Laura Price / Honda im Interview
(Laura Price über die Key Learnings von Social Media und dem Zeitaufwand mit Usern über das Netz während des “LEL”-Crowdsourcing-Projekts in Kontakt zu bleiben, zu antworten, 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Das LEL-Projekt hat ca. 1,5 Jahre von den ersten Planungen bis zum Projektende angedauert.)
Alex Kahl war gestern auf der Filmpremiere des Honda LEL Projekts. Ich hatte mit ihm vereinbart, dass er wenn möglich Laura – Social Media Manager for Honda Motor Europe – vor die Kamera holt und einige Fragen zum Abschluss des LEL-Projekts stellt (siehe alle meine Artikel zu dem Thema Honda und LEL). Ich denke, es ist spannend einen der Macher des Projekts zu sehen. Etwas über die Hintergründe des Projekts zu erfahren, warum man sich dafür entschieden hatte, was die Learnings und Erfolgserlebnisse waren, aber auch mit welchen Problemen man konfrontiert war. Gerade weil man etwas anderes als bisher gemacht hatte, wenn man ein neues Auto herausbringt und dafür trommelt. Wie Laura im Interview schon sagt: Es gab kein Template, keine Erfahrungswerte, auf die man zurückgreifen konnte. Es lohnt sich, das Interview anzuschauen, die Antworten sind aufschlussreich und spannend. Kleiner Hinweis: Die Hintergrundmusik ist etwas laut, aber man versteht Laura dennoch recht gut.
Alex, danke für das Interview!!!
Tom Alby über Suchmaschinen: Google versus Facebook und Twitter
Tom Alby schätze ich, seitdem ich ihn kenne. Er ist ein ausgewiesener Suchmaschinenxperte und Autor mehrerer Bücher.
Was lag näher als ihn rund um die in letzter Zeit häufiger gestellte Frage “wird Facebook/Twitter/social search Google ersetzen” um seine Sicht der Dinge zu bitten. Here we go:
1. Hi Tom, stell Dich kurz unseren Lesern vor
Ich arbeite seit 1999 im Suchmaschinenbereich, zunächst auf Seite der Suchmaschinen (Lycos, Hotbot, Fireball, Ask.com), nun auf Agenturseite bei uniquedigital. Hier kümmer ich mich um Suchmaschinenoptimierung, Suchmaschinen-Advertising und Conversion Optimierung. Nebenbei bin ich als freier Autor und als Lehrbeauftragter an zwei Hochschulen tätig.
2. Kannst Du erklären, warum trotz Kenntnis der zentralen Google-Suchmechaniken, der Aufbau einer alternativen Suchmaschine Unmengen an Kapital verschlingt und warum Google womöglich einen uneinholbaren Vorsprung hat?
Im klassischen Information Retrieval (das ist sozusagen die Mutter der Suchmaschinen) spricht man von zwei Faktoren, Recall und Precision.
Stellt man eine Suchanfrage, so erwartet man, dass dafür alle existierenden relevanten Suchergebnisse angezeigt werden, das ist der Recall. Die Voraussetzung dafür ist, dass auch wirklich alle existierenden Seiten zu dem Thema erfasst (gecrawled) wurden, und das ist zum Beispiel das Problem von Bing. Bing hat nicht so viele Seiten im Index wie Google, und dementsprechend kann auch nicht gewährleistet werden, dass wirklich alle relevanten Ergebnisse angezeigt werden.
Das merkt man als Benutzer relativ schnell, wenn man nach seinem eigenen Namen sucht, was die meisten Benutzer tun, wenn sie eine neue Suchmaschine ausprobieren: Man weiß, welche Ergebnisse es geben sollte, und wenn da nicht alles vorhanden ist, was man kennt, dann verliert man das Vertrauen, dass die Suchmaschine es für andere Bereiche besser tun könnte.
Warum crawlt man nicht einfach das ganze Netz? Es gibt sehr viel Schrott im Netz, mehr als wirklich nützliche Seiten, gleichzeitig möchte eine Suchmaschine nicht nur einen möglichst umfassenden und auch “frischen” Index haben.
Die Ressourcen zum Crawlen sind allerdings begrenzt, sei es Zeit, sei es Bandbreite, seien es Festplatten. Bei meinem eigenen Crawler ist das Problem zum Beispiel, dass ich die Seiten schneller aus dem Netz holen als auf Festplatte schreiben kann, trotz Festplatten-RAID.
