Der erste Teil der Überschrift lautet: “Ich werd zum Hirsch, meine Frau…”*. Wer nicht weiß, wer oder was ein Röhrl ist, möge bitte die Wikipedia bemühen.
Nicole düst zur Zeit in Österreich bei einer Rallye mit. Nicht als Zuschauerin, sondern als Pilotin. Nicht in einer alten Schrottmühle, sondern in einem Auto, das einen sechststelligen Betrag wert ist (Entwicklungs-yadda-yadda): Einem Honda FCX, der auf KernfusionsbasisWasserstoffbasis angetrieben wird.

Also in einem “E-Auto”. Denen die Zukunft gehört, das ist logischerweise klar. Wann auch immer diese Massenzukunft ist.
Die Rallye nennt sich Silvretta (siehe auch TAZ Bilderstrecke) und erstmalig dürfen neue E-Autos statt nur den auseinanderfallenden, herumstinkenden Oldtimern in einer eigenen Kategorie mitfahren. Soweit ich es verstanden habe, geht es nicht darum, wer mit quietschenden Reifen die Alpen durchquert, sondern es geht um Geschicklichkeitsprüfungen. So mussten die Teilnehmer am ersten Tag drei Prüfungen bewältigen, die es in sich haben, obwohl sie so easy erscheinen. Bewältige eine Fahrtstrecke X in exakt Y Sekunden. Jeder, der ein Auto fährt, weiß, wie brutal schwer das ist.
Wie kam es dazu, dass Nicole mitfährt? Eigentlich ganz einfach. Nicole war mit mir zusammen vor einigen Wochen auf dem Testtag, um den neuen Honda CR-Z zu fahren. Am Ende des Tages saßen wir bei Honda zusammen und plauderten, bis Alexander – PR Chef bei Honda- so ganz beiläufig meinte, es gäbe eine Rallye in Österreich, bei der E-Autos mitfahren dürfen. Ob jemand als Fahrer mitmachen möchte. Ich glaube, Nicoles Arm war in -0,10 Sekunden oben :=] Tja, und nu fährt sie, ohne die wunderschöne Gegend mit Abgasen zu verseuchen. Aus dem Auspuff kommt Wasser raus, wie ich mittlerweile gelernt habe.
Zurück zur Silvretta. Nicole und ihr Copilot Alexander (von Honda) haben sich am ersten Tag super geschlagen und liegen auf Rang 5 der Fahrerwertung. Von 24 Teams. Witziges Randdetail: Der Mitsubishi i-MiEV liegt auf Platz 3. i-Miev? Ehrlich, i-Miev. Köstlich :))
Schauen wir uns die Wertungen an:
Prüfung 1: 100 Meter in 10 Sekunden, Nicoles Abweichung 0,01 Sekunden. Erster Platz. Uffz…0,01
Prüfung 2, zweiteilig: Erneut 100 Meter in 10 Sekunden, dann gleich weiter mit 190 Metern in 20 Sekunden. Nicoles Abweichung zuerst extrem geile 0,08 Sekunden, dann aber… 1,96 Sekunden zu schnell. Aussage des Copiloten Alexander: Das ist eigentlich machbar, vorausgesetzt die Piste läuft nicht um die Kurve (Kommentar Pilotin: „Mist, wo ist hier denn das Ziel?“). In unserem Fall ließ sich die unerfahrene Rallyepilotin dazu verleiten, die Geschwindigkeit zu erhöhen, was dazu führte, dass Team Honda heftig an der Zielzeit vorbeischrammte und erhebliche Punkte das Konto füllten: Platz 21 und 203 Strafpunkte hieß das Zwischenergebnis. Kicher…
Geheimprüfung Die wurde dann ganz fies. Mitten während der Prüfung 2 wurden grüne Flaggen geschwenkt und spontan vorgegeben, dass man 100 Meter in 10 Sekunden zu schaffen habe. Die meisten sahen die grüne Flagge zu spät (gehe mal davon aus, dass man am Ziel die Panik ausbrechen lies, sehr geil:). Nicole und Alex haben dafür 3,38 Sekunden zu lange gebraucht. Meine Bewunderung an das Team Citroen, die waren mit -0,04 Sekunden an der Vorgabe vorbeigehaucht.
Prüfung 3: 30 Meter in 6 Sekunden steil bergauf. Das zu diesem Zeitpunkt sicherlich völlig verhungerte Honda-Team beeilte sich und war 0,67 zu schnell. Kann ich verstehen, wenn man nur noch Schnitzel vor seinem geistigen Auge sieht. Ich würde Vollgas geben.
