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André Vatter (Basic Thinking Chefredakteur) im Interview

12.03.2010 / 24 Kommentare

ich habe André Vatter einige Fragen rund um die RSS-Kürzung gestellt. Die Story hat für einiges Aufsehen in der Blog-Szene/Twitter-Szene gesorgt:
1. Begründung von Basic Thinking, RSS Feed zu kürzen
2. Reaktionen via Rivva gesammelt
3. Zusatzartikel von Basic Thinking: “Basic Flashback: Danke für das ‘Arschloch’, lieber Leser!
4. Reaktionen via Rivva eingesammelt

Nun zu André und dem Interview:

1. Sind die RSS-Abos nach der Kürzung nun gesunken oder nicht?
Wir haben die Ankündigung am 4. März gemacht und sind von der Bilanz selbst positiv überrascht. Vier Tage später hatten 27.029 Nutzer den Feed von Basic Thinking abonniert: so viele wie noch nie in den vergangenen Monaten. Im September 2009 lagen wir noch bei etwa 21-23.000 Abonnenten. Übrigens: Der Feedburner-Button auf www.basicthinking.de/blog/ in der rechten Leiste zeigt auch immer die aktuelle Zahl der Feed-Abonnenten an.

2. Du hast neben einigen teils derben Kritiken eine Unmenge an Unterstützung erfahren, überrascht Dich das?
Ich hätte nicht gedacht, dass die Ankündigung solche Wellen schlagen würde. Man kann den Unmut mancher Nutzer nachvollziehen, vor allem derjenigen Leser, die Basic Thinking mobil lesen – deshalb bessern wir ja auch bald wie versprochen nach. Nicht nachvollziehen kann ich allerdings die Reaktionen einiger weniger, die mit Munition aus der Schatztruhe ihres Fäkal-Vokabulars um sich warfen. Das habe ich hoffentlich auch mit klaren Worten zu verstehen gegeben. Blogs und Geld ist ein heikles Thema, das man lieber unangetastet lässt. Umso erfreuter waren wir deshalb, dass sich schon nach kurzer Zeit immer mehr positive Kommentare unter die Kritik mischten und schließlich die überwiegende Mehrheit ihren Support für unsere Entscheidung aussprach. Sehr cool fand ich auch die Aktion von off-the-record.de – aus Solidarität ebenfalls erst einmal nur Teaser-Feeds anzubieten.

3. In den Kommentaren gab es zahlreiche Vorschläge, z.B. einen vollen Feed mit Werbung, vollen Feed gegen Cash, Bezahl-App für iPhone und mehr. Ist das nicht ein klares Signal, gemeinsam mit den Lesern an unterschiedlichen Ansätzen zu arbeiten? Wärest Du bereit, diese kollaborative Power zu nutzen?
Ich muss noch einmal erwähnen, dass ich ausschließlich für das Redaktionelle auf dem Blog zuständig bin, die Vermarktung liegt nicht in meinen Händen. Dennoch sammeln wir im Hintergrund alle gemeinsam die Vorschläge und entwickeln auf dieser Grundlage schon erste Ideen. Ich finde es gut und richtig, dass ein Blog, das nun einmal eine engere Bindung an seine Besucher hat, als meinetwegen ein klassisches News-Angebot, auch die Leser in den Entscheidungsprozess mit einbezieht. Wir sind schon jetzt zuversichtlich, dass wir manche der Tipps umsetzen können und werden.

4. Konkreter: Bei der gegebenen Mannstärke werdet Ihr über 100.000 Euro Umsatz/Jahr schreiben müssen. Ich denke, das ist nicht allzu schwer zu erreichen. Ihr habt Euch zwar über einen Vermarkter für einen primären Umsatz-Hebel entschieden, doch man hört immer wieder, dass sich Vermarkter oftmals die Zähne an Blogs ausbeißen, die Blogger umgekehrt unzufrieden mit den Vermarktern sind. Solltet Ihr nicht demnach selbst unternehmerischer agieren, zusätzlich zum redaktionellen Element, statt einem Externen diese Aufgabe zu überlassen?
Wir haben intern viel diskutiert, uns dann aber bewusst für einen Vermarkter entschieden, der stark im IT/TK-Bereich ist. Er hat in der Vergangenheit bei anderen Projekten bewiesen, dass er einen guten Job macht, und auch bei Basic Thinking wird es nicht anders sein. Werbung ist zudem nicht alles: Ich habe schon an anderer Stelle gesagt, dass Banner und Co. alleine in diesen Zeiten nicht mehr ausreichen. Deshalb suchen wir ja nach weiteren kreativen Strategien, damit das Blog künftig auf eigenen Beinen stehen kann.

