Im Grunde genommen sind Menschen herrlich plemplem. Mitten auf einem Vulkan siedeln sie fleißig, ziehen sogar Menschen aus aller Welt an. Die Rede ist von der griechischen Insel Santorini, die vor rund 3.600 Jahren – wieder einmal – Ort eines gewaltigen Vulkanausbruchs war, der „minoischen Eruption„. Die Experten streiten sich, ob der letzte, große Ausbruch zu den „Supervulkanen“ gezählt werden kann oder aber „nur“ die zweithöchste Stärke erreicht wurde. Tatsächlich werden Vulkanausbrüche in Stärkegrade eingeteilt.

Heute bewundern rund 1 Mio Touristen jährlich den grandiosen Anblick der Caldera, Ergebnis der vulkanischen Aktivitäten rund um Santorini. Caldera? Diese Bezeichnung steht für „Vulkankrater“. Ein Teil dieses Vulkankraters bildet die sichelförmige Steilküste Santorinis, die sich gen Westen öffnet und bis zu 300 Meter hoch ist. Und exakt an eben diesem Kraterrand entlang haben die Griechen in die Steilküste ihre Hotels hinein verbaut. Hier ein Satellitenbild von Santorini, die rote Linie deutet den Kraterrand = Steilküste an.
Santorini Satellitenbild

So können die Touristen vom Hotel aus in 150-300 Metern Höhe das Meer überblicken und ihre Cocktails schlürfen. Ein einmaliger Anblick. Ich habe Euch unten Fotos verlinkt, um Euch das selbst reinziehen zu können. Im Grunde schauen sich die Touris nichts anderes als den meeresbedeckten Vulkankrater an. Das ist auch schon der ganze Grund, nach Santorini zu fahren. Auf einem nicht erloschenen Riesenvulkan sitzend den Ausblick genießen. Ich wüsste nicht, wo man Vergleichbares erleben kann.

Wie ich nach Santorini kam? Die Story ist simpel. Oliver Gassner wurde von den griechischen Betreibern der Seite Cycladia.com angesprochen. Ob er sich vorstellen könne, eine Bloggergruppe zu organisieren, die sich Santorini anschaut. Reisekosten und Spesen übernimmt Cycladia. Hier der Beitrag von Cycladia dazu. Tja, so kam es, dass ich zusammen mit weiteren BloggerInnen nach Griechenland abgedüst bin. Jeder Blogger kam in ein anderes Hotel. Ich hatte das Glück oder auch Pech, in ein Hotel ausgerechnet im Inselinneren statt an dieser Steilküste zu verweilen. Da fährt man nach Santorini und verbringt seine Zeit in so einem Hotel? Ich will nicht klagen, denn an sich waren wir nur zum Schlafen in den Hotels. Die ganze Zeit über waren wir organisiert unterwegs, einzelne Inselspots und Hotels besuchend. Doch morgens aufwachen und den Ausblick direkt vom Hotel aufs Meer genießen, dabei frühstücken, in 300 Metern Höhe? Oder abends einschlafen, mit Blick auf das mondbeschienene Meer? Nope, das Vergnügen hatten die anderen. Schauts Euch an:
Petit Paace
Argh… so ungefähr schauts aus, wenn man vom Hotelzimmer/Zimmerterasse des Hotels Petit Palace aufs Meer und die Caldera blickt. Jan Theofel war im Hotel Petit Palace. Sein Blog-Beitrag dazu. Und die Bilder, die er geschossen habt, findet Ihr auf Facebook. Jan hat u.a. ein nettes Sonnenuntergangsbild geschossen:
Petit Palaca Santorini

