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das Netzwerk der Ruhe und Entspanntheit: FamilyLy

10.08.2010 / 5 Kommentare

Johannes Oppermann kennt Ihr vielleicht nicht, aber möglicherweise einen der besten Offline-Writer für WordPress namens “BlogDesk“? Er hat mich erst kürzlich angemailt und mir folgendes geschrieben:

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Hallo Robert,

schon vor 5 Jahren, in deinem ersten Artikel über BlogDesk, hast du von dem ‘Skandal’ gesprochen, dass der BlogDesk-Entwickler kein eigenes Blog hat – und er hat sich nicht gebessert :-) Im Gegenteil, jetzt will er auch noch anderen dabei helfen, unter sich bleiben zu können.

Auf FamilyLy habe ich in den letzten Monaten eine Plattform entwickelt, auf der sich Familien (und vergleichbare Kleingruppen) ganz einfach (kinder- und seniorengerecht) und unter Ausschluss der Öffentlichkeit (hoch lebe die Privatsphäre!) digital austauschen können. Seit letzter Woche ist der Dienst public.

Das wird die ‘digital natives’ auf den ersten Blick kaum interessieren. Auf den zweiten Blick aber gibt es in fast allen Familien auch ‘computer illiterates’ – vom Erstklässler bis zur Greisin. Deren Aufnahme in den digitalen Familienkreis liegt mir am Herzen. Genauso wie der kompromisslose Schutz der Privatsphäre. Und für einen ‘digital Nachgeborenen’ wie dich sollte sich der Blick allemal lohnen :-)
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Das war mir Anlass genug, auf seine neue Lösung hinzuweisen, ein Netzwerk weitab der Aufgeregtheit und Shiny Neety Features und Monsterpresse. Macht es mir umgehend sympathisch. Und ihm einige Fragen zu stellen ist ncht nur diesem Grund geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass fünf Jahre eine lange Zeit sind und es mich nach einer so langen Zeit sehr freut, was Neues von Johannes zu hören.

1. Beruht die Lösung auf komplett eigener Software oder ist das auf Basis von WordPress 3.0?
Serverseitig basiert das auf WP, clientseitig (die Familyly-App) auf BlogDesk.

2. Hast Du an der GUI – wenn es WP 3 ist – so gedreht, dass es noch leichter wird gerade für Non DigitalPros?
Ja, das Backend von WP wurde von mir bereits stark reduziert, und dieser Prozess ist noch lange nicht am Ende. Viel wichtiger ist aber die Familyly-App, denn die ermöglicht es auch absoluten Neulingen, am Board teilzunehmen. Vergiss nicht: was für uns so selbstverständlich ist, ist weiterhin für viele eine unüberwindbare Hürde.

Die App ist im Grunde eine Verbindung aus zwei Programmen: Browser (zum Lesen) und BlogDesk (zum Schreiben), beides auf ein Minimum reduziert. Im Extremfall reicht es, den Rechner ein- und am Ende wieder auszuschalten.

Die App gibt es bisher nur für Windows, hoffentlich aber bald auch für Mac, iPhone und vor allem iPad.

3. Mir gefällt der “komische” Weg über das Bestellen per Mail nicht. Welchen Grund gibt es, dass man nicht gleich loslegen kann?
Muss man seine Bestellung nicht bei fast allen Diensten über eine gültige E-Mail-Adresse bestätigen? Bei Familyly erfolgt das im ersten Schritt, nicht erst am Ende. Das ist eine von vielen kleinen Maßnahmen gegen Spam & Co.

Ich weiß, die Schnelligkeit der Anmeldung ist für die verwöhnte ‘digitale Elite’ ein wichtiges Thema. Aber nicht so sehr für die Zielgruppe von Familyly. Für die ist es zB. wichtiger, dass das einer in der Familie übernehmen kann und die anderen sich um nichts kümmern müssen. Ebenso wichtig: außer dem Familien-Admin braucht niemand eine eigene E-Mail-Adresse (die gerade Kinder und Senioren häufig noch nicht haben).