Summa summarum belegt man damit nun Platz 5. Heute geht es an die zweite Etappe ran. Und ich hätte nicht gedacht, dass sich im Vorfeld lahm anhörende “Gleichmäßigkeitsprüfungen” so spannend gestalten können.
Wer das mitverfolgen möchte, um Nicole die Daumen zu drücken:
1. Nicole hat eine eigene Kategorie auf ihrem Blog eingerichtet, Silvretta. Dort berichtet sie von ihren Eindrücken. So zB vom ersten Tag “Stimmung am 1. Tag Silvretta E-Rallye”
2. Auf Facebook hat sich Honda eine E-Seite eingerichtet
3. Und auf Twitter ist Nicole eh unterwegs: @enypsilon
4. Auf Flickr schießt sich das Honda-Team fototechnisch ein
5. Auf Auto Motor Sport werden die Wertungen veröffentlicht
Und jetzt noch einige Bilderimpressionen:
1. Nicole und Alex wühlen sich durch das sog. “Roadbook”

2. Die beiden im Honda FCX unterwegs

3. Und ein Augenschmaus, der kommende e-Benz Flügeltürer mit mehr PS als ich zählen will

Disclosure:
Ja, ich bin subjektiv und unterstütze Nicole voll und ganz. Nein, es ist nicht “meine” Frau per Gesetz, falls dazu Fragen auftauchen sollten :)
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Markieren für die persönliche Google Suche:
Auf Facebook mitteilen:
Hi! Schöner Bericht. Honda startet im Moment echt durch, was solche Aktionen angeht. Ich wurde mit einigen anderen Motorrad-Bloggenden Kollegen auch zu einem Testtag eingeladen (ähnlich der CR-Z Geschichte), wo wir den ganzen Tag die aktuelle Motorradpalette von Honda durchtesten durften. Das war schon echt toll!
Ich würde mir wünschen, andere Hersteller würden sowas auch anbieten, aber bei Yamaha und Kawasaki ist man wohl noch nicht so weit.
Gruß!
Marc
PS: Und natürlich an Nicole noch viel Glück für den weiteren Verlauf der Rallye!
Du, ganz einfach, frag die doch! Als Blogger erzeugt das auch einen gewissen Handlungsdruck, wenn Du darüber schreibst. Oder schon erfolgt?
Wann findet endlich eure Hochzeit statt, eure Fans würden sich jedenfalls riesig freuen :-)))
“…statt nur den auseinanderfallenden, herumstinkenden Oldtimern”
Mir läuft es eiskalt den Rücken runter – was hast Du bitte für ein Verhältnis zu Oldtimern???
gut, dass es wenigstens einem auffällt:) An und für sich nix, habe damit oben im Text einen netten Kontrast zwischen alter und neuer Autowelt gezeichnet, überspitzt. Persönlich mag ich diese Kisten, sind schöne Autos, geiler Sound, aber… irgendwie wie Steintafel zu Computer. Nettes Gedankenspiel.
Danke für die vielen lieben Wünsche und das Daumendrücken. Es ist ein phantastisches Gefühl, wenn ich merke, dass Ihr mitfiebert, Euch mitfreuen könnt, so habe ich Euch irgendwie alle mit dabei.
Einen besonders lieben Liebes-Gruß aus der Ferne an Robert, der mich mit seinem Blogartikel wirklich überrascht hat. Danke!
In den Printmedien müsste man um solche Artikel einen Rahmen ziehen wo unten ganz klein “Anzeige” steht. Gottlob sind die Blogger weiter und nicht mehr auf solch altertümliches Regelwerk und Ehrlichkeit angewiesen.
Für eine PR-Strecke sind die Fotos unglaublich schlecht, es sei denn der Fotograf arbeitet auch für Gotteslohn. Mitmachen ist schließlich alles.
Molotok, in Dich imitierend mädchenartiger, verklausulierter Manier ein reply: Viel von der Bloggerei scheinst nicht zu verstehen, ebenso wenig von mir.
Dann muss das:http://www.basi...ei-euch-kaufen/
und das:http://www.basi...er-bestechlich/
jemand anderes geschrieben haben.
in diesem Sinne:
A mark, a yen, a buck, or a pound
A buck or a pound
A buck or a pound
Is all that makes the world go around,
That clinking clanking sound
Can make the world go ’round.
singt der Molotok und tanzt in den Sonnenuntergang.