5. Wie viel Zeit ist Euch gegeben worden, Euch selbst zu finanzieren? Wo kann man Euch konkret unterstützen?
Es gibt keine Deadline oder etwas in die Richtung. Doch ich kann die Ungeduld des Betreibers schon nachvollziehen: Das kleine BT-Team ist nun ein Jahr lang für seine Arbeit bezahlt worden, das Blog selbst ist aber bis heute nicht oder kaum vermarktet worden. Anders ausgedrückt: Wir wurden für Nüsse bezahlt. Deshalb muss dieses Thema jetzt angegangen werden.

User können mithelfen, indem sie beispielsweise ihre Adblocker ausstellen, wenn sie die Seite besuchen. Viele unserer Leser haben sich schon von sich aus dazu bereiterklärt, was mich wahnsinnig freut, weil es zeigt, dass sie verstehen, um was es hier geht. Firmen können uns durch Werbung unterstützen – möglich sind normale Banner aber auch zum Beispiel auch Sponsoring-Buttons. Und natürlich freuen wir uns, wenn Basic Thinking auch weiterhin so oft besucht und gelesen wird.

ein gekürzter Feed und mehr Traffic

06.03.2010 / 24 Kommentare

Das Basic Thinking Blog stellt um (Reaktionen darauf via Rivva) und liefert die Inhalte via RSS nur noch gekürzt statt wie bis dato ungekürzt aus. Hoffnung: Es werden mehr RSS Abonnenten auf dem Blog vorbeischauen. Der resultierende Besucheranstieg soll helfen, die Werbeeinnahmen des IT-Blogs zu erhöhen.

Schauen wir uns an, woher die Besucher kommen und auch, wo sie die Blog-Inhalte lesen. Und was wohl eine RSS Kürzung wirklich bewirkt. Abseits der Bauchannahmen, von denen man da draußen seit jeher viel lesen kann.

Zunächst einmal zu den Besucherquellen:
Die Leser kommen über Google (Zufallsleser, die nur zu Bruchteilen zu Stammlesern werden), über RSS Abos (vorwiegend, um sich die Kommentare anzusehen oder um selbst zu kommentieren), über Twitter und Facebook und über Verweise von anderen Blogs/Foren. Nicht zu vergessen die Stammleser, die das Blog via Browser direkt ansurfen.

Bei einem IT-Blog wie Basic Thinking ist es kaum verwunderlich, dass der Großteil der Leser die Inhalte direkt im RSS Reader konsumiert. Die RSS Abonnenten haben ca. vor drei Jahren die Zahl der Direktleser überstiegen, seitdem geht die Schere immer weiter auseinander.

Seitdem Twitter und Facebook in Deutschland populär geworden sind, setzt sich der Besucherstrom statt aus drei bisherigen Standardquellen (Blogosphäre = eigenes Blog und fremde Blogs, Google-Sphäre und RSS-Sphäre) nun aus fünf Hauptquellen zusammen. Btw, wären XING, die VZ-Netzwerke und “Wer Kennt Wen” etwas schlauer, würden sie ihre Status-Streams aufbohren, tun sie aber nicht (so überlässt man eben die nicht unwichtige Informationsfunktion den US-Anbietern).

Halten wir fest: Drei von fünf Hauptquellen liefern nur extrem verkürzte Inhalte (Google, Twitter/Facebook und Verweise von Dritt-Blogs). Lediglich die RSS Reader als fünfte Hauptquelle kommen meistens mit Komplettinhalten daher, wenn man das eigene Blog als Originärquelle der Inhalte außen vor lässt.