Mehr Speed

05.08.2010 / 15 Kommentare

Wenn ich diesen Artikel in der Morgenpost lese – “Heizungsableser betrügen Kunden um Millionen” – kommt mir erneut der Gedanke, warum Blogger nicht schnell reagieren können. Das Thema ist ein absolutes Me-Too Thema (es kennt jeder, ausnahmslos), es geht ums Geld und ist brandheiß. Beste Voraussetzungen um ein Blog so schnell wie nur möglich aufzuziehen und die wichtigsten Inhalte, Stimmen aus dem Netz aber auch O-Töne der Firmen zu aggregieren. Eigene Punkte aufzumachen, eigene Userstimmen zu Wort kommen lassen. Man hat innerhalb einer Woche eine Special-Site zu einem heißen Topic zusammen. Das Schema ließe sich beliebig wiederholen. Es mag nix für Low Frequency Blogger sein, das ja, aber definitiv allemal besser als es die SEOs immer wieder auf ihre Art versuchen und teils sogar schaffen (meistens mit müden made for adsense und Affiliate Scheiß-Seiten, die kaum Mehrwert bieten, nur auf Klicks abzielen).

Blogger haben es heute recht leicht:
- Tools wie WordPress 3.0 machen das Starten eines weiteren Blogs zu einem Kinderspiel (“Multi-Blogging”)
- Social Media wirkt wie ein wunderbares Hochleistungs-Schmieröl. Man muss nicht auf Mama Google wochenlang warten, man wird gefunden, einfach so (via Social Networks, YouTube, Twitter, …)
- Writing Engines und Browser-Tools ermöglichen mehr denn je schnelles Aggregieren von Inhalten (für Doofies: ich rede nicht von Kopieren)
- Plugins lassen ein Special Blog wunderbar zum Thema zuschneiden, ob es eine Bildergallerie, ein Forum, ein Voting-Tool, what ever ist

Use the force, Luke

bald frisch aus der Online-Presse: Der Sofa-Kurier

08.07.2010 / 9 Kommentare

am 15.07. starten zwei Blogger, die sich zusammengetan haben, ein neues Magazin-Angebot im deutschsprachigen Netz: Sofa Kurier. Es hört sich ambinioniert und ungewöhnlich genug an, um dieses Projekt vorzustellen und dafür zu trommeln. Schreiten wir zum Interview mit Carsten Hoppe & Danny Eckhardt:

1. Wer sind die Macher des Projektes, stellt Euch bitte kurz vor
Die Macher vom Sofa-Kurier das sind Danny Eckhardt (der Ecki / bekannt von Blogschau.tv) und ich Carsten Hoppe (bekannt durch Datenwachschutz.de und Grimminalbullizei.de) Wir beide sind schon seit den Anfängen im Internet unterwegs und haben schon allerhand alleine wie auch zusammen ausprobiert. Ausführlichere Bios können bei uns auf der Autorenseite nachgelesen werden.

2. Kurz gesagt, was ist Sofa-Kurier, bevor wir in die Tiefe gehen
Sofa-Kurier.de ist ein Magazin welches es so noch nicht gibt im Internet. Ein Magazin von Usern und für User. Neu an dieser Geschichte ist nur das wir die unterschiedlichsten Autoren haben/suchen, die etwas Außergewöhnliches auf dem Kasten haben. Das kann ein interessantes Hobby sein oder auch ein irrer Job der lesenswert ist. Das Magazin soll Entertainment bieten, wie auch normale News und das von A bis Z. Damit wollen wir eine Masse an Lesern gewinnen, die nicht immer dasselbe lesen wollen wie auf anderen Portalen. So haben wir z.B. einen Chefkoch der selber noch alte Vespas restauriert, Einen Piloten der über seine Ausbildung berichten will, Apple, Ubuntu wie auch Windows Freaks, Technikjunkies, Lifestyle Autoren (Körperkult usw.), Kenner der Undergroundszene, Pferdeliebhaber, Fußballhardcorefans, Literatur Autoren/innen und vieles mehr. Man sieht quer durch die Bank ist für jeden etwas dabei. Als Obolus wollen wir auch jeden Autoren belohnen. Dazu werden wir die eingenommenen Werbeeinnahmen prozentual an die Autoren wieder ausschütten. Es wird ein Ranking geben und das soll die Autoren dazu animieren hochwertigen Content zu generieren.