Hinzu kommt, dass man zum Teil erst merkt, dass man Mist gecrawled hat, wenn die Ressourcen schon verschenkt wurden, zum Beispiel, wenn der Crawler in die 89237. Wikipedia-Kopie gerannt ist, die mit AdSense-Werbung gepflastert wurde. Um dies zu verhindern, werden bereits vor dem Crawl Verfahren angewandt, die bestimmen, welche Links mit hoher Priorität verfolgt werden und welche nicht. Für diese Verfahren werden allerdings viele Informationen benötigt, zum Beispiel eine Historie von Domains, aber auch Wissen über die Backlinks sowie ein Qualitätsmaß für die Inhalte, die ansonsten auf der Domain liegen. Es kostet viel Zeit, dieses Wissen aufzubauen und eine intelligente Crawler-Steuerung aufzubauen.
Hier hat Google einen immensen Vorsprung: Es werden viele wichtige Seiten sehr oft und tief gecrawlt, neue Seiten werden schnell gecrawlt, wenn Google ihnen aufgrund der Verfahrenen einen Vertrauensvorschuss gibt. Natürlich crawlt Google auch noch viel Mist, aber in viele Sachen rennt Google nicht mehr planlos rein, sondern nutzt die dadurch gesparte Crawling-Ressourcen für wichtigere Seiten. Es wird aber eine Unmenge an Maschinen benötigt, um eine ausreichende Menge zu crawlen und diese Menge auch noch “frisch” zu halten.
Der zweite Faktor, Precision, dreht sich um die Genauigkeit der Treffer in den Suchergebnissen, wieviele davon sind relevant? Auch hier hat Google einen immensen Vorsprung, denn durch die Benutzung der Suchmaschine wird diese besser. Natürlich misst Google, wie häufig ein Suchergebnis angeklickt wird, und auch andere Faktoren wie die Absprungrate von einer Seite könnte Google einbeziehen. Aufgrund der vielen Nutzer, die Google jeden Tag ansteuern, kann Google außerdem jederzeit viele Tests mit kleinen Nutzergruppen durchführen, die zum Teil nicht mal etwas davon mitbekommen, und so das Produkt ständig verbessern.
3. Was hälst Du von den Annahmen und Berichten aus der jüngsten Zeit, dass sowohl Twitter wie auch Facebook an der Googleschen Suchdominanz kratzen? Kann es sein, dass menschliche realtime-Gespräche das Suchverständnis zu einer social search machen und damit Google auf Dauer das Nachsehen hat?
Nein, Facebook & Co werden zumindest in dieser Hinsicht überschätzt. Es gibt genug Bereiche, bei denen wir zuerst bei Google suchen und nicht jemanden bei Facebook befragen würden, zum einen, weil es niemanden etwas angeht (z.B. bei Krankheitssymptomen), zum andern weil man nicht warten möchte, bis der Spezialist im Freundeskreis online ist, wenn man überhaupt einen im Freundeskreis hat. Ich werde auch nicht auf Facebook nach Geschenken für meine Freundin suchen, schließlich soll sie es nicht mitbekommen :-)
Sicherlich ist es dennoch so, dass wir der Empfehlung eines Freundes vertrauen, der gute Erfahrungen gemacht hat mit einem Produkt oder einer Dienstleistung, und es ist einfacher, einer solchen Empfehlung zu folgen als sich selber der überfordernden Vielfalt an Suchergebnissen auszusetzen. Google wird deswegen aber nicht signifikant Traffic an Facebook abgeben, denn es ist IMHO kein entweder/oder, sondern ein sowohl als auch. Viele Suchen sind recherche-orientiert, d.h. wir versuchen über ein Thema möglichst viel herauszufinden, und da wird Facebook ein Teil von sein.
Ich glaube außerdem, dass Facebook vielen Foren Traffic nehmen könnte, denn bei vielen Themen schaut man sich die Diskussionen in Foren an, um die Meinungen anderer einzuholen, was nun vermehrt auf Facebook stattfindet. Allerdings ist es nicht so, dass man in seinem Freundeskreis einen Experten für alles hat, so dass auch Foren weiterhin ihre Daseinsberechtigung haben werden.
Ich glaube aber auch, dass Facebook hier auch auf einer anderen Ebene überschätzt wird: Nicht alle Benutzer geben wirklich spannende und wertvolle Informationen preis, wie auch in den Foren und bei Wikipedia gibt es eine kleine Gruppe, die viele neue Informationen bereitstellt, einige, die das dann weiter verbreiten und dann eine Vielzahl, die nicht über das Foto ihres Mittagessens oder das Beobachten anderer hinauskommen. Um es in der Sprache des Information Retrievals zu halten: Es gibt nicht ausreichend Recall für jedes Informationsbedürfnis.
4. Was denkst Du, in welche Richtung “Suche” technologisch marschiert? Wird alles so bleiben, wie es ist?
Suche wird immer mehr “ambient” werden, sie wird Teil vieler Geräte und Anwendungen werden, und sie wird nicht immer so aussehen wie Google. Das ist keine Überraschung. Spannend wird eher die Frage, wie diese Interfaces aussehen werden.
