der SM-Alltag
die Webavantgarde hat mittlerweile eine Reihe von Lieblingswerkzeugen, um sich zu treffen und auszutauschen. Ich würde gerne diese Spielplätze vorstellen und was man dort üblicherweise so macht:
1. Twitter
- eigene, öffentliche Tweets schreiben
- Direct Messages senden / beantworten
- fremde Tweets der Follower lesen
- ggbfl. re-tweeten, sprich weiterleiten an die eigenen Follower
- neuen User zuhören (“followen”)
- User, die einem selbst zuhören abklopfen, ob es Spammer sind (“blocken” / als “Spam melden”)
2. Bloggen
- neue Quellen auftun
- ggbfl. in RSS Reader packen
- eigene Artikel schreiben
- fremde Blog-Artikel lesen
- Spam-Kommentare entfernen
- als fälschlich identifizierte Spam-Kommentare freigeben
- Kommentare lesen
- Kommentare beantworten
- Trackbacks und Pingbacks (Zitatverweise fremder Blogs im Kommentarbereich) folgen
- Mails beantworten
- Abmahnungen abwehren
3. Facebooken
- Freundschaftsanfragen beantworten
- neue Freundschaftsanfragen stellen
- Freundschaftsanfragen ignorieren
- Einladungen zu Events bestätigen, ablehnen oder ignorieren
- Einladungen zu einer Page oder Gruppe bestätigen oder ignorieren
- Updates von Fan Pages lesen
- Status Updates Dritter kommentieren oder “liken”
- eigene Status Updates posten
- Einladungen zu Facebook-Spielen bestätigen oder ignorieren
- private Nachrichten schreiben
- private Nachrichten lesen
- Hühner versorgen (Farmville)
- Leute umbringen (Mafia Wars)
- Buddies zum Geburtstag gratulieren (über die Anzeige der Geburtstagsliste;)
4. Xing
- Kontaktanfragen bestätigen oder negieren, überlegen, warum es keinen ignore-Button gibt
- eigene Kontaktanfragen erstellen
- Status manuell Updaten
- Profilfelder anpassen, um Status Updates zu generieren
- Einaldungen zu Forengruppen bestätigen oder löschen
- In Foren neue Beiträge posten
- In Foren neue Beiträge Dritter lesen
- Forenbeiträge kommentieren
- Beweisen, dass man der bessere Experte ist
- Fremde Profile im ausgeloggten Zustand besuchen, wieder einloggen danach
- Einladungen zu Terminen bestätigen, ablehnen oder “vielleichten”
5. Google Buzz
- Neuen Kontakte zurückfolgen
- Neue Buzzes lesen
- Eigene Buzzes posten
- Buzzes kommentieren
- Updates kontrollieren
- tolle Fotos verlinken
- verzweifelt intelligente Buzzes überlegend
- über Sinn von Buzz argumentieren “wird es morgen leben”
Prokastrinieren nenn ich was anderes:) Diese Tätigkeiten sind eindeutig unterschätzt. Hausfrauen haben ein schlechtes Image angesichts ihres Arbeitsaufwands. SM Hausfrauen sind noch schlimmer dran, wie man sieht.
über 1 Milliarde Internetbewohner einen Klick entfernt und doch allein
folgender Text spiegelt meine Gedanken wider, es hatte etwas gedauert, bis sie nach einem bestimmten Erlebnis, das ich unten schildere, verarbeitet waren.
Update: Mir geht es gut, habe nicht das Problem wie unten geschildert. Danke für die Nachfragen:) Versteht es als Roman/Theaterstück, das einem eine sehr reale Situation vorspielt. Ich bin lediglich der Schauspieler und der Autor des Stücks zwischen den Rahmenstrichen, ich nehme eine Rolle ein. Ich bin nicht die Figur selbst.
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Kennt Ihr das Gefühl, wenn man eine miese Phase durchlebt und vor dem Monitor sitzt, Textzeichen, Symbole und Bilder spiegeln sich in Deinen Augen, digitale Ergebnisse Mensch gemachter Sprache, auf einen Web-Klick abrufbar, doch es hilft alles nichts, die Leere in Dir rückt nicht weg, die Einsamkeit bleibt?
Man ist allein, obgleich man von abertausenden Menschen umgeben ist. Allein. Keiner da. All die digitale Nähe trotz ihrer gefühlten Echtheit ersetzt nicht die physisch greifbare Nähe zu wenigstens einem einzigen Menschen. Du kannst 10.000 Freunde da draußen im Netz haben, 100.000 Leser jeden Tag, und doch kannst du nur den Monitor umarmen, mehr bleibt nicht wirklich. Texte, Symbole, Bilder können Dich nicht anlachen, Du kannst sie nicht umarmen. Nicht das gottverdammte Netz ist es, es ist das Ohr eines Menschen, der einem zuhört, einem in die Augen schaut, dich in die Arme nimmt. 1 Mensch ist mehr als 1 Milliarde Netzbewohner und 1 Googol an Bytes. Man will es nicht zugeben, man starrt weiter auf den Monitor und klickt sich durch, man tauscht sich aus, man chattet, man kommentiert, man status updatet, facebooked, connected. Nur um von dem Blick nach innen wegzusurfen, aber das geht nicht. Aus deiner Haut kannst du nicht raus. Jeder weitere Klick holt dich nur näher ans Allein-Sein.
Der Monitor als Fenster zu den Menschen ist nicht Dein Freund. Ihre Zeichen nicht. Auch nicht die Menschen, die am anderen Ende des Monitors sitzen. Sie könnten es sein, aber sie sind nicht da. Weit weg. Das, was sie da draußen sehen, ist nur ein Schein deiner selbst. Zeichen, Bilder, digitale Produkte, Zerrbilder, mehr nicht. Das Echte versteckst du. Blendest es weg, gerne auch vor dir selbst. Würdest es gerne rausschreien, rausschreiben, tust es nicht.