3. Wie kam es zur Idee?
Die Idee entstand als wir merkten das jeder für sich etwas erreichen kann, z.B. in die deutschen Blogcharts, als “one man Show” einzusteigen und jeder für sich alleine auch ein Steckenpferd hat was er sehr gut beherrscht und in Text/ Bild/ Video- form wiedergeben kann, aber genau das ist auch der Schwachpunkt. Man bedient nur eine kleine Menge an Usern und erreicht nicht die große Masse. Ebenfalls kann man keine “fremden” Texte wiedergeben da man das Thema nicht beherrscht. So kam die Idee ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine zu stellen. Quasi die “kleinen” gegen die “großen”. Es gibt genug User, die die Power von richtigen Journallisten haben und das auch so wiedergeben können. Wie Du in deinem Artikel “Die Antwort auf eine Tageszeitung…” schon geschrieben hattest sind wir schon lange der Meinung, dass man so ein Projekt bis an die Spitze pushen und damit auch erfolgreich sein kann und das ohne ein Millionenbudget zu verpulvern für kopierte DPA Meldungen und ein wenig mehr. Die Planung des Projekts verschlang nun schon mehrere Monate und wir fangen ab dem 15.07.2010 an. Da es überhaupt noch keine Erfahrungswerte gibt für so ein Portal, wird es hier und dort auch noch diverse kleine Änderungen geben. Feintuning wird täglich betrieben um es optimal für den Autor und den Leser zu gestalten.

4. Warum glaubt Ihr, dass es Erfolg haben wird?
Meinungen werden im Internet immer wichtiger. Seien es Reiseberichte, Produkte oder what ever. Wir wollen uns mit dem Sofa Kurier von der Masse abheben und genau diese Nische füllen, die Blogger und große Medien nicht bieten können. Fachartikel mit hochwertigem Content und breit gefächerte Themengebiete, wo es dem Leser Spaß macht bei uns zu lesen. Deswegen auch Sofa Kurier. Sofa für das entspannte lesen auf dem heimischen Sofa (oder im Büro) und Kurier für das klassische Medium Zeitung. Ebenfalls haben wir die SEO Power und die Unterstützung der Leser und Autoren das Projekt passend in den Sumas zu pushen. Jeder fügt eine Prise seines Steckenpferdes hinzu und damit werden wir zum Trojanischen Pferd, welches sich unscheinbar, aber voller Gefahr in die Burg schleicht. Wir kennen die Power des einzelnen und ballen diese zusammen. Twitter, Facebook, Buzz und Co. unterstützen uns dabei.

5. Wieso fokussiert Ihr Euch so auf Blogger, warum ausgerechnet Blogger?
Machen wir gar nicht. OK wir haben eingefleischte Blogger/innen unter den Autoren, aber wir suchen nicht direkt danach. Wir wollen gerade die unerfahrenen Neuschreiberlinge. Wir sind derzeit 13 feste Autoren wovon 6 noch nie einen eigenen Blog hatten oder je geschrieben haben. Einige Neu- Autoren werden bis zum 15.07.2010 und darüber hinaus noch hinzu kommen. Wir wollen das ganze mischen. Einerseits die Blogger, die wissen wie die “Sache” funktioniert und auf der anderen Seite die unerfahrenen, die Artikel dann ganz anders schreiben und das ganze interessanter machen. Sich auf eine Gruppe zu beschränken wäre falsch und so wollen wir beiden Gruppen unter den Autoren haben.