Apple hat 1987 die Vision eines Knowledge Navigators in einem Kurzfilm formuliert (siehe
http://www.youtube.com/watch?v=3WdS4TscWH8, aber Vannevar Bushs Memex von 1945 war hier sicherlich Vorbild), und wir sind immer noch meilenweit entfernt davon.
Momentan müssen die Benutzer die Kompetenz besitzen, gute von schlechten Informationen zu unterscheiden, und da sehe ich bei meinen Studenten, dass diese Kompetenz (noch) nicht vermittelt wird, wenn sie in die Uni kommen. Eine Schnittstelle, die Suchanfragen nicht nur per Spracherkennung versteht (das gibt es schon), sondern auch wie in diesem Beispiel sprachlich geäußerte Zusammenhänge erfassen und die Antworten darauf abstellen kann, ist noch reine Vision, da werden auch das semantische Web und Wolfram Alpha in den nächsten 5 Jahren keine Abhilfe schaffen. Allerdings wird es auch mit einem solchen Interface das Problem geben, dass nicht jede Suchanfrage eindeutig beantwortet werden kann, denn welche ist denn zum Beispiel die beste Digitalkamera bis 500 Euro?
Eine spannende Frage würde bei so einem Interface natürlich auch sein, wie damit Geld verdient werden kann, wenn es keine Sponsored Links mehr gibt :-) Man stelle sich vor, der Professor in dem Video würde jedes Mal erst eine Werbung sehen müssen, bevor er die gewünschten Informationen erhält.
Ich wünsche mir außerdem mehr Vernetzung von Informationen, mein Navi soll mir nicht nur sagen, wo die günstigste Tankstelle in der Nähe ist, sondern ob es sich auch lohnt, einen kleinen Umweg für eine günstigere Tankstelle zu machen, und ob ich es bei meinem Fahrstil überhaupt dahin schaffe. Die Informationen sind alle irgendwo vorhanden, vernetzt sind sie nicht.
Tom, herzlichen Dank für Beantwortung meiner Fragen!!
An dieser Stelle ein passender Zusatzhinweis zum obigen Interview: Auf Stern.de findet Ihr einen Artikel über Amit Singhal, einen der wichtigsten Google-Mitarbeiter im Bereich Google Suche. Der Artikel bietet einen Einblick in die technologischen Herausforderungen von Suchanbietern. Ein weiterer, passender Link: Internet-Nutzer suchen Alternativen zu Google (via GBuzz).
DRadio Wissen – Online Talk
Der Deutschlandfunk, genauer gesagt DRadio Wissen hatte mich zur Premiere Ihrer Sendung Online Talk eingeladen. Die Sendung lief heute zwischen 11-12 Uhr und es ging um vielfältige Themen, nicht nur um meine beiden Blogs (Ex-Basic Thinking, Written in Basic). Auf der Seite findet Ihr den Podcast rechts in der Sidebar und könnt Euch so nachträglich die Sendung anhören (direkter Download). Merci, DRadio Wissen!
Besonders freut es mich, dass ich auch auf NordkoreaInfo.Wordpress.com eingehen konnte. Tobias Don hatte auf der Facebook-Seite “neue Blogger & Blogs” sein Blog erst vor wenigen Tagen vorgestellt. Da mir die Ausrichtung des Blogs sehr gut gefällt, habe ich mir dieses folgerichtig zur Sendung ausgewählt. Tobias hat sich mittlerweile per Mail bedankt, das freut mich ganz besonders, danke zurück, dass ich Dein Blog vorstellen konnte!
Worauf sind wir noch eingegangen?
- Die Aussprache meines Namens
- Kurzgeschichte meiner Blogs
- Verkauf meines Blogs
- Shitstorms
- Copyright
- Facebook
- Twitter
- Google
- Zukunft der Musikbranche
- Journalismus
- Scroll Edition
- Doodle
Bleibt DRadio Wissen treu, die suchen Blogger und andere Internetbewohner, die sie gerne in ihrer Sendung vorstellen würden. Einfach über @DRadioWissen kontakten oder aber per Mail.
whats next?