Wie auch immer man es rechnet, meistens kommt ein grober Drittelmix aus Google-, Direktleser- und verweisendem Traffic (via Twitter, Facebook, anderen Blogs und Foren) heraus. Was den Besucherstrom direkt auf der Seite angeht.

Soweit zu der groben Grundstruktur, woher Blog-Leser kommen und wo sie Inhalte wahrnehmen. Nun zu dem typischen RSS Leser.

Wie viele Abos hat ein RSS Nutzer und wie viel liest er?
Ein RSS Leser hat im Schnitt 20 Abos. Wenn es hochkommt, werden ihm 20 (Blog-)Artikel täglich vorgesetzt. Liest er jeden Artikel genau durch? Ich habe leider keine Daten dazu, aber ich wette, dass nur ein Bruchteil der Artikel genauer gelesen wird. Wenn ich schätzen müsste, werden lediglich 1 von 10 Artikeln komplett durchgelesen. Der Großteil der Artikel wird gescannt. So verdampfen 90% der Artikel in der Aufmerksamkeitsgunst. Aus Zeitgründen, aus Interessensgründen, warum auch immer.

Was tut also ein “guter” Blogger, wenn er smart ist? Er bringt das Wichtigste zu Beginn. Das tut typischerweise Basic Thinking, da es von Journalisten betrieben wird, die genau das eingeimpft bekommen haben. Und was noch viel wichtiger ist: Man knallt eine klasse Überschrift hin. Das erhöht die Chance, dass der RSS Leser einen genaueren Blick auf den Inhalt wirft.

Wie viele RSS Nutzer gehen auf ein Blog?
Aus einem “RSS Scanner” wird ein “RSS Leser”. Wird nun der “RSS Leser” zu einem Blog-Besucher? Das wird es nur, wenn er kommentieren will oder die Kommentare lesen möchte. Wie viele Kommentieren eigentlich? 1%? Wie viele lesen sich die Kommentare durch? 2%-5%? Lass es 10% insgesamt sein. Die vom Scanner zum Besucher werden. Das wäre schon sehr viel. Meiner Erfahrung nach sind es weit unter 10%, die aus dem RSS Abo aufs Blog blicken.

Was passiert, wenn man einen RSS Feed kürzt?
Nun lass uns doch den RSS Feed kürzen. Stürzt die Welt ein oder gibt es einen Trafficschub fürs Blog? Wir haben oben angenommen, dass der typische RSS Benutzer 9 von 10 Artikeln im RSS Reader scannt. Man hat sowieso also nur eine 10%-ige Chance, dass der Inhalt komplett wahrgenommen wird. Die steigen mag, wenn man die Artikel gut anteasert zu Beginn. Was bewirkt eine Kürzung? Es wirkt sich nicht auf die Quote “RSS Scanner” zu “RSS Leser” aus. Der Scanner huscht über die Überschrift (wichtigster Faktor) und die ersten Zeilen (zweitwichtigster Faktor). Wenn man den Inhalt -ob gekürzt oder nicht- zu Beginn des Textes inkl. Überschrift auf journalistische Art und Weise zusammenfasst.

Wer von Scannen auf Lesen umschaltet, ist bereits im “Porn-Modus”. Ob er nun auf den Link “more” im RSS Reader klicken muss (bei einem gekürzten Feed) oder den Inhalt komplett im RSS Reader (bei einem ungekürzten Feed) wahrnimmt, ist ehrlich gesagt scheißegal. Lass also rund 10% der RSS Bentuzer, die in den Porn-Mode übergehen, aufs Blog gehen. Weil es ja nun gekürzte Feeds gibt. Ok, nice. Wenn Basic Thinking 10.000 RSS Abonnenten hat, werden +1.000 aufs Blog gehen. Wenn es 20.000 sind, werden es +2.000 sein. Das macht welchen Anteil vom bisherigen Gesamttraffic aus? +5%? +10%? Ist das jetzt eine relevante Determinante für die Werbeeinnahmen?

Was ist mit mobilen Nutzern?
Was ist nun mit denen, die mobil unterwegs sind und aus Datenverbindungsgründen den Inhalt gerne komplett über ihren RSS Reader lesen, statt aufs Blog zu gehen? Den Trafficanteil kann man momentan beinahe vernachlässigen. Er bewegt sich locker unter 5%. Aber auch denen kann man entgegenkommen, wenn man ein mobiles Template zur Verfügung stellt.

