und das aufkommende Facebook kannte noch keinen Activity Stream (womöglich eine gedankliche Vorlage für die dialogische Twitter-Timeline?).

Anno 2005 gab es im deutschen Umfeld für diejenigen, die publizieren wollten, folgende, bekannte Möglichkeiten:
- Wordpress / Movable Type / Blogger.com und andere Bloglösungen
- Technorati.com war die Vernetzungsmaschinerie, um Blogverweise zu filtern
- Mutter Google war für neue Blogger die wichtigste Maschine, um Leser zu finden
- neben der Möglichkeit, über Kommentarverweise (Direktkommentare und die ab ca. 2005 aufkommende Trackback/Pingback Mechanik) auf sich aufmerksam zu machen

Summa summarum, waren die Möglichkeiten im Vergleich zu heute sehr eingeschränkt. Wer unter den Bloggern kaum Feedback bekam, wurde in dieser Blogosphäre nur sehr eingeschränkt wahrgenommen. Die Vernetzungsmechaniken im Sinne von Aufmerksamkeit waren einerseits blog-zentrisch und andererseits am Rande von Lösungen wie Technorati gestützt.

Anno 2010? Es haben massive Weiterentwicklungen stattgefunden, die einen Altblogger wie mich manchmal an einen alten Cowboy erinnern, der vor Gleisen steht und sich fragt, wie sich die Welt verändert hat. Heute habe ich als Blogger zahlreiche Möglichkeiten, zu Wort zu kommen. Manche sind ineinander vernetzt, andere machen es zu einem Kinderspiel. Johannes hat schon einige aufgezählt, zur Wiederholung:
- Twitter und Facebook haben sich auch in D zu vorzüglichen Vernetzungsschwerpunkten entwickelt, die man extrem gut für sein Blog nutzen kann.
- Posterous, Yiid oder MyONID stehen für Tools, die das Bloggen bereits von vornherein zu einem Kinderspiel machen, zudem eigene Vernetzungsmechaniken mit sich bringen (wer liest mein Blog, pushe Inhalt zu Plattformen wie Twitter, etcpp)
- Google ist dramatisch schneller geworden und zeigt Inhalte Minuten nach der Veröffentlichung im Suchindex an
- Nochmals Google: Es wird in Zukunft mittels der neuen Suchroutinen noch einfacher, Inhalte Web-Freunden anzuzeigen, sobald die neuerdings eingeführten Social Search Mechaniken (Video) um sich greifen. Vielen ist diese Maßnahme von Google und ihre Bedeutung nicht mal annähernd bewusst geworden.

Es ist nicht mehr wie früher, so blog-zentrisch. Da steht man also da und bewundert diese Entwicklung, zugleich fragt man sich, wie weit man sich als bloggende Person im Netz auf all diesen Seiten verteilen möchte? Ob das Blog überhaupt noch seine Rolle als zentraler Träger einer Person spielen kann? Das sind weniger Fragen der technischen Zugänglichkeit, sondern mentale Fragen. Ich bin ins Netz hineingewachsen, wo es über 30 Jahre lang in meinem Leben kein Netz gab. Diese Umstellung war nicht ohne und hat immens reale Auswirkungen auf mein Leben gehabt. Und heute muss ich mich fragen, wie ich mein digitales Ich im Netz verteile, ausgehend aus dem Selbstverständnis, ein Blogger zu sein, der seinen eigenen Platz kennt und es sich dort eingerichtet hat. Gar nicht mal so einfach diese Umstellung. Ja, es ist schon ein bisschen wie der oben besagte Cowboy, der vor Gleisen steht. Die Entwicklung innerhalb von lediglich 5 Jahren war rasant. Das wird wohl kaum aufhören. Und man stellt sich unweigerlich die Frage, ob man es nicht ruhiger angehen lassen möchte. Im Wissen, dass man das Leben nicht auf einen Schlag erfährt und Vieles seine Zeit braucht, verarbeitet zu werden. Wie weit lasse ich mich von der Technik treiben? Meine Antwort habe ich für mich gefunden: Nutzen kann ich all diese Wunderwerke ohne Weiteres, doch meine innere Distanz wirkt wie ein Entschleunigungsfilter der dafür Sorge trägt, die Entwicklungen ausgewogen und mit Abstand zu betrachten.

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