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Warum II

09.02.2010 / 3 Kommentare

zum Artikel “Warum” habe ich zwei Kommentare herausgefischt, die ich hier gerne separat aufzeigen möchte. Als Erwiderung zu den beknackten und sich immer wiederholenden Kritiken an Blogs, die manche auch noch glauben und sich danach ausrichten. Der eine Kommentar ist von einem Blogger, der privat bloggt und eine klasse Analogie wählt, um die Vielfältigkeit aufzuzeigen. Der andere Kommentar von einer Bloggerin, die auf ihrer Unternehmensseite bloggt. In der Tat ein “Kommerzblog”, was nicht weniger spannend und weniger menschlich ist, weil es ein Mensch ist, der dahinter steht. So wie jedem Blog, ausnahmslos!

Kommentar von Jo JMatic (sein Blog), eine wunderschöne Fußball-Analogie:
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Ich sach mal:

Das Geschreibe im Netz, an Plätzen, die man Blog nennen kann (wenn man will), is’ wie Fussball:

Das Spiel ist manchmal genial, öfter mal “Aua”, aber hoffentlich immer mit Herz gespielt, egal ob 1. Liga oder Kreisklasse, egal ob 70 000 am Rande brüllen, oder nur zwei Dutzend am Spielfeldrand alles besser wissen.

Die Interviews mit den Stars sind manchmal genauso so “Auaaua”, wie ihre Flanken es ab und an sind. Und Leute, in der Kreisklasse hab’ ich schon Pässe von Mitdreissigern gesehen … Wow! Hammer!

Es gibt Fussball-Experten, da rollen sich mir die Fussnägel hoch, wenn sie den Mund aufmachen. Es gibt aber auch so Momente, da wird ein Expertensatz augenblicklich zur ewigen Floskel.

Was tun Fan und Spieler nach’m Spiel? Denken wieder an’s nächste Spiel, während sie ihr Bierchen schlürfen.

Es gibt Spiele die hat man nach dem Abpfiff schon fast vergessen, und es gibt welche, die bleiben unvergessen.

Muss man Fussball mögen? Nein. Braucht man Fussball unbedingt? Nein. Ja. Rettet er die Welt? nein. Ja. Warum spielen Leute Fussball und andere schauen ihnen zu? Weil es ihn gibt. Fertig.

Ich kicke zumeist auf der Wiese. 2 gegen 2. Die Tore sind unsere T-Shirts und es schauen höchstens ein paar Leute zu, die vorbei kommen, und die Frauen, die uns abholen, später. Na und. Macht einfach nur Spass.

Braucht irgendwer diesen, meinen Kommentar zum Thema “Bloggen” mit der grenzwertigen Fussball-Metapher unter diesem sehr launigen und authentisch wirkenden Artikel? Nein. … aber ich hab’s getan, weil er da ist – der Artikel. Ich hab’ gelesen und geschrieben, weil’s Schbass gemacht hat.

Bloggen ist ein einfaches Spiel.

Nach dem Kommentar ist vor dem Artikel.

Ich habe fertig.
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Und der Kommentar von Kirstin Walther (ihr Blog):
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Gut gebrüllt, Löwe! :-)

Vielleicht sollte man das Wort Bloggen gedanklich mal mit Kommunizieren ersetzen, denn nichts anderes ist es meiner Meinung nach. Ja und MENSCHEN kommunizieren – niemand sonst in diesem Medium. Es sind nur andere Kanäle, die es erleichtern und die mehr andere Menschen erreichen.

Und so vielfältig wie Menschen, sind deren Blogs. So wichtig und so unwichtig, so allgemein und so speziell, so sympathisch und so unsympathisch. Die einen bloggen, weil sie gern kommunizieren, gern mit neuen/gleichgesinnten Menschen im Gespräch sind. Andere machen es vielleicht, um ein paar Cent nebenher zu verdienen. Wie es beliebt und wie die Schreiber eben sind!

