Was habe ich eigentlich in meiner Zeit an wirklichen, technischen Innovationen und Ereignissen erleben dürfen?

Allen voran die Digitalisierung der Welt. Mitsamt dem Einzug der Computer, im Zuge dessen deren Minituarisierung über Smartphones und Tablets. Und zugleich war es die Basis für die kommunikative Vernetzung über das Internet.Wir haben damit entscheidend unsere beschränkten, körperlichen Einzel-Fähigkeiten erweitert (sprechen über 100m war uns lange Zeit nicht möglich, heute sind 1000 km ein Klacks, das ist eine wesentliche Innovation auch hinsichtlich Wissensteilung und -produktion!). Wie sich wohl erste, echte intelligente Maschinen anfühlen werden, die unsere weiteren Mängel beheben? Ob wir Menschen dieser Intelligenz den Krieg erklären, weil wir sie nicht mehr verstehen? Keine Chance, ich glaube nicht, dass ich diese absolut hochspanennde Zeit mitbekommen werde. Quantencomputer werden die alten Mühlen bis dahin hoffentlich ersetzt haben.

Auf anderen Gebieten – mal abgesehen von der Mondlandung 1969, da war ich aber erst 3 – gab es nicht so viele Dinge, die mich technisch persönlich betrafen. Ok, im medizinischen Sektor hat die Technik minimalinvasive Eingriffe ermöglicht. Neue Scantechniken haben den Job der Ärzte erleichtert. Großartig wird die Zeit des genetischen Engineerings werden. Auch diese Zeit werde ich wohl eher weniger miterleben. Bis hin zur Frage ob wir unsere Kinder genetisch tunen dürfen, hochspannende Diskussionen das geben wird. Bin neidisch!

Auf Seiten der Mobilität hält die Power des Computings auch langsam aber sicher Einzug, von Assistenzsystemen bis hin zu autonomer fahrenden Fahrzeugen. Im Grunde habe ich nur Teile davon in PKWs erleben können bisher. Vom analogen VW-Käfer bis heute zu digital gesteuerten Fahrzeugen. So gewaltig ist der Unterschied nicht. Angesichts meiner zu erwartenden Lebensrestzeit bekomme ich vielleicht noch 4-5 grundlegende Modellwechsel mit. Bis dahin erlebe ich doch noch womöglich die Zeit der durchgängig vollautonomen Mobilität, von Bussen bis PKWs. Auch wird sich bis dahin die Elektromobilität durchgesetzt haben.

Auf Seiten der Energieerzeugung hinterlassen wir unseren Kindern eine zunehmend umweltschonendere Welt. Erlebe ich die Abschaltung des letzten Atommeilers und der letzten Kohlestinkebude mit? Ob ich aber Fusion erleben werde? Ich denke eher nein, weder noch. Schade, bestimmt ein spannendes Zeitalter mit weitaus potenteren Energiemöglichkeiten.

Werden Cities bis dahin smarter? Was sind schon 20-30 Jahre, um die technische Infrastruktur einer Stadt zu modernisieren? Nix. Ud die Möglichkeiten sind gewaltig. Alleine die komplette sensorische Abdeckung einer Stadt, großartig!

Ob ich eine dezentralere Produktionstechnik über 3D- Druck-Techniken erleben werde? Finde ich weniger spannend. Ob da oder drüben etwas hergestellt wird.

Im Bereich der Raumfahrt werde ich leider auch kein Teil davon sein können, was ich am meisten bedauere. Es war immer mein größter Traum, wie die Menschheit sich auf Reisen ins All macht, um ferne Welten und Galaxien… ihr wisst schon.

Unter dem Strich bleibt mir damit „nur“ das Zeitalter der autonomen Fahrzeuge und der Elektromobilität, das Zeitalter der Quantencomputer. Fusionstechnik, smarte Cities, Raumfahrt, Gen-Engineering in der Breite (Zeitpunkt 0 : Kein Kind wird mehr ohne genetischen Eingriff zur Welt kommen), gar embedded Tech im Körper, alles das, was wirklich die Welt drastisch verändern wird, wird mir nicht vergönnt sein. Schade. Aber thats life.

Btw, das Foto hat Tanja Askani gemacht, die in der Lüneburger Heide ein Wolfsgehege betreut und das ihr gerne besuchen könnt. Komisch das, so sehr ich Technik mag, so sehr mich das neugierig macht, so sehr fühle ich mich in der Natur abseits der Städte und dem Trubel am wohlsten.

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