Zusammenfassung
Betrachtet man nun alle Faktoren, merkt man schnell, dass sich die negativen (auf die ich bewusst nicht eingegangen bin, da ewig viel und oft durchgekaut im Blog-Netz) und positiven Effekte bei einer Umstellung von einer kompletten auf verkürzten Auslieferung via RSS nahezu ausgleichen. Der Anteil der RSS Besucher ist recht gering, die aufs Blog gehen. Die Scanner überwiegen. RSS ist nicht der alleinige Trafficlieferant. Klar beruhen diese Aussagen auf Annahmen bzw. Erfahrungswerten, die statistisch nachgemessen gerne falsifiziert werden mögen.

Wenn ich Basic Thinking etwas raten müsste, dann wäre es dies:
1. Testet die Verkürzung des RSS Feeds aus, wenn es tatsächlich markante, positive Auswirkungen hat, dann go, sonst break. Ich halte die Maßnahme unter dem Strich nicht förderlich, um die Finanzierung spürbar zu stärken. Sie ist lediglich eine sekundäre Maßnahme.
2. Fischt außerhalb des Blogs nach Trafficquellen (PR, Marketing). Ein Ziel muss sein, dass Euch die anderen Medien weitaus stärker wahrnehmen. Ihr solltet lauter werden:)
3. Erweitert die Inhalte um Massen kompatible Themen für die Internetnutzerschaft weit außerhalb der Poweruser-Kreise. Es fehlen z.B. immer noch gute und allgemein verständliche Artikelserien, wie man das “neue Netz” nutzen kann
4. Bindet die Leser viel stärker bei der Themenfindung ein. Die Idee mit dem Hybrid-Blog würde auch Euch gut tun;) Ihr könnt eh nicht alles abdecken, Heise ist reif zum Abschuss, die User wissen eh viel besser, was wo passiert.

Ich wünsche Euch ein gutes Gelingen, aber auch ein Kompliment für den Mut, so ein Fass aufzumachen. RSS Feed-Kürzungen waren schon immer brandheiß. Den Mut werdet Ihr Euch erhalten müssen, was das Ausprobieren der Möglichkeiten angeht.

André Vatter im Interview: Von kuriosen Paketen und dicken Foren

22.02.2010 / 7 Kommentare

Wer ist André Vatter? Solltet Ihr kennen. Wenn nicht, bitteschön, seine Netz-Vita: André Vatter ist Redaktionsleiter bei Basic Thinking, Redakteur bei Onlinekosten.de und privat bloggt der “freiberufliche Journalist mit Festanstellungs-Status” auch noch. Bisschen Privates hatte er damals vor rund einem Jahr über sich auf Basic Thinking geschrieben. Was fehlt noch? Twitter, klar, twittern twut er auch.

Da André das mit Abstand beste Blog Deutschlands verantwortet, wird es Zeit, den bloggenden Redakteur vor die Interview-Linse zu zerren, hinter der er sich nämlich meistens versteckt und andere mit Fragen durchlöchert. Per Twitter-DM hatte ich ihn gestern darum gebeten, er fragte ganz “ängstlich” zurück, ob er “was falsch gemacht habe” :)

Schreiten wir zur Frage-Antwort-Tat:

1. Haltungsfrage: Was bist Du lieber, Blogger oder Redakteur?
Wenn du so fragst: am liebsten bin ich Journalist. Es gibt unbestreitbare Vor- und Nachteile, wenn man sich in die eine oder andere Schublade steckt. Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich die Rollen tausche, vor allem im Gespräch mit Unternehmensvertretern: “Was sagten Sie? Sie sind von Bahsick Tinker?“, wird nachgefragt. “Onlinekosten.de“, schiebe ich dann nach. “Ich bin von onlinekosten.de.” Plötzlich klappt die Verständigung. Blogger genießen nicht das Ansehen, das Redakteuren eingeräumt wird und haben es daher im Arbeitsalltag nicht immer einfach. Ich habe aber kein Problem damit und versuche es immer wieder mit “Basic Thinking” – bis es bei den Sprechern sitzt.