Habe folgende Interviews in der Pipeline:
- Sofa-Kurier Macher angefragt, ihr Vorhaben zu schildern
- Faktor 3, der brandneuen PR Agentur von Microsoft Deutschland einige Fragen rund um Social Media gestellt, angesichts des Mega-Kunden sicher sehr spannend
- Honda Social Media Europa Chefin Laura Price zum LEL Projekt um resümierende Antworten gebeten
- Zynga zum Thema Social Gaming befragen
- GameStar zu Ihrer Meinung über den Einfluss von Social Gaming und Browsergames befragen
- Michael Finger zu seiner Holzseite befragen, einer der mittlerweile wichtigsten Seiten zum Thema Holz
- Andrea Schipper über ihre Yoga-Seite, die eine Mischung aus News und Social Networking darstellt, interviewen
so far so good…
Ibo Evsan zu United Prototype im Interview
Ich denke, ich muss nicht allzu viel vorab über Ibrahim Evsan sagen, die meisten dürften ihn als Gründer (2005) von Sevenload kennen. Oder über sein Buch “Der Fixierungscode“. 2009 gründete er zusammen mit Tom Bachem ein neues Unternehmen namens United Prototype. Wer Ibo noch nicht kennt, kann sein Blog lesen, ihm auf Twitter folgen oder sich mit ihm auf Facebook verbinden.
Nun aber zu dem Interview mit und über Ibo und seinem neuen Vorhaben, das sich unter der Dachmarke “United Prototype” herauskristallisiert hat. United Prototype ist demnach kein Produkt, sondern das Gebilde, unter dem man Projekte auf eine bestimmte Art und Weise realisieren möchte. Mehr über die Kernidee von United Prototype findet Ihr im ersten Blog-Artikel.
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1. Ibo, stell Dich bitte kurz vor. Die meisten dürften Dich als Gründer von Sevenload kennen, was machst Du heute?
Zunächst mal mache ich Social Media. Social Media bedeutet aber für mich nicht, dass ich nur am PC oder vor mobilen Geräten sitze und Menschen unterhalte. Mehr noch. Nehmen wir die beiden Begriffe auseinander, dann würde ich sagen: Social – Ja ich habe viele Ämter, die ich ernsthaft unterstütze und daran glaube. Daher habe ich einige ehrenamtliche Tätigkeiten übernommen: Ob es die Arbeit als Komiteemitglied der UNICEF, die Mitgliedschaft in der Medienkommission der Landesanstalt für Medien NRW, der Medienbeirat NRW, der Initiativkreis Kreativwirtschaft NRW, der Beirat des Deutschen Multimedia Kongresses oder meine Arbeit als Vorstand der Deutschlandstiftung Integration ist, alle diese Aufgaben verfolge ich mit vollem Einsatz, weil ich es für wichtig halte, engagiert und motiviert auch für Deutschland als Medien-Land zu arbeiten. Weiterhin versuche ich, durch Konferenzen, Blogartikeln, Interviews und Kolumnen, die Menschen dazu zu bewegen über die moderne Welt, also die digitale und die reale Welt nachzudenken. Die Welt ist schnell, und wir bewegen uns in einem Zeitalter, in dem das digitale Leben eine immer größere Rolle spielt. Wir müssen uns anpassen, aufklären und dafür sorgen, dass das Engagement und der Mut in unserem Land nicht zusammen brechen, sondern dass wir alle es schaffen können, den digitalen Globus, der bisher ja eigentlich nur von den amerikanischen digitalen Supermächten bestimmt wird, um den Standort Deutschland zu erweitern. Ich glaube, dass es für mich wichtig ist, mich dafür einzusetzen. Und meine Ideen und Ziele kann ich am besten promoten durch Media.
2. Verfolgst Du noch das Geschehen rund um Sevenload?
Der Markt für Videos ist noch ganz am Anfang. Natürlich verfolge ich die Entwicklung von Sevenload auf Schritt und Tritt. Die Technologie und die Vision, die wir zu Gründungszeiten hatten – und die sich jetzt nach und nach erfüllt – sind groß und haben noch größere Chancen, ein entscheidender Player im VOD Markt zu sein [Anm.: VOD = Video On Demand]. Sevenload hat eine lange Zeit meines Lebens entscheidend geprägt, ich habe in dieser Zeit sehr viel gelernt und mein Wissen immer für den Fortschritt dieser Firma verwendet. Auch wenn ich heute nicht mehr in erster Reihe stehe, so hat sich an dieser meiner Einstellung nichts verändert. Ich helfe gern und nach wie vor aus vollem Herzen.
3. Du hast ein neues Projekt, United Prototype gestartet. Soweit ich verstanden habe, handelt es sich damit um ein Social Gaming Projekt? Um was geht es dabei genau?
