Macht ein Social Network von Google Sinn?
Google hat bereits ein klassisches Social Network in Betrieb, es nennt sich Orkut und soll in Brasilien das führende SN sein. Nun beobachten wir die letzte Tage eine zunehmende Gerüchteküche, dass Google in der Tat an einem neuen SN basteln soll. Nehmen wir einfach an, es wäre so und Google plant, es auch tatsächlich einzusetzen.
Macht das Sinn? Hält man sich die zahlreichen Google-Produkte vor Augen, ergibt das wirklich einen Sinn. Google Suche, Google Maps, Google Buzz, Google Mail, Google Talk, Google Picasa, Google Blogger, Google Reader, Google YouTube, Google Groups, Google Docs, Google Bücher, Google Kalender, Google Chrome und und und.
Allerorten nutzen die Google User einen dieser Dienste, klar, allen voran die Google Suche. Eine geschickte Verknüpfung dieser miteinander kaum oder sehr “knuffig” verbundenen Dienste ergibt auf einen Schlag das größte Social Network aller Zeiten. Rein vom Umfang der Produkte aber auch von den Nutzermassen her, hat Google eine gute Chance. Auf dem Papier, mehr nicht.
Warum sollte Google ein weiteres SN auf den Markt werfen? Nur, um die Dienste endlich miteinander zu verbinden, so wie sie es mit Google Buzz bereits probiert haben? OK, die Timeline des Users wäre im Handumdrehen vollgestopft, das Leben wäre der Seite umgehend eingehaucht. Ich bin mir auch sicher, die Nutzer würden davon profitieren. Immerhin ist Google keine doof-Klitsche, die es nicht gebacken bekommt.
Was wir bisher von Google gelernt haben: Sie handeln strategisch, um Märkte in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das haben sie bereits über viele Schachzüge hinweg in der Vergangenheit getan. Sei es die Diskussion um mobile Netze, mobile Endgeräte, modernere Browser oder eben Datenprotokolle. Überall da, wo es um Googles Geschäfte geht, mischt sich Google ein. Es ist klar, dass Google über die zunehmende Vernetzung der Menschheit einen weiteren Einflussfaktor sieht und wird mit Sicherheit darauf weiterhin reagieren (eben nicht nur durch die Einführung der Universal Search). Es stellt sich dabei nicht die Frage, ob Google mit dem SN Erfolg haben muss (im Sinne von User-Zulauf), sondern ob es den Wettbewerb zu entsprechenden Maßnahmen zwingen kann, die sich auf das Geschäft von Google positiv auswirken.
Fragen kostet was
ich habe die letzten Tage und Wochen mehrfach Gespräche mit Bloggern geführt, die ihre gesetzten Ziele nicht erreicht hatten. In den meisten Fällen war es so, dass man das Blog-Projekt aufgegeben hat oder kurz davor steht. Gründe wie Frust und Demotivation stehen am Ende einer langen Blog-Phase, als Ergebnis der unerreichten Ziele. Die Kraft zu einer Neustrukturierung des bestehenden Blogs -also auf etwas, das man bereits mühsam aufgebaut hat- existiert nicht mehr.
Zwei Sachen dazu:
1. Es ist vollauf verständlich, dass man sich nicht traut zu fragen, warum es schief läuft. Bis es nicht mehr geht. Etwas, das ich dennoch empfehlen möchte, auch wenn es hart ist: Fragt öffentlich, warum es nicht läuft. Früh, nicht zu spät. Erklärt die Umstände, warum es nicht läuft, was Eure Ziele eigentlich waren. Ich bin mir 100% sicher, dass sich draußen Menschen als Mitdenker finden lassen, die einen anderen Blick mitbringen. Der ungemein helfen kann. Klar, auf der einen Seite steht die Angst zugeben zu müssen, dass man fehlbar ist. An Ansehen verliert. Ich persönlich glaube das Gegenteil: Wer zugibt, fehlbar zu sein, etwas nicht wie geplant erreicht zu haben, der gewinnt mehr Größe als derjenige, der bis zum bitteren Ende schweigt. Die Idioten, die sich lustig machen könnten, sind es nicht wert, bedacht zu werden.
2. Stellt Euer Konzept, was Ihr mit dem Blog anstellen wollt, gleich zu Beginn vor. Mir war in den Gesprächen aufgefallen, dass sich eine Art “Muster von Denkfehlern” eingeschlichen hatte, der bereits zum Start des Blogs vorlag. Denkfehler, die bestimmte Parameter nicht richtig einschätzen. Die aber wesentlich zur Zielerreichung waren. Sorry, dass ich hier so wischiwaschi bleiben muss. Wie bereits erwähnt, wir sind nicht unfehlbar, zugleich sind wir im höchsten Maße flexibel, um aus Fehlern zu lernen. Je früher wir daher Dritte einbinden, umso eher können wir Denkfehler korrigieren. Auch hier birgt die Fragerei, ob man es richtig plant, hohe Kosten: Man hat einerseits Angst, zuviel mitzuteilen, im Sinne von Konkurrenz. Auf der anderen Seite muss man erneut zugeben, dass man nicht wirklich den vollen Durchblick hat. Auch hier gilt: Groß ist, wer die Größe hat, zu fragen.
Ob es nun hilft, einen Denkanstoß mit auf den Weg zu geben? Ich weiß nicht. Ich glaube, wir tendieren dazu, es bis zum bitteren Ende mit uns selbst auszufechten. Der gesellschaftliche Kult um das goldene Kalb der Erfolgreichen ist zu stark, wie mir scheint.
Dennoch, wie kann man es recht geschickt lösen, bevor das Kind in den Brunnen fällt bzw ohne fragen zu müssen, ob man grundsätzlich richtig liegt?
1. Beispiel: Robert Stögmann interviewt regelmäßig Blogger und eine seiner wiederkehrenden Fragen ist dabei die Frage, was er verbessern könnte!
2. Beispiel: Ich habe auf Basic Thinking regelmäßig (rund alle 3-6 Monate) direkt und unmittelbar meine Leser um offenes Feedback gebeten, was ich richtig schlecht und was ich richtig gut gemacht habe.