Ich werde das Gespräch mit einem Blogger niemals vergessen. Er/Sie ist nicht unbekannt. Gewiss nicht. Die Tretmühle Bloggen läuft. Im Telefonat fiel dann dieser Satz, aus dem Innersten: “Robert, ich bin sooo allein. Du weißt nicht, wie alleine ich bin!” Es war mehr verzweifelt gehaucht, geflüstert denn gesprochen. Es war mehr der Ton, die Art, nicht das Gesagte, was mich erschreckt hatte. Das Verrückte und Erschreckende war und ist, dass dieser Blogger abertausende von Menschen jeden Tag erreicht. Seit Jahren, jeden Tag. Doch alleine zu Hause vor dem Monitor sitzend, führt jeder weitere Klick weg vom Schein, im Verborgenen, hin zum Allein-Sein. Das Netz ist echt, und doch wieder ist es das nicht. Diese elektrischen Kabel können menschliche Nähe nicht transportieren, so sehr man sich das auch wünschen würde, so sehr man sich das vorgaukelt. Kabel sind kalt, Bits sind nur Stromzustände, Metall und Plastik, nicht mehr ist es. Natürlich könnte man es kappen, doch tut man es? Das bisschen, was man an digitalen Gesprächen und Eindrücken rauspresst, ist das letzte Fitzelchen gefühltem Trost und vermisster Nähe. Man kappt nicht, man klickt weiter.
Die Schultern straffen sich, die Finger klackern weiter auf der Tastatur herum, die Klicks, das Schein, die Tretmühle, der Monitor. Ich sehe das Gesicht des Bloggers im Monitorschein vor meinem geistigen Auge, das Zimmer ist dunkel, ich höre das Klappern der Tastatur.
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Manchmal weiß ich nicht, ob wir das Richtige tun, das Netz wirklich eine gute Antwort auf das Mensch-Sein liefert. Ich sehe die Entwicklung, wie wir uns immer mehr vor den Monitor kleben. Wir können uns in einem nie da gewesenen Ausmaß mit über 1 Milliarde Menschen austauschen, doch das Netz bleibt letztlich kalt.
Meine Blog-Timeline
ich hatte Lust, mir meine bisherigen Blog-Stationen anzuschauen. Von den ersten Schritten bis heute.
Februar 2003
Das Basic Thinking Blog wurde geboren und das war mein erster Eintrag überhaupt in der Blogosphäre (auf Movable Type Basis). Inhaltlich drehte es sich um das Netz, Lotus Notes und einem kleineren Anteil an privaten Erlebnissen. Ich schrieb die Artikel abwechselnd auf englisch und deutsch. Und war im Handumdrehen mit internationalen Bloggern vernetzt. Ich war völlig fasziniert von den verschiedenen Kulturen und natürlich den Menschen dahinter. Daraus sind bis heute bestehende, sehr intensive Beziehungen entstanden. Und so erklärt sich letztlich meine Liebe zu Blogs. Diese ersten Schritte haben mich als Blogger wie nichts anderes danach geprägt und beeinflusst.
Juni 2003
Start mit dem MEX Blog (nicht mehr existent) für die Wirtschaftsjunioren Frankfurt, auf ehrenamtlicher Basis. Ein Ausschnitt aus den Beiträgen via WayBack Machine. Es war als Gruppenblog mit Schwerpunkt auf Wirtschaft und insbesondere Gründer konzipiert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, ein Blog überhaupt zu erklären und was es bringen kann, ließ man mich gewähren. Und wir hatten im Handumdrehen die eigenständige Basisseite m-e-x.de (Gründer-Informationsportal) hinsichtlich der Besucherzahlen weit hinter sich gelassen. Das Blog strahlte umgekehrt positiv auf die Basisseite aus. Das Grundproblem vor Einführung des Blogs war: Auf m-e-x.de wurden Fachbeiträge von Experten veröffentlicht. Wo sich zuvor die Suche schwierig gestaltete, entwickelte sich dank dem Blog ein Strom an potentiellen Schreibern. Die Experten generierten aus ihren Fachartikeln nicht selten einen Haufen Aufträge, das sprach sich natürlich herum. Clou: Mittels dem Blog konnten wir einen wachsenden Teilstrom an Besuchern auf die m-e-x.de Seite lenken. Im Sommer 2005 war dann Schluss mit MEX, nachdem im internen Projektteam einige wichtige Keyplayer wegfielen (Stichwort Ehrenamt). Das Blog konnte ich damit nicht mehr weiter betreiben, weil die Projektbasis fehlte. Ich wollte es zwar übernehmen -auch gegen gutes Geld -, aber man entschied sich dagegen, da man schon “irgendwie eine Fortsetzung des Gesamtprojekts hinbekommen würde”. Was nicht der Fall war, heute ist MEX dead. Und damit das MEX Blog.
Mai 2005
Kurz vor dem Ausstieg aus dem MEX Blog hatte ich das Living in World of Worldcraft Blog aus der Taufe gehoben. Es war wie das MEX Blog auf Grund der guten Erfahrungen erneut als Gruppenblog konzipiert. Die Leserzahlen des Blogs explodierten förmlich, wir schrieben wie die Wilden zu dem heute immer noch weltweit populärsten MMORPG “World of Warcraft”. Über was wir schrieben? Na ganz einfach, über unsere Spielerfahrungen und -erlebnisse! Zwei Jahre später und 20 Autoren danach ließ die Schreiblaune linear zur lahmenden Spiellust an WoW nach. Es war mir von Beginn an klar, dass dieses Blog-Projekt ein nicht allzu fernes Ende finden wird. Im August 2009 machte ich das Blog dicht, ohne die Inhalte zu löschen.
Juli 2005
Restart von Basic Thinking nach dem zwei Jahre währenden Ausflug als Fremdblogger bei MEX. Meine MEX-Blog Artikel übernahm ich via Import-Funktion. Blog-technisch entschied ich mich, auf Wordpress umzusteigen. Am 15.01.2009 war dann auch damit Sense. Ich freue mich ganz besonders, dass das heutige Basic Thinking Blog noch mehr Leser informiert und erfreut.
Januar 2009
Tja, nun kritzel ich seit dem 20.01.2009 hier herum, auf written in basic. Wie ich auf den Namen kam? Weiß es selber nicht mehr so genau, aber wie ich mich kenne, habe ich mich mit der Namensfindung nicht zu lange aufgehalten:)
Juli 2009
Nicht zu vergessen: Das Buzzriders Blog ist mein allerjüngster Spross.