6. Was macht Ihr anders als sagen wir mal klassische Medien?
Wir bieten das was klassische Medien nicht bieten können. Die eigene Meinung und die eigene Erfahrung. Ein “studierter” Journalist kann studieren bis der Arzt kommt, aber einen Erfahrungsbericht kann er nie so gut wiedergeben, wie ein User der es tatsächlich erlebt hat. So etwas kann man auch nicht recherchieren. Wir wollen viele Themen anbieten die die unterschiedlichsten Leser ansprechen – selber recherchiert oder selber aufbereitet. Deswegen bieten wir unter anderem, Kategorie- Feeds an und jeder User kann selbst entscheiden was er abonnieren möchte. Wenn du die den Stern oder Spiegel kaufst, liest du auch nur das was dich interessiert und nicht alles von A bis Z. Das wollen wir auch bieten. Jeder User soll sich das beste aussuchen können. Wir wollen die Grenze zwischen Blog und klassischem Printmedium verschwimmen lassen und genau diese Lücke füllen.

Weitere Infos bekommt Mann/Frau unter http://sofa-kurier.de und dem Twitter Account @SofaKurier

das Leid der Macher?

06.07.2010 / 5 Kommentare

Frank Schmiechen schreibt in “Beschimpfungen aller Art” auf seinem frisch eingerichteten Blog:

Man hat sich ja beinahe daran gewöhnt. Unterstellungen, Beleidigungen, Verdrehung von Tatsachen prasseln besonders nach der Scrolledition von WELT KOMPAKT auf mich, die Macher aus der Redaktion und die beteiligten Blogger ein. Aber auch jeden anderen Tag. Man muss damit leben, sagen die Kollegen. Will ich aber nicht. Deswegen habe ich mir dieses Plätzchen eingerichtet, um meinen Ärger los zu werden…

Je platter der Slogan, desto lauter der Jubel. Da spüre ich an vielen Tagen einen leichten Würgereiz und auch ein bisschen Angst.

Frank Schmiechen braucht kein Mitleid, keine Bemitleidung, weder sage ich ihm das nach noch ist das etwas, wonach er sucht. Er stellt lediglich fest, was viele feststellen, die irgendwas “machen”. Vor allen Dingen, wenn sie es so machen, dass es anders und neuartig anmutet. Und (!) für eine offene Informationspolitik sorgen, so gut es geht. In dem Fall ging es eben um die Scroll Edition, auf das ich bereits gestern eingegangen bin.

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Wer sich selbst ein Bild von der Welt Kompakt Scroll Edition machen möchte und dann nach der Durchsicht mitreden will: Kostenloser Download (via Massenpublikum)
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Dass man irgendwann die Nase so richtig gestrichen vor lauter Geblöke voll hat, ist nur zu verständlich. So auch Sachar, der Franks Artikel kommentiert und mit den Worten schließt:

Während wir noch bei Springer saßen, schrieb ich folgenden tweet „Wir sind uns übrigens darüber im Klaren, dass Ihr die @weltkompakt morgen zerreißen werdet. So oder so #wk107″. Warum das so klar war? Weil nicht einer – weder Blogger noch Journalist – hinterher auf die Idee kam, eine fundierte Blattkritik zu liefern und auch mal konstruktive Vorschläge zu liefern, wie eine „Welt Kompakt powered by Web“ besser aussehen könnte. Weil der Mensch destruktiv ist.
Ich bin es leid…

Der Mensch ist beides zugleich, destruktiv und konstruktiv. Je weiter wir von dem Objekt der Betrachtung entfernt sind umso weniger nehmen wir emotional beide Seiten wahr. Je näher wir uns in die Mitte der Betrachtung annähern, umso größer erscheinen die Ausschläge. Letztlich können wir beides. Wenn wir etwas Neues bauen müssen, hindern uns unsere Erfahrungen – exakt das, was uns als lernende Wesen zu der momentan dominierenden Spezies auf diesem Planeten erhoben hat – zu weit nach vorne zu denken. Wir sind so nicht geschaffen worden. Jeder weitere Meter nach vorne sprengt unseren Intellekt im exponentiellen Ausmaß scheinbar. Ob es ein Selbstschutz für lernende Wesen ist? Eine Art Sicherung? Womöglich. Logisch. Neues wird aufs Schärfste begutachtet, kritisiert, gelöchert und zerlöchert. Das müssen wir, sonst wären wir nicht Mensch.