Dem Menschen von heute genügt es nicht mehr, nur Teile seines Lebens im Internet wiederzufinden, er will sein ganzes Leben im Internet wiederfinden. Der erste Schritt dazu war Social Media, jetzt geht de Entwicklung eindeutig in Richtung auf Social Gaming. Bisher ging es dabei eher darum, sich in “Traumwelten” hineinzuspielen, die man mit halbwegs Unbekannten zusammen erkundete. Heute sind Browsergames gar nicht mehr aus dem Spieleleben wegzudenken, aber die Gamer wollen mit ihren Freunden zusammen spielen, Freude und Spaß miteinander teilen. Es geht bei unserem Spiel darum, das Online-Leben zu strukturieren, reale Freunde einzuladen, neue Freundschaften aufzubauen und zu pflegen, wir sind dabei, so etwas wie ein “Freundschaftsbeweis-Tool” zu schaffen, das meinen Freunden zeigt, “Hey, auch hier in der virtuellen Welt bin ich bei Dir und helfe Dir bei Deinen Aufgaben!”, mit Spaß und dank der mobilen Technik an jedem Ort zu jeder Zeit. Aus diesen Freundschaftsbeweisen können ganz andere Freundschaftspyramiden erwachsen, neue Netzwerke, die so vielleicht nie entstanden wären. Kurz gesagt: Wir haben nichts anderes vor, als das reale Leben in die digitale Welt zu übertragen, in spielerisch leichter Form. Social Media wird zu Social Gaming, Social Gaming ist Social Media.
4. Warum glaubst Du, dass Social Games die Zukunft der Unterhaltungsindustrie sind, wenn Du das glaubst?
Social Games werden die neuen Plattformen, auf denen sich die Menschen begegnen werden, sie werden ein fester Bestandteil von Social Media, vielleicht sogar der wesentliche Bestandteil von sozialen Netzwerken. In den Social Games fließt die ganze Welt des Onliners auf spielerisch leichte Art und Weise zusammen, Technik und Grafik werden zu Medien, die Unterhaltung, Spaß und Freude transportieren, ohne dass der Nutzer sich um diese Medien noch kümmern muss; Technik wird unmerklich, unspürbar, der Nutzer ist frei von allen Reglementierungen. Die Menschen wollen ein Game “als achtes Lesezeichen”, sie wollen ihre Zeit in der digitalen Welt mit ihren Freunden teilen, Spaß haben und Freude teilen. Die Zeit des “Informations- und Konsum-Internets” hat ihren Höhepunkt überschritten, die Menschen wollen mehr als nur das, sie wollen ihr ganzes Leben im Internet leben – und da sind Social Games der ideale Aggregator, um die sozialen Bedürfnisse der Menschen zu bündeln. Aktive Freundschaftspflege wie in unserem Spiel, das ist die Zukunft – zumindest von Social Media.
5. Verändern Social Games die klassische Spieleindustrie?
Ja natürlich. Internet, Social Media und Games fließen zusammen. Die Nutzer, die Spiele mögen, ändern ihr Verhalten gerade grundlegend, das hat die “alte Spiele-Industrie” leider noch nicht erkannt. Games werden mobil, weil das Leben mobil wird. Die Playstation 3 ist bei mir Zuhause nur ein stationäres Element meiner Spielleidenschaft, das ist in Zeiten von Cloud-Computing und Spielen auf den Smartphones fast schon ein Anachronismus. Es wird interessant sein zu sehen, ob die “klassische Spieleindustrie” es zustande bringen wird, die sozialen Netze mit neuen Spielideen zu versorgen, denn dazu muss man das Internet und seine Nutzer verstehen. Spielideen allein helfen nicht mehr, wenn man die soziale Komponente vernachlässigt, die das Internet bietet. Die technischen Möglichkeiten sind im Internet sehr weit, die Kunst wird darin liegen, die Spiele so zu konzipieren, dass sie zwar leicht zu spielen, aber gleichzeitig auch eine große Spieltiefe aufweisen müssen – immer unter der Voraussetzung, die wichtigsten Trends im Internet abzubilden oder sie gar zu antizipieren. Wirtschaftlich betrachtet wird das auch gleich zu einer ganz neuen Form von Werbemöglichkeiten führen. Der Begriff hierfür könnte Life-Line-Marketing sein. Die Werber müssen sich jetzt darauf konzentrieren, wo ich mich befinde, mit wem ich unterwegs bin und was wir für gemeinsame Interessen haben. Dann kann dazu an dem Ort, an dem wir uns befinden, die passende, vielleicht sogar hilfreiche Werbung geschaltet werden, die mir nicht das Gefühl von Konsum, sondern von persönlichem Service gibt. Virtuelle Güter können in der realen Welt einen großen Effekt haben, wenn man sie richtig einzusetzen versteht. Wir müssen lernen, mit dieser neuen Form von Kommunikation umzugehen, in freundschaftlicher wie in wirtschaftlicher Hinsicht.