Ich habe vor wenigen Tagen eine kleine Überschlagsrechnung gemacht: In den rund 7 Jahren sind über 15.000 Artikel und +120.000 Kommentare (von Dritten, nicht meine!) zusammengekommen. Die Anzahl der rausgefeuerten Links kann ich kaum schätzen. Wenn ich müsste, würde ich auf +10.000 Links tippen. Wie viele Menschen haben in dieser langen Zeit mit mir in Kontakt gestanden, und sei es nur über einen flüchtigen Kommentar oder als Leser an meinen Gedanken vorbeihuschend, ohne zu wissen, wer den Gedanken hinterlassen hat? 10.000? 100.000? 1.000.000? Letztlich sind das nur Zahlen. Die nicht viel bedeuten. Viel wichtiger ist die Summe der unzähligen Eindrücke, Menschen, Freundschaften, Feindschaften, Emotionen und Erlebnisse. Manche davon haben spiegelbildlich Dritte tangiert. Nix Virtuelles, echtes Mensch-Sein. Nicht bloggen, Mensch-Sein. In der Summe ergibt sich etwas, das ich ohne die Bloggerei unter Umständen niemals in diesem Leben hätte erreichen können. Ich habe einen ungeahnten Reichtum an Leben erreicht. Und das waren bisher lediglich 7 Bloggerjahre von meinen bald 43 Lebensjahren. Sieben soll eine magische Zahl sein. Bloggen selbst ist für mich Magie, mag es einer verstehen oder nicht.
André Vatter im Interview: Von kuriosen Paketen und dicken Foren
Wer ist André Vatter? Solltet Ihr kennen. Wenn nicht, bitteschön, seine Netz-Vita: André Vatter ist Redaktionsleiter bei Basic Thinking, Redakteur bei Onlinekosten.de und privat bloggt der “freiberufliche Journalist mit Festanstellungs-Status” auch noch. Bisschen Privates hatte er damals vor rund einem Jahr über sich auf Basic Thinking geschrieben. Was fehlt noch? Twitter, klar, twittern twut er auch.
Da André das mit Abstand beste Blog Deutschlands verantwortet, wird es Zeit, den bloggenden Redakteur vor die Interview-Linse zu zerren, hinter der er sich nämlich meistens versteckt und andere mit Fragen durchlöchert. Per Twitter-DM hatte ich ihn gestern darum gebeten, er fragte ganz “ängstlich” zurück, ob er “was falsch gemacht habe” :)
Schreiten wir zur Frage-Antwort-Tat:
1. Haltungsfrage: Was bist Du lieber, Blogger oder Redakteur?
Wenn du so fragst: am liebsten bin ich Journalist. Es gibt unbestreitbare Vor- und Nachteile, wenn man sich in die eine oder andere Schublade steckt. Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich die Rollen tausche, vor allem im Gespräch mit Unternehmensvertretern: “Was sagten Sie? Sie sind von Bahsick Tinker?“, wird nachgefragt. “Onlinekosten.de“, schiebe ich dann nach. “Ich bin von onlinekosten.de.” Plötzlich klappt die Verständigung. Blogger genießen nicht das Ansehen, das Redakteuren eingeräumt wird und haben es daher im Arbeitsalltag nicht immer einfach. Ich habe aber kein Problem damit und versuche es immer wieder mit “Basic Thinking” – bis es bei den Sprechern sitzt.
2. Arbeitstechnische Frage: Musst Du mehr Zeit für Artikel auf onlinekosten.de aufwenden oder gibt es keine Unterschiede? Nach dem Motto: “Auf dem Blog knalle ich das Zeug raus, auf onlinekosten.de muss ich zig mal redigieren.” Gibt es vom Arbeitsablauf her Unterschiede?
Auf beiden Seiten wird mit großer Sorgfalt an die Themen herangegangen, was beispielsweise die Eigenrecherche und das Abklopfen zweiter, unabhängiger Quellen angeht. Gerüchte, die nicht verifiziert werden können, erscheinen nicht auf onlinekosten.de. Auf Basic Thinking nehmen wir sie manchmal mit auf, weil sie die Leser einfach interessieren und Spaß machen. Wie sieht das nächste iPhone aus? Wir weisen dann aber auch immer darauf hin, dass es sich dabei um reine Netzlegenden handelt.
Noch etwas ist anders: Redakteure hinterlassen traditionell für den Leser das fertige Endprodukt, einen geschliffenen Artikel, der das Wichtigste auf den Punkt bringt. Das ist der Stil, der sich durchgesetzt hat. Beim Blog macht es mir Spaß, den Weg der Meldung im Posting gleichzeitig mitzuzeichnen. Da kann es schon einmal vorkommen, dass ich den Sprecher XY erwähne, der es nach zwei Anfragen und drei Anrufen noch immer nicht geschafft hat, ein Statement zu liefern.
Einen dritten Unterschied gibt es zudem in der Art, wie die Themen beschafft werden. Wir haben schnell gemerkt, dass es zum Beispiel nichts bringt, für Basic Thinking großartig Pressemitteilungen zu beachten. Wir verlassen uns größtenteils auf Tipps aus der Leserschaft, Trends, die wir im Netz aufschnappen. Das ist ziemlich anstrengend, immerhin müssen wir so mit dem Echtzeitnetz konkurrieren. Doch es zahlt sich aus…
3. Persönliche Frage: Was ging Dir durch den Kopf, nachdem Dir Dein Chef damals anbot, für BasicThinking.de zu schreiben? War da so eine Art Gedanke “Oh Gott, ich muss unter die Blogger, Mist!” Gar Angst? Hat sich nach den ersten Wochen eine Art “ich bin nun tatsächlich Blogger”-Haltung eingestellt? War es überhaupt eine Umstellung für Dich, da Du eventuell andere “Regeln” entdeckt hast?