Und die Leute, die ihre Zeit damit verbringen wollen, zu bewerten wie und warum andere auf diesem Weg kommunizieren… Ja, mein Gott. Sollen sie halt, wenn sie nix besseres zu tun haben. Solche treffen wir auch im echten Leben und ignorieren sie womöglich, wenn wir merken, daß da nicht viel dahinter ist, außer oberflächlichem, höchst wichtigem Gerede.

Es geht hier NUR um die Menschen dahinter – völlig klar! Das lerne ich auch. Früher dachte ich immer, ich müßte als Unternehmerin ausschließlich an Umsatz und Umsatzrendite gekoppelte Gründe für Bloggen, Twittern usw. haben. Das haben mir einige schlaue Menschen immer wieder eintrichtern wollen. Heute weiß ich, daß ich in erster Linie Spaß habe, mit anderen im Dialog zu stehen – egal über welchen Kanal.

Und wer hätte es gedacht: Ich habe Spaß, es fühlt sich gut an und deswegen ist es mir wichtig und das allergeilste ist: Es sorgt komischerweise erst recht für mehr Umsatz und mehr Bekanntheit der Firma und wird so langsam zu meiner Devise: Mehr verkaufen durch weniger verkaufen! ;-)

Sicher funktioniert auch der herkömmliche Weg, aber der macht eben nicht so viel Freude – jedenfalls mir nicht.
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Auf ihrem Blog hat sie das im Artikel “Dialog macht Spaß und bringt weiter!” bereits schon einmal ausgedrückt. Und nein, ich hinterfrage nicht mehr, warum dieses Blog eines “kleinen Mittelständlers aus dem Osten” alle Blog-Bemühungen der deutschen Großunternehmen in den Schatten stellt:)

Warum

09.02.2010 / 131 Kommentare

Warum nur jammern sich manche den Wolf, dass Blogs nix bringen, nicht wirklich einen Platz neben der ARD, der BILD und dem Deutschlandfunk gefunden haben? Fuck this!

Eines der ausgelutschtesten Argumente ist, dass man mit Blogs keine Kohle machen könne. Was als Beweis herangezogen wird, dass Blogs mächtig bedeutungslos seien. Das höre ich meistens von denen, die es selbst nicht bringen und nicht wissen wie. Kein Wunder. Von nix kommt halt nix. Komischerweise kenne ich auch die, die es bringen, die es wissen und damit ihre Kohle machen. Was soll das Argument auch schon beweisen? Nix! Es gibt eben welche, die damit Kohle schaufeln können und machen, es gibt welche, die es wollen, aber nicht können und nicht mal in der Lage sind, sich schlau zu machen. Wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist das Wasser schuld, alles klar. Und es gibt noch viel mehr, denen es im Grunde völlig am Boppes vorbeigeht.

Anders herum: Wenn jemand der Meinung ist, mit Blogs ließe sich keine Kohle machen, dann macht es vor, labert nicht, zeigt es den anderen, wie es geht. Bloßes Herummjammern ist billlig und was für Loser. Und von diesen Losern kenne ich genügend Blogger, die mir auch schon die Ohren vollgeheult haben. Sich aber an Tipps aufgeilen, wenn es mal klappt, davon nix aber preisgeben wollen, ja nix verraten wollen. Was ist das für ein Bullshit?

Dann gibt es welche, die meinen, die Blogs wären per se allesamt langweilig. Sie würden keine “originären” Inhalte produzieren, nur abschreiben. So what? Was soll das schon bedeuten, wenn man dieser Meinung ist? Nix. Das heißt nicht mal ansatzweise im Umkehrschluss, dass Blogs keine Bedeutung haben, allesamt blöd sind. Wer nix findet, hat eben Pech gehabt. Wer zu blöd ist, originäre Inhalte zu finden, soll einen Volkshochschulkurs “wie nutze ich Google” belegen. Vor diesen Meinungen gehen weder die Blogs unter noch macht es sie schlechter. Wenn ich das schon höre: “Die Blogs in Deutschland sind alle so langweilig!”. Nicht selten aus dem Munde eines bloggenden Journalisten dazu. Welch eine grandiose “da-wo-die-Sonne-nicht-hinscheint”-Haltung. Kommen aus ihren Redaktionsstübchen, im Vergleich zu Bloggern vollgestopft mit Informationsapparatschicks und personellen Ressourcen. Wow! Schaffen es nicht einmal, ihren eigenen Apparat am Schwimmen zu halten, lästern aber über Blogger!