6. Glaubst Du, dass Du als Unternehmer viel aus dem Sevenload-Projekt gelernt hast, woran ich nicht zweifel, und was davon wirst Du bei United Prototype anders als bei Sevenload machen? Mir fällt dabei auf, dass Ihr konsequent von Beginn an die Interessenten am Unternehmensprojek einbindet. Magst Du diesen Punkt mit dazu erklären?
Ich werde konsequenter sein, in allem. Mit meinem Partner Thomas Bachem und Tobias Hartmann werde ich unsere Visionen durchsetzen, wir stehen alle voll und ganz hinter diesem Projekt. Wir schreiben Unternehmenstransparenz groß und beteiligen alle Interessierten über Twitter, unseren Unternehmensblog unitedprototype.com und via facebook-Fanseite an allem, was wir tun. Wir erhalten über diese Kanäle viele gute Ideen und Wünsche, das freut uns sehr. Dieses Projekt ist sehr fordernd, und wieder einmal bestätigt es sich: Man lernt nie aus – auch heute machen wir noch Fehler, aber das ist gut so. Ich will mich immer noch als Mensch spüren :)
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Ibo, ich danke Dir und wünsche Dir, dass Zynga gestern sein wird, Ihr das Morgen!
Abschließende Bemerkungen meinerseits, warum ich Ibo interviewt habe. Primär geht es um das Thema Social Gaming, das durch Facebook und allen voran die dort agierende Firma “Zynga” ein ungeahntes, neues Kapitel in der Spieleindustrie aufgestoßen hat. Die Spieleindustrie gehört zu den Wirtschaftszweigen, die von Jahr zu Jahr immer größere Umsätze schreiben, einige Spiele wie Grand Theft Auto haben mehr Geld eingespielt als so mancher Hollywood-Blockbuster. Sprich, die Gaming Industrie löst die Musik- und Filmindustrie im Bereich Entertainment immer mehr ab, was ihre Bedeutung angeht. Im Zuge des Aufkommens der Social Networks hat sich für viele überraschend eine neue “Nische” aufgetan, die man unter “Social Gaming” subsummiert und immer mehr an Bedeutung gewinnt. Spiele, die man im Rahmen eines Social Networks browserbasierend spielen kann.
So erreicht Zynga mit seinem Angebot (primär Mafia Wars und Farmville) zwischen 70-80 Millionen Spieler weltweit und gehört mit Abstand zu einem der erfolgreichsten Spieleanbieter weltweit. Das Ausmaß dieses Erfolgs wird einem erst bewusst, wenn man sich vor Augen hält, wie jung Social Networks sind und wie jung Zynga selbst ist, das 2007 gegründet wurde. Die Computer-Spielebranche hingegen ist weitaus älter. Was die Umsätze angeht? So heißt es auf CNet.com: “...for a sector that hardly existed three years ago, social-gaming publishers brought in $490 million in revenue last year and that figure is expected to reach $835 million in 2010, according to Inside Social Games analyst Justin Smith“.
Es ist insofern hochspannend zu betrachten, wie sich Social Games weiter entwickeln, aber auch welche Einflüsse sie auf die bisherige Spieleindustrie haben. Und es ist faszinierend zu beobachten, dass ein symbiotisches Verhältnis zwischen Social Networks und Social Games scheinbar enger entsteht. Ich sage “scheinbar”, da sich Anbieter wie Zynga auf Facebook breit gemacht haben, neuerdings beobachten wir immer mehr Spiele-Apps auf Basis des iPhones, die ähnliche Prinzipien anwenden, nicht aber unbedingt mit Facebook verbunden werden müssen. Daher würde mir die Bezeichnung “Cloud Gaming” besser gefallen, wenn man das Internet als solches als unabdingbare Basis für diese Art von Social Games betrachtet.
Was mich wieder einmal besonders fasziniert, ist das Thema “Überraschungsmomentum”. Als die Social Networks aufkamen, waren Social Games nicht im Visier zahlreicher Auguren. Obgleich es naheliegend war, dass soziale Software im Grunde Spielesituationen begünstigt, die man softwaretechnisch abbilden kann. Zumal bereits mit zunehmender Innovationsdichte im Kleinen weitere Anzeichen aufkamen, spätestens als Facebook seine Developer-Plattform gestartet hatte und Spiele-Apps von Beginn an mit vorne dabei waren. Nachdem sich nun dieser Sektor Social Gaming materialisiert hat, beginnt er, auf andere Gebiete auszustrahlen und zu neuen Innovationen in der Software-Industrie zu führen, fast schon analog zum Ausstrahlungsmuster von Social Networks. Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern und wir werden kein einziges Games mehr ohne eine Schnittstelle in Richtung Social Networks ausgestattet sehen (heute schon auf dem Konsolenmarkt zu beobachten).