Wir brachten damals auf onlinekosten.de die News, kurz nachdem du die Versteigerung angekündigt hattest. Als mich dann der Chef in den Meetingraum bat, wusste ich, dass die Firma an der Auktion teilnehmen würde. Ich freute mich auf die neue Aufgabe, wahrscheinlich wurde ich ausgesucht, weil ich mich immer dafür interessiert habe, was hinter einer Meldung steckt und gerne fluche.
Natürlich war eine gehörige Portion Respekt vor dem Job dabei und die ersten Tage haben uns auch gezeigt, dass zum “Blogger” sein mehr gehört, als einen Post zu verfassen. Plötzlich tritt die Meldung ebenso wie ihr Autor in den Vordergrund: “Was ist dein Lieblingsessen?”, “Was hast du studiert?”, “Sag doch mal, wie dein Kater heißt.” – das waren nicht die Reaktionen die ich erwartet hatte, immerhin ist man darauf getrimmt, hinter seinen Text zurückzutreten. Berufs- und Privatleben verschmelzen nach einiger Zeit, ebenso expandiert der einstige Nine-to-five-Job auf 24 Stunden am Tag. Es ist ein Umstellungsprozess, den man da durchlaufen muss.
4. Bekommt Ihr für Artikel auf Basic Thinking oder auf onlinekosten mehr Feedback? Auch was Vorschläge für neue Artikel angeht.
Das Feedback ist auf beiden Seiten überwältigend. Onlinekosten.de bekommt nicht nur viele Lesermails mit Anregungen, sondern hat auch noch ein dickes Forum angeschlossen. Auf Basic Thinking läuft viel über die Kommentare, Twitter ist ein Rückkanal, ebenso wie Telefonanrufe, Mails und kuriose Pakete, die wie eine Bombe verpackt sind und zum Beispiel “Basic Thinking-Bier” eines süddeutschen Brauers beinhalten.
5. Ihr setzt Twitter und Facebook ein, um auf Basic Thinking zu verweisen. Auch für onlinekosten.de? Und prinzipiell die Frage: Warum macht Ihr das und was bringt es Euch?
Keinem dürfte entgangen sein, dass Trackbacks ein seltenes Gut geworden sind. Das hat damit zu tun, dass die Gespräche über gelesene Themen immer weiter in soziale Netzwerke abwandern. Es macht also Sinn, dem Leser dorthin zu folgen, wo er mehr und mehr verkehrt – und dort auch den Faden wieder aufzunehmen. Meiner Meinung nach gilt das nicht nur für Basic Thinking und onlinekosten.de, sondern sollte für alle Medien gelten, die im Netz publizieren.
zittern jetzt alle Social Media Berater?
amüsiert habe ich den Beitrag vom Don Alphonso in der FAZ gelesen, aber auch seinen Nachtisch-Beitrag auf seinem Blog “Blogbar“. Wenn man beide Beiträge auf die Kernaussagen eindampft, geht es um Folgendes:
1. SM Berater setzen auf einen bloßen, bedeutungslosen Hype, den sie den Firmen verkaufen (á la “Bloggen ist cool, weil Bloggen cool ist”)
2. SM Berater haben es selbst nicht auf dem Kasten, wie können sie dann etwas vorbraten, von dem sie keine Ahnung haben
3. der SM Kuchen ist kein Wirtschaftszweig, sondern ein Wirtschaftskrümel, für den Firmen kaum Budget bereit stellen, damit sei per se die Bedeutungslosigkeit der SM Berater bewiesen
4. Wirklich reden -im Sinne eines wie auch immer gearteten Gesetzes- wollen die Unternehmen im Rahmen von Social Media mit den Kunden nicht, das Gespräch ist lediglich ein unwichtiges Vorspiel zur eigentlichen Kauf-Mich-Botschaft. Sie senden nach wie vor einbahnstraßig, daran wird sich nix ändern. SM Beratung sei auch daher reine Makulatur.
Kann ich das unterschreiben? Nö, die Argumente sind langweilig und lahm, da sie grundsätzlich keine Erkenntnisse bieten. Man kann sie auch noch so laut herausschreien, das macht sie nicht interessanter. Die Schreibe selbst ist klasse, aber das ist ja nur die Verpackung, für Verpackungen interessiere ich mich allerdings nur sehr eingeschränkt.
Tatsache ist, dass wir in allen Bereichen seit jeher lernende Wesen sind, die durch einen immer wiederkehrenden Kreislauf herumprobieren, lernen und verbessern. Die ersten Autos waren nach heutigen Maßstäben Schrott. Damals mögen die ersten Nutzer begeistert gewesen sein. Die heutigen Autos werden in 50 Jahren als ein Haufen technischer Schrott gelten. Die ersten Tageszeitungen waren Müll, die ersten Computer waren Müll, die ersten Blogs waren Müll, usw usf etcpp. Don Alphonso hat ebenso wenig einen blassen Schimmer wie alle anderen auch, wo es hingeht, wie wir etwas wann wo und warum nutzen werden. Das zum grundsätzlichen Prinzip von Trial-Error. Wer nicht ausprobiert, bleibt stehen. Wir können per se den menschlichen Antrieb, ständig Neues zu erforschen, in Zweifel ziehen, dann müssten wir aber unsere Natur ändern, das geht aber nicht.
Wenn man demnach Social Media als etwas Neues definieren möchte, stellt man schnell fest, dass es einerseits etwas sehr Diffuses ist. Andererseits stellt man fest, dass es weltweit einen Haufen Versuche gibt, aber keiner den Stein des Weisen gefunden hat, systematisch in diesem Bereich vorzustoßen. Wir testen, lernen, verbessern. An manchen Stellen sind wir schon wesentlich weiter, an vielen Stellen noch nicht besonders weit gekommen. Und kommt wesentlich unaufgeregter daher, als man denkt.