2. Arbeitstechnische Frage: Musst Du mehr Zeit für Artikel auf onlinekosten.de aufwenden oder gibt es keine Unterschiede? Nach dem Motto: “Auf dem Blog knalle ich das Zeug raus, auf onlinekosten.de muss ich zig mal redigieren.” Gibt es vom Arbeitsablauf her Unterschiede?
Auf beiden Seiten wird mit großer Sorgfalt an die Themen herangegangen, was beispielsweise die Eigenrecherche und das Abklopfen zweiter, unabhängiger Quellen angeht. Gerüchte, die nicht verifiziert werden können, erscheinen nicht auf onlinekosten.de. Auf Basic Thinking nehmen wir sie manchmal mit auf, weil sie die Leser einfach interessieren und Spaß machen. Wie sieht das nächste iPhone aus? Wir weisen dann aber auch immer darauf hin, dass es sich dabei um reine Netzlegenden handelt.

Noch etwas ist anders: Redakteure hinterlassen traditionell für den Leser das fertige Endprodukt, einen geschliffenen Artikel, der das Wichtigste auf den Punkt bringt. Das ist der Stil, der sich durchgesetzt hat. Beim Blog macht es mir Spaß, den Weg der Meldung im Posting gleichzeitig mitzuzeichnen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass ich den Sprecher XY erwähne, der es nach zwei Anfragen und drei Anrufen noch immer nicht geschafft hat, ein Statement zu liefern.

Einen dritten Unterschied gibt es zudem in der Art, wie die Themen beschafft werden. Wir haben schnell gemerkt, dass es zum Beispiel nichts bringt, für Basic Thinking großartig Pressemitteilungen zu beachten. Wir verlassen uns größtenteils auf Tipps aus der Leserschaft, Trends, die wir im Netz aufschnappen. Das ist ziemlich anstrengend, immerhin müssen wir so mit dem Echtzeitnetz konkurrieren. Doch es zahlt sich aus…

3. Persönliche Frage: Was ging Dir durch den Kopf, nachdem Dir Dein Chef damals anbot, für BasicThinking.de zu schreiben? War da so eine Art Gedanke “Oh Gott, ich muss unter die Blogger, Mist!” Gar Angst? Hat sich nach den ersten Wochen eine Art “ich bin nun tatsächlich Blogger”-Haltung eingestellt? War es überhaupt eine Umstellung für Dich, da Du eventuell andere “Regeln” entdeckt hast?
Wir brachten damals auf onlinekosten.de die News, kurz nachdem du die Versteigerung angekündigt hattest. Als mich dann der Chef in den Meetingraum bat, wusste ich, dass die Firma an der Auktion teilnehmen würde. Ich freute mich auf die neue Aufgabe, wahrscheinlich wurde ich ausgesucht, weil ich mich immer dafür interessiert habe, was hinter einer Meldung steckt und gerne fluche.

Natürlich war eine gehörige Portion Respekt vor dem Job dabei und die ersten Tage haben uns auch gezeigt, dass zum “Blogger” sein mehr gehört, als einen Post zu verfassen. Plötzlich tritt die Meldung ebenso wie ihr Autor in den Vordergrund: “Was ist dein Lieblingsessen?”, “Was hast du studiert?”, “Sag doch mal, wie dein Kater heißt.” – das waren nicht die Reaktionen die ich erwartet hatte, immerhin ist man darauf getrimmt, hinter seinen Text zurückzutreten. Berufs- und Privatleben verschmelzen nach einiger Zeit, ebenso expandiert der einstige Nine-to-five-Job auf 24 Stunden am Tag. Es ist ein Umstellungsprozess, den man da durchlaufen muss.

4. Bekommt Ihr für Artikel auf Basic Thinking oder auf onlinekosten mehr Feedback? Auch was Vorschläge für neue Artikel angeht.
Das Feedback ist auf beiden Seiten überwältigend. Onlinekosten.de bekommt nicht nur viele Lesermails mit Anregungen, sondern hat auch noch ein dickes Forum angeschlossen. Auf Basic Thinking läuft viel über die Kommentare, Twitter ist ein Rückkanal, ebenso wie Telefonanrufe, Mails und kuriose Pakete, die wie eine Bombe verpackt sind und zum Beispiel “Basic Thinking-Bier” eines süddeutschen Brauers beinhalten.