Kurzinterview mit Flattr-Gründer: API kommt
Über das Kontakt-Formular habe ich die Flattr-Jungs angeschrieben und exakt 12 Minuten später war die Antwort von Peter Sunde Kolmisoppi da, Co-Gründer von Pirate Bay und Flattr. Wow!!!
Hier das Interview:
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Hi Robert!
We love the germans so here goes!
1.) You are still in the invite only beta. What do you think about your pace on the german market? Or it doesnt that matter to you since your focus is the US market?
We have been growing tremendously in Germany for some reasons. We think it’s because we’ve been to some conferences there to talk about Flattr (and other issues related) as well as the germans right now having a big focus on monetization of content and micropayments in general. We do not focus on ANY market (being european we rather focus on europe than US anyhow right now), but germany has become the biggest one for the moment. I love it myself, since I live in Berlin anyhow :-)
2.) There are many pessimits saying it wont work because the readers arent that interested like the content producers. What do you say about this?
We think that time will tell. Our concept might not be foolproof but we think it’s a good solution and that it might work. But it’s still a concept model and not a final solution. We need to try simply, and we hope it works.
3.) Whats next, what is coming up? Is there a thought about alternative ways to fill up your deposit than just via PayPal and Moneybookers?
Currently we’re building easier integration for application developers. It’s the big focus we have. It will be a REST API to begin with and OAuth support etc. It’s quite techie, but we need to finalize the tech issues before we take another step into the marketing factors…
We just added moneybookers since Paypal is not always so very nice to people. Also, Moneybookers has lots of local options for payment (like german banks etc) and we want to make it easier for people. In the end we’re looking for doing some of these things ourselves if we become big enough for it to actually make sense – banking transfers and so on.
4.) Do you fear that PayPal will develop something around social micro payment?
I don’t fear it really. Firstly, they are only interested in normal payments, rather than what we are doing. I think our system is more about social media than payments actually. It’s not something Paypal has a lot of experience with really. Also, if there’s competition that’s just good for users as well as us – we need to improve if there would be competition around you know!
5) What do you think is the biggest challenge for Flattr?
The biggest challenge right now is probably to make the platform easy enough for everybody to use. It’s very technical today and we want to change that… by opening up with our API we hope to reach out to developers to implement our system in their existing products and services!
André Vatter (Basic Thinking Chefredakteur) im Interview
ich habe André Vatter einige Fragen rund um die RSS-Kürzung gestellt. Die Story hat für einiges Aufsehen in der Blog-Szene/Twitter-Szene gesorgt:
1. Begründung von Basic Thinking, RSS Feed zu kürzen
2. Reaktionen via Rivva gesammelt
3. Zusatzartikel von Basic Thinking: “Basic Flashback: Danke für das ‘Arschloch’, lieber Leser!“
4. Reaktionen via Rivva eingesammelt
Nun zu André und dem Interview:
1. Sind die RSS-Abos nach der Kürzung nun gesunken oder nicht?
Wir haben die Ankündigung am 4. März gemacht und sind von der Bilanz selbst positiv überrascht. Vier Tage später hatten 27.029 Nutzer den Feed von Basic Thinking abonniert: so viele wie noch nie in den vergangenen Monaten. Im September 2009 lagen wir noch bei etwa 21-23.000 Abonnenten. Übrigens: Der Feedburner-Button auf www.basicthinking.de/blog/ in der rechten Leiste zeigt auch immer die aktuelle Zahl der Feed-Abonnenten an.
2. Du hast neben einigen teils derben Kritiken eine Unmenge an Unterstützung erfahren, überrascht Dich das?
Ich hätte nicht gedacht, dass die Ankündigung solche Wellen schlagen würde. Man kann den Unmut mancher Nutzer nachvollziehen, vor allem derjenigen Leser, die Basic Thinking mobil lesen – deshalb bessern wir ja auch bald wie versprochen nach. Nicht nachvollziehen kann ich allerdings die Reaktionen einiger weniger, die mit Munition aus der Schatztruhe ihres Fäkal-Vokabulars um sich warfen. Das habe ich hoffentlich auch mit klaren Worten zu verstehen gegeben. Blogs und Geld ist ein heikles Thema, das man lieber unangetastet lässt. Umso erfreuter waren wir deshalb, dass sich schon nach kurzer Zeit immer mehr positive Kommentare unter die Kritik mischten und schließlich die überwiegende Mehrheit ihren Support für unsere Entscheidung aussprach. Sehr cool fand ich auch die Aktion von off-the-record.de – aus Solidarität ebenfalls erst einmal nur Teaser-Feeds anzubieten.