So braucht mir ein Don Alphonso nix vom Krieg zu erzählen, was man mit einem technischen Vertreter aus der Gattung Social Media – Blogs – nicht anstellen kann und dass Unternehmen=Kunden davon nichts haben. Sie haben einen Nutzen, Punkt. Glaubensfrage? Von mir aus, doch juckt mich das wenig, wenn andere nicht wissen, wie es geht und in Glaubensfragen abdriften müssen. Kein Hexenwerk, keine rocket science. Es ist “lediglich” Arbeit én Detail, zu 90% Handwerk, der Rest ist bisserl Zauberei und Neues. Beispiel? Eins der popeligsten Kostenrechnungen ist dabei der Vergleich zwischen inhouse Bloggen und Kosten für SEO und externalisierter SEO-Leistungen. Selbst wenn man einen Blog-Schreiber internalisiert, statt auf bestehende, interne Ressourcen zurückzugreifen, ist es unter dem Strich berechenbar, was effektiver und günstiger ist. Mal SEO wie seit jeher, mal Bloggen, mal ein Mix. Alternativkostenrechnungen sind seit anno domini nix Neues, dafür brauche ich keinen Social Media Philosophiekurs zu belegen, in irgendwelchen Gesetzesbüchern von Social Media zu wühlen oder einen Don Alphonso zu lesen, was nicht geht angeblich. Wie, Bloggen als Kosteneinsparung statt als Revolution in der unternehmerischen Kommunikation? Es ist eine unaufgeregte Betrachtung, ein Aspekt, was man mit Blogs recht einfach anstellen kann. Kosten einsparen. Ausprobieren, lernen, umsetzen, verbessern. Thats all. Und, wo ist das Problem? Gar keins, es ist ein simpler Vorgang. Nur darüber lässt sich schlecht herumschreien und palavern. Ist das denn noch Social Media dann? Was kümmert mich das, wie etwas einsortiert werden will?
Warum tun sich dann die Unternehmen so schwer mit all dem angeblich wunderbar, einfach zu verwendendem Social Media Dingenskirchen? Steht oben, in Unternehmen sitzen Menschen. Welch ein Wunder. Menschen lernen und sind per nicht schlau genug, Neues von Beginn an effektiv zu nutzen. Auch kein Wunder. Manche Organisationen lernen schneller, manche langsamer, manche gar nicht. Normal, seit jeher, auch nix Neues. Manche entdecken und schaffen sich einen Nutzen, verschieben Ressourcen peu á peu, manche kriegen es nicht heraus und verfahren mit ihren Ressourcen auf die gewohnte Art, was auch nicht viel schlechter ist. So kommen dann auch die ollen Sprüche zu Stande wie “Unternehmen haben auch bereits vor Social Media existiert, sie brauchen es also scheinbar nicht”. Ja und, was ist das denn für ein bescheuertes Argument? Vor Einführung der Autos sind Kuriere mit Pferden durch die Gegend geeiert und haben sich den Boppes wundgeritten. Man hat so oder so die Message überreicht. Werden demnach Unternehmen übermorgen nicht mehr existieren, weil sie Social Media nicht nutzen? Woher soll ich das denn wissen? Viele Wege führen nach Rom. Per se einen von vornherein auszuschließen, ist dumm.
Sind nun SM Berater per se doof und haben nix auf dem Kasten? Übliche Antwort: Das kommt darauf an, wer wie gut ist. Erweiterte Antwort: Zeit ist Geld. Egal, wie schlecht der SM Berater ist. Für eines ist er meistens immer gut: Er verkürzt die Zeit, Unternehmen etwas Neues aufzuzeigen, was Bares wert ist. Was die Unternehmen damit inhouse anstellen, hängt von den Machern intern ab, wie lernfähig und gut diese sind. Daran ändert weder ein DonA noch ein SM Berater nix. Also schon wieder Kosten? Sorry, dass Betriebswirtschaft so langweilig ist:)
Für eins war Don Alphonsos Beitrag für mich persönlich gut: Er ist anregend, knackig geschrieben und hat im besten Sinne amüsiert.
warum manche nicht einmal einen Blog-Buchstaben wert sind
ich kann es nicht mehr zählen. Nicht mehr zählen, die vielen Gesprächen mit befreundeten Bloggern, die gefrustet sind. Das läßt sich genauso auf Gespräche mit denen übertragen, die irgendwo im Netz auf Foren, in Social Networks oder aber auf Twitter unterwegs sind. Gestern erst habe ich erneut so ein Gespräch mit jemanden geführt, der wegen Nichts heruntergeputzt wurde.
Worüber ich rede? Über die vielen Pussies da draußen, die im Netz über andere herziehen, im echten Leben aber darauf angesprochen nicht einmal in der Lage dazu sind, dazu zu stehen, was sie gesagt haben. “Ich habe es nicht so gemeint” und lächeln einen an. Feiglinge, die im RL auf nett machen, im Job die Stiefel der anderen lecken, im Netz aber die Sau rauslassen, als wäre es eine Kompensation ihres Zwangs, mitmenschlich im RL-Umfeld sein zu müssen.
Es fing in meinem Umfeld schon früh an damit, diese Erfahrungen zu sammeln. Immer dann, wo es thematisch kritischer wurde, ging es rund. Ob es um Blogger ging, die politisch ihre Meinung vertreten, wirtschaftliche Motive verfolgten oder einfach über irgendwas schrieben. Man liest sich die Kommentare durch und zuckt zusammen. Man liest Beiträge auf anderen Blogs und zuckt erneut zusammen. Übermäßig hart, einseitig, als gäbe es nur Schwarz und Weiß im Leben. Perfektion wird verlangt, alles andere ist nicht existent. Heute lese ich Twitter, Facebook, Foren. Immer und überall das gleiche Schema. Das Gesicht der Gosse zeigt sich ständig. Kleine Pussies, die meinen, es viel besser zu wissen, als wären sie Übermenschen. Vor persönlichen Beleidigungen im Netz keinen Halt machen. Im echten Leben selbst sind sie kleine Leuchten, viele Dinge falsch angegangen, fehlbar wie jeder andere auch sind und waren, welch Ironie. Und die vielen Lemminge, die den Spackos gerne folgen, sind nicht anders. Nur schlimmer. Sie steigen ins Geblöcke mit ein, labern den Dünnpfiff gedankenlos nach, halten sich an ihren Eiern und schaukeln sich gegenseitig hoch.