Wenn man sich das Ergebnis des Neuen, wenn es denn einmal akzeptiert und angenommen ist, anschaut, muss man lachen. So banal und winzig erscheint der Fortschritt, wenn man den faktischen Unterschied zu früher betrachtet, dennoch ist die Lösung ein gefühlt großer Fortschritt. So deutlich lag die Lösung vor einem, dass man sie im Gestern nicht gesehen hat? Und darum haben sich Menschen förmlich bis aufs Blut geprügelt, gestritten und Millionen von Gedankenkilometern ausgetauscht?

Ja, es gehört eine Menge Frustbereitschaft dazu, sich durch diese Fortschrittsprozesse durchzuquälen, Nein-Sager, Geht-Nicht-Sager, Doof-Sager anzuhören. Manche Macher und Vordenker geben dabei auf, andere nehmen den Ball auf und spielen eben weiter. Ohne Biss und Durchhaltevermögen geht nichts. Wer probiert, wird sich diesem kritischen Prozess der Begutachtung unterwerfen müssen. Das ist nix für Zaghafte noch etwas für Halb-Optimisten. Fehler produzieren gehört dazu, auch das macht uns alle aus.

Im Netz mag das eine Ecke härter erscheinen, sich Kritiken ausgesetzt zu sehen, weil es eher lauter und knalliger denn im persönlichen Gespräch wird. An der Sache ändert es nichts. Wer von etwas wirklich überzeugt ist, wird sein Ding durchziehen. Bis er erkennt, dass es im Endergebnis gut war oder eben nicht. Das Endergebnis wird aber durch eine Unzahl von Zwischenergebnissen definiert. Ja, nach tausenden von Iterationen, das ist das Problem dabei. Dieses “Unterwegs” bereitet Kopfzerbrechen. Wer sich beim “Unterwegs” dem Kunden öffnet, der wird – sorry – auf die Fresse bekommen. Das ist das, was der Welt Kompakt passiert ist, unweigerlich.

Letztlich darf man nicht den Fehler machen zu glauben, die Menschen würden einen mit offenen Armen empfangen, egal was man Tolles vor hat, solange etwas nicht wirklich fertig im Sinne des wohlwollenden Kunden ist. Wer das glaubt, verliert. Wer das nicht glaubt, muss fähig sein, unentwegt Punches einzukassieren und ebenso diese vorab einzukalkulieren. Das spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn man mit unfertigen Produkten balanciert und in dieser Frühphase der Entwicklung das ungare Produkt dem öffetnlichen Augenschein des Kunden überlässt. Im Grunde genommen eine klasse Sache, der Kunde kann bereits früh Einblicke gewinnen, Feedback abgeben, um das Produkt besser zu machen, gemeinsam. Wenn da nicht unsere Neigung wäre, Dinge gerne zu zerreißen, sobald irgendein auch noch so kleiner Mist nicht passt.

Alternative? Schaffe ein in sich geschlossenes, vom Kunden in der Entwicklungsphase abgeschottetes System, das damit die Schläge auf ein Minimum reduziert, unfertige Produktszenarien gar nicht erst aufbaut. Das ist auch übrigens zugleich der Grund, warum sich viele Unternehmen eher das Herz rausreißen würden denn in Frühphasen unfertige Produkte zu präsentieren. Sie tun alles, damit ein Produkt dermaßen kontrolliert über alle Phasen hinweg an den Start geht, damit die Kunden yipieeh schreien. An sich spielen sie lediglich ein gigantisch inszeniertes Theater, etwas, das Apple grandios beherrscht. Über das Netz hat sich diese Problematik noch weitaus verschärft: Die kritische Masse im wahrsten Sinne des Wortes wartet nur darauf, sich zu überbieten. Wenn etwas nicht funzt wie erwartet. Ein unfertiges Produkt zur Diskussion stellen? Doofen Kunden, die nicht lesen können, ein vermeintlich fertiges Produkt zeigen? Panisch ist ein noch zu niedliches Wort für das Wagnis, dessen sich die Unternehmen aussetzen würden.