Und wer lästert, wie doof die Blog-Inhalte seien, zeigt nicht ein bisschen Respekt vor der Leistung derer, die sich hinsetzen und die Mühe machen, etwas zu Wort zu bringen. Nicht einmal ein Wort darüber verlierend. Wie selbstbezogen sind solche Aussagen? Machen sich nicht einmal ansatzweise die Mühe vorzustellen, was ein Blogger tut, wie er es tut, warum er es tut. Quatschen stattdessen und oben drauf einen voll, was man alles besser machen könnte. Und auf diese Menschen soll ich was geben, die null Empathie geatmet haben und mit ihren Aussagen einfach so die Bemühungen der Blogger hinwegfegen wollen? Geschissen drauf!

Und am liebsten sind mir die Pappnasen, die was von “Blogs haben wenig Lesern” sülzen. Auch das gilt als Beweis, dass es Blogs zu nix weiter bringen außer Festplatten zu verschmutzen. Keine Ahnung, aus welcher Mathematiker-Schule diese Typen entlassen wurden. Es gibt einen Haufen Blogs, die tausende von Menschen täglich erreichen. Ist ja nicht so, dass dies für Einzelpersonen vor 40 Jahren was Übliches gewesen sei. Heute ist das fast schon ein Klacks. Ebenso gibt es einen Haufen Blogs mit viel weniger als tausenden von Lesern. Na und? Was soll das schon heißen? Für was ist dies ein Beleg? Hallo? Aufwachen! Klar kann man sich mit Googles Page Views vergleichen oder den mit Millionenbudgets betriebenen Monstern wie Spon und Bild.de. Ebenso gut kann man das Einkommen eines Einzelnen mit dem eines Konzerns vergleichen, nur, auf diese bescheuerte Idee kommt kein Normalo!

Nicht zu vergessen, das aller blödeste Argument: “Blogs bewegen nix!”. Hallo? Welche Bewegung ist gemeint? Dass die Bild Wahlen mitbestimmen kann? Die ARD einen Kanzler macht? Die Gesellschaft von Pro-Konsum auf Anti-Konsum umschwenkt? Nichts dergleichen bewegen diese Großmuffti-Medien. Und das will man von Bloggern einfordern? Einem wie mir, der in Usingen sitzt? Ja, passt schon, jeden Tag wird ein Voltaire und Kant in Usingen geboren, ist ja normal sowas. Danke, sitzen bleiben. Wer große Bewegung fordert, soll joggen gehen.

Im Großen und Ganzen gehen mir diese Kritiker richtig auf den Sack. Nicht, weil sie so schlau sind, sondern so richtig dämlich sind und jedes Maß für Relationen verloren haben. Das Maß für das Alltägliche, was unser Mensch-Sein ausmacht und damit exakt das, was Bloggen im Grunde ausmacht. Will ich tatsächlich einen Blogger kritisieren, der seine Leser mal zum Lachen, mal zum Weinen, mal zum Nachdenken, mal zum Kritisieren bringt? Mal einen Job vermittelt, dort eine Wissenslücke füllt, da eine verlorene Seele auf den Weg zurück bringt? Sich die Mühe macht, Gedanken zu Wort zu bringen? Licht ins Dunkel? Ich habe es ebenso wie alle anderen Blogger gemacht, nur und weil wir bloggen. Wer will mir das absprechen? Wer will das den anderen absprechen? Ein Kritiker? Es geht nicht um höher, weiter, schneller, sondern um menschlicher, näher, tiefer. Wer das nicht sieht, hat jegliches Maß verloren. Wir reden von Menschen, nicht von “Bloggern” als ein ominöses “Es”. Ich habe einen Namen, ich heiße Robert Basic und bin Blogger. Und wenn Dir das nicht passt, suck yourself!