5. Ihr setzt Twitter und Facebook ein, um auf Basic Thinking zu verweisen. Auch für onlinekosten.de? Und prinzipiell die Frage: Warum macht Ihr das und was bringt es Euch?
Keinem dürfte entgangen sein, dass Trackbacks ein seltenes Gut geworden sind. Das hat damit zu tun, dass die Gespräche über gelesene Themen immer weiter in soziale Netzwerke abwandern. Es macht also Sinn, dem Leser dorthin zu folgen, wo er mehr und mehr verkehrt – und dort auch den Faden wieder aufzunehmen. Meiner Meinung nach gilt das nicht nur für Basic Thinking und onlinekosten.de, sondern sollte für alle Medien gelten, die im Netz publizieren.

Meedia.de über Basic Thinking

20.03.2009 / 19 Kommentare

lese den Artikel von Alexander Becker / Meedia.de: BasicThinking ohne Basic: Die erste Bilanz. Schon ein komisches Gefühl, über “sein” eigenes Blog was zu lesen. Und ich bin ziemlich happy, was die Jungs daraus gemacht haben bisher. Exakt das, was wichtig war. Personell gefärbtes rausnehmen, Fachliches in den Vordergrund. Jetzt fehlt nur noch ein neuer Anstrich und die Taktzahl könnte etwas höher sein, dass wäre es noch besser.

wie macht sich Basic Thinking?

28.01.2009 / 25 Kommentare

die Frage bekomme ich so häufig gestellt, dass ich sie auch gerne hier beantworte, um mir wenigstens einige Einzelantworten zu sparen:) Vorab: Die Neuen machen sich auf Basic Thinking zu 99.99% besser als andere Newbie-Blogger.

So schreibt zB Yannick:

Schauen wir uns doch mal an, was bis jetzt geschehen ist: Ein Team wurde zusammengestellt. Größtenteils wohl Redakteure, die u.a. auch auf onlinekosten.de ihr Unwesen treiben; davon wurden bisher zwei vorgestellt. Veröffentlicht wurden bis jetzt ein paar durchschnittliche Artikel, die denke ich wenige vom Hocker gehauen haben. Es ist also nicht sehr viel passiert

Die Erwartungshaltung kann ich oW nachvollziehen. Muss aber dämpfend darauf hinweisen und daran erinnern, dass ich noch keinen Menschen kennengelernt habe, der seine Sache von Beginn so gut macht, dass er in der 1. Bundesliga mitspielen kann, eine Großbank managed, Hitsongs schreibt und großartige Dinge plötzlich erfindet. Es ist nun einmal so, dass wir als Menschen prinzipiell ziemlich lahm darin sind, neue Dinge zu erlernen.

Allerdings haben die Basic Thinker einen gewaltigen Startvorteil: Es handelt sich um Redakteure von Onlinekosten.de, die vom Schreibhandwerk leben und die nun einen Teil ihrer Ressourcen aufs Bloggen verlegen. Daher sind in meinen Augen die bisherigen Artikel nicht ohne Grund weitaus besser als von zahlreichen Newbie-Bloggern. Und nach einigen Gesprächen habe ich erneut eine Erfahrung ausgemacht, der auch bloggende Journalisten ausgesetzt sind. Das Medium Blog verändert auf eine interessante Art und Weise den Zugang zur eigenen Schreibwelt. Das bedeutet? Dass man mit der Zeit eigene Stile und Themenfelder entdecken und besetzen wird. Der Start war schon mal klasse.

Wunder? Die gibts offiziell nur in Religionen und im Fußball. Das übliche Prozedere lautet harte Arbeit und Training.

wie wars?

27.01.2009 / 49 Kommentare

Wie war was? WWW: War wundervoller Wahnsinn:) Na, die ebay-Story mit meinem Ex-Blog! Bevor ich eines Tages meine Memoiren schreibe und ich bis dahin eh alles vergessen habe -und ich weiß nicht einmal, was ich vorgestern gegessen habe- schreibe ich es jetzt lieber runter.

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