Durch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft entstehen natürlich Einfallstore, die Angreifer ausnutzen können. Wir sehen es heute fast schon an wöchentlichen Meldungen, dass regelmäßig bekannte Anbieter wie eBay oder Adobe davor warnen, doch bitte die Passwörter zu ändern. Mittlerweile bietet sogar das BSI (Bundesamt für Sicherheit) einen Selbsttest an, ob man Betroffener sei. Heartbleed wird ebenso nur die Spitze des Eisbergs sein. Nicht nur, was die Vergangenheit angeht, sondern auch zukünftige Fälle, die noch auf uns zukommen. Bisher hat es uns meistens nur genervt, dass unsere Login-Daten oder Kredidkartendaten gestohlen wurden.

Nur Tablets, Smartphones und PCs?
eIDEE Preisverleihung 2012
Dabei bleibt es nicht: Die Vernetzung und Digitalisierung schreitet in allen Bereichen voran, die das klassische Umfeld der bisher betroffenen Computer – vom Desktop-PC bis hin zum Smartphone – auf den Heimbereich ebenso wie den Automobilbereich ausdehnt. Je granularer wir uns von der Technik abhängig machen, umso umfassender werden die Sicherheitsfragen. Niemand will mit einem ferngelenkten Auto in die Mauer knallen, noch braucht jemand einen Wasserschaden zu Hause, nur weil ein blöder Hacker Spaß dran hatte, den digitalen gesteuerten Wasserhahn aufzudrehen. Selbstvertsändlich wirkt sich das auf das Vertrauen der Kunden gegenüber der Technik aus, umso größer die potentiellen Risiken aber auch Schäden werden. Sowohl die Wirtschaft und Staat, aber auch wir selbst sind gefragt, sich Gedanken zu machen und Vorschläge zu unterbreiten. Wir können uns nicht mehr alleine auf das Good-Will der Unternehmen oder der Open Source Gemeinde verlassen, die es regelmäßig nicht schaffen, die einfachsten Sicherheitsstandards einzuhalten. Welche Sicherheitsstandards? Spricht man mit den Erbauern der neuen Welt – unseren Entwicklern – zieht es einem die Schuhe aus. Wenige verstehen etwas von Sicherheit, viele verlassen sich auf Wenige und setzen das um, was sie vorgesetzt bekommen. Wer will es ihnen verübeln, stehen sie doch unter Zeitdruck und sind froh, wenn die Software das macht, was es erstmal soll: Funktionieren. Wir benutzen dann das Zeug und hoffen, dass schon nichts passiert.

Was wäre, wenn:
Das ist kein Zustand! Wir sind selbst gefordert, nicht nur zu jammern und zu meckern, wenn es wieder mal heißt „Oh, Mist, wie konnte das passieren?„. Es liegt an uns selbst, Druck zu erzeugen, mehr Sicherheit einzufordern, aber auch uns selbst mit Ideen einzubringen, um die Macher in den Firmen womöglich zu inspirieren. Wir müssen dazu keine Sicherheitsexperten sein, um Lösungsvorschläge und Ideen zu unterbreiten. Das Smartphone soll sicherer werden? Reichen die bisherigen Maßnahmen der Anbieter aus? Macht Google, Apple oder Vodafone genug? Wie sieht es mit den Apps aus? Müssen die Apps alle Informationen bekommen, die eine App einfach so verlangt? Wie kontrollieren die App-Store Anbieter (Google, Apple, Microsoft) die Vertrauenswürdigkeit der App-Anbieter? Warum können unsere Kinder einfach so mit fremden Erwachsenen chatten? Wieso erkennt ein unbedarfter User eine Phishing-Mail immer noch nicht? Bieten uns Unternehmen Sicherheitsgarantien an, wenn unser Router oder unser Auto gehackt wird und daraus ein Schaden entsteht?

Nicht labern, machen:
Die Bundesdruckerei veranstaltet genau aus diesem Grund den dritten „eIDEE – Wettbewerb für den digitalen Handschlag„. Ihr könnt auf der Seite Eure Vorschläge und Ideen bis 17. August einreichen. Ihr findet drei Kategorien vor, so dass für jeden etwas Passendes dabei sein sollte. Die Ideen müssen nicht jetzt realisierbar oder umsetzbar sein, eben Ideen halt (einige eigene Beispiele, wie so etwas ganz grob aussehen könnte):
Sichere-Identitäts-Preis für Unternehmen und Institutionen
für Startups
für Privatpersonen
– und zwei Sonderbereiche Design und Schüler, die aus Berlin-Brandenburg kommen.