3. In den Kommentaren gab es zahlreiche Vorschläge, z.B. einen vollen Feed mit Werbung, vollen Feed gegen Cash, Bezahl-App für iPhone und mehr. Ist das nicht ein klares Signal, gemeinsam mit den Lesern an unterschiedlichen Ansätzen zu arbeiten? Wärest Du bereit, diese kollaborative Power zu nutzen?
Ich muss noch einmal erwähnen, dass ich ausschließlich für das Redaktionelle auf dem Blog zuständig bin, die Vermarktung liegt nicht in meinen Händen. Dennoch sammeln wir im Hintergrund alle gemeinsam die Vorschläge und entwickeln auf dieser Grundlage schon erste Ideen. Ich finde es gut und richtig, dass ein Blog, das nun einmal eine engere Bindung an seine Besucher hat, als meinetwegen ein klassisches News-Angebot, auch die Leser in den Entscheidungsprozess mit einbezieht. Wir sind schon jetzt zuversichtlich, dass wir manche der Tipps umsetzen können und werden.
4. Konkreter: Bei der gegebenen Mannstärke werdet Ihr über 100.000 Euro Umsatz/Jahr schreiben müssen. Ich denke, das ist nicht allzu schwer zu erreichen. Ihr habt Euch zwar über einen Vermarkter für einen primären Umsatz-Hebel entschieden, doch man hört immer wieder, dass sich Vermarkter oftmals die Zähne an Blogs ausbeißen, die Blogger umgekehrt unzufrieden mit den Vermarktern sind. Solltet Ihr nicht demnach selbst unternehmerischer agieren, zusätzlich zum redaktionellen Element, statt einem Externen diese Aufgabe zu überlassen?
Wir haben intern viel diskutiert, uns dann aber bewusst für einen Vermarkter entschieden, der stark im IT/TK-Bereich ist. Er hat in der Vergangenheit bei anderen Projekten bewiesen, dass er einen guten Job macht, und auch bei Basic Thinking wird es nicht anders sein. Werbung ist zudem nicht alles: Ich habe schon an anderer Stelle gesagt, dass Banner und Co. alleine in diesen Zeiten nicht mehr ausreichen. Deshalb suchen wir ja nach weiteren kreativen Strategien, damit das Blog künftig auf eigenen Beinen stehen kann.
5. Wie viel Zeit ist Euch gegeben worden, Euch selbst zu finanzieren? Wo kann man Euch konkret unterstützen?
Es gibt keine Deadline oder etwas in die Richtung. Doch ich kann die Ungeduld des Betreibers schon nachvollziehen: Das kleine BT-Team ist nun ein Jahr lang für seine Arbeit bezahlt worden, das Blog selbst ist aber bis heute nicht oder kaum vermarktet worden. Anders ausgedrückt: Wir wurden für Nüsse bezahlt. Deshalb muss dieses Thema jetzt angegangen werden.
User können mithelfen, indem sie beispielsweise ihre Adblocker ausstellen, wenn sie die Seite besuchen. Viele unserer Leser haben sich schon von sich aus dazu bereiterklärt, was mich wahnsinnig freut, weil es zeigt, dass sie verstehen, um was es hier geht. Firmen können uns durch Werbung unterstützen – möglich sind normale Banner aber auch zum Beispiel auch Sponsoring-Buttons. Und natürlich freuen wir uns, wenn Basic Thinking auch weiterhin so oft besucht und gelesen wird.
Buzzriders Interviews
jedes Interview hilft, Buzzriders in meinem Kopf weiter zu strukturieren, klarer zu sehen (man stelle sich einfach eine riesige Nebelwand mit tausenden Knöpfen dahinter vor, und man sieht gar nicht bis kaum etwas, welche man drückt). Früher haben mich Interviews leicht genervt, da die Fragen meistens nicht so sonderlich spannend waren. Jetzt helfen mir die Fragen:) Aktuell liegen zwei neue Interviews vor:
- SEO United/ über Buzzriders & das Buzzcamp (Heimer Hemken hat mich ausgequetscht)
- auf dem Buzzriders Blog selbst nimmt mich Peter Löwenstein vom Regioblog in die Mangel. Wir teilen die Fragen in einzelne Artikel auf:
1. Einleitung
2. Investoren/Finanzierung
3. lokale Verwertung / Lizenzierung
4. Rückfluss der Einnahmen
5. Integration lokaler Inhalte von Dritten
Buzzriders, News
Alexander Becker von Meedia hat mich bisserl zu Buzzriders ausgequetscht: Basic: „Ich will Spiegel Online angreifen“ (beim Titel muss ich schon etwas schmunzeln:).
Und auf dem Wordcamp in Jena hat mich Jürgen Christ interviewt, ungefähr ab der Mitte des Interviews gehts dann um Buzzriders (more…)

