Auf Twitter hat mich @HerrLarbig anlässlich des Gastbeitrags von Stefan Wild über die Wahl des richtigen Webhosters auf ein interessantes Angebot aufmerksam gemacht.

Es geht um den neuen Webhoster Uberspace, der seit Anfang des Jahres 2011 auf dem Markt ist. Was interessant ist? Zunächst einmal das Preismodell:

Bei Uberspace.de verfolgen wir ein aus unserer Sicht bislang einmaliges Konzept: Du suchst dir deinen Preis selbst aus. Wir legen lediglich einen Mindestpreis von 1 Euro pro Monat fest. Unter dem geht’s einfach nicht. Bei anderen Providern wirst du dafür kaum mehr als eine Art Web-Visitenkarte bekommen. Nicht so bei uns.

Was man dafür bekommt?

SSH. Perl. PHP. Python. Ruby. node.js. Compiler. FastCGI. MySQL. CouchDB. MongoDB. Cronjobs. HTTPS. IMAP. SMTP. Webmail. qmail. vmailmgr. maildrop. Spam­Assassin. ezmlm-idx. DSPAM. ~/service. runwhen. Eigene Logs. Backups.

Interessant erscheint mir nicht nur deren Preismodell, sondern die gesamte Angebotsaufmachung. Hierzu am besten einfach die wenigen Anlaufstellen durchsurfen und durchlesen. So fallen folgende Passagen sehr positiv auf:

Wenn du knapp bei Kasse bist, scheue dich nicht, weniger zu bezahlen: Uns ist wichtiger, dass auch du deine Stimme im Netz bekommst, als auf einem festen Betrag zu bestehen. Wenn es dir hingegen nicht auf ein paar Euro ankommt, freuen wir uns, wenn du freiwillig mehr bezahlst. Du unterstützt damit viele andere, die bei uns spannende Sachen ins Netz stellen, aber vielleicht nicht viel Geld haben. (unter Preise)

Zusätzlich werden die Kostenbestandteile des Angebots ausführlich und transparent genannt, damit man sich als Kunde ein Bild machen und ein Preisgefühl entwickeln kann. Unter dem Punkt „Technik“ werden die einzelnen Komponenten erneut weniger technisch, sondern menschlich erklärt.

Unter Support wird dem potentiellen Kunden erklärt, worauf er sich einlässt und worauf nicht. Gott sei Dank verkauft man sich nicht als Support-Götter, die das Blaue vom Himmel versprechen. Auch kann man sich in einem Wiki umschauen. Und über Twitter kann man sich auch an die Jungs wenden.

Im Großen und Ganzen bin ich von deren Auftreten und der Kundenansprache begeistert. Als Webhoster heben sie sich schon mal vom Speak her von allen anderen im positiven Sinne ab. Das war auch der Anlass für diesen Artikel, ein menschlich verpacktes Angebot zu präsentieren, das sehr sympathisch rüberkommt. Davon finden wir Kunden zu selten draußen Vergleichbares. Lob, Lob! Wenn nun die faktische Leistung auch stimmt, ist alles in Butter. Leider Gottes finde ich auf Webhostlist keine Einträge zu diesem neuen Webhoster. Update: Ein Blogbeitrag eines Kunden von Uberspace.

Auf dem Blog Karstens Life findet Ihr ein Interview mit einem der Verantwortlichen, Jonas Pasche: nimm das geld nicht so wichtig.

Jonas

Aus meiner Sicht kann man hier nur als Nische überleben, und unsere Nische ist eben die, dass wir konsequent ignorieren, wie ein Marketing-Mensch Hosting machen würde. Das heißt in erster Linie: Herausfinden, wieso genau wir eigentlich die meisten anderen Hoster gruselig finden, und dann konsequent alles so zu gestalten, dass wir zu jedem Zeitpunkt sagen können: Wir wüssten im Moment nicht, wie wir es aus technischer Sicht besser machen könnten. Dass wir damit nicht die breite Masse ansprechen können, liegt auf der Hand, aber umgekehrt verdienen wir uns damit Reputation bei genau den Leuten, die dazu in der Lage sind, hier den Qualitätsunterschied zu sehen, was sich dann in aufrichtigen Empfehlungen fortpflanzt, und das eben nicht, weil wir billig sind, sondern weil wir hochgradig zufrieden machen

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