Mittlerweile kann ich die Blogger nicht mehr zählen, die völlig fertig mit ihren Nerven waren. Ihr persönliches Umfeld war nicht selten geprägt von familiären und beruflich angespannten Situationen. Kein Wunder, dass man dann in dem Moment schwach wird, wenn man im Netz auch noch auf die Fresse bekommt. Man versteht es nicht, warum man dermaßen angegangen wird, als hätte man Kinder gefressen. Es scheint ganz so, als würde es im Web immer ein Stück brutaler als im RL zugehen, wie eine Einladung, die Maske der Menschlichkeit runterreißen zu dürfen. Als würden im Netz andere Anforderungen gelten, wie das Leben da draußen auszusehen hat. Kein Grau, nur Schwarz-Weiß. Machen sich die Spackos da draußen den Kopf? Nein, sie kommen nicht einmal auf die Idee, sich in die mögliche Situation des Betroffenen zu versetzen, manchen ist es schlichtweg egal. Egal? Egal, was sie sagen, was sie senden, was der andere fühlt!
Obgleich ich über all die Jahre eine dicke Haut entwickelt habe, natürlich durch eigene Erfahrungen geprägt, die einem aufzeigen, wie bodenlos mangelnde Mitmenschlichkeit sein kann, bin ich jedes Mal aufs Neue betroffen, wenn ich das persönlich mitgeteilt bekomme oder im Netz lese. Sind es die Pussies wert, sich von ihnen runterziehen zu lassen? Welche Frage. Stehst du ihnen im echten Leben persönlich gegenüber, weichen sie deinen Augen aus, machen einen auf “na, war nicht so gemeint”, winden sich Würmern gleich, kein Wunder, wenn man kein Rückgrat hat. Welchen Wert haben diese falschen Fünfziger, was soll ich darauf geben? Das Blöde ist, dass ich dann auch noch Mitleid empfinde, wie Menschen sich ihrer Schwäche ergeben, sich gehen lassen, weil sie schwach sind. Im Grunde wollen sie im Netz glänzen, sich bestätigt fühlen in der Lemming-Menge, Anerkennung miternten. So sehr ich diese Pussies ablehne, so sehr zeigen sie ein nur zu menschliches Gesicht.
Ich kann es nur so formulieren: Solange man betroffen ist und fühlt, nicht abstumpft, wird man nie zu denen gehören, die weder Mitgefühl, Rücksicht noch Mitmenschlickeit zeigen. Ihr könnt mit erhobenen Haupt durch das Leben schreiten. Mehr als das kann ich nicht mitgeben, da ein Mehr nicht möglich ist. Die Narben kann ich nicht nehmen, warum auch, da Ihr Menschen seid, die fühlen. Was ist daran schlecht? Nichts. Eben.
Google Buzz: Anwendungsszenario für Intranet-Kommunikation
betrachten wir Google Buzz im Hinblick auf die Integration mit dem Maildienst genauer und beziehen das Gebilde auf bisherige Kommunikationssysteme in Unternehmen. Vorab: Ich denke, dass an Google Buzz angelehnte Systeme die Gruppenkommunikation inhouse erheblich befördern können.
Die zwei dominierenden Kommunikationssysteme in modernen Unternehmen sind:
1. Mailing – hier dominieren MS Exchange und Lotus Notes den Markt
Mailsysteme, wie sie uns heute bekannt sind, wurden zunehmend in den frühen 90er Jahren installiert
2. Instant Messaging – auch hier dominieren Lösungen von Microsoft und IBM
Instant Messaging wurde spürbar zunehmend ab Mitte der 90er Jahre in den Unternehmen eingesetzt und mit den Mailsystemen integriert. So bietet Lotus Notes einen Presence-Service im Mailbasket an, um dem Empfänger anzuzeigen, ob der Absender online via IM verfügbar wäre. Ich möchte betonen, dass die Integration beider Systeme ein entscheidendes Merkmal ist! Was nicht unwichtig für den weiteren Gedankengang ist.
Weitere Kommunikationssysteme, wie z.B. Blogs, Twitter ähnliche Tools, Foren oder gar Social Networks haben sich noch nicht als Standards etabliert, verbreiten sich aber auch nicht in dem Tempo wie Mailing und IM zu ihren frühen Anfangszeiten.
Kommen wir nun zu Googles Lösung. Was ließe sich damit anfangen? Man kann es ohne Weiteres als eine erneute Erweiterung der dominierenden Mail-Lösung betrachten. IM hat Mailing erweitert. An Google Buzz angelehnte Systeme könnte dies nochmals gelingen!
Google hatte erst kürzlich Google Wave als Protokoll veröffentlich, hier ist es noch viel zu früh, um Ableitungen treffen zu können, ob es sich in Intranets als ergänzendes Kommunikationssystem etablieren wird.
Anders sieht es bei Google Buzz aus. Es ist ein Dienst, der schon alleine aufgrund seiner Nähe zum Mailing klare Anwendungsszenarien aufzeigt. Google Buzz erweitert die Möglichkeiten bisheriger Instant Messaging Systeme um eine Socializing Komponente. Anders gesagt, es erweitert die Kommunikation auf Basis von IM um eine neuartigere Gruppenkommunikationskomponente, die es in sich hat.
Schauen wir uns ein Szenario an, das heute schon als klassisch zu bezeichnen ist:
Mitarbeiter A liest eine Mail von B und hat Fragen. Er sieht, dass Mitarbeiter B online ist und nimmt via IM Kontakt mit ihm auf. Es ergibt sich, dass man Mitarbeiter C und D hinzuziehen muss. Auch das ist heute via IM Systemen kein großes Thema. Sollte es sich allerdings um ein Problem handeln, das nicht klar umrissen ist, kann es sehr effizient sein, stattdessen einen public chat Kanal aufzumachen. Bedingung: Es bedarf erstens eines Follower-Systems und zweitens einem daraus abzuleitenden Buzz-System, das die neuen Gespräche nach oben spült, um eine vernetzte Kommunikation zu fördern. So können sich Mitarbeiter bei Bedarf einklinken, wo sie dazu vorher – in der besteheden Systemlandschaft- keine Chance hatten, wenn sie der Initiator nicht aktiv von sich aus hinzuziehen würde. Exakt dies bietet GBuzz. Das relativ einfach unter Zuhilfenahme der bestehenden Adressbücher und IM-Systeme anzuflantschen wäre, ohne ein eigenes Komplettsystem bauen zu müssen.