Tja, so bleibt das Leid der Macher der neuen Generation, die am offenen Herzen operieren, andere zum Mitdenken und Mitmachen einladen. Die daran glauben, dass man mit Hilfe des Internets Zusammenarbeit auf eine neue Stufe hieven kann. Ich finde diesen Weg irgendwie charmanter als den alten Weg, den Weg von Apple und anderen Unternehmungen. Spannender, aufregender und ungewisser zugleich. Wer sich für etablierte Wege interessiert, kann ja weiterhin das Schaffen von Apple bewundern. Produkt kaufen und gut ist. Cool.

die vernetzte Art zu Fragen: Aardvark

31.05.2010 / 1 Kommentar

Aardvark (vark.com) ist eine Frage-Antwort Tool, das durch einige interessante Ansätze besticht und mir persönlich von der Idee extrem gut gefällt, nicht aber von der GUI, denn die ist stark verbesserungswürdig:

Aardvark is a new kind of tool that lets you tap into the knowledge and experience of friends and friends-of-friends. Send Aardvark a question (from the web, IM, email, Twitter, or iPhone) and you’ll get a quick, helpful response from someone with…
- The right knowledge
- Similar tastes
- Friends in common

Btw, passend dazu der Artikel von Techcrunch, dass Facebook mit einer hauseigenen App aufwarten wird: Facebook Questions. Ähnelt vom Ansatz Aardvark!

1. Es gehört mittlerweile zu Google (für 50 Mio USD im Frühjahr 2010 aufgekauft) und wenn sich Mama Google gut darum kümmert, wird es mit der Zeit immer besser (siehe Google Labs)

2. Fragen werden gezielt an die Teilnehmer von Aardvark weitergeleitet, wenn sie sich dem Thema zugehörig fühlen (basierend auf den eigenen Angaben im Profil, zB. “ich kann was zu Facebook sagen”). Unabhängig von der Vernetzung der Teilnehmer untereinander!

3. Mir weitergereichte Frage, die ich nicht beantworten kann, kann ich an Freunde zum Beantworten weiterleiten und/oder mich informieren lassen, wenn eine Antwort reinkommt.

Interessiere mich auch:

10 Minuten später Antworthinweis via Mail:

4. Der Fragesteller kann dem System helfen, passende Antwortgeber zu finden, indem man die Frage tagged (“tag: restaurants, relationships, Brooklyn“)

5. Weitere Aspekte behandelt Netzwertig, primär die Möglichkeit, Aardvark mit IM-Systemen zu koppeln. Nice, aber für den grundlegenden Ansatz “Frage-Antwort” nicht mehr so kriegsentscheidend. Für die systemübergreifende Kommunikation ist das allerdings natürlich vorteilhaft!

6. Wer mag, kann das System via iPhone-App nutzen. Für Android habe ich nix finden können. Obgleich davon mal die Sprache war. Scheint seit der Übernahme von Google brach zu liegen. Was meine Befürchtungen nährt, dass Google diesen Dienst zu stiefmütterlich behandelt.

Anbei einige Screens:

1. Der Ausgangsscreen

2. Meine Frage

3. Meine Fragen-Liste

4. Antwort-Hinweis No. 1 via Mailbenachrichtigung inkl. Feedback-Möglichkeiten. Die Antwort kam 5 Minuten nach Abschicken der Frage rein, wurde von einem Brasilianer namens “Roberto” beantwortet, den ich nicht kenne. Ich bin begeistert, erstens kannte der mich nicht, ich ihn nicht. Und zweitens juckt es mich nun in den Fingern, mich mit ihm zu vernetzen!

5. Antwort-Hinweis No .2 via vark.com

6. Wie kann ich mich vernetzen? Einfach auf den Namen des Antwort-Gebers klicken et voila:

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Social Gaming II.

21.01.2010 / 5 Kommentare

Rob Vegas greift die Gedanken zum Artikel “Social Gaming: Bald Standard für alle Games?” (kurz: Computerspiele warten immer häufiger mit Connects zu Social Networks wie Facebook auf, woraus völlig neue Möglichkeiten entstehen) auf (via Kommentar) und zeichnet ein sehr lebendiges Bild, was möglich wäre:

Erstaunlich! Ich denke schon seit geraumer Zeit darüber nach und träume mittlerweile von einer ganz neuen Art von Spielen.