Wer ist die Bundesdruckerei?
Die Bundesdruckerei firmiert als GmbH, deren alleiniger Anteilseigner der Bund ist. Die Bundesdruckerei produziert bspw. Personalausweise, Reisepässe, Patentschriften, KfZ-Briefe oder Geldnoten, bietet aber auch immer mehr IT-Produkte wie E-Mailverschlüsselung, SSL-Zertifikate etc. für Unternehmen an und verdient ihr Geld in der freien Wirtschaft.

Warum macht das die Bundesdruckerei?
Zitat aus der Pressemeldung der Bundesdruckerei:

„Heute gehen die notwendigen Maßnahmen zum Schutz sicherer Identitäten von Personen, Objekten und Prozessen weit über das Verschlüsseln von E-Mails oder die Sicherung der IT-Infrastruktur hinaus. Mit eIDEE rufen wir dazu auf, sich über Einsatzmöglichkeiten von sicheren Identitäten in Prozessen des Identitätsmanagements Gedanken zu machen. Die besten Einreichungen von Unternehmen und Start-ups wollen wir bei der Umsetzung unterstützen“, begründet Ulrich Hamann, Vorsitzender der Geschäftsführung (CEO) der Bundesdruckerei GmbH und Jurymitglied, das Wettbewerbs-Engagement.

Warum unterstütze ich als Blogger diesen Wettbewerb?
Ihr habt es oben schon mitbekommen, wo ich Schwachpunkte sehe und ich bin nicht erst seit gestern teils schockiert, wie krass die Schwachstellen sind und wie die Unternehmen dabei agieren. Obwohl wir uns zunehmend von der Technik abhängig machen. Natürlich unterstütze ich das Vorhaben der Bundesdruckerei, für eine Ideensammlung zu sorgen. Ja, der Staat liest mit! Was meistens negativ daherkommt, können wir hier als positiv betrachten: Die Bundesdruckerei redet und arbeitet natürlich mit Staatssekretären und Politikern zusammen. Es ist anzunehmen, dass wir hier auf offene Ohren treffen! Zumal noch eins dazukommt: Ich wurde gefragt, ob wir Blogger beim Publikumspreis aka dem Preis für Privatpersonen als Jury fungieren möchten? Klar! Die Blogger-Jury besteht aus Cornelia Diedrichs, Falk Hedemann, Kai Thrun und Sascha Pallenberg.

Was werden wir als Blogger-Jury tun?
Wir werden aus unserer Kategorie – Privatpersonen – die besten 50 Einreichungen auswählen und unseren Lesern vorstellen, 10 je Blog. Um letztlich daraus je zwei Ideen pro Blog ins Finale wählen zu lassen (der Gewinner wird in einem erneuten Publikums-Voting bestimmt). Ideen formulieren, Einreichen und Dritte Inspirieren! Das ist meine Hoffnung dabei. Denn bei den letzten beiden Wettbewerben wurden die Gewinner bekannt gegegeben, nicht aber die Ideeneinreichungen publik. Das fand ich schade und diesmal machen wir es mit Hilfe des Blogger-Teams etwas anders. Auch kein unwichtiger Hinweis: Wir haben mit der Bundesdruckerei vereinbart, für die Aufwendungen als Jury ein Honorar zu bekommen, da wir nicht einfach mal so nebenbei über 200 Einreichungen (letztes Jahr waren es in der Kategorie +200) in fünf Minuten durchackern können.

Was gibt es zu gewinnen?
Der Winner aus unserer Kategorie wird zusammen mit einer Begleitperson nach Berlin eingeladen. Zusätzlich spendiert blau Mobilfunk dem Gewinner ein Samsung Tablet plus blau Internet-Startpaket im Wert von rund 540 Euro.

Mitmachen
Genug geredet: Ihr braucht Inspiration? Da entlang. Und hier geht es zur Einreichung.

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