Wohnzimmerpinkler, die sich nicht benehmen können, sind nicht mein willkommener Gast, Molotok :)
… kann hier einer die Wahrheit nicht ertragen ?
fragt sich, wie man die Wahrheit zurechtbiegen will. Molotok ist nicht in der Lage, offen und direkt auszusprechen, was er denkt. Er kann mich direkt fragen. Nix. Für mich ein inakzeptables Verhalten.
Molotok steckt nochmal den Kopf durch die Wohnzimmertür (beware of Nudelholz!)
Wenn du bitte folgende Fragen beantworten würdest:
Sind die Interviews, insbesondere der mit Faktor3 und der Honda Artikel bezahlt oder werden dafür Gefälligkeiten ausgetauscht ?
Wenn es einen finanziellen oder geldwertigen Austausch gab, wie passt das zu den älteren Blogeinträgen. Welche Änderungen gab es auch in ideeller Hinsicht.
Wie passt das zusammen das in Blogs subjektive Meinungen und PR gemischt werden. Besonders hinsichtlich das Blogleser ja bislang darauf vertrauten das der Blogger rein subjektiv und damit “ehrlich” im Sinne der Reinheit seiner Ansichten ist.
Diskussionspunkt: Könnte es sein das eben die Vermischung von Information,Kommentar und PR den Leser der Printmedien davon überzeugt hat das in den Zeitungen nicht die Wahrheit steht und sie deswegen nicht mehr lesenswert sind beziehungsweise der Leser der Manipulation müde ist. Was bedeutet es für Blogs (eben jene Vermischung von Meinung News und PR die in den altem Medien “Schleichwerbung”genannt wird), die bis jetzt als subjektive Wahrheit angesehen werden oder in denen die gegebenen Informationen sehr viel weniger als in der Presse hinterfragt werden.
Ist ein Blogger der alles Vermengt noch integer oder wäre eine Kennzeichnung (etwas deutlicher als “… und dann saßen wir mit dem PR Chef Germany zufällig beim Kaffee zusammen…”) besser?
PS. Ich weiß durchaus das solche Deals in der Presse (du kriegst die E-Klasse für 30 Tage und schreibst einen Artikel darüber und wenn uns der gefällt können wir öfter mal so was machen)üblich sind. Guter Stil ist das aber nicht und wurde auch von Seiten der Blogger der Presse -zurecht- vorgeworfen.
eine ziemliche Menge Fragen hat der Molotok
danke für die endlich klare Kommentierug und Fragestellung, das nenne ich Kommunikation ohne Messer in der Hand. Kudos.
Zu Deinen Fragen:
1. Sowohl Faktor 3 als auch Honda sind keine bezahlten Artikel. Es gehen damit auch keine geldwerten Gefälligkeiten einher.
Wie handhabe ich das nun seit 7 Jahren und 15.000 Blogartikeln
2. Als Blogger habe ich mir einen Ruf erarbeitet, absolute Transparenz an den Tag zu legen. Beispiel: Wenn mich Microsoft nach Las Vegas zu einer Konferenz einlädt, lege ich offen, was das bedeutet (das war 2008). Übernahme von Reisekosten, Honorar (in dem Fall keins), Übernahme der Konferenztickets. Und schreibe das explizit zu den Artikeln dzau, damit sich der Leser ein Bild machen kann, ob ich beeinflusst sein könnte oder beauftragt bin.
3. Wenn ich denke, dass ich aufgrund der Rahmenbedingungen subjektiv zu positiv eingestimmt sein könnte, gehe ich darauf offen ein. Und erwarte vom Leser Feedback, wenn er was sieht, um entsprechend den Artikel zu korrigieren bzw. darauf hinzuweisen. In der Tat machen das echte Profis, also die Journalisten, leider nicht immer. Sie legen nicht offen, dass sie auf Kosten des Unternehmens eingeladen wurden. Oder weitere Deals dahinter stehen.
4. Was ich zusätzlich mache: Ich frage beim Unternehmen nach, ob sie mich verpflichten möchten, dass ich unbedingt etwas schreibe. Wenn sie das bejahen und gar Forderungen stellen, was geschrieben werden soll, lehne ich eine Einladung ab.
5. Am wichtigsten ist mir dabei, ob ich mich für das Thema interessiere. Wenn ich denke, hier ist was für den Leser berichtenswertes, tue ich das durchziehen. Und lege die Begründung ebenso bei.