Silke Schümann hatte es ins San Antonio verschlagen, in einen sehr geilen Hotelbau, natürlich verrückterweise in die Steilküste reingeklöppelt. Und hat mir persönlich von der Lage und von der Architektur her am besten gefallen. Einfach crazy gebaut. Ich kann es leider nur andeutungsweise zeigen. Stellt Euch die engste Stelle der Insel vor. Oben am Rand der felsigen Steilküste mit Blick auf die Caldera wurde das Hotel platziert. Der Bau befindet sich nicht etwa auf einer Höhenebene, sondern umfasst locker 50 Höhenmeter am Fels entlang. Im Grunde so wie die anderen Hotels an der Caldera entlang, nur eben von allen Hotelbauten am besten gelungen.
Santorini
Unter dem Hotel verlaufen links und rechts zwei große Felsenstrukturen. So dass der Gast auf eine V-förmige Bucht blickt. Grandios von da oben.
san antonio santorini
San Antonio
Silkes Zimmer war eh der Hammer, Blick aufs Meer, Whirpool im Badezimmer und ein weiterer außerhalb des Zimmers. Wer will, legt sich draußen in den zweiten Whirlpool, schlägt sein Notebook auf, schlürft seinen Kaffee und zieht sich den besten reality Bildschirmschoner aka Meerblick überhaupt rein:) Silkes Bilder findet Ihr auf ihrem Vivendulies-Fotoblog und ihren Blog-Beitrag zum Trip und dem besagten Hotel unter „CycladiaCalling – Resumee der Santorini-Tage„.

Chris Heil kam im Hotel Golden Suites unter. Sein Blogbeitrag dazu: „Cycladia called us! Eindrücke von Santorini!„.

Das Thema Stufen, Stufen, Stufen: Na, wie beschrieben wurden die Hotels entlang der Caldera in den Fels geklöppelt. Bedeutet, dass der Gast zig Stufen nehmen muss, bis er von A nach B kommt. Und es ist doch schon sehr steil. Sprich, für Menschen mit niedrigen Fitnesslevel ist das nicht zu empfehlen, wenn das Zimmer so dumm gelegen ist, dass man zu viele Stufen nehmen muss. Ausnahmen gibt es. So eben unser Hotel Carpe Diem. Oder San Antonio (Silkes Hotel). Nur, muss das dem Gast vorher genau klar sein, wo er unterkommt. Immerhin kosten alle besagten Hotels, in denen wir waren, mehr als das Übliche. Es handelt sich um „Small Luxury Hotels“ – den Caldera-View lassen sich die Hoteliers gut bezahlen-, die locker 300-600 Euro die Nach kosten können. Das inkludiert dann auch den Kofferträger-Service. Denn bei 40 Grad in der Sonne hat kein Gast Bock, sein Gepäck 100 Treppenstufen durch labyrinthartige Abstiege zu schleppen.

Wo waren die anderen Blogger untergebracht? Oliver Gassner kam in zwei Hotels unter, sein Bericht dazu: Cycladia Bloggen auf Tour. Und Götz Primke im Hotel Sun Rocks.

Fassen wir es kurz zusammen: Bei allen Blogger-Hotels handelte es sich um Luxushotels. Gut ausgestattet, gut gelegen (außer meinem Hotel), gutes Futter, guter Service. Hat entsprechend seinen Preis. Lohnt sich das? Ich meine ja, da der Caldera-Faktor ein must-have für einen Touri mit Geldbeutel ist. Es muss nicht Urlaub sein, kann ebenso ein Event sein oder eine Feier. Wer in einem derartigen Hotel sitzt, mit den anderen zusammen den grandiosen Blick und den Service + das Essen genießt, weiß, dass es die Summe dessen etwas Besonderes ist. An anderen Orten mag man etwas Unterschiedliches geboten bekommen. Hier ist es die Lage und die Aussicht, aber auch das Wissen, auf einem Vulkan zu sitzen. Ungewöhnlich und reizvoll genug.

Ok, genug von dem Caldera-Viewing, für mich der einzige Grund, Santorini zu besuchen. Inseln verbinde ich meistens mit Strand und Meer. Nicht unbedingt eine Kombo, die ich toll finde. Strand bedeutet Hitze. Am Strand zu liegen, sich aufheizen zu lassen, um sich dann im Wasser abzukühlen, repeat until kotz… erscheint mir mit dalmatienischen Blut einfach irrational. Klassische Strandurlaube sind nix für mich. Egal wo und wie.

Soweit der erste Teil, zweite Teil folgt.

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