Zusammengefasst: Es ist unabdingbar, dieses System ins bestehende Mail- und IM Set zu implementieren. Ebenso ist es notwendig, Chinese Walls zu beachten, was aber schon von Haus aus die bestehenden Kommunikationssysteme und vorliegenden Rechteszenarien (wer darf was lesen) mit sich bringen. Doch gerade im Bereich Rechte stößt man mit dem GBuzz System auf zunächst scheinbar komplexere Probleme:
Das Follower-Gebilde (wer lauscht wem) von GBuzz leitet sich beim Start aus der Interaktionshäufigkeit der Mitarbeiter via Mailing ab. Insofern wäre es nicht unbedingt allzu schwer, einen Kickstart hinzubekommen, ohne großen Projektmarketing-Bemühungen. Man könnte es fast schon als Instant Forum Lösung verkaufen, die die Welten Mailing und IM miteinander verbindet. Und als herausragendes Merkmal eine Gruppenkommunikation innerhalb des Hauses extrem gut fördert. Ohne, dass man einem Overflow erliegen muss, da jeder Mitarbeiter auf Basis seines Followersystems den vernetzten Informationsstrom selbst steuern kann (GBuzz-Funktionen dahinter: “Anzahl Follower”, “Muting”, “Commenting”, “Like”). Jetzt kommen wir zu dem Rechteproblem: Angesichts der vernetzten Kommunikation ist es notwendig zu berücksichtigen, wem bestimmte Informationen nicht mehr angezeigt werden. So könnte ein Vertriebsmitarbeiter einen Informationsstrom anstoßen, der Mitarbeiter anderer Bereiche erreicht, die diese Information nicht lesen dürften, doch auf Basis der Followersystematik diese bekommen würden. Die Lösung ist aber nicht wirklich schwer: Man zieht Mauern über Gruppenzuordnungen hoch. Problem gelöst! Neues Problem geschaffen: Beim Anstoßen eines “Buzzes” muss der Mitarbeiter von vornherein die Gruppen ausschließen, die diese Information nicht sehen dürfen! Lösbar, aber nicht ganz problemfrei. Was aber alle Systeme mit sich bringen, die von Haus aus eher offener gestaltet sind, weniger bidirektional.
Ich wünsche den vielen Systemanbietern und inhouse Zuständigen viel Spaß beim Ausbaldowern, ich denke, es lohnt sich!
Facebook Office in D aufgemacht
Kopie der PR-Meldung:
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Facebook COO Sheryl Sandberg eröffnet deutsches Büro
Das Unternehmen ernennt F. Scott Woods zum Commercial Director Germany und zählt 7,5 Millionen aktive Nutzer in Deutschland
Hamburg, 11. Februar 2010 – Bei ihrem ersten Besuch in Deutschland, im Auftrag von Facebook, eröffnet Chief Operating Officer Sheryl Sandberg heute in Hamburg offiziell die deutsche Niederlassung des Unternehmens. Mittlerweile nutzen 7,5 Millionen Menschen in Deutschland Facebook aktiv und mit der Eröffnung des neuen Vertriebsbüros unterstreicht das Unternehmen seine Absicht, Deutschland als eines der einflussreichsten Länder Europas intensiver zu betreuen.
Neben der Stärkung seiner Präsenz in Europa ernennt Facebook außerdem F. Scott Woods zum Commercial Director Germany. Woods leitet und baut das Team auf, das die lokale, kompetente Beratung und direkte Betreuung deutscher Marken, Agenturen und Unternehmen leisten wird.
Inmitten des rasanten Wachstums auf 7,5 Millionen aktive Nutzer in Deutschland nutzt Facebook die Dynamik des hiesigen Marktes, die durch die Interaktion von Marken und Unternehmen mit Kunden oder Fans auf Facebook entsteht. Das Unternehmen arbeitet bereits mit Marken wie BMW, Axe, Coca-Cola und Nike und baut derzeit ein stabiles Netzwerk mit Werbepartnern innerhalb von Europa auf.
Im Rahmen ihres Aufenthalts sagte COO Sheryl Sandberg: „Wir haben in den letzten Monaten in Deutschland ein dynamisches Wachstum gesehen. Die deutschen Nutzer erschaffen eine enorme Vielfalt von Inhalten und nutzen Facebook kreativ und intensiv um sich mit Menschen, Marken und Themen zu verknüpfen, die ihnen am Herzen liegen. Immer mehr deutsche Marken und Unternehmen erkennen den Wert eines echten Dialogs – um mit Facebook ihre Fans kennenzulernen und neue zu gewinnen.“
„Wir glauben, dass Deutschland mit seinem starken Nutzerwachstum und der erfahrenen digitalen Marketing-Community eine entscheidende Rolle in unserer globalen Sales-Strategie spielen wird“, sagt F. Scott Woods, Commercial Director Facebook Germany. „Mit dem deutschen Büro wird Facebook die deutschen Kunden umfassend betreuen können und sie dabei unterstützen, wirkungsvolle Kampagnen für ihr Geschäft zu entwickeln und durchzuführen. Auf Facebook verknüpfen sich mehr als 400 Millionen Menschen weltweit mit ihren Freunden, dies bietet Werbetreibenden eine attraktive Verbindung aus Reichweite und Interaktion.“
Das Sales-Team von Facebook arbeitet mit den größten Vermarktern und Marken der Welt. Mehr als 80 der 100 größten Werbetreibenden in den USA nutzen Facebook für ihre Kampagnen. Derzeit hat das Sales-Team Büros in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien.
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Google Buzz
ich meine jetzt weniger die Anfangsphase, sondern ob es die breite Nutzerschaft annehmen wird auf Dauer? Obgleich Google Buzz mitten im GMail Client integriert wurde (ein vorzüglicher Schachzug bei angeblich 170 Mio Nutzern), muss es sich mit anderen, etablierten Kommunikationsmedien vergleichen lassen. Da liegt auch der Knackpunkt eben. Es differenziert sich nicht zu Genüge aus als eigenständiges Produkt.