6. Bei Basic Thinking habe ich zudem darauf hingewiesen, dass ein Unternehmen bei mir Werbung betreibt, sollte ich einen Artikel über das Unternehmen geschrieben haben. Um darauf hinzuweisen, dass eine personelle Union zwischen Anzeigennehmer und Artikelschreiber besteht. Und bin eigens auf diese Interessenskollision mehrfach eingegangen, damit andere Blogger diese Erfahrung mitgeteilt bekommen. Wäre eine Kopplung “Anzeigenschaltung” vs. “Schreibe Artikel” bestanden, wäre dieses Unternehmen bei mir nicht als Werbepartner aufgetaucht.
7. Was Du nicht finden wirst bei mir: Unternehmen, die mich für Cash/Werbung beauftragen, etwas zu schreiben, dies aber nicht zu deklarieren. Das ist meine Grenze.
8. Die Gratwanderung zwischen Beziehungen zu UNternehmenspersonen, eigenen Interessen als Blogger und auch bei finanzieller Verquickung ist offenzulegen. Das oben genannte machen auch andere wie ein Sascha Pallenberg, der ebenso dahingehend extrem transparent ist. Wie sollte es auch anders sein. Wenn ein Blogger alles in einem ist, wo ist die Kontrollinstanz? Der Leser und die Transparenz.
Nur eins noch: Dieses Thema hat einen langen Bart, weiß nicht, warum Du es aufbringst. Habe ich schon xfach diskutiert, ok auf meinem alten Blog. Dachte, das Thema ist in der Blogosphäre sozusagen “normiert”. Neu in der Blogosphäre unterwegs und überlegst Dir selbst, ein Blog aufzumachen?
Eine Bitte: In Zukunft direkt und offen sprechen, nicht hinten herum, ich kann sowas nicht ab. Bitte um VErständnis.
hallo Robert,
wolltest du da nicht mal einen Artikel wegen deiner Antwort um July 11, 2010 at 11:35, das ist doch sicher für viel Interessant wie man sich gege3nüber von Firmen verhalten sollte und wie das so gesehen wird mit der Abhängigkeit.
Michael Finger
ps.: hab noch keine Mail erhalten und hoffe es geht dir gut.
Sehr coole Angelegenheit. Wasserstoff und Kernfusion und Nicole. Super Mischung.
Ich kenne Wasserstoff nur als Peroxid und habe mir damit in den 80ern die Frisur versaut.
Hätte ich damals gewusst dass damit auch Autos Rennen fahren.
Mein Video und Abschlussbericht ist online: http://0511web....llye-fazit-fcx/
Soll jetzt übrigens keine Schleichwerbung sein (sehe mir einige Kommentare oben gerade nochmal an), sondern von meiner Seite aus einen Einblick geben, wie es auf der Silvretta E-Rallye war. Also, wer interessiert ist: bitteschön, gern! Wer nicht, guckt einfach nicht hin.
Hallo,
ich hab lange gezögert, ob ich hier einen Beitrag abliefere, aber das Geschreibsel von Molotok verdient auch eine Replik von unserer Seite:
Lieber Molotok, es mag durchaus PR- und vor allem Marketing-Leute geben, die versuchen oder davon träumen, Blogger kaufen zu können. Ich kann dir versichern, mit echten Profis klappt das nicht. Richtige Blogger – und die erkennst du unschwer – haben sich einen Ruf erarbeitet, den sie sich aus persönlichen und professionellen Gründen bewahren.
Ähnlich verhält es sich mit PR-Profis, zu denen ich mich zähle. Auch wir haben uns einen Ruf hart erarbeitet und werden diesen nicht auf’s Spiel setzen. Wer mit Social Media arbeitet, muß sich auch auf die Spielregeln einlassen. Und eine der wichtigsten lautet aus PR-Sicht: du kannst einen Blogger/In nicht kontrollieren. Er/sie wird immer seine/ihre persönliche Sicht der Dinge veröffentlichen, ob es dir und deiner Company passt oder nicht. Genau das macht aber die Authentizität und den Reiz an Blogs aus. Merke: Blogger sind i.d.R. die letzten wirklich unabhängigen Berichterstatter.
Dass Aufwandsentschädigungen beglichen werden, halte ich unter Profis für normal und gut. Das ist aber im Bereich der bloggenden Kollegen Lichtjahre von den deinerseits implizierten Bestechungsversuchen entfernt.
Nix für ungut, aber das musste ich mal als Firmenvertreter klarstellen!
Alex