Bislang installierte man ein Spiel und spielte eine Runde, ein paar Stunden, oder auch online eine Partie.

Doch mittlerweile gibt es mobile Endgeräte mit Internetanbindung, Flatrates und Social Networks wie Facebook und Twitter.

Theoretisch könnte ich so einem Spiel beitreten, welches mehrere Ebenen des Spieles auf meinen Endgeräten ermöglicht und auch weiterläuft, wenn ich mich daheim am Rechner ausgeklinkt habe.

Ein Kriegsspiel, begonnen als Egoshooter am Rechner, welches mir Updates der Lage auf mein Handy schickt, Freunde/Mitspieler auf Facebook zu einem Einsatz schickt und mich via iPhone in der Bahn meine Strategie ändern lässt.

Mich erinnert das ein wenig an den Film “Wargame”. Der Computer spielt die ganze Zeit, meine Mitspieler zu unterschiedlichsten Zeiten mit ebenso unterschiedlichen Geräten. Bin ich dann bei einem Freund, so kann ich mit ihm auf seiner Konsole weiterspielen, oder kurz meine Truppen via iPhone ins Gebirge schicken und ins Kino gehen.

Für mich birgt es den Stoff eines genialen Spiels. Die Möglichkeiten sind jetzt schon vorhanden. Müsste nur für PC, Handy, Konsole, Facebook und iPhone gleichzeitig entwickelt werden.

Ideenexplosion: Moderne Zeitung auf einem modernen Tablet

03.12.2009 / 5 Kommentare

Mother of All Funk Chords

16.04.2009 / 3 Kommentare

mehr davon auf http://thru-you.com

written in secrets

28.02.2009 / 17 Kommentare

The king and his men, stole the queen from her bed and bound her in her Bones.

Wer kennt das PostSecret-Blog nicht? Es ist im Grunde genommen einfach beschrieben: 1 Minuten anschauen, fertig ist das Konzept.

The seas be ours and by the powers where we will we’ll roam.

Mir gefällt das Blog seit jeher. Ohne viel blabla geht es auf das ein, was uns Menschen ausmacht. Die dunklen und die hellen Seiten. Mich fasziniert das wie kaum etwas anderes. Völlig unabhängig jeglicher Moral und Ethik, die selbst keinen geeichten Nullpunkt kennen. Zumindest keinen, der mir bekannt wäre. Und schon lange geht mit der Gedanke durch den Kopf, etwas im Stile von PostSecret zu machen. Ohne eine Kopie zu sein. Denke ich da draußen an die vielen Menschen, sehe ich ihre Geheimnisse, die sie niemals nie jemandem anvertrauen würden, weil sie möglicherweise viel zu dunkel sind, im Auge des Betrachters. Zu schnell zücken Menschengruppen das Ethik- und Moralmesser aus der Tasche. Also verbleiben diese Offenbarungen des Menschen Seele verborgen. Schade. Sie gehören ans Licht. Es ist das, was uns unter der dünnen Schicht ob und trotz all der Regeln, Gesetze und Traditionen ausmacht.

Yo, ho, haul together, hoist the colors high. Heave ho, thieves and beggars, never shall we die.

Warum demnach nicht ein Blog anbieten, das diesen Geheimnissen in geschriebener Form Raum gibt? Den Einblick in die tiefsten Tiefen gewährt? Anonym. Technisch schaue ich mich gerade um, wie man mir eine Nachricht a.n.o.n.y.m zukommen lassen kann, die ich dann aufs Blog stelle, wenn sie passt. Oben sagte ich “keine Grenzen”. Natürlich hat es Grenzen, gerade dann, wenn man gegen andere zu predigen anfängt, aufhetzen will. Sollte ich diesen oder einen anderen, “komischen” Eindruck haben, was nicht genau definierbar ist, wo diese Grenze liegt, werde ich das Posting nicht veröffentlichen. Wo? Auf diesem Blog in einem “unterabteil” namens “written in secrets”.