Ich denke daher, die meisten Nutzer werden weiterhin auf ihre Mail- und Instant Messaging Clients setzen, um den Großteil ihrer Kommunikation wie gehabt abzuwickeln (neben der Kommunikation auf Social Networks). Und ein kleinerer Bruchteil wird hin und wieder GBuzz nutzen. Bezweifle, dass es eine Mehrheit langfristig erobert. Was ja auch völlig ok ist, so wird jedem ein Stück weit etwas mehr Flexibilität geboten (wenn man GMail-Inhaber ist).
Anders sieht es bei der mobilen Gbuzz-Nutzung aus: Es ist selbstverständlich ein extrem früher Markt, so nutzen in D Dienste wie Foursquare lediglich wenige, frühe Mitmacher. Hier kann man wohl kaum von einer Massenadaption im mittelfristigen Zeitraum von 2 Jahren ausgehen. Vieles wird davon abhängen, welche Geräte die deutschen Mobilfunktnutzer in den nächsten zwei Jahren beziehen, wie sich die Datenpreise entwickeln und welche kommenden Tools durchschlagen. Dennoch sind diese Dienste unschätzbar, man kann frühe Ableitungen treffen, was Nutzer damit tun, wenn sie mobile Updates tätigen können, statt es sich theoretisch zu überlegen.
Ich persönlich kann mit GBuzz zur Zeit nicht sonderlich viel anfangen, aber das hängt letztlich davon ab, ob ein relevanter Teil meiner Kommunikationspartner GBuzz regelmäßig nutzen wird.
Aus Sicht von Buzzriders freut es mich mehrfach:
1. Google stärkt den Gesamtmarkt und damit das Gesamtumfeld für lokal ausgerichtete Dienste (Integration von GBuzz in GMaps)
2. Google trägt mit dazu bei, User an Nutzungsmöglichkeiten über Status-Updates zu gewöhnen, auch im mobilen Umfeld (Status-Updates werden ein Bestandteil von Buzzriders sein, kommunikative Updates wie auch berichtende Aktivitäten “User hat [xyz] gemacht”)
3. Die passende API von Google ist ein Glücksgriff, so verkürzt es doch entwicklungstechnisch den Weg, lokale Informationen physisch zu lokalisieren und ggbfl. auf einer Karte abzubilden (siehe ein simples Anwendungsbeispiel ausgehend vom Gedanken, dass Lokationen integraler Bestandteil von Buzzriders sind, ebenso wie User-Profile)
4. Der Name Google Buzz erinnert an Buzzriders (im deutschen Weblande) und verstärkt damit die passive “Markenreferenzierung”. Auf die Hilfe habe ich wirklich nicht gehofft:) Es gab Fragen Richtung Markenprobleme. Die Namen sind allerdings soweit auseinander, da sehe ich kein Problem darin. Und wenn, wärs halt Pech, meine damit aber Glück.
Btw, ein witziges Learning am Rande: Wenn ein Dienst wie GBuzz den Nutzern anbietet, ihre Inhalte von anderen Seiten wie zB Twitter in den Buzz-Stream zu übernehmen, ist das zwar gut gemeint, kann aber auch nachteilig wirken. Siehe dazu den treffenden Beitrag von Ragnar.
Anders neu denken
kennt Ihr das, wenn Ihr an etwas knobelt und denkt, aber nicht wirklich auf eine gefühlt zufrieden stellende Lösung kommt? Die “jetzigen” Lösungen seht ihr vor Euren Augen, man kennt sie, aber sie gehören der Vergangenheit an. Nicht der Zukunft. Es bedarf einer neuen Lösung, die gänzlich anders als die alten Lösungen ist. Grundproblem: Ihr wisst, dass man es lösen kann, doch das eigene Denken ist im Jetzt und als Summe der Erfahrungen aus der Vergangenheit gefangen. Ihr wisst, dass man es anders denken muss, neu denken muss. Und genau das ist der Knackpunkt. Wie anders und neu denken, ohne sein Ich zu verlassen, in dem man so gefangen ist?
Was mir dabei hilft, sind Gespräche mit Dritten, die genau das tun: Anders denken! Aber nicht unbedingt neu, was die Lösungsfindung angeht. Dennoch führt dieses andere Denken zu neuen Pfaden, dem Beginn des neuen Denkens. Ein Wortfetzen führt zu einer neuen Assoziation und langsam festigt sich das Gebilde. Dieses “Gebilde” vergleiche ich gerne mit Musik. Musik ist eine faszinierende Form von Harmonie. Harmonie, die im Einklang mit der Umwelt steht, die uns umgibt und diese wiedergibt. Wenn die neue Lösung eine Form von Harmonie in sich trägt, die sich richtig anfühlt und harmonisch “klingt” (harmonisch mit dem aufkommenden Zeitgeist), dann passt es. Man hat es.
Mein Musiklehrer hatte mir beigebracht, dass Musik den Zeitgeist widerspiegelt. Und gerade Künstler mit Ihrer für Nichtmusiker unverständlichen Art, die Realität zu verarbeiten und in Musik zu verpacken, sind am ehesten in der Lage, den Zeitgeist widerzuspiegeln. Neben malenden Künstler oder auch schreibenden Künstlern. Ganz so, als würde sich in ihnen auf wundersame Art und Weise ein Strom an Eindrücken kulminieren, dem Ausdruck verliehen wird, über eine neuartige Harmonie an Tönen, Bildern und Worten, um das Jetzt besser greifen und damit besser zu verstehen.
So bewundere ich Kraftwerk, die es verstanden haben, die Beziehung von Mensch und Maschine in Musik zu verpacken. Mit eigenen, elektronischen Instrumenten, die der Musik ihren eigentümlichen Charakter verliehen haben. Beispielsweise im Stück “Roboter”:
Heute war so ein Tag, eine Lösung zu finden, die neu und anders gedacht ist, dennoch dem jetzigen und künftig stärker werdenden Zeitgeist entspricht. Hoffe ich. Und eins steht fest: Es ist unglaublich schwer, abseits seiner eigenen Denkbahnen zu denken. Uffzz… wüßte ich einen Weg, es strukturiert zu wiederholen, wäre ich happy.