Meinungen? Feedback? Vorschläge? Obacht, es kann und wird womöglich sehr dunkel werden. Ja, werde mich rechtl. erkundigen, wo die Grenzen liegen in D. Und nein, es soll nicht zu einem dark porn Schrott verkommen.

Und beim Stefan Waidele findet Ihr einen exzellent strukturierte Beitrag zu den verschiedenen Alternativen, anonyme Blogpostings konzeptionell anzugehen: “Anonyme Blogs – Eine Gedankensammlung

Update: Man wird mich via Privacybox.de indirekt anmailen können, indem man an “robgreen” eine Nachricht verfasst (sieht man gleich, wie das geht, wenn man auf die Seite geht). Die dann an meine Mail weitergeleitet wird. So ist die Anonymität zwischen mir und dem Absender gewährleistet. Der Verfasser muss weder Namen noch Mailaddie beim Erstellen der Nachricht angeben. Dank an @yeahyeahyens für den Tipp!

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Blogger-Interessensvertretung oder EFF-Ansatz?

04.02.2009 / 10 Kommentare

EFF? Electronic Frontier Foundation:

ist eine im Juli 1990 von John Perry Barlow und Mitchell Kapor gegründete nichtstaatliche Organisation mit Sitz in San Francisco, die sich mit den Bürgerrechten im Cyberspace beschäftigt. Ziel ist eine mediale Selbstbestimmung des Bürgers. Die Arbeit der EFF konzentriert sich hauptsächlich auf Nordamerika. Im Februar 2007 wurde in Brüssel ein Büro für Europa eröffnet.

Was hat die EFF mit der angedachten Gründung eines Bundesverbandes deutschsprachiger Blogger zu tun? Vom Namen her nichts, aber vom Grundansatz her viel. Geschuldet ist der neue Anlauf dem “Bahnvorfall Netzpolitik”. Auch in der Vergangenheit gab es Anläufe, sie sind aber allesamt meines Wissens versandet.

Ich begrüße auf jeden Fall diesen erneuten Anlauf. Möchte zusätzlich einwerfen, dass eine Abstrahierung von Bloggern möglicherweise der tragendere Ansatz ist, sich auf alle Netzuser zu beziehen, nicht nur Blogger ins Visier zu nehmen. Mindestens ebenso wichtig ist die “Verfassung”. Wird es die Interessenten ansprechen und erreichen? Wenn ja, werden sie es mittragen, wenn nein, wird es versanden.

So heißt es im About der EFF:

From the Internet to the iPod, technologies are transforming our society and empowering us as speakers, citizens, creators, and consumers. When our freedoms in the networked world come under attack, the Electronic Frontier Foundation (EFF) is the first line of defense. EFF broke new ground when it was founded in 1990 — well before the Internet was on most people’s radar — and continues to confront cutting-edge issues defending free speech, privacy, innovation, and consumer rights today. From the beginning, EFF has championed the public interest in every critical battle affecting digital rights.

Blending the expertise of lawyers, policy analysts, activists, and technologists, EFF achieves significant victories on behalf of consumers and the general public. EFF fights for freedom primarily in the courts, bringing and defending lawsuits even when that means taking on the US government or large corporations. By mobilizing more than 50,000 concerned citizens through our Action Center, EFF beats back bad legislation. In addition to advising policymakers, EFF educates the press and public.

Abstraktes wurde mit Konkretem verbunden. Der EFF ist es gelungen, namhafte Mithelfer zu gewinnen, die auch rechtlich in die Bresche springen.

Alles das ist aber Makkulatur, denn Menschen machen Dinge wahr, nicht bloße Ideen. So steht oben etwas von Mitch Kapor als Mitbegründer der EFF. Sollte den jemand nicht kennen, muss man ergänzen, dass er einer der einflussreichsten und bekanntesten IT Köpfe weltweit ist, der sich ohne Weiteres in die Riege der Großkopferten wie Jobs, Gates, Schmidt einreiht. So einen werden wir womöglich auch finden können, der Dank seiner Kontakte und seiner Überzeugung mitschiebt. Macher. Es geht nicht um Kapors, sondern um Macher.

Siehe auch: Basic Thinking und Alles2Null